Archiv für den Monat Mai 2014

2. Bierbörse Pforzheim

Eigentlich hab ich gestern ja schwer überlegt, ob ich dieses Jahr der Bierbörse, die heuer zum zweiten Mal in Pforzheim stattfindet, noch einmal eine Chance gebe. Über letztes Jahr brauchen wir nicht zu reden: <a href=“http://sususi.meinblog.de/2013/05/09/bierborse-pforzheim-2013/“ title=“Bierbörse Pforzheim 2013″>

Nun ja, das Wetter war gut, für die ersten 500 Besucher gibt es gratis Weißwürste und Bier….na, also gut, wagen wir noch einen Versuch. Und ich war doch tatsächlich positiv überrascht.
Störtebeker
Dieses Jahr breitete sich die Bierbörse doch tatsächlich ein wenig in der Fußgängerzone mit aus. Das lag wohl vor allem daran, daß es insgesamt so 10 Stände mehr waren als letztes Jahr. Und die vorhandenen Buden waren auch besser verteilt als das Jahr davor. Dadurch entzerrte sich die ganze Sache etwas. Die Bestuhlung (oder sagt man hier „Bebankung“?) war diesmal gut durchdacht, man konnte sich bis in die weniger bevölkerten Randbereiche zurückziehen.

Natürlich waren auch wieder Kirschbiere ect. vertreten, aber das Bierangebot dieses Jahr war richtig gut und besser präsentiert. Sogar ein amerikanischer Brauer ist vertreten neben polnischen, belgischen und sonstigen Bieren. Darüberhinaus ist auch das Essensangebot dieses Jahr etwas reichhaltiger als 2103.
Neuzeller Kloster-Bräu
Könnte es also sein, daß Pforzheimer lernfähig sind? Sieht fast alles danach aus. Diesmal hatte auch die Live-Musik eine bessere Lautstärke. Sogar der OB setzte diesmal beim Anstich nicht mehr den ganzen Rathausplatz unter Bier sondern beschränkte sich auf eine kleine Pfütze. Für einen Baden-Württemberger hat er es gar nicht so schlecht gemacht. *g*
Bierbörse OB Anstich
Natürlich mußte eine Weißwurst mit ordentlich süßem Senf auch noch verspeist werden…
Weißwurst mit Brezl
Ja, also diesmal kann man da wirklich vorbeischauen. Wer das machen möchte, der hat noch bis 01.06. dazu Gelegenheit.

Wirsing, Sususi

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Bistro Lagunenblick

Ihr wolltet ja noch wissen, wo man im Tiergarten Nürnberg (hier geht´s lang: <a href=“http://sususi.meinblog.de/2014/05/25/tiergarten-nuernberg/“ title=“Tiergarten Nürnberg“></a> ) was zum Essen bekommt…schließlich haben wir jetzt schon eine schöne große Runde inmitten roter Sandsteinbrüche, uralter Bäume und Parkanlagen gedreht und selber Hunger bekommen, als wir beim Füttern zugeschaut haben.

Jetzt gibt es im Tiergarten mehrere Möglichkeiten, unter anderem die Waldschenke oder den Kiosk am Kinderzoo. Die Waldschänke war vor gut 15 Jahren ein riesiger Biergarten mit unendlich langen Wartezeiten, harten Schnitzeln und ausgetrockneten Pommes. Gerüchteweise hat sich das jedoch längst geändert. Trotzdem waren wir gerade auf Höhe des früheren Pavillons, der heute das Bistro Lagunenblick beherbergt. Dazu gehört eine Terasse mit Blick auf die Delfinlagune, ein Außenbereich mit Blick auf das (ich glaube) ehemalige Entengehege und ein kleiner Innenbereich.
DSC01594
Sollte man sich entscheiden, hier etwas zu essen, dann kann man das in Selbstbedienung tun. Etwas überrascht hat mich das doch riesige Speisenangebot. Offensichtlich gibt es sogar Brunch, Frühstück und diverse Tagesangebote zusätzlich zu Altbekanntem wie Currywurst, Kuchen oder Nürnbergern (die Bratwürste, nicht die Kunden). Die Preise sind hier wirklich top bei den gelieferten Portionen im Vergleich zu anderen Zoos in Deutschland! Die Kuchenstücke waren ordentlich groß im Vergleich zu denen in der Wilhelma und alles sah nicht nur frisch und lecker präsentiert aus sondern wurde auch noch frisch zusammengebaut (z. B. beim Burger). Ein wirklich gut gefüllter Quarkbecher mit Früchten belastet hier den Geldbeutel nur mit 2,90 €, das ist wirklich völlig ok.
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Entschieden haben wir uns dann für ein Gericht mit Matjes und Bratkartoffeln, Currywurst mit Pommes und Ofenkartoffel mit Beilagensalat (4,90 €! Hallo! Wo bitte gibt es denn das noch für den Preis???)
Curry-Wurst mit Pommes
Das ist also besagte Ofenkartoffel mit Sauerrahm und Salat. Die Salatsoße war ziemlich süß (typisch fränksich halt) und der Salat frisch und lecker. Die Kartoffel war heiß, der Sauerrahm gut abgeschmeckt und im allgemeinen hatte ich schon Restaurants, die hierbei wesentlich schlechter abschnitten als dieses Bistro.
Ofenkartoffel
Dementsprechend war es natürlich sehr voll. Trotzdem hielt sich die Wartezeit in Grenzen, was auch an dem wirklich flotten Team hinter der Theke lag. Für das Geschirr fällt übrigens Pfand an, welches später draußen bei der Rückgabe wieder reinkommt.

Wirklich gut fand ich die, neudeutsch, Condiment Station des Bistros: Salz, Pfeffer, Mayo, Ketchup, Senf, Pommes Sauce, 4 Sorten Essig, Servietten, Zucker und eine Mikrowelle für Eltern, die die mitgebrachte Portion Babybrei aufwärmen wollen.

Alles in allem wirklich eine gute Möglichkeit im Tiergarten, um etwas zu essen und sich dabei ein wenig auszuruhen.

Wirsing, Sususi

Tiergarten Nürnberg

Das letzte Mal in Nürnberg dachten wir uns: „Gemma a weng in Diergarddn“. (Übers: Möglicherweise wäre ein Besuch im Zoo eine ganz gute Idee.) Nürnberg hat nämlich keinen Zoo sondern einen Tiergarten. Dieser wurde an der heutigen Stelle 1939 eröffnet und bedeckt ein über 60 Hektar großes Areal im Lorenzer Reichswald. Zwar ist eine Anfahrt mit dem Auto durchaus möglich, aber bequemer ist eine Fahrt mit der Straßenbahn bis vor die Haustür.

Man möge bei seinem Besuch bitte berücksichtigen, daß insbesondere am Wochenende und bei schönem Wetter die Kinderwagen/Familienanhang-Dichte erstaunliche Werte annehmen kann. Für alle, die mit Kindern anreisen: man kann auch so eine Art Bollerwagen ausleihen, mit dem man die Kinder, Taschen und sonstiges durch den Tiergarten ziehen kann. Da unterwegs allerdings auch einige Höhenmeter zu überwinden sind, sollten die Eltern nicht nur gute Nerven sondern auch ein wenig Ausdauer mitbringen.

Hat man die 13,50 € Eintritt bezahlt, (Familienkarte für 31,50€ und Teilfamilienkarte für 18,50 €), kann man nicht nur den Tiergarten betreten sondern auch die Vorführungen der in der Delphinlagune besuchen. Diese wurde erst vor wenigen Jahren als Ergänzung zum Delphinarium fertiggestellt und ist seitdem eines der umstrittensten Projekte des Nürnberger Tiergartens. Man hätte das Geld allerdings tatsächlich auch anders verwenden können….

Ist man im Tiergarten, stößt man gleich hinter dem Souvenierladen schon auf die ersten Tiere: Netzgiraffen, Totenkopfäffchen (die jetzt einen eigenen Auslauf haben… man sieht, ich war da schon jaaaaahrelang nicht mehr!) und Erdmännchen.
Netzgiraffe
Am Eingang gibt es kostenlos einen Gehegeplan zum mitnehmen, aber auch im Tiergarten sind Wegweiser und Tafeln verteilt und früher oder später führen wieder alle Wege zum Anfang. Man kann sich entweder für einen Rundweg entscheiden oder sich einfach nach Lust und Laune treiben lassen und abwarten, auf was man alles stößt.
Sphinx-Paviane
Im Manatihaus flattern Schmetterlinge um einen herum, Sakis hüpfen über den Köpfen und Leguane schleichen durch die Bäume. Nebenbei gibt es eine riesige Blattschneider-Ameisen-Kolonie, die mitten durch den tropischen Blätterwald wandert, bis die Blattstückchen daheim im Nest ankommen. Man muß nur beim Betreten mit dem entsprechenden klimatischen Bedingungen rechnen: sehr warm und sehr feucht, also Brillenputztuch suchen!
Sara-Passionsfalter
Ist man zur richtigen Zeit am richtigen Ort, (Infotafeln helfen hier) kann man bei der Fütterung der Tiere zuschauen. Das gilt natürlich nicht nur für die Seelöwen hier.
Seelöwenbassin
Im Menschenaffenhaus sind auch noch eine Reihe Aquarien untergebracht, in der sich Fische, Seepferdchen und Lurche tummeln.
Gestreifter Zwergfeuerfisch
Der Nürnberger Tiergarten hat in den letzten zehn Jahren viel umgebaut und verändert und ist auf dem richtigen Weg. Verbesserungsmöglichkeiten gibt es natürlich noch viele. Aber gerade durch die Lage im Lorenzer Reichswald, durch den uralten Baumbestand und durch die Größe der Anlage lohnt es sich schon, hier einfach mal spazieren zu gehen. Die Anlage ist längst nicht so „durchgestylt“ wie die Wilhelma in Stuttgart, aber das macht einen unheimlichen Charme aus. Und wenn man weiß, welche Wege zum Streichelzoo oder zum Spielplatz führen… dann kann man die ja umgehen. (Außer, man will da natürlich hin).

Wenn man in Nürnberg ist, dann lohnt sich ein Besuch auf alle Fälle… man darf nur nicht enttäuscht sein, wenn man hier wirklich viel und weit laufen muß, um Tiere zu sehen.

Wirsing, Sususi

P.S: Beim nächsten Mal erfahrt Ihr, wo man was leckeres zum essen bekommt…

Meine Kochbücher…Nr. 120

Ho veramente fame. Io vorrei mangiare qualcosa…
Hm, aber was? „Italienische Küche“, hier in der Sonderausgabe für die Planet Medien AG, bietet die passenden südländischen Anregungen.
Italienische Küche
Auf 160 Seiten sind die „beliebtesten Rezepte aus Italien“ verteilt.
Die mich leider nicht so ganz überzeugt haben. Zwar sind hier Klassiker wie das Carpaccio „Emilio“, Fenchelsuppe „Fontina“ oder Risotto „Grano Padano“ gut vertreten, aber irgendwie sind viele Rezepte geschmacklich einfach etwas komisch. Das mag am Koriander in den Miesmuscheln, dem Brandy im Tiramisu oder den Kümmelkörnern im Hummer liegen… es ist einfach nicht mein Geschmack.

Wobei man zugestehen muß, daß die Rezepte nicht schlecht sind. Sie lassen sich gut umsetzen und die Zutaten lassen sich gut beschaffen. Noch dazu ist die Zubereitung meistens nicht besonders kompliziert. Höhenflüge sollte man hier aber nicht erwarten. Für richtig italienische Hausmannskost etwas dürftig, für gehobene Küche zu simpel. Ich bin mir nicht ganz sicher, was ich davon halten soll. Wen die Herausgeber nach den beliebtesten Rezepten gefragt haben, erschließt sich auch nicht, denn gebackene Rotbarben mit Maronenfüllung haben wohl die wenigsten schon mal gegessen.

Das einzig wirklich tolle Rezept hier drin ist der geschmorte Ochsenschwanz…aber das Rezept gibt es auch in anderen Werken.

Nun ja, man hat es halt. Gibt aber viel bessere Kochbücher zum Thema Italien.

Wirsing, Sususi

Hacienda Stuttgart

Vor kurzem waren wir im „Hacienda“ in Stuttgart. Das Hacienda ist laut Homepage ein(e) Mexican Bar/Restaurant. Von außen fotografieren hätte übrigens wenig Sinn gemacht, denn da wäre das Spaghettissimo drauf gewesen. Das Hacienda ist sozusagen im Keller, also einfach die Treppe runter. Da es unten natürlich keine natürliche Beleuchtung gibt, muß die Bar zwangsläufig belampt werden. Was das für Auswirkungen hat, dazu kommen wir gleich.Hacienda Stuttgart
Als erstes fällt einem auf, daß es sehr dunkel, sehr laut und, zu späterer Stunde sehr voll ist. Es gab Live-Musik, in einer sehr unangenehmen Lautstärke, denn man tat sich schon schwer, seinen Nachbarn zu verstehen, die Leute gegenüber am Tisch war dann schon eine Herausforderung. Zumal die Sängerin mehr Enthusiasmus als Talent aufwies. Bitte lasst diese Dame nie, nie wieder „Killing me softly“ singen!

Die Bedienung allerdings war sehr freundlich. Wir bestellten, und kurze Zeit später stand das Essen vor einem auf dem Tisch. Bevor ich dazu was sage, lasst einfach das Foto mal auf Euch wirken, denn genau so sah es aus:
Hacienda Enchiladas vegetarisch
Durch die gelben Birnen war das Essen einheitlich Ton in Ton: braun-grauer Reis mit braun-grauem Bohnenmus mit braun-grauer Enchiladasauce über braun-grauer Tortilla. Jetzt ist allgemein bekannt, daß Geschmackstests oft bei anderer Beleuchtung stattfinden, um sich nicht durch den optischen Eindruck ablenken zu lassen. Restaurants servieren Gerichte sogar schon mal im Dunkeln. Alles mit dem Effekt, daß man sich stärker auf den Geschmack konzentrieren könnte. Betonung liegt auf könnte, weil, hier war nichts, worauf man sich konzentrieren konnte!

Der Reis war noch das Beste an der ganzen Geschichte, er war grade so an der Grenze zu matschig vorbeigeschrammt. Ich zog ein ca. 3 cm großes Paprikastück dazwischen hervor, bei dem ich mir nicht sicher bin, ob es zum Reis oder zum Salat gehörte. Ein paar Dosenerbsen waren auch zu finden. Dafür war der Geschmack ok, vielleicht für manchen ein wenig viel Kreuzkümmel. Das Bohnenmus war eine klumpige, pampige, bröselige, geschmacklose Frechheit! Richtige Frijoles refritos sind cremig, saftig und würzig und haben mit dem hier ungefähr so viel gemeinsam wie Austern mit Kohlmeisen.

Zwischen den Tortillas war der Salat. Jetzt kann man sich selber vorstellen, was passiert, wenn ich kleingeschnittenen Eisbergsalat zwischen heiße Tortillas rechts und links, warmen Reis oben und warmes Bohnenmus unten schichte! Die Sauce war undefinierbar säuerlich ohne Salz, Pfeffer oder sonstigen Geschmack. Was die Tortillas angeht, die waren mit dem selben pamig-widerlichen Bohnenmus gefüllt, welches oben auf dem Teller rumlag. Die sogenannte Enchilada-Sauce war geschmacklich nicht zu orten, sie hätte auch gar nicht vorhanden sein können (obwohl sie auf dem Bild deutlich zu erkennen ist).

Wer mich kennt, der weiß, daß ich zu geizig bin, um Sachen auf dem Teller liegen zu lassen. Sogar, wenn es nicht so meinen Geschmack trifft. Noch nie in meinem ganzen Leben bin ich auf ein Gericht gestoßen, welches dermaßen unessbar war, daß ich es nicht zumindest fast aufgegessen habe. Hier streikten sämtliche Geschmacksknospen nach der Hälfte der Portion und das war das erste Mal, daß ich lieber hungrig nach Hause gegangen bin!
Aber, wie ein Tischnachbar so treffend bemerkte: „Die Gurken waren frisch.“

Das einzig Gute war an diesem Abend der selbstgemachte Eistee. Obwohl ich bezweifle, daß der Tee jemals sehr viel vom grünen Tee gesehen hat, war er schön zitronensaftig und säuerlich. Sehr erfrischend und sehr passend zum Thema Mexikanisch. Wem der Tee zu sauer war, der bekam noch Zucker zum Selber süßen serviert. Das war gut.

Vielleicht hätte ich einfach Chicken Wings nehmen sollen. Packung auf, rein in die Fritteuse/Ofen, auf den Teller. Da kann man sehr wenig falsch machen. Aber sorry, wenn ich schon Tex-Mex Küche anbiete, dann doch bitte wenigstens auf Lieferservice-Niveau. Sogar die haben bisher alle Tortillas und Enchiladas wenigstens eßbar bekommen!

So hätte das Essen übrigens bei normalem Licht ausgesehen. Macht die Sache auch nicht wirklich besser.
Hacienda Enchiladas
Das ist das bisher schlechteste Essen, was ich auswärts jemals serviert bekommen habe, und wenn ich daran zurückdenke, schütteln sich meine Geschmacksknospen immer noch!

Wirsing, Sususi

Meine Kochbücher…Nr. 119

Wusstet Ihr, daß die allererste Mikrowelle ca. 350 kg wog? Nicht gerade Praxistauglich, würde ich sagen. Glücklicherweise hat sich das inzwischen geändert und die Heimgeräte sind schön handlich. Und, ehrlich gesagt, ganz ohne Mikrowelle möchte ich auch nicht mehr auskommen. Sie ist halt für manche Dinge unheimlich praktisch – für eine Single-Portion Kakao zum Beispiel. Dafür schmeiß ich sicher nicht den Herd an. Jetzt kann man mit einer Mikrowelle aber nicht nur Sachen aufwärmen sondern sozusagen von der Pike auf kochen. Wenn man weiß, wie. dabei hilft „Das große Mosaik Mikrowellen Kochbuch“, hier in der Sonderausgabe von 1993 für den Gondrom Verlag.
Mikrowellen Kochbuch
Die 159 Seiten enthalten zunächst eine kleine Einführung in die Mikrowelle: Wie funktioniert sie, Reinigung und Pflege und natürlich Kochpraxis. Dann folgen 200 Rezepte, mit Bild, die vom Sauerbraten „beschwipst“ über Tomaten-Ketchup bis zum Rotbarsch in Apfel-Curry-Sauce eigentlich alles liefern, was man mit einer Mikrowelle so machen kann.

Die Rezepte sind abgestimmt auf eine Mikrowelle mit einstellbarer Watt-Zahl und erfordert zudem noch ein Kombi-Gerät (Mikrowelle mit Backofen), deshalb eignen sich die Anweisungen nicht für alle Mikrowellen und einige Rezepte eignen sich für reine Mikrowellen überhaupt nicht. Da aber sehr viele der heute verkauften Geräte doch schon mit so ziemlich allem ausgestattet sind, haben viele damit sicher keine Probleme.

Schön ist auch, daß für jedes Rezept das passende Geschirr angegeben ist (das ist wirklich unterschiedlich, Glas verhält sich anders als Porzellan und Kunststoff).

Joa, die Rezepte funktionieren. Sie müssen teilweise von den Garzeiten noch etwas ausprobiert werden, auch Glasgeschirr ist nicht gleich Glasgeschirr und natürlich selber abgeschmeckt werden. Was dabei rauskommt geht einfach und schmeckt ok, aber mehr ist bei Mikrowellen-Gerichten, auch selber gemachten, halt einfach nicht drin. Damit es wirklich fast wie vom Herd schmeckt, ist eine ganze Menge Übung gefragt, sonst besteht leicht die Gefahr, daß das Gemüse matschig, der Fisch steinhart und die Kartoffeln noch nicht durch sind.

Kann man. Muß man nicht. Gibt aber auch schlechteres.

Oh, und wer Angst hat, wegen der Strahlung: Mikrowellen funktionieren mit elektromagnetischer Strahlung. Diese regt die Wassermoleküle an, schneller zu schwingen und wer sich an den Physikunterricht erinnert: je schneller sich etwas bewegt, desto wärmer wird es. (Ich könnte jetzt ausholen und die Funktionsweise eines Magnetrons bei der Erzeugung elektromagnetischer Wechselfelder und deren Wirkung auf Dipolmoleküle erklären, aber dann reicht die eine Seite nicht. Wer´s genau wissen will, darf mir gerne schreiben, dann erklär ich es demjenigen gerne…*g*). Jedenfalls ist das das ganze Geheimnis: schnelleres bzw. wärmeres Wasser. Da ist nichts, wo irgendwie Essen verstrahlt wird, oder Rückstände bleiben oder so. Natürlich kann ich die Vitamine verkokeln, aber das kann ich auf dem Herd genauso.

Wirsing, Sususi

Coox & Candy Stuttgart

Sie: Ich bin vegan.
Er: Was heißt das?
Sie: Ich esse keine Eier und Milchprodukte.
Er: Hm, und wie panierst du dann dein Kalbsschnitzel?

So oder so ähnlich klingt es immer noch, wenn sich Veganer und Alles-Esser unterhalten. Wobei die Rollen hier natürlich auch vertauscht auftreten können. Veganer müssen sich immer noch sehr oft erklären und verteidigen und haben es beim Essen gehen mit Nicht-Veganern oft schwer. Aber auch ihnen sei geholfen, es gibt nämlich inzwischen Restaurant, Imbisse und Lokale, die sich sozusagen auf Veganer spezialisiert haben und komplett ohne Muh, Mäh und sonstiges Tierische auskommen. Eines davon ist das „Coox & Candy“ in Stuttgart. (Darüber bin ich ja schon beim Vegan Street Day gestolpert – die mit dem tollen Softeis: http://sususi.meinblog.de/2013/05/23/866/ )

Das Coox & Candy hat sich in ein schnuckeliges Fachwerkhaus eingenistet – schnuckelig ist hier auch das Schlüsselwort: es gibt nicht soooo viele Plätze, dafür aber viele Veganer, sprich, reservieren ist definitiv angesagt! Trotzdem sitzt man in dem zweistöckigen Restaurant bequem, eng, aber nicht so, daß man dem Nachbarn am Teller sitzt. Und es ist warm (sagt jemand, der bei 30 °C im Schatten die Strickjacke sucht…also glaubt es!), aber dafür kann man die Fenster öffnen. Es gibt eine feste Abendkarte, zusätzlich eine Wochenkarte und am Dienstag ist Pizza-Tag.

Bei meinem Besuch wurden wir gleich freundlich empfangen und durften noch kurz an der Theke Platz nehmen, bis der Tisch frei war. Dabei konnte man gleich einen Abstecher an die Kuchentheke machen und sich nach einem Stückchen für den Nachtisch umsehen.

Wir begannen mit einer kleinen Vorspeise: den „Grünen Bruschetta“: das ist Gurke und Avocado auf geröstetem Weißbrot.
Grüne Bruscetta Coox & Candy
Für eine Vorspeise ist die Portion prima. Geschmacklich hätte hier sogar jemand zugreifen können, der keine Avocados mag. Durch die Gurke wurde der Avocadogeschmack sehr gemildert und bekam etwas schön frisches. Und die Gurke wurde durch die Avocado viel cremiger als sonst. Es war für meinen Geschmack sehr passend dezent gewürzt (zu viel Salz auf Gurke – bääääh, und das passiert leider viel zu oft). Für mich hatte das alles, was man von einer Vorspeise erwartet: unspektakulär, aber lecker; nicht zu viel aber ausreichend, um mehr Appetit zu machen; einfach ein schöner Auftakt für den Hauptgang.

Für diesen entschied ich mich für den „frühlingshaften Kräutertofu“. (Ja. Ich liebe Tofu. In allen Varianten. Am liebsten ganz, ganz oft und viel öfter, als man eigentlich sollte. So, jetzt ist es raus.) Dieser wurde serviert mit Sesam-Gnocchi, gebratenem Frühlingsgemüse und Riesling-Sauce.
Frühlingshafer Kräutertofu Coox & Candy
Die Idee mit den Gnocchi und dem Sesam fand ich sehr gut, die muß ich mir merken. Das Frühlingsgemüse enthielt außer Lauchzwiebeln (die für meine Begriffe etwas mehr hätten „durch“ sein können), Chicoree und Karotten auch Radieschen und das fand ich richtig gut. Viele trauen sich nicht an Radieschen als Gemüse ran, wohl auch, weil sie sehr schnell matschig werden. Diese hier waren schön bissfest.
Hier muß ich jetzt sagen, daß mir alle vier Sachen auf dem Teller einzeln sehr gut geschmeckt haben, aber daß mir in der Gesamtkomposition einfach irgend ein verbindendes Element gefehlt hat, und ich glaube, es war ein wenig Süße. Diese hätte der Rieslingsauce und dem Gemüse die richtige Balance gegeben. Aber das sind wirklich Kleinigkeiten.

Der Nachbartisch hatte irgendeinen marokkanischen Gemüsetopf, der sah auch sehr lecker aus. Das Cordon Bleu-Stück, welches ich von meinem Begleiter probieren durfte war allerdings wirklich der Hammer! Knusprige, leckere Panade, schöne Dip-Sauce, auf alle Fälle ein Kandidat für einen weiteren Besuch im Coox & Candy!

Preislich kommt man hier, wenn man die Qualität des Essens und die Portionen berücksichtigt, wirklich sehr sehr gut weg! Und beim nächsten Mal wird statt der Vorspeise mal ein Stückchen Torte getestet – die ging nämlich beim besten Willen nicht mehr rein! Sehr empfehlenswertes kleines Restaurant, nicht nur für Veganer.

Wirsing, Sususi