Archiv für den Monat Mai 2015

Blaubeerkuchen

Ok, gibt es überhaupt eine leckerere Beere als die Heidelbeere (Blaubeere ist das selbe, klingt aber schöner…)? Gibt es nicht! Kein Wunder also, daß so ziemlich jedes Land ganz viele Varianten von Blaubeerkuchen hat. Da gibt es aus Deutschland den Plauener Heidelbeerkuchen, die USA haben Blueberry Pie und die Schweden ihre Blåbärstart.

Alle drei haben eines gemeinsam: es sind im Ursprung total einfache, schlichte Rezepte, die aus nur wenigen Zutaten bestehen: Mürbeteig, Zucker und eben Blaubeeren. Das war´s. Klar, es gibt die Varianten mit Baiser oder Quark oder Guß oben drauf… alles recht und schön, aber nirgends kommt der Blaubeergeschmack so zur Geltung wie bei dem einfachen Rezept. Und das könnt Ihr ganz leicht umsetzten. Sogar, wenn Ihr gerade erst festgestellt habt, daß unter Euren Herdplatten massig viel Stauraum ist, den man auch für Pizza verwenden kann…

Was Ihr braucht hängt so ein wenig davon ab, welche Form Euer Kuchen haben soll: für ein Blech (was ich nicht empfehlen würde – es gibt kaum eine Sache, die im Ofen mehr Sauerei anrichtet als Blaubeerkuchen auf dem Blech!) braucht Ihr etwas mehr Mürbteig als hier. Das Originalrezept von hier kriegt Ihr im P.S. Ich habe außnahmsweise mal die total faule Variante gewählt, nämlich den fertigen Mürbteig. Der reicht für eine Springform oder eine Tarteform.

Also: 1 Mürbteig, 5 Eß Zucker, 500 gr. Blaubeeren (oder etwas mehr, kauft eine TK-Packung mit 750 gr, das reicht auf alle Fälle) entweder frisch oder gefroren und Semmelbrösel. Die Semmelbrösel sorgen dafür, daß Euer Kuchenboden nicht total durchweicht. Trotzdem dürft Ihr hier keinen knusprigen Boden erwarten. Er wird weicher sein als sonst. Das liegt daran, daß Ihr auf dem Kuchen sozusagen Marmelade kocht.
Blaubeerkuchen Zutaten
Das ist auch der Trick, warum die Blaubeeren auf dem Kuchen bleiben, ohne runterzufallen: durch den Zucker kocht der Saft der Blaubeeren auf dem Kuchen geleeartig ein.

Rollt den Mürbteig rund aus. Solltet Ihr etwas Teig übrig haben, legt den einfach in Streifen oben drauf auf die Blaubeeren. Mürbteig enthält viel Fett, deshalb könnt Ihr Euch das sonstige Einfetten der Form sparen. Dann streut Ihr den Boden mit Semmelbröseln aus, bis überall eine dünne Schicht Semmelbrösel liegt.
Blaubeerkuchen Teig
Auf die Semmelbrösel verteilt Ihr die (noch gefrorenen) Blaubeeren. Entweder, bis Eure Packung leer ist, oder die Blaubeeren bis zur Oberkante Teigrand stehen.
Blaubeerkuchen Blaubeeren
Bei ca. 500 Gramm Blaubeeren kommen 5 Eß Zucker über die Blaubeeren. Also ca. 1 Eß je 100 gr. Glaubt mir, es wird nicht zu süß, aber der Zucker ist nötig, um den Saft der Beeren zum gelieren zu bringen, also nehmt nicht weniger. Legt in den Ofen unter Eure Form einen Bogen Packpapier. Auch wenn Ihr eine Springform benutzt. Ein kleiner Riß im Teig und Ihr könnt danach stundenlang den Ofen schrubben… Auch blubbert und spritzt der Beerensaft munter vor sich hin…
Blaubeerkuchen Zucker
Das ganze kommt bei 180 °C nur noch 60 Minuten in den Ofen…. fertig. Oh, und macht Euch keine Sorgen, wenn Ihr meint, es kommt vielleicht etwas viel Flüssigkeit aus den Beeren… die kocht schon ein. Spätestens 10 Minuten vor Ende der Backzeit sieht man, wie das Blubbern etwas zäher und langsamer wird… Bis zum Ende ist dann fast alles verkocht und der Rest, wenn Ihr da mit dem Löffel oder Finger (heiß) reinstippt, dann werdet Ihr sehen, daß es nicht mehr „flüssig“ ist.
Das ist vielleicht optisch nicht der schönste Kuchen, den man backen kann, aber definitiv mein Lieblingsblaubeerkuchen. Laßt ihn in der Form auskühlen und schneidet ihn dann auch drin in Stücke zum rausnehmen. Wie gesagt, der Boden wird hier nicht hart sein.
Blaubeerkuchen fertig
Am besten schmeckt er lauwarm mit Vanilleeis oder abgekühlt mit geschlagener, ungesüßter Sahne…. Mjam! Wenn Ihr Geduld habt, dann laßt ihn bis zum nächsten Tag in Ruhe, bevor Ihr ihn anschneidet… das tut ihm gut.

Wirsing, Sususi

P.S:

Hier das original Mürbeteigrezept zum Kuchen fürs Blech:
450 gr Mehl, 150 gr. Butter, 100 gr. Zucker, 3 Eigelb. Daraus einen Mürbeteig kneten, zu einer Kugel formen, in Pergamentpapier einwickeln und 1 Stunde in den Kühlschrank stellen. Dann ausrollen und ein gebuttertes Backblech damit auslegen…
Sonst weiter wie oben.

Meine Kochbücher… Nr. 155

Kochgeheimnisse und beliebte Originalrezepte von Bayern bis Schleswig-Holstein, quasi durch ganz Deuschland? Kein Problem, gibt es hier: „Deutsche Spezialitäten nach Großmutters Art“ aus dem GU Verlag von, äh, irgendwann als die Postleitzahlen noch 4-stellig waren.
Deutsche Spezialitäten nach Großmutters Art
138 Seiten mit dazwischen spärlich verteilten Farbtafeln enthalten „ausgewählte Rezepte nach den Möglichkeiten des heutigen Marktes“. Das heißt, man arbeitet mit Zutaten, die allgemein leicht zu beschaffen sind. So weit ja schon mal gut.
Die Rezepte bewegen sich im Bereich gut bürgerlich, Hausmannskost und ein paar festlichere Angelegenheiten. Wobei hier die Mengenangaben tatsächlich nicht „modernisiert“ wurden, statt vier Personen werden davon heute oft fünf oder mehr satt.

Daß sich Gerichte oft nicht kulinarisch auf Bundeslandsgrenzen festlegen lassen, ist wohl auch klar, oder? Trotzdem findet man an der Waterkant zum Beispiel den Friesischen Kohlkopf oder die Bochumer Altbiersuppe bei Rhein und Ruhr. Für jede Region sind eben „typische“ Gerichte vertreten, auch wenn man sie vielleicht in anderen Gegenden auch finden könnte.

Die Anleitungen sind leider auch nicht modernisiert worden, d.h. man sollte einigermaßen mit dem Herd und allen anderen Zubehörteilen und Zutaten umgehen können. Sonst stolpert man auch des öfteren über die Rezeptreihenfolge: wo in der Zutatenliste noch die ganze Zwiebel steht, kommt im Rezept bereits „die fein gewürfelte Zwiebel mit …. zugeben…“ Es empfiehlt sich also, das Rezept genau zu lesen, die Zutaten so vorzubereiten, wie sie im Rezept gebraucht werden und dann erst anzufangen. (Nicht, daß das für andere Kochbücher nicht auch gilt, aber manchmal schachteln die die Anleitung halt so geschickt, daß es nichts macht, wenn man Schritte so „nebenher“ ausführt…)

Abschmecken muß natürlich jeder so oder so auch.  Es kommen leckere Sachen dabei raus, allerdings eben, „nach Großmutters Art“, d.h. ein wenig angestaubt, ein wenig schwerfällig und nichts für die schlanke Linie. Da man aber ja nicht jeden Tag danach kochen wird, schadet das nicht. Für den Sonntagsbraten eignet sich das Werk hier definitiv auch heute noch, für die meisten werden die Rezepte aber zu altmodisch sein, um daran Freude zu haben.

Wirsing, Sususi

Meine Kochbücher… Nr. 154

Kennt ihr Brösel? Also, nicht die Krümel. Sondern den Brösel von Werner? Sicher kennt ihr den. Wußtet ihr aber, daß er auch ein Kochbuch illustriert hat? Haha, hier ist es: das „Kochbuch für Stümper“ von 1990 aus dem Altamira Verlag.
Kochbuch für Stümper
Alleine dies sollte doch schon reichen, um das besagte, 160 Seiten dicke Werk zu kaufen. Bölkstoffsuppe, Gefundenes Fressen oder Chicken „Koma“ sind ein weiterer Grund. Alleine die Rezeptbeschreibungen lohnen sich: da werden Tomaten im Mixer geschraddelt, man „sucht gut gelaunt und in aufgeregter Erwartung eine Pfanne“ oder schmeckt mit „Honich“ ab. Wer den Stil mag, der lacht sich schon beim vorherigen Durchlesen des Rezeptes erst mal schief… alle anderen legen das Buch spätestens dann angewidert zur Seite, wenn sie drei Eßlöffel Bols Pfefferminzlikör in den Linseneintopf kippen sollen.

Zugegeben: haute cuisine ist das nicht. Trotzdem sind dem Autor bei aller Fertiggerichte-Zusammenmixerei hochwertige Zutaten wie Würze von Bioforce oder echter Mozzarella nicht nur bekannt – sie werden bei der Zubereitung der hier vorhandenen Rezepte sogar ausdrücklich empfohlen. Was dabei herauskommt ist eine spannende Mischung aus schnellen Fertiggerichten mit einem Hauch Qualität. Erstaunlicherweise sind die meisten Gerichte auch noch essbar bis lecker. Kochen sollte man zumindest schon mal ausprobiert haben, sonst kommt einem die flapsige Ausdrucksweise manchmal in die Quere – aber das ist hier durchaus gewollt. Absichtlich vermeidet der Autor grammgenaue Mengenangaben beim Abschmecken und sagt: Macht einfach mal. Kommt schon was bei raus. Und wenn nicht, macht auch nix, noch mal von vorne anfangen.

Ich hatte und habe meinen Spaß hiermit – nur ernst nehmen, das darf man (und sich) hier nicht.

Wirsing, Sususi

P.S.: eine Fortsetzung gibt es übrigens auch…

Ambrosia

Eigentlich wollte ich Euch das heutige Rezept ja schon gestern vorstellen – aber das Wetter war so schön, daß der Tag lieber mit Klettern verbracht wurde. Deshalb kriegt Ihr erst heute Nachtisch: Ambrosia! Klingt göttlich, gell? Das Rezept stammt aus diesem Werk hier: „Leckere Desserts„. Der Grund, warum bei mir hier nur ein Becher saure Sahne zu sehen ist, ist folgender: als Single bin ich mit 4 kleinen Portionen Nachtisch mehr als versorgt, und das ist die Menge, die ich hier rausbekommen habe, nachdem ich das Ursprungsrezept halbiert hatte. Also hier sozusagen nur die halbe Portion.

Ihr braucht: 200 ml saure Sahne; 100 gr. Zucker; 1 Tl Arrak (* lest das P.S. dazu…); 1/2 Pck. Vanillezucker; 3 Blatt rote Gelatine (weiße geht auch, sieht aber halt nicht rot aus…); 1/2 Glas Kirschen abgetropft (etwas weniger als 200 gr.); 1 Becher Schlagsahne; 1 Pck. Sahnesteif. Ihr solltet einen kleinen Topf haben und zwei hohe Rührgefäße für die Sahnemassen.
Ambrosia Zutaten Zuerst weicht man die Gelatine ein: einfach drei Blatt in einen kleinen Topf geben und mit kaltem Wasser bedeckt 5 -10 lang stehen lassen.
Ambrosia Gelatine einweichen
Während die Gelatine vor sich hin weicht könnt Ihr die Sahne schlagen. In einen hohen Becher die saure Sahne mit dem Vanillezucker, dem Arrak und dem normalen Zucker geben und so lange schlagen, bis sich der Zucker aufgelöst hat. Dazu einfach den Finger reintauchen (Rührgerät dazu bitte ausschalten!) und abschlecken. Wenn es noch zwischen den Zähnen knirscht, ein wenig weiter schlagen.
Ambrosia Saure Sahne
Nach 5 – 10 Minuten ist die Gelatine fertig. Aus dem Topf fischen und ausdrücken (nicht zerquetschen, seid sanft..). Das Wasser wegschütten. Die Gelatine wieder in den kleinen Topf geben. Bei ganz, ganz, ganz kleiner Wärme auf den Herd stellen und schmelzen lassen. Manchmal reicht es sogar, den Topf kurz draufzustellen und dann wieder runterzunehmen, sobald die Gelatine anfängt, flüssig zu werden. Rührt dabei dauernd mit einem Schneebesen drin rum, damit sie nicht anbrennt. Gelatine verliert ihre Gelierkraft, wenn sie zu heiß wird, also aufpassen!
Gelatine ausgedrückt
Wenn sie komplett flüssig ist, dann erst unter dauerndem Rühren zwei bis drei Esslöffel der Sahnemasse zur Gelatine rühren. Das sorgt für einen Temperaturausgleich der beiden Massen. Dann die Gelatinemasse zur Sahnemasse rühren.
Ambrosia Gelatine gelöst
Im Idealfall sollte sich jetzt eine gleichmäßig rosa gefärbte Masse ohne Klümpchen gebildet haben. Sollte das nicht der Fall sein und die Gelatine vielleicht noch nicht ganz flüssig gewesen sein oder anfangen zu klumpen, könnt Ihr die Sache noch retten, indem Ihr die gesamte Masse noch mal in den Topf gebt und unter dauerndem Rühren langsam noch mal warm macht, bis alles gelöst ist. Diese Masse in den Kühlschrank stellen für ca. 1/2 Stunde. Dabei wird sie etwas fester.
Ambrosia Gelatine Creme
Jetzt könnt Ihr die Schlagsahne mit Sahnesteif zusammen aufschlagen. In ein Glas der gewünschten Größe schichtet Ihr jetzt abwechselnd rosa Sahnecreme, Kirschen und Schlagsahne. Obendrauf könnt Ihr die Sahne mit einem Spritzbeutel oder einem improvisierten Spritzbeutel aus einer Plastiktüte garnieren (kleine Tüte nehmen, Sahne rein, zusammendrehen, Ecke abschneiden – gibts bestimmt als Youtube-Video…). Drauflöffeln tut es aber auch.
Ambrosia fertig
Das war´s; schon fertig. Jetzt nur noch 1 Stunde kaltstellen und loslöffeln. Macht was her, macht wenig Mühe und schmeckt.
Abwandlungen mit Blaubeeren statt Kirschen oder mit Kirschwasser statt Arrak schmecken übrigens auch fein.

Wirsing, Sususi

P.S:
Arrak darf nicht mit Arak verwechselt werden. Arak ist ein Anisschnaps, Arrak ein rumähnlicher Schnaps aus Reis und Zuckerrohr. Die wohl bekannteste Marke hierfür ist Mendis. Bei uns gibt es den im Asia-Laden; aber auch Kaufland hat schon mal welchen. Sollte Arrak nicht zu bekommen sein (oder zu teuer – der Liter so um die 18 Euro), dann gibt es in der Backabteilung Arrak-Aroma. Bitte nicht pur probieren, das hat für meinen Geschmack nicht viel mit Arrak gemein – aber im Dessert schmeckt es gut.
Sollte jemand gar keinen Alkohol drin haben wollen, dann kann man hier auch gut drauf verzichten.

Fa Magic Oil

So, alle den Muttertag überlebt?
Dan können wir uns jetzt ja der neuen Test-Aktion von trnd.com und Fa zuwenden: Fa Magic Oil! Pflegt mit Öl und erfrischt wie ein Duschgel uhund: obwohl es mit Microölen ist, fettet es nicht. In drei Duftrichtungen kommt es: Ingwer-Orange, Blauer Lotus und Pinker Jasmin. Also, let´s „lather, rinse, repeat; and lather, rinse, repeat; as needed“ (*sing* – muß ich euch sagen, aus welcher Serie der Song stammt oder findet ihr es raus?)
Fa Magic Oil
Ein wares Wunder, äh, pure Magic halt. Also, die Flaschen gefallen mir schon mal. Glitzer. Schöööön. *räusper* Na, stimmt doch! Zumindest bei Ingwer-Orange. Doch der Reihe nach, gehen wir sie eins nach dem anderen durch.

Ingwer-Orange:
Die Farbe ist der Hammer! Grade wenn Licht auf den (auf dem Etikett der Rückseite angebrachten) Glitzer trifft. Dann ist im Badezimmer Sonne pur aufgegangen. Gefällt mir sehr gut. Riechen tut es vor allem nach Orange. Wer von Treaclemoon „Ginger Morning“ kennt… der findet bei Fa keine Spur von Ingwer. Ein wenig schade, wenn der Orangenduft nicht wirklich so toll wäre. Ich habe mich schon unter der Dusche ertappt, daß ich glatt noch mal Duschgel genommen habe, obwohl ich schon fertig war. Aber es hat so toll nach Orange gerochen! Leider blieb nach dem Duschen kaum Duft auf der Haut zurück. Der Schaum den das Duschgel erzeugt, ist sehr seidig und angenehm, definitiv kein „Bauschaum“. Dafür schäumt es aber nicht besonders stark. Nach dem Duschen fühlte sich meine Haut sehr schön an. Definitiv nicht ölig oder fettig, aber längst nicht so ausgetrocknet wie mit herkömmlichen Duschgel. Nachcremen mußte ich aber trotzdem. Alles in allem ein Duschgel, mit dem ich mich unter der Dusche sehr wohl gefühlt habe und welches wohl ab und an wieder im Badezimmer landen wird.
Fa Magic Oil Incis
Pinker Jasmin:
Ehrlich? Ich habe mir davon mehr versprochen. Es riecht zwar süßlich und ein wenig jasminig, aber nur beim dran-vorbei-riechen im Drogeriemarktregal hätte ich es nicht mitgenommen. Ich habe auch den Eindruck, es ist ein Duft, den man schnell über wird. Vielleicht fehlt mir ein wenig, um die Jasmin-Süße auszubalancieren. Außerdem muß ich gestehen, daß ich kein Fan von rosa bin, und das ist wirklich extrem seltsames rosa. Äh, pink. Für die Duscheigenschaften gilt das Selbe wie beim Ingwer-Orange. Nur nachkaufen werde ich es vermutlich nicht gleich. Vielleicht mit ein wenig warten, vielleicht probiere ich es im Winter noch mal, wenn man was blumiges braucht… Außerdem hätte ich die Farbe jetzt nicht unbedingt mit Jasmin-Duft verknüpft, obwohl, ja, es gibt pinke Jasminblüten… trotzdem ziehe ich die weißen vor.

Blauer Lotus:
Puh, der Duft ist schwierig zu definieren. Vor allem, da ich noch nie an einer lebenden Lotusblüte gerochen habe, und somit nicht sagen könnte, ob das Duft so hinkommt. Andererseits hatte ich den Eindruck, daß es riecht, wie jedes andere „blaue“ Duschgel auch (etwas süßlicher vielleicht) – und damit kommen wir schon zu meinem Problem: ich finde einfach, blau ist momentan im Kosmetiksektor total überrepräsentiert! Jeder Hersteller hat ein blaues Duschgel, meistens irgendwas mit „Ocean“ oder „Lagune“ oder so im Sortiment und oft weiß man nicht mehr, hat man Duschgel, Weichspüler oder Kloreiniger vor sich, es riecht eh alles gleich. „Blau“ halt. Das Duschgel fand ich langweilig und nichtssagend, sowohl vom Duft wie auch von der Optik.

Fazit:
Ingwer-Orange: Ja, ja, ja! Richtig tolles Duschgel. Pinker Jasmin: Tolles Duschgefühl, wenn man die Augen zumacht, sieht man das rosa nicht mehr und riechen tut es nicht schlecht. Blauer Lotus: Kann man nix falschmachen mit, duschen kann man damit.

Und jetzt: Fröhliches Duschen!

Wirsing, Sususi

Meine Kochbücher… Nr. 153

Beim letzten Einkauf schnappte ich mir an der Kasse noch schnell die neueste Ausgabe von Lecker Kochen & Backen. Daheim stellte ich fest, daß mich ganz klein vom Cover jemand angrinste, den ich schon lange nicht mehr gesehen hatte: Ralf Zacherl. Irgendwie war der total aus meinem Blickfeld verschwunden, obwohl er ja nun wirklich nicht leicht zu übersehen ist. Deshalb gibt es heute von eben ihm „Zacherl – Einfach kochen!“ aus dem Zabert Sandmann Verlag von 2003.
Zacherl - Einfach kochen
135 Seiten unverkennbarer Zacherl-Rezepte. Irgendwie fand ich ihn schon immer einen sehr sympathischen Koch, dessen Rezepte umsetzbar und nachvollziehbar sind und nicht übertrieben verkräutert oder hyperkompliziert. So auch hier.

Bagel mit Pute und Avocadosalsa, Garnelen-Tortellini-Spieße oder Schockonocken auf Birnenragout… vielleicht erkennt man schon an den Rezepttiteln, was ich meine. Alltagstauglich mit einem Touch Raffinesse eben. Zutaten, die man entweder eh schon da hat oder leicht bekommen kann und mit denen man hinterher, auch wenn man sie nicht ganz aufbraucht, auch noch was anfangen kann.

Die Beschreibungen sollten auch nachvollziehbar sein, wenn man noch nicht viel Erfahrung mit dem Herd hat und verzeihen auch schon mal den ein oder anderen Fehler, wobei es hier schon nicht leicht ist, überhaupt welche zu machen. Schade allerdings, daß nicht zu jedem Rezept ein Foto vorhanden ist.

Die Anordnung der Rezepte im Buch laden auch ein wenig zum schmökern ein, denn wo andere Werke die herkömmlichen Kategorien Suppe, Salat und Dessert aufweisen, stößt man hier auf „Sachen gibt´s“, „Ich war mal in Italien“ oder „Von Oma geklaut“. Da hinten aber eine alphabetische Sortierung vorhanden ist, macht das nichts.

Viel mehr gibt es eigentlich auch nicht darüber zu sagen, es ist einfach ein tolles Buch und das nicht nur für Familie. Kaufen, es lohnt sich.

Wirsing, Sususi

Zum Paulaner Stuttgart

Das letzte Mal als wir in Stuttgart essen gegangen sind, sind wir… nicht zum Mexikaner! Diesmal waren wir im Gasthaus „Zum Paulaner“.
Zum Paulaner
Zugegeben, die Lage ist nicht grade die Schönste, die Nähe zum Rotebühlplatz bietet halt für den Biergarten davor auch nicht wirklich ein gemütliches Ambiente. Da das Wetter aber ja sowieso nicht so toll war und es Abends noch etwas kühl war, hatten wir drinnen reserviert.

Dort gibt es neben dem Gastraum im Erdgeschoß auch ein Obergeschoß mit diversen Nebenzimmern. Das sieht dann so aus:
Zum Paulaner Nebenzimmer
Das es hier so leer aussieht, liegt daran, daß von uns noch keiner da ist, ansonsten ist es oben und unten sehr voll, sehr fröhlich und sehr laut. Das Ambiente geht eher in Richtung „zweckmäßiges Wirtshaus“ und macht damit die Gemütlichkeit eindeutig von der Gesellschaft abhängig. Im Erdgeschoß darf gerüchteweise auch geraucht werden.

Die Speisekarte kocht sich von Bayern bis nach Schwaben und bietet daher für Vegetarier auch nur Spätzle oder Knödel mit Soß bzw. Rahmschwammerl oder den großen Salatteller (der, im Vergleich mit anderen Restaurants für meine Begriffe nicht wirklich arg groß war…).

Dafür finden alle anderen eine tolle Auswahl vom Apfel-Griebenschmalz bis zur halben Schweinshaxe. Hier die Münchner Leberknödelsuppe für 4,40 €:
Leberknödelsuppe
Also, die war richtig lecker! Es war keine gekörnte Brühe, der Leberknödel war locker und bis ins Innerste richtig heiß und geschmacklich sehr gut. Die Zwiebeln in der Brühe waren überraschend (hatte ich bei Leberknödelsuppe noch nie!), haben aber erstaunlich gut dazu gepaßt, vor allem, weil sie schön durch waren und die würzige Brühe gut ergänzt haben. Wer keine Petersilie mag, der kann ja sagen, sie sollen sie weglassen, aber was ist eine Leberknödelsuppe ohne? Die Größe war als Vorspeise ideal, nicht zu groß und nicht zu klein.

In weiser Voraussicht verzichtete ich auf das Hauptgericht. Ich wollte nämlich unbedingt den Kaiserschmarrn „Sacher Art“ mit Zwetschgenröster und Vanilleeis probieren! ( Auf der Homepage steht er noch mit Apfelmus als Beilage drauf; vielleicht wechselt das ab und an?). Für 9,20 € kam eine riesige Portion (wie es sich halt gehört, gelle…?):
Kaiserschmarrn mit Zwetschgenröster
Zum ersten: es war richtiger Kaiserschmarrn. D. h. für mich, es gehören einfach Rosinen rein. Zum zweiten war er perfekt zubereitet: gebraten auf einer Seite, die durch Zucker und Mandeln eine schöne karamelisierte, knackige Kruste erhielt, die durch das Vanilleeis und den Zwetgschgenröster auch nicht zu süß wirkte. Der Schmarrn selber war fluffig und locker, süß und vanillig, heiß und *sabber*…. Tschuldigung, aber der war wirklich einer der besten Kaiserschmarrn, den ich in den letzen Jahren hatte!

Ich würde hier jederzeit gerne wieder reingehen! Die Preise waren zumindest für meine Speise absolut angemessen, und auch was ich sonst auf der Speisekarte (die übrigens viel umfangreicher als auf der Homepage ist) gesehen habe, ist nichts zum meckern.

Wirsing, Sususi

P.S.:
Zum Schluß noch ein paar Sachen zum Nachdenken. Im Netz liest man immer wieder ein paar Kritiken. Zum Beispiel, daß die Winzerente hier aufgewärmt schmeckt. Hm, denken wir mal nach. Eine Ente wird nicht in fünfzehn Minuten fertig. Die braucht ein klitzekleines bißchen länger im Ofen. Geht man in ein Lokal, wo man nicht speziell zum Entenessen hingeht und vorbestellt, damit die Ente auf den Punkt mit dem Gast ankommt, ist die Ente logischerweise vorbereitet. Und logischerweise auch für den Gast wieder aufgewärmt. Deshalb würde ich in einem solchen Gasthaus gar nicht auf die Idee kommen, Ente zu essen. Man sollte eben auch mal darüber nachdenken, war man bestellt. Weiterhin werden hauptsächlich Speisen serviert, die sich eben wirklich gut vorbereiten lassen oder in der Zubereitung nicht zu lange dauern (mein Kaiserschmarrn dauerte ein wenig länger als der Rest des Essens, war aber frisch zubereitet. Das Schnitzel mit Pommes kam innerhalb von 15 Minuten, logisch, oder?).

P.P.S:
Oh, eine Sache fiel mir gerade noch ein: falls jemand von dort mitliest: wahrscheinlich wird Tee nicht unbedingt oft bestellt – aber eine Ablagemöglichkeit für den Teebeutel wäre nett; so sabbert er auf der Untertasse das Glas an… und im (oben eh nicht vorhandenen) Aschenbecher entsorgen ist uncool!