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Ambrosia

Eigentlich wollte ich Euch das heutige Rezept ja schon gestern vorstellen – aber das Wetter war so schön, daß der Tag lieber mit Klettern verbracht wurde. Deshalb kriegt Ihr erst heute Nachtisch: Ambrosia! Klingt göttlich, gell? Das Rezept stammt aus diesem Werk hier: „Leckere Desserts„. Der Grund, warum bei mir hier nur ein Becher saure Sahne zu sehen ist, ist folgender: als Single bin ich mit 4 kleinen Portionen Nachtisch mehr als versorgt, und das ist die Menge, die ich hier rausbekommen habe, nachdem ich das Ursprungsrezept halbiert hatte. Also hier sozusagen nur die halbe Portion.

Ihr braucht: 200 ml saure Sahne; 100 gr. Zucker; 1 Tl Arrak (* lest das P.S. dazu…); 1/2 Pck. Vanillezucker; 3 Blatt rote Gelatine (weiße geht auch, sieht aber halt nicht rot aus…); 1/2 Glas Kirschen abgetropft (etwas weniger als 200 gr.); 1 Becher Schlagsahne; 1 Pck. Sahnesteif. Ihr solltet einen kleinen Topf haben und zwei hohe Rührgefäße für die Sahnemassen.
Ambrosia Zutaten Zuerst weicht man die Gelatine ein: einfach drei Blatt in einen kleinen Topf geben und mit kaltem Wasser bedeckt 5 -10 lang stehen lassen.
Ambrosia Gelatine einweichen
Während die Gelatine vor sich hin weicht könnt Ihr die Sahne schlagen. In einen hohen Becher die saure Sahne mit dem Vanillezucker, dem Arrak und dem normalen Zucker geben und so lange schlagen, bis sich der Zucker aufgelöst hat. Dazu einfach den Finger reintauchen (Rührgerät dazu bitte ausschalten!) und abschlecken. Wenn es noch zwischen den Zähnen knirscht, ein wenig weiter schlagen.
Ambrosia Saure Sahne
Nach 5 – 10 Minuten ist die Gelatine fertig. Aus dem Topf fischen und ausdrücken (nicht zerquetschen, seid sanft..). Das Wasser wegschütten. Die Gelatine wieder in den kleinen Topf geben. Bei ganz, ganz, ganz kleiner Wärme auf den Herd stellen und schmelzen lassen. Manchmal reicht es sogar, den Topf kurz draufzustellen und dann wieder runterzunehmen, sobald die Gelatine anfängt, flüssig zu werden. Rührt dabei dauernd mit einem Schneebesen drin rum, damit sie nicht anbrennt. Gelatine verliert ihre Gelierkraft, wenn sie zu heiß wird, also aufpassen!
Gelatine ausgedrückt
Wenn sie komplett flüssig ist, dann erst unter dauerndem Rühren zwei bis drei Esslöffel der Sahnemasse zur Gelatine rühren. Das sorgt für einen Temperaturausgleich der beiden Massen. Dann die Gelatinemasse zur Sahnemasse rühren.
Ambrosia Gelatine gelöst
Im Idealfall sollte sich jetzt eine gleichmäßig rosa gefärbte Masse ohne Klümpchen gebildet haben. Sollte das nicht der Fall sein und die Gelatine vielleicht noch nicht ganz flüssig gewesen sein oder anfangen zu klumpen, könnt Ihr die Sache noch retten, indem Ihr die gesamte Masse noch mal in den Topf gebt und unter dauerndem Rühren langsam noch mal warm macht, bis alles gelöst ist. Diese Masse in den Kühlschrank stellen für ca. 1/2 Stunde. Dabei wird sie etwas fester.
Ambrosia Gelatine Creme
Jetzt könnt Ihr die Schlagsahne mit Sahnesteif zusammen aufschlagen. In ein Glas der gewünschten Größe schichtet Ihr jetzt abwechselnd rosa Sahnecreme, Kirschen und Schlagsahne. Obendrauf könnt Ihr die Sahne mit einem Spritzbeutel oder einem improvisierten Spritzbeutel aus einer Plastiktüte garnieren (kleine Tüte nehmen, Sahne rein, zusammendrehen, Ecke abschneiden – gibts bestimmt als Youtube-Video…). Drauflöffeln tut es aber auch.
Ambrosia fertig
Das war´s; schon fertig. Jetzt nur noch 1 Stunde kaltstellen und loslöffeln. Macht was her, macht wenig Mühe und schmeckt.
Abwandlungen mit Blaubeeren statt Kirschen oder mit Kirschwasser statt Arrak schmecken übrigens auch fein.

Wirsing, Sususi

P.S:
Arrak darf nicht mit Arak verwechselt werden. Arak ist ein Anisschnaps, Arrak ein rumähnlicher Schnaps aus Reis und Zuckerrohr. Die wohl bekannteste Marke hierfür ist Mendis. Bei uns gibt es den im Asia-Laden; aber auch Kaufland hat schon mal welchen. Sollte Arrak nicht zu bekommen sein (oder zu teuer – der Liter so um die 18 Euro), dann gibt es in der Backabteilung Arrak-Aroma. Bitte nicht pur probieren, das hat für meinen Geschmack nicht viel mit Arrak gemein – aber im Dessert schmeckt es gut.
Sollte jemand gar keinen Alkohol drin haben wollen, dann kann man hier auch gut drauf verzichten.

Fa Magic Oil

So, alle den Muttertag überlebt?
Dan können wir uns jetzt ja der neuen Test-Aktion von trnd.com und Fa zuwenden: Fa Magic Oil! Pflegt mit Öl und erfrischt wie ein Duschgel uhund: obwohl es mit Microölen ist, fettet es nicht. In drei Duftrichtungen kommt es: Ingwer-Orange, Blauer Lotus und Pinker Jasmin. Also, let´s „lather, rinse, repeat; and lather, rinse, repeat; as needed“ (*sing* – muß ich euch sagen, aus welcher Serie der Song stammt oder findet ihr es raus?)
Fa Magic Oil
Ein wares Wunder, äh, pure Magic halt. Also, die Flaschen gefallen mir schon mal. Glitzer. Schöööön. *räusper* Na, stimmt doch! Zumindest bei Ingwer-Orange. Doch der Reihe nach, gehen wir sie eins nach dem anderen durch.

Ingwer-Orange:
Die Farbe ist der Hammer! Grade wenn Licht auf den (auf dem Etikett der Rückseite angebrachten) Glitzer trifft. Dann ist im Badezimmer Sonne pur aufgegangen. Gefällt mir sehr gut. Riechen tut es vor allem nach Orange. Wer von Treaclemoon „Ginger Morning“ kennt… der findet bei Fa keine Spur von Ingwer. Ein wenig schade, wenn der Orangenduft nicht wirklich so toll wäre. Ich habe mich schon unter der Dusche ertappt, daß ich glatt noch mal Duschgel genommen habe, obwohl ich schon fertig war. Aber es hat so toll nach Orange gerochen! Leider blieb nach dem Duschen kaum Duft auf der Haut zurück. Der Schaum den das Duschgel erzeugt, ist sehr seidig und angenehm, definitiv kein „Bauschaum“. Dafür schäumt es aber nicht besonders stark. Nach dem Duschen fühlte sich meine Haut sehr schön an. Definitiv nicht ölig oder fettig, aber längst nicht so ausgetrocknet wie mit herkömmlichen Duschgel. Nachcremen mußte ich aber trotzdem. Alles in allem ein Duschgel, mit dem ich mich unter der Dusche sehr wohl gefühlt habe und welches wohl ab und an wieder im Badezimmer landen wird.
Fa Magic Oil Incis
Pinker Jasmin:
Ehrlich? Ich habe mir davon mehr versprochen. Es riecht zwar süßlich und ein wenig jasminig, aber nur beim dran-vorbei-riechen im Drogeriemarktregal hätte ich es nicht mitgenommen. Ich habe auch den Eindruck, es ist ein Duft, den man schnell über wird. Vielleicht fehlt mir ein wenig, um die Jasmin-Süße auszubalancieren. Außerdem muß ich gestehen, daß ich kein Fan von rosa bin, und das ist wirklich extrem seltsames rosa. Äh, pink. Für die Duscheigenschaften gilt das Selbe wie beim Ingwer-Orange. Nur nachkaufen werde ich es vermutlich nicht gleich. Vielleicht mit ein wenig warten, vielleicht probiere ich es im Winter noch mal, wenn man was blumiges braucht… Außerdem hätte ich die Farbe jetzt nicht unbedingt mit Jasmin-Duft verknüpft, obwohl, ja, es gibt pinke Jasminblüten… trotzdem ziehe ich die weißen vor.

Blauer Lotus:
Puh, der Duft ist schwierig zu definieren. Vor allem, da ich noch nie an einer lebenden Lotusblüte gerochen habe, und somit nicht sagen könnte, ob das Duft so hinkommt. Andererseits hatte ich den Eindruck, daß es riecht, wie jedes andere „blaue“ Duschgel auch (etwas süßlicher vielleicht) – und damit kommen wir schon zu meinem Problem: ich finde einfach, blau ist momentan im Kosmetiksektor total überrepräsentiert! Jeder Hersteller hat ein blaues Duschgel, meistens irgendwas mit „Ocean“ oder „Lagune“ oder so im Sortiment und oft weiß man nicht mehr, hat man Duschgel, Weichspüler oder Kloreiniger vor sich, es riecht eh alles gleich. „Blau“ halt. Das Duschgel fand ich langweilig und nichtssagend, sowohl vom Duft wie auch von der Optik.

Fazit:
Ingwer-Orange: Ja, ja, ja! Richtig tolles Duschgel. Pinker Jasmin: Tolles Duschgefühl, wenn man die Augen zumacht, sieht man das rosa nicht mehr und riechen tut es nicht schlecht. Blauer Lotus: Kann man nix falschmachen mit, duschen kann man damit.

Und jetzt: Fröhliches Duschen!

Wirsing, Sususi

Meine Kochbücher… Nr. 153

Beim letzten Einkauf schnappte ich mir an der Kasse noch schnell die neueste Ausgabe von Lecker Kochen & Backen. Daheim stellte ich fest, daß mich ganz klein vom Cover jemand angrinste, den ich schon lange nicht mehr gesehen hatte: Ralf Zacherl. Irgendwie war der total aus meinem Blickfeld verschwunden, obwohl er ja nun wirklich nicht leicht zu übersehen ist. Deshalb gibt es heute von eben ihm „Zacherl – Einfach kochen!“ aus dem Zabert Sandmann Verlag von 2003.
Zacherl - Einfach kochen
135 Seiten unverkennbarer Zacherl-Rezepte. Irgendwie fand ich ihn schon immer einen sehr sympathischen Koch, dessen Rezepte umsetzbar und nachvollziehbar sind und nicht übertrieben verkräutert oder hyperkompliziert. So auch hier.

Bagel mit Pute und Avocadosalsa, Garnelen-Tortellini-Spieße oder Schockonocken auf Birnenragout… vielleicht erkennt man schon an den Rezepttiteln, was ich meine. Alltagstauglich mit einem Touch Raffinesse eben. Zutaten, die man entweder eh schon da hat oder leicht bekommen kann und mit denen man hinterher, auch wenn man sie nicht ganz aufbraucht, auch noch was anfangen kann.

Die Beschreibungen sollten auch nachvollziehbar sein, wenn man noch nicht viel Erfahrung mit dem Herd hat und verzeihen auch schon mal den ein oder anderen Fehler, wobei es hier schon nicht leicht ist, überhaupt welche zu machen. Schade allerdings, daß nicht zu jedem Rezept ein Foto vorhanden ist.

Die Anordnung der Rezepte im Buch laden auch ein wenig zum schmökern ein, denn wo andere Werke die herkömmlichen Kategorien Suppe, Salat und Dessert aufweisen, stößt man hier auf „Sachen gibt´s“, „Ich war mal in Italien“ oder „Von Oma geklaut“. Da hinten aber eine alphabetische Sortierung vorhanden ist, macht das nichts.

Viel mehr gibt es eigentlich auch nicht darüber zu sagen, es ist einfach ein tolles Buch und das nicht nur für Familie. Kaufen, es lohnt sich.

Wirsing, Sususi

Zum Paulaner Stuttgart

Das letzte Mal als wir in Stuttgart essen gegangen sind, sind wir… nicht zum Mexikaner! Diesmal waren wir im Gasthaus „Zum Paulaner“.
Zum Paulaner
Zugegeben, die Lage ist nicht grade die Schönste, die Nähe zum Rotebühlplatz bietet halt für den Biergarten davor auch nicht wirklich ein gemütliches Ambiente. Da das Wetter aber ja sowieso nicht so toll war und es Abends noch etwas kühl war, hatten wir drinnen reserviert.

Dort gibt es neben dem Gastraum im Erdgeschoß auch ein Obergeschoß mit diversen Nebenzimmern. Das sieht dann so aus:
Zum Paulaner Nebenzimmer
Das es hier so leer aussieht, liegt daran, daß von uns noch keiner da ist, ansonsten ist es oben und unten sehr voll, sehr fröhlich und sehr laut. Das Ambiente geht eher in Richtung „zweckmäßiges Wirtshaus“ und macht damit die Gemütlichkeit eindeutig von der Gesellschaft abhängig. Im Erdgeschoß darf gerüchteweise auch geraucht werden.

Die Speisekarte kocht sich von Bayern bis nach Schwaben und bietet daher für Vegetarier auch nur Spätzle oder Knödel mit Soß bzw. Rahmschwammerl oder den großen Salatteller (der, im Vergleich mit anderen Restaurants für meine Begriffe nicht wirklich arg groß war…).

Dafür finden alle anderen eine tolle Auswahl vom Apfel-Griebenschmalz bis zur halben Schweinshaxe. Hier die Münchner Leberknödelsuppe für 4,40 €:
Leberknödelsuppe
Also, die war richtig lecker! Es war keine gekörnte Brühe, der Leberknödel war locker und bis ins Innerste richtig heiß und geschmacklich sehr gut. Die Zwiebeln in der Brühe waren überraschend (hatte ich bei Leberknödelsuppe noch nie!), haben aber erstaunlich gut dazu gepaßt, vor allem, weil sie schön durch waren und die würzige Brühe gut ergänzt haben. Wer keine Petersilie mag, der kann ja sagen, sie sollen sie weglassen, aber was ist eine Leberknödelsuppe ohne? Die Größe war als Vorspeise ideal, nicht zu groß und nicht zu klein.

In weiser Voraussicht verzichtete ich auf das Hauptgericht. Ich wollte nämlich unbedingt den Kaiserschmarrn „Sacher Art“ mit Zwetschgenröster und Vanilleeis probieren! ( Auf der Homepage steht er noch mit Apfelmus als Beilage drauf; vielleicht wechselt das ab und an?). Für 9,20 € kam eine riesige Portion (wie es sich halt gehört, gelle…?):
Kaiserschmarrn mit Zwetschgenröster
Zum ersten: es war richtiger Kaiserschmarrn. D. h. für mich, es gehören einfach Rosinen rein. Zum zweiten war er perfekt zubereitet: gebraten auf einer Seite, die durch Zucker und Mandeln eine schöne karamelisierte, knackige Kruste erhielt, die durch das Vanilleeis und den Zwetgschgenröster auch nicht zu süß wirkte. Der Schmarrn selber war fluffig und locker, süß und vanillig, heiß und *sabber*…. Tschuldigung, aber der war wirklich einer der besten Kaiserschmarrn, den ich in den letzen Jahren hatte!

Ich würde hier jederzeit gerne wieder reingehen! Die Preise waren zumindest für meine Speise absolut angemessen, und auch was ich sonst auf der Speisekarte (die übrigens viel umfangreicher als auf der Homepage ist) gesehen habe, ist nichts zum meckern.

Wirsing, Sususi

P.S.:
Zum Schluß noch ein paar Sachen zum Nachdenken. Im Netz liest man immer wieder ein paar Kritiken. Zum Beispiel, daß die Winzerente hier aufgewärmt schmeckt. Hm, denken wir mal nach. Eine Ente wird nicht in fünfzehn Minuten fertig. Die braucht ein klitzekleines bißchen länger im Ofen. Geht man in ein Lokal, wo man nicht speziell zum Entenessen hingeht und vorbestellt, damit die Ente auf den Punkt mit dem Gast ankommt, ist die Ente logischerweise vorbereitet. Und logischerweise auch für den Gast wieder aufgewärmt. Deshalb würde ich in einem solchen Gasthaus gar nicht auf die Idee kommen, Ente zu essen. Man sollte eben auch mal darüber nachdenken, war man bestellt. Weiterhin werden hauptsächlich Speisen serviert, die sich eben wirklich gut vorbereiten lassen oder in der Zubereitung nicht zu lange dauern (mein Kaiserschmarrn dauerte ein wenig länger als der Rest des Essens, war aber frisch zubereitet. Das Schnitzel mit Pommes kam innerhalb von 15 Minuten, logisch, oder?).

P.P.S:
Oh, eine Sache fiel mir gerade noch ein: falls jemand von dort mitliest: wahrscheinlich wird Tee nicht unbedingt oft bestellt – aber eine Ablagemöglichkeit für den Teebeutel wäre nett; so sabbert er auf der Untertasse das Glas an… und im (oben eh nicht vorhandenen) Aschenbecher entsorgen ist uncool!

Meine Kochbücher… Nr. 152

Gäste und Freunde verwöhnen? Fast gar kein Problem, verspricht „Party Küche“ aus dem Tosa Verlag von 2002. Interessant, daß nicht nur der Klappentext des Buches sondern auch das Vorwort des Buches zugibt, daß das oft leichter gesagt als getan ist.
Party Küche
Und mit dem vorliegenden Buch stimmt das wohl auch so. Zunächst mal verstehe ich unter einer Party wohl was anderes als die Autorin, denn mit 4 Personen ist das für mich zwar „Gäste haben“, aber sicher keine Party. Jetzt kann man die Rezepte natürlich hochrechnen auf Party-Portions-Größe, aber von den 79 Seiten sind für meine Begriffe viele Rezepte halt auch nicht wirklich Party-tauglich.

An den Frucht-Käse-Happen, dem Eierdip oder den Knusperstangen ist nichts auszusetzten. Diese Rezepte könnten auch in anderen Party-Kochbüchern stehen. Aber Frischkäsesoufflé? Und für eine Party fang ich nicht mit einem Rezept für Schweinerücken im Pizzateig für 4 Personen an!
An sich sind die Rezepte nicht schlecht, vielleicht hätte man nur das Wort „Party“ nicht so deutlich betonen sollen? Für Gäste oder das Sonntagsessen eignen sie sich nämlich schon, vorausgesetzt, man kann bereits kochen.

Übrigens, wer sich auch immer Schnittlauchsekt-Granité ausgedacht hat…. sorry, aber das schmeckt widerlich! Und der angebliche Gouda, der über die Hacksteaks in Speckhülle laut Rezept gestreut wird, ist auf dem Bild ein Blauschimmelkäse…

Also, dies ist eines der Werke, auf die ich wirklich verzichten könnte, zumal die brauchbaren Rezepte auch in anderen, besseren Kochbüchern zu finden sind.

Wirsing, Sususi

Nordlicht-Brötchen

Ich gebe es zu: ich bin kein großer Frühstücker. Im Urlaub, ja, da schon mal und auch zwischendurch schon mal, aber meistens halte ich es da lieber wie der Sizilianer aus Elio Vittorinis Roman. Deshalb war ich auch schon früher kein großer Fan des Pausenbrots, in die Zeit zwischen Frühstück und Mittagessen mußte meiner Meinung nach noch nie noch mehr zum Essen gequetscht werden… Hält halt jeder, wie er es gerne hätte.
Was ich aber gerne mache, daß ist, was leckeres zum Futtern mit zum Wandern zu nehmen!

Deshalb gibt es heute das Rezept für „Nordlicht-Brötchen“. (Ich habe mir den Namen nicht ausgedacht, er stammt hier aus diesem Werk: Meine Kochbücher…Nr. 151).

Man braucht für eine Person: 1 Scheibe Vollkornbrot, etwas Butter oder Margarine, 6-8 große Scheiben Salami (ich habe am liebsten eine Paprikasalami dazu), eine Viertel Gurke und das Ober- o. Unterteil einer Sesamsemmel (oder jede andere Körnersemmel). Original kommt das runde Oberteil einer Sesamsemmel drauf, aber ich finde „eckig auf eckig“ besser zum Essen als „rund auf eckig“. Optional auch noch Salz und Pfeffer für die Gurke. Die Gurke kann geschält werden, aber es sieht hübscher aus mit Schale. Dann aber gut waschen.
Nordlicht-Brötchen Zutaten
Die Scheibe Vollkornbrot wird mit Margarine oder Butter bestrichen. (Salzen und pfeffern, wenn gewünscht). Dann wird das Gurkenviertel in dünne Scheibchen geschnitten. Eine Hälfte Gurkenscheibchen kommt auf das Vollkornbrot. Auf die Gurkenscheiben kommen dann die Salami-Scheiben. Auf die Salami kommt die restliche Gurke. Dann kommt oben die Semmelhälfte drauf. Schon fertig!
Nordlicht-Brötchen fertig
Zum Wandern bzw. mitnehmen wickele ich das Ganze in Frischhaltefolie, bevor es in die Brotbox kommt. So suppt die Gurke nicht rum und das Vollkornbrot bröselt nicht auseinander und die Sache hält zusammen, bis sie gegessen wird. Das Nordlicht-Brötchen ist auch nach ein paar Kilometern zwar immer noch schön saftig, aber nicht durchgeweicht, also eigentlich die ideale Wander-Verpflegung in dieser Hinsicht. (Außerdem schauen alle immer blöd, wenn ich ein Brot mit Semmel drauf auspacke…)
Nordlicht-Brötchen eingepackt

Wirsing, und geht mehr an die frische Luft!
Sususi

Meine Kochbücher… Nr. 151

Manchmal gibt es Dinge, die sind irgendwie altmodisch, total aus der Mode und auch sonst nicht gerade wirklich nützlich. Trotzdem mag man sie. Ein solches Ding ist das folgende Werk: „Kalte Küche köstlich wie noch nie“ aus dem GU Verlag. Hier sieht man den Nachdruck der Originalausgabe von 1980. Der Titel war damals noch leicht anders, er hieß nämlich: „Kalte Köstlichkeiten wie noch nie“. Das Titelbild vorne und der Klappentext wurde ebenfalls verändert. Tatsächlich sind sogar ein paar Rezepte ausgetauscht worden.
Kalte Küche köstlich wie noch nie
Ich liebe die Bücher aus dieser Serie einfach. Auf 238 Seiten beschäftigt sich diesmal alles mit Rezepten und Garnierideen rund ums kalte Buffet, Party-u. Vorspeisen-Snacks, ect. Alles, was eben nicht warm serviert werden muß.

Wenn man ehrlich ist, dann muß man einfach zugeben, daß heute kaum einer mehr Erbsensülzchen serviert, Räucheraal auf Eierstich oder Hummercocktail. (Das hier auch andere Gerichte vertreten sind, sehen wir demnächst).

Trotzdem, wenn man ein wenig über die Rezepte nachdenkt, dann kommt immer dieses „Hey, das sieht ja eigentlich schon lecker aus“ Gefühl zutage, und dann probiert man sich unbemerkt immer weiter durch das Buch. Zwar vielleicht nicht unbedingt als Buffet-Variante, aber als Vorspeise. Oder kleines Abendessen. Oder als sonntäglicher Snack. Und dann stellt man fest, daß die Käsestangen, der Nudelsalat dänische Art oder die Limettencreme zwar zu den Oldtimern gehören, aber wie eben diese auch manchmal doch noch glänzen können.

Welche Variante des Buches man erwischt, tja, das muß man eben einfach vorher mal schnell durchblättern, wenn man es in die Finger bekommt. In der Nachdrucken sind natürlich doch schon mal „modernere“ Rezepte dazwischen. Wobei es aus meiner Sicht eben schade ist, daß man aus den „neuen“ Rezepten nicht ein ganz neues Kochbuch gemacht hat und das alte so gelassen hat…. Marketing und ich sind sich eben nicht immer so ganz grün.

Jedenfalls kann es im Regal nicht schaden, vielen wird es zu unmodern sein, aber ich mag es trotzdem.

Wirsing, Sususi

P.S.: Hier sind ein paar andere Werke der Serie:

Kochvergnügen vegetarisch

Kochvergnügen wie noch nie

Backvergnügen wie noch nie

Meine Kochbücher… Nr. 150

Yo-ho-ho! Ein richtiger Jack Afloat braucht ab und an auch was als Unterlage für sein Donnerbräu. Wo schaut er also nach, wenn er in der Kombüse steht? Klar, im „Piraten Kochbuch“ von 2007 aus der Edition XXL!
Piraten Kochbuch
Das ganze Werk ist nicht besonders dick, viel gibt es auf Piratenschiffen offenbar nicht zu futtern – nur 83 Seiten. Schaut man sich das Inhaltsverzeichnis an, sieht alles erst mal ganz vielversprechend aus: Suppen, Stullen, Fleischgerichte ect. bis hin zu Gerichten für Kids und Süßspeisen.

An der allgemeinen Optik ist ebenfalls nichts auszusetzten – hübsches Design, ab und zu ein piratenmäßig inspiriertes Äffchen oder Dublonen, übersichtliche Rezepte und dazu passende, lecker aussehende Bildchen. So weit, so gut.

Leider verspricht der Titel viel mehr, als das Buch hält. Zwar enthält es Gerichte wie die „Grillspieße Treasure Island“ oder „Käpt´n Kuddels Kartoffelsuppe“, aber hinter den durchaus ansprechenden Namen verbergen sich hundsordinäre Speisen, bei denen nur der Name gepimpt wurde. Das ist zwar nicht tragisch, aber doch schade, gerade wenn man ein Themen-Kochbuch hat. Jetzt könnte man argumentieren, „hey, wir wollen nicht wirklich wissen und essen, was es damals auf einem Piratenschiff so gab“, aber ein wenig Einfühlsamkeit in das Thema wäre doch gewünscht. Welcher Pirat hätte schon mit Balsamico-Essig gekocht? (Wir werden demnächst noch sehen, daß Themenkochbücher dies tatsächlich auf leisten können…)

Ansonsten sind die Rezepte nicht schlecht, wenn man von geschickt plazierten Werbeeinblendungen (Ostmann Salbei, Teutoburger Raps-Kernöl…)  mal absieht, die man natürlich ohne weiteres einfach ignorieren kann. Ich würde sogar sagen, die Rezepte sind durchaus anfängertauglich, und gegen einen Lumumba ist auch als Nicht-Pirat selten etwas einzuwenden….

Wirsing, Sususi

Slow Food Messe 2015 Stuttgart

Am Donnerstag war es wieder einmal soweit: in Stuttgart wurde die 9. Slow Food Messe eröffnet. Dort ist sie laut OB Fritz Kuhn auch am richtigen Ort: immerhin ist Stuttgart im Vergleich mit 14 anderen Großstädten mit mehr als 500.000 Einwohnern diejenige mit dem höchsten Grünflächenanteil.

Zwei reich gefüllte Hallen mit nationalen und internationalen Herstellern, die alle die Slow Food-Qualitätskriterien (auf der Homepage von http://www.slowfood.de nachzulesen) erfüllen, laden zum Schlemmen und Entdecken ein. Und zum entdecken gibt es eine ganze Menge: Wer hätte zum Beispiel gedacht, daß die Rügener Landschlachterei mit einer Salami auftrumpft, die jede italienische im Saal ganz schön in den Schatten stellen kann?

Außer Essen gibt es immer noch ganz viel mehr zu sehen. Diese wunderschönen Glasmörser von Cornelius Réer (auch noch aus meiner Heimatstadt Nürnberg…) sind wirklich eine Überlegung wert, zumal hier Design und Funktionalität eine schöne Symbiose eingegangen sind:
Glasmörser

Auch alte Bekannte waren wieder vertreten. Erinnert ihr euch noch an „beanarella“?  Dort sind wir dem Hersteller dieser spannenden Sache schon mal begegnet: Eat&Syle Messe. Die Kaffeekapseln sind immer noch zu 100 % biologisch abbaubar und wer sich zufällig grade nach einer neuen Kaffeemaschine umsieht, der sollte mal bei www.beanarella.ch vorbeischauen – die Maschinen gibt es nämlich auch in verschiedenen Größen.

Natürlich gibt es wieder viele Möglichkeiten, selber Hand anzulegen. Ob in der Kochwerkstatt oder im Forum, ob bei Kaninchen oder Eichelmastschwein… die „Mitmacher“ haben nicht nur fachliche Unterstützung wie z. B. von H. S. Steinheuer sondern auch jede Menge Spaß und die Zuschauer dürfen auch probieren…
Kochwerkstatt Programm Donnerstag
H. S. Steinheuer Feines vom Kaninchen auf Frühlingsgemüse
Tomahawk-Steak vom Schwäbisch-Hällischen EichelmastschweinForumsprogramm

Die Kraft des Urstromtals setzt da mehr auf Paleo-Ernährung und bietet mit ihren Riegel einen „Power-Bar“ in vegetarisch (sehr lecker), vegan (ok) und Paleo (mit Fleisch, Tomaten, Pistazien, ect…). Da die Verpackung ebenfalls biologisch abbaubar ist, muß der Wanderer hier auf nichts verzichten.
Die Kraft des Urstromtals

Am Ende des Tage landeten bei mir von den vielen sehr guten Produkten (probiert unbedingt Senf der Einbecker Senfmühle!) auch ein paar in meiner Tasche:
Ausbeute Slow Food
Nämlich (endlich) auch eine Flasche feel! Munich Dry Gin; Taybeeren-Quittenmus von Susasmus, Höri-Bülle-Apfel-Créme und Mandarinen-Marmelade von Mamma Loretta. Das Taybeeren-Quittenmus (wer es nicht weiß, die Taybeere ist eine Kreuzung aus Himbeere und Brombeere) ist total fruchtig (95% Fruchtanteil) und nachdem meine Synapsen nach dem probieren buchstäblich Conga tanzten und riefen: „Joghurt mit dem Mus da, Pfannkuchen mit dem Mus da, Semmel mit dem Mus da, Käse mit dem Mus da…“ konnte ich nicht anders, als ein Glas mitzunehmen. Die Mandarinenmarmelade ist nicht ganz so gesund (halb Zucker, halb Mandarine) aber tortzdem Hammer im Geschmack und von der Konsistenz her toll, denn sie ist nicht total fein, aber auch nicht wirklich stückig. Und die Höri-Bülle-Apfel-Creme… wer die Höri Bülle kennt (eine ganz tolle Zwiebel, die nur am Bodensee angebaut wird), dem muß ich dazu nichts mehr erklären. Allen anderen kann ich nur raten: ausprobieren!

In diesem Sinne, laßt es Euch schmecken…

Wirsing, Sususi

Ciabatta-Hörnchen

Heute kriegt ihr ein Rezept, das es bei mir heute zum Ostermontagsbrunch gab. Eigentlich war es ursprünglich mal normales Ciabatta, aber ich dachte mir: „Hey, Hörnchen, wären doch auch ganz gut“. Also gab es heute Ciabatta-Hörnchen. Das Rezept ist schön einfach, total wandelbar und paßt je nach Lust und Laune sowohl zu herzhaften als auch zu süßen Belägen.

Es geht mit den Grundzutaten für den Teig los. Dazu braucht man 750 gr. Mehl, ein Tütchen Hefe, 2 Tl Zucker, 2 Tl Salz, 475 ml Wasser und 60 ml Olivenöl. Zusätzlich noch etwas Mehl zum ausrollen und ggf. ein wenig Olivenöl zum Bestreichen.
Ciabatta Hörnchen Zutaten
Zum Würzen habe ich heute folgendes verwendet: Italienische Kräuter, das Öl von eingelegten Tomaten und ein wenig Tomaten-Mozzarella-Salz.
Ciabatta Würze
Die Zutaten für den Teig gebt ihr alle zusammen in eine Schüssel. Jetzt habt ihr entweder eine Küchenmaschine, dann ist das folgende ganz einfach. Oder ihr habt nur ein Rührgerät, dann wird es schon schwieriger. Oder ihr knetet per Hand, dann braucht ihr viel Kondition. Jetzt wird nämlich alles zusammen geknetet und zwar richtig lang. Mindestens 10 Minuten richtig mit Power durchkneten. Dann mit einem Küchenhandtuch abdecken und 60 Minuten ruhen lassen. Der Teig sollte dabei richtig geschmeidig werden und nicht mehr kleben. Dafür gibt es eine ganz einfach Probe:
Ciabatta Teig klebtCiabatta Teig ok

Wenn ihr nach der Hälfte der Gehzeit ein wenig Teig zwischen zwei Finger nehmt, zu einer kleinen Kugel rollt und die Finger auseinander zieht und euch bleibt der Teig kleben bzw. hinterläßt Teigreste an einem Finger, dann müßt ihr noch Mehl zugeben. Macht ihr das ohne daß euch Teig kleben bleibt, dann ist er richtig.

Nach einer Stunde sollte der Teig richtig schön aufgegangen sein. Dann auf ein bemehltes Backbrett geben (oder wo ihr euren Teig sonst ausrollt). In vier ungefähr gleich große Stücke teilen. Je eines der Stücke rund ausrollen, wie eine Pizza.
Teig ausgerollt

Mit einem scharfen Messer in 4 Stücke schneiden.
Teig geschnitten
Jetzt jedes Stück mit Öl bestreichen – entweder mit Olivenöl oder, wie ich, mit dem Öl der eingelegten Tomaten. Dann ein wenig italienische Kräuter und Tomaten-Mozzarella-Salz drüberstreuen (vorsichtig mit dem Salz, der Teig enthält auch schon welches!). Dann von außen nach innen zum Hörnchen rollen. Die Hörnchen auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech zwischenlagern.
Teig gewürzt
Wenn der ganze Teig so verarbeitet ist, die Bleche mit einem feuchten Küchentuch abdecken (einfach Küchentuch unter heißes Wasser halten, naß machen und sehr gut ausdrücken), irgendwo hinstellen, wo man nicht drüberstolpern kann und noch mal ungefähr 45 Minuten gehen lassen.
Hörnchen gehen lassen
Den Ofen auf 220 Grad vorheizen. Auf der zweiten Schiene von unten ca. 15-20 Minuten backen. Sie sollten nicht dunkel werden sondern eher einen ganz leicht bräunlichen Hauch bekommen. Wie Ciabatta halt.
Hörnchen im Ofen
Rausnehmen und auf einem Kuchenrost abkühlen lassen.
Hörnchen fertig

Die Variante mit Kräutern eignet sich natürlich nicht für süße Aufstriche, in diesem Fall einfach nur mit Olivenöl bestreichen. Weitere für lecker befundene Füllungen sind bei mir: gekochtes Ei und gekochten Schinken kleingehackt; Oliven, eingelegte Tomaten und Anchovis; Parmaschinken und Käse; Schokoladencreme oder kleingehackte Mandeln und getrocknete Aprikosen.

Schönes Brunchen!
Wirsing, Sususi