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Über susimtsch

Tja, über mich gibt es mehr zu sagen, als hier hinpassen würde, deshalb lass ich es lieber weg. Auf meinem Blog landet alles übers Essen und Trinken und artverwandte Themen, Ausflüge die man machen sollte oder besser nicht, und ab und zu landet auch mal irgendwas anderes dazwischen.

Lu&Na Woodstone BBQ; Kelpen-Oler (NL)

2021 waren wir zum ersten Mal in den Niederlanden im Urlaub…abgesehen davon, daß wir eine super Zeit hatten, hatten wir auch noch super Essen zum Futtern. Und ich rede jetzt nicht von Frikandeln (brrr….), Bitterballen (mehr brrrr) und Fritten (Dicke. Dicke Pommes. Wer tut denn so was und warum?). Freunde sind nämlich über ein Steakhaus gestolpert und da wir auch gerne Steaks essen, mussten wir das natürlich auch ausprobieren. Und fanden es so gut, daß wir in der einen Woche Urlaub sogar noch ein zweites Mal dort waren! Jetzt ist ein gutes Steak nie zu verachten. Und wenn es aussieht, wie hier, ein Genuß:

Ribeye Steak
Aber: es ist heute nicht mehr sehr schwierig, ein gutes Steak zu bekommen und deshalb habe ich etwas anderes bestellt. Es stand nämlich auf der Empfehlungskarte ein Gericht, welches nicht sehr oft zu finden ist: Pluma vom Iberico-Schwein*
Pluma vom Iberico
Es war sooo schweinisch, so zart und sooooo saftig zubereitet, daß ich ein ganzes Jahr lang nur von diesem Schwein geträumt habe! Die Tomatensalsa als Beilage war nichts besonderes, die hätte ich gar nicht gebraucht. Aber die Fleischqualität und die perfekte Zubereitung – das mußten wir einfach wiederholen.
Wie schon gesagt, ein Steak kriege ich auch Zuhause und deshalb landeten diesmal die Schweinerippchen auf dem einen Teller: (die, laut dem Verspeiser „sehr, sehr lecker“ waren)
Armenian Ribs
Mich aber hatte das Versprechen von frischer, neapolitanischer Pasta auf der Karte fast schon genötigt, „Tagliatelle mit Scampi“ zu bestellen.
Pasta mit Meeresfrüchten
Der Teller war übrigens absurd groß/tief, deshalb sieht die Portion hier so klein aus… sie war ausreichend, um mit einem Nachtisch zusammen satt zu werden. Was soll ich sagen? Geschmacklich wirklich her-vor-ra-gend!

Nun, irgendwann ist der Urlaub leider vorbei… man träumt immer noch schweinisches…und dann hat man das Glück und kommt im nächsten Jahr wieder in die Gegend! Und stellt fest: das Restaurant ist umgezogen! Großer Schock auf den ersten Blick, Erleichterung auf den zweiten: es ist immer noch in der näheren Umgebung geblieben (jetzt in Kelpen-Oler), hat den holzbefeuerten Pizzaofen mitgenommen und serviert immer noch „Armenian Woodstone Barbeque“.
Lu&Na BBQ
Jetzt ist es direkt an einer gut erreichbaren Straße mit einem großen Außenbereich…
…einem Innenbereich mit Blick auf den riesigen Pizzaofen…
Pizzaofen + Grill
…und man kann dort schön gemütlich sitzen:
Innen2
Also, das Innen-u. Außenleben hat sich geändert, die Belegschaft auch. Und das Essen?
Ist glücklicherweise immer noch köstlich! Diesmal fingen wir mit ein paar Vorspeisen an: hier die „Soep von de Dag“, eine kalte Tomatensuppe mit Olivenöl und Paprika.
Soep van de dag
Es waren noch Stückchen in der Suppe vorhanden, sie war nicht glatt passiert, aber es waren nirgends Schalenstückchen zu finden. Es hätte allerdings ein wenig mehr Salz haben können. Ansonsten eine gute, leichte Vorspeise; bei den folgenden Portionen auch eine wirklich gute Idee… alternativ ist auch ein Tuna Tartar zu haben:
Tuna Tartar
..oder die Bruschetta LuNa nach „Art des Chefs“
Bruschetta Lu&Na
Die haben mir extrem gut gefallen: auf dem einen war eine Oliven-Tapenade mit eingelegten Tomaten, auf dem anderen eine Avocadocreme, Käse, Parmaschinken und eingelegte Paprika. Geschmacklich einfach Bombe!
Steak gibt es immer noch vom offenen Grill: (als Beilage gab es gegrilltes Gemüse und eine scharfes Kräuteröl)
Ribeye steak
Man sieht, das mit den Gargraden funktioniert hier auch; wer englisch will, der bekommt auch englisch!
Ribeye2
Was ist jetzt aber mit meinem Schwein? Gibt es auch noch! Entweder als Steak oder als…Burger:
Iberico Pork Burger
Das ist der „Iberico Pork Burger“. Ich dachte eigentlich, es ist ein normaler Burger. Halt mit einem Patty aus Iberico-Hackfleisch. Nein, sie grillen das Iberico am Spieß, wenn es fertig ist, kommt es auf das Bun. Auf welches ich tatsächlich hätte verzichten können. Die Sauce ist auch immer noch die gleiche Tomatensalsa. Aber das Fleisch! Ein außen knuspriger, innen saftiger, zartschmelzender Traum!

Die Qualität des Fleisches und der anderen Zutaten ist immer noch richtig gut! Und, nachdem der Pizza-„Koch“ krankheitsbedingt am ersten Abend nicht da war, hatten wir Glück, und beim zweiten Besuch konnten wir diese doch auch noch probieren.
Dies hier ist die Pizza Mediterana:
Pizza Mediterana
Und dies hier ist die Pizza…die Pizza…ja, hm, welche denn nun?
Pizza what
Unschwer zu erkennen ist, daß auf der Pizza Burrata Cream befindet. Theoretisch sollte es sich auch laut Bestellung um die Margherita 2.0 handeln. Witzigerweise ist sie auf der gedruckten Menükarte im Restaurant aber als vegetarisch ausgewiesen. Dem würde allerdings die Wurst auf der Pizza widersprechen. Das würde wieder besser zu der Pizza Diavola passen, diese hätte Spianata Calabrese drauf….egal wie, geschmeckt hat sie. Der Teig war geschmackvoll (das muß eine Pizza wirklich können!) und obwohl er außen so dick war, war er so fluffig, daß das nicht auffiel. Es hätte jedoch ein wenig weniger Belag bei mir sein können, durch das Pesto, die Gemüse und ja, auch das Fett vom Käse wurde der Boden dann doch weich. Nicht suppig, aber sehr weich. Geschmacklich fand ich sie jedenfalls auch gut, aber der Fokus liegt hier eindeutig auf dem Barbeque!

Leider gibt es am neuen Standort keine Pasta mehr; liegt vielleicht daran, daß es einen Wechsel am Küchenchef gab (jetzt eine Chefin; die ist aber wirklich auf Zack! Sie ist mit eingesprungen, als coronabedingt die Bedienungen ausgefallen sind…)

Dessert haben wir am neuen Standort noch keines ausprobiert, liegt vielleicht daran, daß uns das beim letzten Mal nicht so wirklich überzeugt hat:
Dessert
Dessert
Sprühsahne und Hagelslag… nicht wirklich meins.

Aber sollten wir mal wieder dort hinkommen…dann muß es diesmal ein Steak bei mir werden…außer, es gibt wieder Iberico *sabber*

Das war es für heute,

Wirsing, Sususi

Pluma: das ist das sogenannte Federstück; die Spitze vom Rücken sozusagen.

Iberico: die geilste Schweinerasse überhaupt! Da kann das schäbisch-hällische Eichelmastschwein seinen Rüssel packen und heimgehen. Keine andere Rasse schmeckt so nach Schwein. Iberico-Schweine fressen als Hauptbestandteil ihrer Nahrung Korkeicheln und sind besonders verbreitet in Spanien und Portugal. Aus ihnen kann man auch geilen Schinken machen, den Jamón Ibérico de Bellota. Solltet Ihr je die Wahl haben zwischen Duroc, Iberico oder dem Schwäbisch-Hällischem… ich wüsste, was ich nehmen würde!

easy to mix Burger

Wer mich kennt, der weiß, daß ich einfach zu gerne Fleisch esse um Veganerin zu werden. Fisch sowieso. Ect pp. Trotzdem probiere ich einfach gerne mal was Neues aus, denn im Prinzip geht es mir darum, daß es mir schmeckt. Egal aus welchem Grund. Deshalb habe ich auch schon ganz viele vegane Sachen ausprobiert (manche davon richtig geil, z. B. die Pizza von Don Camillo hier, andere eher mäh und wieder andere einfach gruselig…).
Und neulich hat mich bei Lidl folgendes angelacht: (also, angelacht, es stand halt mitten im Weg rum, zum Abendessen hatte ich auch noch keinen wirklichen Plan…):
Es gibt ein kleines deutsches Unternehmen, welches seit noch gar nicht sooo langer Zeit verschiedene Fertigmischungen für vegane Speisen auf der Basis von Erbsenprotein herstellt. Zum Beispiel Frikadellen oder, wie hier, Burger:
Vorderseite
Rückseite

Alles in einer Schüssel sah aus wie ein ganz normaler, trockener Fertigmix für Burger. Geruchlich wie… Trockenmix für Burger, die nicht aus Fleisch bestehen.
Trockenmischung
Gibt man allerdings die erforderliche Menge Wasser dazu, verwandelt sich das Ganze in….Hundefutter. Optisch. Geruchlich. Leider auch geschmacklich. Ich machte den Fehler und leckte den Finger ab. Ich hoffte, daß sich der Geschmack in der 30minütigen Ruhepause im Kühlschrank wesentlich verändert….
Mischung nass
Von der Konsistenz her, ließ sich die Masse gut verarbeiten. Sie war etwas zäh, aber dadurch ließ sie sich gut zu Patties formen. Da ja kein Fleisch enthalten war, gab ich schon vorsichtshalber etwas mehr Öl in die Pfanne, trotzdem mußte ich noch mal nachgeben, denn sie klebten beim Wenden ein wenig fest. In der Pfanne beim Braten sah es witzigerweise optisch tatsächlich mal so aus, als würde Fleischsaft austreten, das war ein spaßiger Effekt!
In der Pfanne
Anders als bei Fleisch muß man hier allerdings raten, wenn sie fertig sind. Die Packung sagt ca. 4 Minuten pro Seite, das kommt ungefähr hin. Bei Braten entwickelten sie zumindest keinen sehr unangenehmen Geruch, es roch zwar auch nicht sehr lecker, aber wenigstens neutral.
Hier ein kurzer Blick in das Innenleben. Zugegebenermaßen sahen sie optisch gar nicht schlecht aus.
Innenleben
Auch von außen war die Optik super. Der Geschmack allerdings…ja, gut. Gebraten waren sie nicht ganz so schrecklich, wie roh…. gut waren sie aber auch nicht! Ich weiß nicht, Erbsenprotein scheint absolut nicht meins zu sein, ich finde das hat einen dermaßen penetranten Nachgeschmack, den man nicht überdecken kann. Das hab ich jetzt schon mehrfach festgestellt. Und das nicht nach Erbsen, denn Erbsen selber liebe ich in so ziemlich allen Formen.
Fertige Burger
Im Burger verbaut konnte man sie essen. Noch mal werde ich sie aber nicht kaufen, auch die anderen erhältlichen Varianten hat es mir dadurch etwas verleidet…
Und als ein Burger für später übrig blieb…. tut das nicht! Kalt und einen Tag später war die ganze Sache wirklich widerlich!

Optisch, wenn fertig, super. Würztechnisch, eigentlich nicht schlecht. Nicht überwürzt, nichts besonders hervorschmeckend, nicht zu salzig oder rauchig. Verarbeitung auch gut und sie hat wie auf der Packung angegeben funktioniert. Wenn jemand Sachen aus Erbsenprotein mag… dann kann man die hier probieren. Wer schon Erbsenprotein probiert hat und nicht mag – Finger weg!

Ich brauch jetzt eine Portion Spareribs…

Wirsing, Sususi

Ganesha Graz

Bisher mussten wir für gutes indisches Essen gut 650 km weit fahren. Nach Bad Liebenzell. Dort ist das „Veda“ und es ist in der Region Stuttgart/Pforzheim/Karlsruhe für mich das beste indische Restaurant. Jetzt kann man sich ja denken, daß ich dort nicht mehr so oft essen gehe, seit ich in Graz bin. Glücklicherweise durfte ich am Freitag feststellen, daß auch Graz in dieser Hinsicht sehr gut ausgestattet ist. Da die beiden anderen ausgesuchten Inder spontan nicht auf hatten, folgten wir dem Wink des Universums und begaben uns statt dessen in die Pestalozzi-Straße ins Ganesha.
Wenn man nicht weiß, wo es ist, man muß schon drüber stolpern, sonst findet man es nicht. Einfach rein, die Stufen runter und links…. schon steht man drin…
Ganesha Eingang
…in einem Restaurant mit typisch „indischem“ Dekor und Flair: viel Gold, roter Samt, diverse Wandbilder. Ziemlich gemütlich drinnen und bequem wenn man sitzt. Die Stühle sind doppelt so schwer, wie sie aussehen.Wir wurden mega freundlich empfangen und die ganze Zeit betreut und bedient!

Getränkemäßig kriegt man hier natürlich auch einen Mango-Lassi
Mango Lassi
aber auch zur Abwechslung mal indisches Bier. Cobra oder Kingfischer steht zur Auswahl, beides passt einfach gut zum Essen, da es schöne leichte Biere sind, die die Gewürze im Essen gut auffangen.
Cobra Bier
Ein Blick in die Speisekarte verrät noch mehr Interessantes: zum einen steht hier eine Mulligatawny-Suppe auf der Karte.
Mulligattani Soup
Wer sie nicht kennt, die „Mulligattani“: es ist sozusagen ein Überbleibsel der britischen Kolonialzeit in Indien. Sozusagen ein Zugeständnis der Inder an die britische Menüfolge (eine Vorsuppe) und ein Zugeständnis der Engländer an die würzige indische Küche (mit viel Curry). Im Laufe der Zeit wanderte die Suppe dann auch mit nach England und ist dort heute noch sehr beliebt. Nur außerhalb von England findet man sie eigentlich so gut wie gar nicht. Im Ganesha kann man sie probieren. Dort ist sie sehr heiß, mit ordentlich Einlage, sehr gut und nicht scharf.
Scharf waren dafür diese hier: die Chili Pakoras mit Tamarinden-Dip:
Chili Pakoras
Der Pakora-Teig war ziemlich dick, aber vom Geschmack her gut. Die kleinen grünen Chilis da drin sind schön scharf, nicht ganz Buldak Ramen Niveau aber schön scharf, was heißt, man kann sie gut essen, der Tamarinden-Dip war lecker dazu (ich hätte ihn nicht gebraucht) und alles in allem machen sie ein klein wenig süchtig….

Als Hauptgerichte stehen viele Gerichte auf der Karte, die man woanders auch findet, z. B. das Lamm Khorma (mild):
Lamm Khorma
Aber auch wieder Gerichte, die man sonst nicht findet, zum Beispiel den Kerala Dream, ein Fisch-Curry:
Kerala Dream Fischgericht
Auch wenn hier keine Makrelen-Art für das Curry verwendet wurde (ein typischer Fisch für Kerala Fish Curry ist King Mackerel), war es ein schöner fester Fisch, der zart und nicht trocken war. Er ist nicht zerfallen und er war vorher schön angebraten worden, bevor er in die Soße kam. Diese war würzig (ich wurde zwar gefragt, ob ich es „spicy“ möchte…. da geht noch was! Wahrscheinlich muß sich auch das Restaurant erst an die Kunden rantasten, wenn man bekannter ist, wird es bestimmt auch schärfer…), cremig, rund und einfach zum reinlegen!

Als Beilage kann man diverse Brote auswählen oder Reis. Wir entschieden uns diesmal für Garlic Naan – und das war eine sehr gute Entscheidung!
Garlic Naan
Außen knusprig und splittrig, innen weich und warm und das Ganze mit einem kleinen Hauch Knoblauch. Die perfekte Ergänzung, um die ganze Sauce aufzutunken.

Das Ganze war ein rundum Wohlfühl-Paket, bei dem alles stimmte. Ambiente, Service, Essen… ein kleiner Kokosschnaps am Ende rundet die ganze Sache ab, besonders bei so netten Gastgebern. Wir waren satt und zufrieden und diesmal muß ich dem Schild am Eingang recht geben:
Ganesha Schild

Namaste und Wirsing,
Sususi

Gasthaus zum Riesen Miltenberg

Dieses Mal dreht sich alles um das älteste Gasthaus Deutschlands. Nach eigenen Angaben. Historisch belegt ist tatsächlich eine urkundliche Erwähnung aus dem Jahr 1411. Allerdings streitet sich das Gasthaus zum Riesen in Miltenberg mit der „Herberge zum Löwen“ (1231) und „Zum roten Bären“ (1311) um den Titel. Die Gaststätte Röhrl von 1658 ist damit schon eher abgeschlagen, aber diese kann wenigstens von sich behaupten, seit damals durchgängig als Gasthaus geöffnet gewesen zu sein (Dafür gab es einen Guinnes Buch Titel). Wie dem auch sei, der „Riese“ ist sicher das bestaussehende Gasthaus aus dieser Auswahl.

Gasthaus zum Riesen

Wir kennen den „Riesen“ jetzt schon seit fast 25 Jahren… und man könnte sagen, die Beziehung ist kompliziert. Gab es zwischendurch eine Phase, in der ein Besuch gar nicht empfehlenswert war (und zwar was das Essen, die Bedienung und die Rechnung anging), sind wir seit etwa 10 Jahren wieder sehr regelmäßig dort.

Das liegt zum einen am Miltenberger Brauhaus Faust (das einen eigenen Artikel wert ist und erklärt, warum die Biersteuer verhindert, daß wir in Österreich dort bestellen können…) und an den daher stammenden Bieren (und einem Doppelbockbrand, der ebenfalls einen Artikel wert ist…).
Zum anderen liegt es an der „gutbürgerlichen fränkischen Küche“, die dort serviert wird.
In all den Jahren haben wir es geschafft, uns wirklich fast durch die ganze Karte zu futtern.

Diese hat sich in den letzten Jahren vermutlich Corona-bedingt etwas verändert: früher gab es das „Riesen-Journal“ im Zeitungsformat, zweisprachig und mit ein paar mehr Gerichten als momentan. Vielleicht kommt man irgendwann zu dieser Variante wieder zurück. Im Laufe der Zeit ändern sich auch schon mal die Beilagen, aber im wesentlichen sind die meisten der Gerichte auch heute noch zu finden.

Die Miltenberger Rossäpfel zum Beispiel, wenn sie auch momentan mit Brot statt Kartoffelpüree auf der Karte stehen:
Original "Miltenberger Rossäpfel"
Das sind riesige Leberknödel (schön feine Masse, nicht gummiartig sondern schön fest-fluffig) mit Dunkelbiersoße.
Die sind soooo lecker, daß ich sie schon selber nachgekocht habe!
Die Veränderung der Karte bringt aber auch noch andere Fragen mit sich.
Kräftige Rinderbrühe mit Leberknodel
Das hier ist die Kräftige Rinderbrühe mit Leberknödel. Der Leberknödel war super, geschmacklich gut, Konstistenz super. Aber: die „kräftige Rinderbühe“. Kräftig war die nicht. Eher ziemlich fade. Kaum Geschmack und Salz hätte auch noch rangedurft. Wer die Karte liest, dem wird folgendes auffallen: Es gibt keinerlei Gericht, aus dem eine kräftige Rinderbrühe hätte entstehen können! Das war allerdings nicht immer so, 2019 stand noch das „Miltenberger Suppenfleisch“ auf der Karte. Da hätte man sicher die Basis für eine Rinderbrühe bekommen… jetzt habe ich blöderweise die Leberknödelsuppe nie vor 2022 probiert und deshalb kann ich leider auch nicht sagen, wie sie früher war. Ich hätte da lieber die „Meerrettichcremesuppe mir Schwarzbrotcroutons“ wieder, die grade leider nicht mehr auf der Karte steht:
Cremige Meerrettichsuppe

Vorspeisen sind aber auf Grund der Portionsgröße dort eh schon eher sportlich…
Die Haxe beispielsweise:
Gegrillter Haxen
Super knusprig außen, super zart und saftig innen. Und eigentlich hatten wir zu zweit noch genug für eine dritte Person übrig… Ich habe allerdings auch schon Leute diese Portion alleine essen sehen. Aufessen. Immer wieder erstaunlich!
Und es ist egal, was man bestellt, man hat ordentlich auf dem Teller.
Die Käsespätzle sollten mit Salatgarnitur kommen. Ich habe kurz überlegt, ob ich nicht lieber noch einen Beilagensalat bestellen soll, ich habe glücklicherweise drauf verzichtet:
Käsespätzle
An Käsespätzle kann man nicht viel falschmachen, aber jede Menge richtig: sie waren würzig und das Verhältnis Röstzwiebeln zu Spätzle war endlich auch mal richtig gut! Ich hätte vielleicht den Salat gerne auf einem extra Teller gehabt, die Salatsoße suppt halt ein bisserle in die Spätzle.

Zustätzlich zur normalen Karte gibt es grade immer eine Wochenkarte, von dieser stammt das Hirschragout hier: (nicht täuschen lassen, das ist ein tiefer Teller!)
Hirschgulasch mit Semmelknödel
Das ließ sich bequem mit dem Löffel essen, es war sehr zart. Ich hatte keine Flachsen oder durchwachsenen Stücke dabei, keine Schrotkugel (warum eigentlich immer ich? Ich hab schon zweimal auf so ein Ding gebissen…Nicht lustig!) und genügend Preiselbeeren. Die Semmelknödel finde ich beim Riesen immer lecker und ich hatte so viel Soße, daß es bis zum letzten Bissen Knödel gereicht hat. A propos draufbeißen: weder beim Sauerkraut dort noch beim Rotkohl hatte ich je das Missvergnügen, auf eine Nelke oder eine Wacholderbeere zu treffen. Nicht mal ein Stück Lorbeerblatt, obwohl geschmacklich alles da ist.

Momentan gibt es aber nicht nur die Aktionskarte und die normale Speisekarte sondern auch eine „To Go Karte“. Das ist super, kurz bestellt, entweder direkt dort oder telefonisch, dann bereiten sie es zu und verpacken es transportsicher.
So kamen wir in den Genuß des Bayerischen Schweinebratens mit Dunkelbiersoße, Semmelknödeln und Rotkohl. Beides echt super verpackt und die Box kann man wieder befüllen lassen.
Bayerischer Schweinebraten mit Dunkelbiersoße
und den hausgemachten fränkischen Kochkäse mit Schwarzviertlerbrot, Zwiebeln und Butter
Hausgemachter fränkischer Kochkäse
Das steht eigentlich als kleinerer Snack auf der Karte, aber nach der Portion fühlte ich mich gut satt. Der Kochkäse war mild und cremig, mit Kümmel obendrauf und die Menge der Zwiebeln (die es in einem extra Töpfchen dazu gab) war schon fast etwas übertrieben.

Zum Trinken sollte man eines der 19 Biere der Brauerei Faust versuchen, wobei hier das Schwarzviertler und das Auswandererbier meine absoluten Favoriten sind. Zu einem guten Kräusen sag ich aber auch nicht nein.

Sollte man dann aus unerfindlichen Gründen noch nicht satt sein, dann kann man am Wochenende einen Apfelstrudel haben (den wir leider verpasst haben, am Montag war nix mehr übrig…)
oder eine Zartbitter-Schoko-Tarte mit hausgemachter Vanillesoße:
Zartbitter-Schokotarte
Die war…ok. Keine kulinarische Offenbarung, einfach eine Schokotarte, die ich an anderer Stelle schon besser hatte und auch selber besser hinkriege.
Es gibt noch gebackene Apfelringe, die hatten aber beim Essen einen merkwürdigen Nachgeschmack, vielleicht war das Fett noch nicht ganz heiß gewesen, vielleicht gebe ich denen noch mal eine zweite Chance. Aber eigentlich bin ich mit den Nachspeisen durch, man braucht sie dort nicht, und sie sind nicht grade die Stärke des „Riesen“.

Was man noch wissen sollte, man sitzt dort drinnen mitunter eng. Und es ist warm, nicht nur, wenn es technische Probleme gibt wie dieses Jahr… Dafür kriegen sie inzwischen sogar größere Gruppen (so um die 20) wieder ganz gut hin, wenn auch die optimale Personenanzahl so um die 6 Personen oder weniger liegt.
Wir sehen uns garantiert wieder, hoffentlich schon dieses Jahr, wie immer, meistens so zwischen Weihnachten und Silvester. Ich freu mich jedenfalls wieder drauf!

Wirsing, Sususi

Die Brizza!

„Sie können sich heute über mich lustig machen, denn heute bin ich ein Gott!“ Dachte sich Jackson, als er in „Gilmore Girls“ die Himquat erfand. So oder so ähnlich haben sich bestimmt auch die Aschaffenburger Erfinder dieser Kreation hier gefühlt: der Brizza!

Brizza

Dies ist übrigends genau das, wonach es aussieht: ein Brezel-Pizza-Hybrid. Mit Weißwurst. Dieser hier stammt aus Miltenberg vom Brezel-Wirt, offenbar werden die Laugenböden in einer Art Franchise-Verfahren an Gastronomen verkauft, die sie dann belegen und backen.

Es handelt sich also um einen Laugenboden mit diversen Belägen, typisch bayerisch kommt sie mit Obazter daher, als Münchner mit Weißwurst, süßer-Senf-Schmand-Creme und Zwiebeln (die obrige Variante) oder sogar exotisch als „der Grieche“. Das klang pervers genug, um es zu probieren!

Witzigerweise schmeckt es nur halb so pervers, wie es aussieht. Der Laugenboden war schön kross, oder besser, resch. Die Weißwurst, na, da kann man eh nix verkehrt machen. Die unterlegte Schmand-Creme mit süßem Senf passte gut. Nur, die Zwiebeln, die roten, die waren absolut verkehrt hier drauf! Da hat man eine angenehm milde Komposition, und plötzlich puncht einem da so eine Zwiebel in die Geschmacksknospen. Auf der Brizza mit Obatzer, da passt sie bestimmt gut. Aber doch bitte nicht zur Weißwurst!

Das war aber schon der einzige Kritikpunkt, es ist ein guter Zwischendurch-Snack, ein Weißbier passt bestimmt auch super (das dürfte grade in Miltenberg biertechnisch kein Problem sein, da was passendes zu finden – Faust läßt grüßen).

Ob mein fränkisches Herz allerding die Variante mit Sauerkraut und Nürnbergern verträgt, das weiß ich noch nicht….

In diesem Sinne,

An Guadn und Wirsing,

Sususi

PS: man kann die rohen, belegten Böden auch mitnehmen zum selber backen. Das ist auch eine nette Idee!

Österreichischer Skulpturenpark bei Graz

Wer schon mal mit dem Auto zum Schwarzlsee gefahren ist, (und das ist vermutlich jeder Grazer schon mal…), der kennt sicher auch den Österreichischen Skulpturenpark. Denn der ist sozusagen mit der selben Ausfahrt zu erreichen, kostet aber weder zum Parken noch zum Benutzen Eintritt. Hat den Vorteil, daß man vom Skulpturenpark mitunter einen sehr schönen Ausblick hat. (Und den Nachteil, daß man von dort nicht ins Wasser kann, aber das ist je nach Wetterlage ja nicht schlimm…)
Ausblick Schwarzlsee
Jedenfalls dachte ich immer beim Vorbeifahren, ja, gut, ist halt ein Park. Steht ein wenig Kunst rum. Muß man nicht sehen. Doch! Muß man!
Erstens ist es eine wirklich schön angelegte Parkanlage, in der man wunderbar bummeln, schlendern, wandern und spazieren gehen kann. Bei ca. 7 Hektar kann man das auch ausgiebig.
Alleine schon wegen der schön angelegten Landschaft lohnt sich ein Besuch:
Lotosteich
Mit Glück kommt man zur richtigen Jahreszeit und kann die Lotosblüten blühend bewundern:
Lotosblüten
Zweitens steht da Kunst rum, die tatsächlich mitunter echt sehenswert ist. Oder zumindest interessant. Kontrovers. Lustig. Beunruhigend. Seltsam. Kunst halt!
Wie dieses -3m Brett von Markus Wilfling:
-3m Brett
Oder die wild zusammengewürfelten Airplane Parts & Hills von Nancy Rubins:
Air Plane Parts & Hills
Ok, der Perambulator (Karin Hazelwander) gibt da schon mehr Raum für Diskussionen:
Perambulator
Eine Horde Wale trifft es vielleicht eher? Man sieht, es bietet sich eine tolle Gelegenheit, zu lachen, zu diskutieren und einfach einen schönen Tag zu haben.
Ein Besuch lohnt sich also tatsächlich, und da aktuell der Ansturm noch nicht so groß ist, kann man ganz in Ruhe die Gelegenheit nutzen.
In diesem Sinne: (I. Strobl, o.T.)
Skulptur ohne Titel
Wirsing, Sususi

Alpaka Expo 2020 Graz

Ok, i have no idea wer oder was Alpakas erfunden hat – aber was auch immer es war, es war definitiv eine fantastische Idee! Alpakas sind so was wie Instant-Happiness…. wer das nicht glaubt, der hat noch nie einem Alpaka in die Augen geschaut. Wer das noch nicht hatte, der konnte es auf der diesjährigen Alpaka Expo in der Grazer Messehalle ausprobieren.

Wir haben davon auch nur durch Zufall einen Tag vorher erfahren – und sobal ich gelesen hatte, daß man dort einen Alpaka-Spaziergang machen kann, war für mich klar, da müssen wir hin.
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Für einen kleinen Spaziergang mit einem Alpaka – alleine dafür hat sich der Weg gelohnt. Abgesehen vom Eintritt der Messe kostete es uns nur eine kleine freiwillige Spende und ein wenig Anstehen. Weil wir früh genug dran waren. Sonst hätten wir schon ganz schön Schlange stehen müssen. So konnten wir relativ schnell mit diesem hübschen Kerl hier eine Runde drehen – Antonio nahm es sehr gelassen. Alpaka eben. Zu knabbern gab es für ihn auch was unterwegs.
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Eine Messehalle plus Außenbereich mit ca. 250 Alpakas und ein paar Lamas konnte man sich anschauen – und eine so relaxte Athmosphäre kriegen wohl nur Alpakas auf Ausstellungen dabei hin. Einzig das Angefingere durch den Preisrichter bei der Show fanden ein paar nicht so lustig. Wobei man dazu sagen muß, daß er schon lange an dem Alpaka zupfen musste, bevor es endgültig genervt war und die Züchterin nebenan anspuckte.

Man konnte auch noch Lamas durch einen Parcour führen, Filzen mit Alpakawolle oder Faser mit dem Spinnrad verspinnen. Eine Modenshow und diverse Produkte aus Alpaka-Wolle und, falls jemand selber in die Zucht einsteigen möchte, Futter und diverses andere Zubehör war zu erwerben.

Am Besten waren aber immer noch die Alpakas selber, die man im Außenbereich sehen konnte. Man glaubt gar nicht, wie unterschiedlich sie alle aussahen. Jedenfalls müssen wir uns diesen Termin auf alle Fälle merken, denn nächstes Jahr findet nicht nur die Alpaka Expo hier statt sondern die World Alpaca Conference. Man darf annehmen, daß dann noch viel mehr der hübschen Tiere hier zu sehen sein werden.

Plus, einige von ihnen sind einfach nur sooooo flauschig!
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Wirsing, Sususi (die ihren Alpaka-Kalender schon in der Küchen hängen hat und jetzt beim Kochen das Alpaka des Monats sieht…)

Stemot 2020

Letztes Wochenende fanden in Wettmannstätten in der Weststeirerhalle die vierten Steirischen Modellbautage kurz: STEMOT statt. Modellbauer aller Art und Alter stellen ihre Modelle aus, kaufen und verkaufen Zubehör, Bausätze, künstlichen Rost, Farben, Klebstoffe und sonstiges.

Zu sehen gibt es alle möglichen unterschiedlichen Modelle aus jedem Genre, wie hier zum Beispiel die CSS Virginia für alle Liebhaber der Sezessions-Kriegs-Modelle…
USS Virginia

Harleys… (nicht Quinn…)Harley

Um auf hoher See zu bleiben… hier die Santa Maria.Santa Maria

Kleine Dioramen setzen die Modelle zusätzlich in Szene wie hier:Camel Trophy 1942

Auch aus Papier kann man erstaunliche Sachen basteln. Vom Kleintier…Hamster

bis zu Science-Fiction.So ein Yoda aus Papier… cool!Yoda

Raumschiffe gab es natürlich auch: Der Maquis Fighter ist gut gelungen.Maquis Fighter

Es lohnt sich, vorbei zu schauen, denn man findet Cooles, Interessantes, handwerklich Beeindruckendes und Skurriles aus der Welt des Modellbaus.

Bananaaaa

In diesem Sinne: Bananaaaaa, äh, Wirsing, Sususi

Street Food Market Graz 2019

Gerüchteweise ist Graz ja die Genußhauptstadt der Steiermark und seit 2008 ist das sogar offiziell. Echt? Ja, dann bin ich ja mal gespannt, was Graz mir so zu bieten hat…
Einen kleinen Einblick konnten wir letztes Wochenende erhaschen: vom 07.06 – 09.06 fand nämlich der Street Food Market Graz statt! Dazu trafen sich am Karmeliterplatz rund 30 Street Food Stände und präsentierten, was sie konnten.
Das konnten wir nicht verpassen! Das Wetter war herrlich, wir waren hungrig, ideale Voraussetzungen also.

Ein kurzer Rundgang, um sich einen Überblick zu verschaffen und schon mal vorzumerken, was unbedingt probiert werden mußte, dann fingen wir mal mit den BBQ-Rippchen mit Potato-Crispers und Dip von „Highway to Grill“ an:
BBQ-Ribs
Leicht rauchig; süßliche BBQ-Sauce, lecker! Sozusagen der perfekte Appetizer zusammen mit einmal Corn on the Cobb.
Corn Cob
Ok, das war dann halt ein Maiskolben, wie ein Maiskolben halt so ist und sein muß. Kann man nichts falsch machen.

Als nächstes wandten wir uns dem Wasser zu: frittierte Ährenfische vom „Seeteufel“:
Frittierte Ährenfische
Schöne Portion! Frisch frittiert, knusprig, lecker. Condiments wie Salz, Hot Sauce und Malzessig (weil auch Fish&Chips auf der Karte stehen) waren vorhanden und damit ließen sich die Fischchen ratz-fatz wegknabbern. Nett fand ich außerdem die „Zeitungs-Auslage“ des Schälchens.

Bei einem Abstecher nach Tibet probierten wir die Momos:
Momos
Da wir uns nicht entscheiden konnten, probierten wir beides: sowohl die mit Käse-Kartoffel-Füllung als auch die mit Fleisch. Beide gut, obwohl mir die mit Käse-Kartoffel besser geschmeckt haben. Die Sauce dazu war reichlich, tomatig und sehr neutral gewürzt, wenn ich das mal so sagen darf. Die hätte ich jetzt nicht unbedingt dazu gebraucht…

Langsam klebte uns bei den Temperaturen die Zunge am Gaumen, aber wo es Crêpe gibt, gibt es auch Limonade. Zumindest am Street Food Market. Wir probierten Matcha-Minze-Eistee und Minze-Zitronen-Limonade.
Minze-Matcha
Diese waren deutlich leckerer, als sie auf dem Bild aussehen. Und vor allem nicht zu süß sondern schön erfrischend mit leichter Minz- u. Zitronennote. Auf Matcha wäre ich allerdings nur durch probieren nicht gekommen. Die „Gläser“ schlugen übrigens mit 3 Euro zu Buche… finde ich absolut ok, nur sollte man es vielleicht auch irgendwo anschreiben. Die Schlange vor dem Stand war nur so lang, weil die Leute das vermeintlich passende Geld noch mal aufstocken mußten…

Wir näherten uns laaaangsam der Sattheitsgrenze, aber ein paar Sachen mußten einfach noch sein: Zum Beispiel Paella! Beim ersten Rundgang war die hintere Pfanne grade leer geworden und die Pfanne vorne neu bestückt worden.
DSC09358
Wir drehten also ein paar Runden bis sie fertig war. Na ja, fast. Die Muscheln fehlten noch. Die wurden aber nachgeliefert.
Paella

Eine der besten Sachen haben wir uns bis zum Schluß aufgehoben:
Churros
Churros! Von „SAM CHURROS“. Hatte ich schon oft, hatte ich schon öfter sehr gut, aber die hier waren richtig gut! Knusprig, nicht zu viel und nicht zu wenig Zucker, leckere Schoko-Sauce, boah! Zum Reinlegen! Und wenn ich am Schluß auch nur einen Bissen mehr runtergebracht hätte, dann hätte ich noch mal Churros genommen! Übrigens gab es da auch etwas, was ich bisher noch nicht kannte (und leider noch nicht probieren konnte… platztechnisch und des Magens wegen…). Strukelji. Und ich dachte, ich kenne alles seltsame Gebäck…

Jedenfalls konnten wir nicht gehen, ohne wenigstens einen der vielen Burger zu probieren:
Die Wahl fiel auf den „Cheesy Bird Burger“:
Cheesy Bird Burger
Ein Burger mit Strauß, Käse, Whiskey-Zwiebeln, Triple Cheese Cream (Cheddar, Gouda, Guiness Beer). Klingt lecker? Ja. Sieht lecker aus? Auch. Leider war er nicht so toll, wie er hätte sein können: das Bun war sehr knusprig. Also, wirklich sehr. Bröselig. Zu lange am Grill. Die Whiskey-Zwiebeln waren sehr, sehr süß und passten nicht so wirklich gut dazu. Die Triple Cheese Cream (Triple? Cheddar, Gouda und Bier als dritte Käsesorte?) war nicht halb so käsig, wie sie sich anhörte. Vielleicht hätten wir den Bison-Burger probieren sollen…

Jedenfalls gab es außer all dem auch noch Hot Dogs, Poffertjes, andere Burger, Falaffel, Mezze, Linsencurry, Steakwiches, gebackene Apfelringe mit Sahne, Waffeln, Panini, Süßkartoffelpommes, Thai Gin (yummy! Erfrischende Mischung aus Gin, Ginger Ale, braunem Zucker und diversem anderen), Kaffee, Baumstriezel, Burritos und noch vieles mehr.

Sehr satt und sehr zufrieden konnten wir uns wieder auf dem Heimweg machen…

Bis zum nächsten Mal und Wirsing,
Sususi

EU macht alles einfacher… oder so

Ich kam mit einem Auto. Aus Deutschland nach Österreich. Nachbarländer. Deutschsprachig. EU. Sollte kein Problem sein.
Ha! Muahahaha! (Fieses Lachen einfügen…)
Es hat über einen Monat gedauert, bis das Auto umgemeldet war. Aber die Vorarbeit begann schon drei Monate vorher. Solange habe ich nämlilch gebraucht, um eine Bestätigung zu bekommen, daß ich die letzten 10 Jahre schadensfrei gefahren bin. Da ich mehrfach die Versicherung gewechselt hatte, wollte keine Versicherung das für die gesamte Zeit ausstellen. Und die letzte Versicherung weigerte sich trotz aller vorhandenen Unterlagen, mir dies für die nicht bei Ihnen versicherte Zeit auszustellen. Weil laut Versicherung die Schadensfreiheitsklasse wohl nicht heißt, daß ich auch schadensfrei gefahren bin.
Das Haus, das Verrückte macht!
Jedenfalls fiel irgendwann einem Mitarbeiter ein, daß er von einem Mitarbeiter gehört hatte, der mir vielleicht helfen könnte. Hurra! Besagter Mitarbeiter hatte tatsächlich schon mal irgendwann gehört, daß es ein Formular gibt (nur in Englisch übrigens), auf dem steht, daß ich in den letzten Jahren keinen stufungspflichtigen Schaden gemeldet hatte! Warum der ganze Aufwand? Weil eine österreichische Versicherung der deutschen Schadensfreiheitsklasse nicht glauben muß, wenn sie nicht will. Hier gibt es ein anderes System der Einstufung und ohne den oben genannten Nachweis hätte mich die Versicherung auf „Kulanz“ nur so eingestuft, daß ich im Vergleich zu Deutschland mal 500 Euro mehr im Jahr hätte zahlen müssen…
Also Nr. 1 erledigt, ich dachte, der Rest geht schnell.
GLAUBT das nur nicht!
In Graz zum Autohändler getapst….. dieser meinte, hey, kein Problem, einfach zum Finanzamt gehen und Nova zahlen, dann Pickerl machen, dann anmelden. Geht eh fix. Auf die Frage, ob ich den Typenschein umschreiben lassen muß kam ein deutliches: Nein, das passt schon so.
Susi geht zum Finanzamt. Wird dort vom Finanzbeamten nach einer halben Stunde Wartezeit angemotzt, was zum Teufel ich hier will, er schaut sich die Sache nicht mal an, solange ich keinen österreichischen Typenschein mitbringe!
Zurück zum Autohändler. Der versteht nicht, was ich von ihm will. Typenschein umschreiben ist nicht nötig. Geht bei ihm auch nicht. Ich muß in eine andere Filiale.
In der Zwischenzeit wenigstens den TÜV erledigt. Pickerl schon da!
Zur Hauptfiliale gelatscht. Kein Problem, kostet nur 300 Euro und dauert ca. eine Woche. Inzwischen ist es übrigens Weihnachten und Silvester und na ja….
Mit dem neuen Typenschein zurück zum Finanzamt.
Überweisungsträger bekommen, nein, online überweisen der Nova geht nicht, denn ich muß mit dem unterschriebenen Überweisungsträger wieder kommen.
Ein dritter Termin beim Finanzamt… 3/4 Stunde Wartezeit, damit jemand den abgestempelten Überweisungsschein kopiert.
Jetzt kann das Auto angemeldet werden, sobald ich eine Versicherung habe. Das ging dank des Scheins mit den schadensfreien Jahren innerhalb von ein paar Tagen und schon waren die neuen Kennzeichen fertig!
Nur… österreichische Kennzeichen passen nicht in deutsche Kennzeichenhalter…

Wahnsinn, äh, Wirsing,
sususi