Archiv für den Monat März 2015

Gasthaus Römming in Erlangen

Am Wochenende stand ein Kurztrip nach Nürnberg an. Normalerweise ignoriert der Nürnberger, daß es um Nürnberg herum noch anderes gibt. Manchmal jedoch verläßt der Nürnberger Nürnberg und begibt sich auf die gefährliche Reise nach…. z. B. Erlangen. Und wenn der Nürnberger dann auch noch Hunger kriegt, dann ist er fast gezwungen, dort vor Ort essen zu gehen. Zum Beispiel hier: im Gasthaus Römming.
Römming
Das kannte ich noch nicht. Gut, ich war schon lange nicht mehr da, aber auch sonst hat Erlangen so unmassig viele Restaurants, daß man locker jeden Abend des Semesters wo anders verbringen kann und bei Ende des Studiums war man trotzdem noch nicht überall. (Wobei, mich würde interessieren, ob es den Chinesen in der Nähe vom ehemaligen Murphy´s noch gibt…). In der Apfelstraße gelegen, also ziemlich zentral befindet sich jedoch eben das Römming. Böhmische und Fränkische Küche sind eine erfreuliche Abwechslung zu den überall vorhandenen Dönerbuden, Asiaten und Italienern.

Das Ambiente hier ist, wie soll ich sagen? Sehr sauber? Heimelig? Vintage? Eigen? Gewöhnungsbedürftig? Gemütlich? Wohl alles. Angefangen von der uralten Original-Decke, die schon halb runterkommt bis hin zu den Blümchenvorhängen…
Römming Innen
Der Beilagensalat kam als erstes und ließ einen nicht wirklich in Jubelrufe ausbrechen. Ein paar Dosenbohnen, ein wenig Rote Bete aus dem Glas, ein geschmackloses Tomatenachtel und fade Sahnesauce… nu ja. Die Dosenbohnen waren hier dran noch das Beste.
Römming Beilagensalat
Dann kam aber meine bestellte Rinderroulade mit Böhmischen Knödeln und versöhnte mich wieder! Das Fleisch war schön zart, die Knödelscheiben schön groß und fluffig und alles zusammen lecker. Eine große Portion mit ordentlich Sauce. Gut abgeschmeckt aber nicht zu salzig, von der Roulade hat man noch das Fleisch geschmeckt.
Römming Rinderroulade mit Böhmischen Knödeln
Die Roulade war gut gefüllt mit Senf, Speck und Zwiebeln und, das wird Gurken-Hasser freuen, ohne eben diese. Hier waren keine harten Zwiebeln oder zähes Fleisch/Speck zu finden. Da hat für mich alles gepaßt, das war mal wirklich ein schönes, bodenständiges Mittagessen. Schön war auch, daß die Sauce keine Mehlpampe war.
Römming Rinderroulade aufgeschnitten
Die Bedienung war fix und freundlich, das Essen kam schnell, aber nicht zu schnell und man konnte in Ruhe essen. Das Rindergulasch war gerüchteweise ebenfalls sehr zart und lecker. Nur die Bratkartoffeln zum Schnitzel sahen mir sehr, sehr fettig aus.
Ich denke, hier kann man ruhig essen gehen.

Wirsing, Sususi

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Meine Kochbücher… Nr. 148

Manche Rezepte sind einfach nur heiße Luft. Buchstäblich. Nennt sich dann „Dampfgaren“, das Ganze. Hier ist so ein Beispiel von 2006 aus dem Dorling Kindersley Verlag. Der Titel sagt es schon: es geht ums „Garen im Dampf“.
cook it. Garen im Dampf
„Und jetzt?“, fragt man sich vielleicht. „Ich hab keinen Dampfgarer im Haus, so reich bin ich nicht.“ Macht nichts, man kann auch ohne Dampfgarer im Dampf garen. Zum Beispiel im Dämpfkorb der Asiaten, im Topf auf einem umgedrehten Teller oder im Römertopf. Alles das gleiche Prinzip. Zumal dünsten ja auch dazu gehört. Das ist dann sozusagen garen in feuchter Hitze. Als Einleitung bekommt man auch noch ein paar Tipps bezüglich Gerätschaften ect.

Vorspeisen, Salate, Hauptspeisen, Beilagen und Desserts – das sind die Kategorien, mit denen das Buch hier aufwartet. Wobei sich bei den Salaten das Dämpfen natürlich nicht auf den kompletten Salat bezieht sondern auf einige zum Salat gebrauchten Zutaten wie z. B. Hähnchenbrust. Asiatische Küche sollte man auf alle Fälle mögen, denn die Rezepte hier sind fast alle sehr asiatisch angehaucht: Muscheln in Wasabi-Butter, Salat mit Sake-Hähnchen und Korianderdressing oder offene Teigtaschen mit Fleisch-Garnelen-Füllung, um nur einige wenige Beispiele der auf 399 Seiten verteilten Gerichte zu nennen. Teigtaschen sind hier übrigens gut vertreten und diese Rezepte sind für meine Begriffe uneingeschränkt zu empfehlen. Die anderen Gerichte hauen einem nicht so wirklich vom Hocker. Gut, aber nicht überragend.

Ebenso sollte man mit der Verwendung bzw. der Einkaufsmöglichkeit von exotischeren Zutaten wie Kaffirlimettenblätter, Sesamöl oder Fischsauce zurecht kommen, da diese Zutaten doch sehr häufig vorkommen. Ansonsten sind die Rezepte nicht allzu schwer nachzukochen, die Garzeiten können natürlich wieder variieren.

Weniger gut haben mir hier drin allerdings die Kuchen und Desserts geschmeckt. Das man Kuchen auch kochen bzw. dämpfen kann, habe ich euch ja schon hier gezeigt: „Gekochter Kuchen“ . Es geht also, sogar schmackhaft. Nur, irgendwie wurde ich mit den Dessert-Rezepten hier drin nicht so warm.

Sicher interessant für einige, die bisher noch nicht wissen, was man alles wie schonend garen kann oder aus gesundheitlichen Gründen gerne aufs braten verzichten möchten. Für alle anderen lohnt sich das Werk nicht wirklich.

Wirsing, Sususi

Eichenrinde

Moment mal. Das sieht ja aus… wie… Holz? Stimmt, ist es auch. Genauer gesagt, es ist Eichenrinde. Und außnahmsweise will ich nicht, daß Ihr das esst. Eichenrinde Nicht, daß Eiche generell un-essbar wäre. Man denke nur daran, daß aus Eicheln eine Art „Kaffee-Ersatz“ hergestellt werden kann oder daß Eichelmehl auch verbacken werden kann (aber bitte nie rohe Eicheln essen!).

Hier geht es aber diesmal um die Rinde des Baumes. Eichenrinde enthält sehr viele Gerbstoffe und diese wirken adstringierend auf die Blutgefäße. Das heißt, sie ziehen sich zusammen. Diese Eigenschaft ist sehr nützlich, denn so ergibt sich ein blutstillender Effekt. Darüber hinaus sind diese Gerbstoffe für die Haut juckreizstillend. Man kann Eichenrinde also zum Beispiel einsetzen bei Neurodermitis oder anderen juckenden Hautausschlägen. Entweder als Vollbad (nicht bei Fieber oder Bluthochdruck!) oder als aufgekochter Sud, um die juckenden Stellen zu behandeln. Das gleiche gilt auf Grund der adstringierenden Wirkung bei Hämorrhoiden. Dazu nimmt man entweder 1/2 Tl für ca. 150 ml Wasser für eine Tasse bzw. für ein Bad ca. 500 – 600 gr., die man vorher mit Wasser aufkocht, 10-15 min ziehen läßt und dann den Sud (ohne die Rinde) ins Badewasser gibt.

Dieser blutstillende Effekt kann auch nützlich sein für Menschen, die gerade Blutverdünner nehmen müssen: Blutungen können so viel schneller wieder zum Stillstand gebracht werden.

Als Sud eignet sie sich auch bei Zahnfleischbluten, Zahnfleischentzündung oder anderen kleineren Wunden, um die Wunde schneller heilen zu lassen. Hier sollte man jedoch berücksichtigen, daß gerade bei frisch aufgebrühtem Sud immer kleine Schwebeteilchen im Sud sein werden, die man absetzten lassen sollte. Sonst kann es passieren, daß diese die Wundheilung eher verzögern als beschleunigen. Deshalb sollte der Sud niemals bei sehr frischen Wunden wie direkt nach einer Zahn-Extraktion zum Beispiel angewendet werden. Ist der Zahn aber schon ein paar Stunden draußen, dann kann man damit den Mund spülen, so für eine bessere Heilung sorgen und dafür sorgen, daß die Wunde nicht wieder anfängt zu bluten. (Für Weißheitszähne: einfrieren und als Eislutscher lutschen… klappt wunderbar und kühlt noch dazu…).

Alles in allem also durchaus ein kleiner nützlicher Helfer für daheim. Durch die Gerbstoffe kann Eichenrindensud auch bei Durchfall helfen, aber das ist nur etwas für hartgesottene Mägen bzw. intensive Fälle, da Eichenrinde schon sehr viel Gerbstoffe enthält – das schlägt unter normalen Umständen viel zu sehr auf den Magen. Theoretisch wirkt der Sud auch bei inneren Blutungen, aber da wird wohl keiner hier so blöd sein, damit rumzuexperimentieren – damit bitte sofort zum Arzt! Für Risiken und Nebenwirkungen fragen Sie… na ja, Ihr kennt den Spruch ja!

Wirsing, Sususi

Zitronen-Quark-Soufflé

Wolltet Ihr schon immer mal ein Soufflé ausprobieren? Habt Euch aber nie getraut? Kein Wunder, Soufflés sind ja auch die hohe Schule der Kochkunst. Tooootal schwierig. Nur mit uuunheimlich viel Übung zu meistern… Was, wenn ich Euch jetzt sage, daß es nicht mal halb so schwierig ist, wie Ihr es Euch vorstellt? Mit dem folgenden Rezept sollte eigentlich jeder etwas zustande bringen, was einem Soufflé zumindest ziemlich ähnlich ist.

Das erste (und eigentlich einzige), was Ihr über Soufflés wissen müßt, ist (lest es nach in „Die große Schule des Kochens“): jedes, absolut jedes Soufflé fällt innerhalb von 3 – 5 Minuten nach dem Rausnehmen aus dem Ofen zusammen. (Ausgenommen natürlich Food-gestylte Fotomodel-Soufflés, aber die haben so viel Mehl/Stärke drin, die kann man vermutlich auch an die Wand werfen, und sie bleiben stabil). Das heißt: die Zeit nutzen, die das Soufflé im Ofen ist und so lange den Teller dekorieren, Puderzucker bereitstellen, ect. Und dann nach dem Rausholen sofort servieren. Das ist der Grund, warum im Restaurant oft das Soufflé unter einer Wärmehaube serviert wird, das verzögert das Zusammenfallen etwas. So sollten die Gäste bereits fertig sein, mit dem „Uuuuh“ und „Aaaah“ und angefangen haben, zu essen – dann merkt eh kein Mensch mehr, daß es einfällt.

Also: Ihr braucht 2 Eier, 200 gr. Magerquark, 1 Pck. Vanillezucker, 2 El Zucker, 1 El Zitronensaft, 1 El gestrichen Speisestärke , 1 El gestrichen Mehl und eine Prise Salz. Und zusätzlich etwas Margarine zum Ausfetten der Förmchen und Wasser nach Bedarf (richtet sich nach Form fürs Wasserbad).
Souffle Zutaten
Als Soufflé-Form könnt Ihr übrigens auch andere Gefäße nehmen wie Tassen ect. Diese bitte gut mit Margarine ausfetten. Zusätzlich zu den Förmchen braucht Ihr noch eine große Auflaufform oder ein Backblech mit hohem Rand, denn die Masse wird ins Wasserbad gestellt. Die Menge hier reicht je nach Tassengröße für 4-6 Förmchen.
Souffle Formen
Am Besten gleich mal den Ofen vorheizen. Gas ist bei mir auf Stufe 6, zweite Schiene von unten. Das dürften ca. 190 – 200 Grad sein. Glaubt den Temperaturangaben und Umrechnungen im Internet nicht! Mein Ofen wird nämlich laut Hersteller auf Stufe 8 bloß 245 Grad heiß – während es Tabellen gibt, die behaupten, Stufe 8 entspricht immer 260 Grad… aber nur mal so nebenbei. Lieber mal einen Blick in die Bedienungsanleitung werfen.

Zuerst die Eier trennen, Eiweiß in eine Schüssel, Eigelb in die andere.
In einem Behälter das Eiweiß der zwei Eier mit einer Prise Salz und dem Vanillezucker sehr steif schlagen. Durch den Zucker verhindert Ihr übrigens, daß der Eischnee bei zu langem Schlagen sich wieder in zwei Phasen trennt.
Wenn der Eischnee steif ist, in der zweiten Schüssel die Eigelb mit Zucker, Zitronensaft, Stärke und Mehl schaumig schlagen. Dann den Quark unterrühren. Wenn das einigermaßen homogen aussieht, vorsichtig den Eischnee unter die Quarkmasse heben. Am Besten in mehreren Portionen, erst wieder neuen Eischnee zugeben, wenn der alte vollständig unter die Quarkmasse gehoben wurde.
Souffle Eischnee
Sobald das fertig ist, den Wasserkocher anschalten und mal gut einen Liter Wasser heiß machen. Inzwischen die Masse bis zu 2/3 hoch in die ausgefetteten Förmchen löffeln. Die Förmchen in eine Auflaufform stellen oder auf ein Backblech mit hohem Rand und das heiße Wasser außen rum gießen, so daß die Förmchen ca. 1 cm im Wasser stehen. Mehr oder weniger Wasser ist auch nicht tragisch. Jetzt sofort in den vorgeheizten Ofen und 30 Minuten nicht mehr die Türe öffnen. Egal, was in Eurem Ofen passiert! Die Zeit könnt Ihr nutzen, um die Deko vorzubereiten, das Geschirr zu spülen, den Puderzucker zu sieben oder was auch sonst immer.
Souffle eingefüllt
Nach 25-30 Minuten (wenn Ihr unsicher seit, laßt es lieber noch mal 5 – 10 Minuten länger drin – bei so kurzer Zeit passiert da nichts.) sollte das Soufflé schön aufgegangen sein, oben leicht aufgerissen sein und eventuell schon einen leicht bräunlichen Hauch bekommen haben. Das kommt aber auf Euren Ofen an. Dann rausholen (Vorsicht, heiß und nass!) und SOS servieren (Sofort, ohne Säumen!).
Zitronen-Quark-Soufflé
Das sollte eigentlich geklappt haben. Vergesst einfach die tausend Tipps wie „keine Weichplastikschüsseln“ und „ja nicht bei über 150 Grad“ oder „ja nicht bei weniger als 240 Grad“. Macht einfach mal drauf los. Und, schmeckt´s?

Wirsing, Sususi

PS: Noch ein paar Anmerkungen:
Das originale Rezept arbeitet mit drei Eiweiß. Mit drei Stück wird es zwar noch fluffiger und geht mehr auf, schmeckt mir persönlich aber viel zu sehr nach Ei. Deshalb, und weil ich es hasse, wieder mal Reste zu haben, nehme ich nur zwei Eier.
Geschmacklich läßt sich das Grundrezept auch noch variieren, z. B. in dem Ihr Orangenschale oder Zitronenschale mit in die Quarkmasse gebt. Ober statt einem El Zitronensaft einen Tl Zitronensaft und 1 Tl Cointreau nehmt. Das Rezept nimmt es auch nicht übel, wenn man statt 200 gr. Quark 250 gr. nimmt. Dann geht es eben eher in Richtung luftiger Käsekuchen-Soufflé-Hybrid.

Meine Kochbücher… Nr. 147

Hättet Ihr erkannt, wer uns da so jung vom Cover entgegenlächelt, wenn Ihr es nicht oben überm Titel gelesen hättet? Genau, es ist tatsächlich Alfons Schuhbeck. In den 90ern war er die Werbefigur für Herta Fleischwurst („Ja. Eben drum.“ Wer kennt den Spot noch?). Deshalb erschien 1993 herausgegeben von der Herta GmbH ein kleines Büchlein mit dem Titel „Raffinierte Fleischwurst-Ideen“:
Raffinierte Fleischwurst-Ideen
Immerhin doch 72 Seiten stark ist dieser Werbeblock von Herta für die Jubiläums-Schinken-Wurst, aaaaaaber man kann natürlich auch jede andere Fleischwurst nehmen.

Mit Fleischwurst zu kochen wird vielleicht erst einmal dem ein oder anderen komisch vorkommen, der bisher Fleischwurst nur als Brotbelag kannte bzw. höchstens noch als Wurstsalat. Fleischwurst-Rouladen, Trauben-Wurst-Salat oder Fleischwurst im Schlafrock sind da doch schon die exotischeren unter den Rezepten, aber Eintöpfe, Wurstsalate oder Paprika-Wurst-Toast sind natürlich auch dabei.

Wer Fleischwurst mag, der findet hier ein paar nette Anregungen, die ganz Schuhbeck-untypisch ohne Ingwer auskommen! Ich muß gestehen, daß ich Fleischwurst zwar mag, aber jetzt nicht so der totale Fan bin – schmackhaft und familientauglich sind die Rezepte trotzdem. Sie stellen weder eine besondere Herausforderung beim Einkaufen noch beim Kochen dar.

Ein paar der Rezepte kommen auch bei mir immer wieder, insbesondere die Salatvarianten. Das ist doch mal eine Werbeidee gewesen, mit der man tatsächlich was anfangen kann. Extra danach suchen lohnt sich aber meiner Meinung nach nicht.

Wirsing, Sususi

Thymian

Seht Ihr´s? Bzw. seht Ihr es nicht? Eine Seite ist normaler getrockneter Thymian aus dem Gewürzregal, die andere Seite ist Thymiantee. Kein Unterschied. Beides das Gleiche, auch preislich ist hier kein großer Unterschied. Nur hat man meistens eben statt Tee dann das Gewürz daheim, wenn man es grade braucht.
Thymian
Brauchen? Wofür? Ganz einfach: so gut wie für alles. Egal was Ihr habt, Thymian hilft bestimmt. Thymian wirkt antibakteriell, fungizid, schleimlösend, krampflösend, hilft sogar gegen antibiotika-resistente Bakterien, gegen Magen-Darm-Grippe, Wechseljahresbeschwerden, Karies, Parodontose, Akne (als Tinktur oder Salbe), bei Ratten zumindest gegen Bluthochdruck, gerüchteweise gegen Lepra und wahrscheinlich noch gegen viel mehr. Also sozusagen der „Allrounder“ unter den Heilkräutern.

Glücklicherweise verlegen sich auch immer mehr Arzneimittelhersteller auf die natürliche Heilwirkung des Thymians (Bronchipret Pastillen z. B.). Aber wenn man ihn schon daheim hat, dann kann man auch genau so gut einfach einen Thymiantee trinken. Dazu einfach 1 Tl getrockneten Thymian mit 1/4 Liter heißem Wasser aufgießen oder in den Erkältungstee geben, ziehen lassen und am Besten mit Honig süßen.

Auf diese Weise hat man bei Halsschmerzen (am Besten in Kombination mit Salbei) und Husten immer schnelle Hilfe im Haus. Grade bei Bronchialerkrankungen, sei es durch eine Erkältung oder Asthma, Reizhusten oder Keuchhusten, bringt Thymian sehr schnell Linderung. Dazu trägt auch bei, daß die ätherischen Öle beim Einatmen auf das Nervensystem beruhigend wirken, was auch der Grund ist, warum Thymian oft in Erkältungsbädern zu finden ist.

Aber auch hier: Nebenwirkungen gibt es. Ein Beiname des Thymians ist „Hexenkraut“, da er zu den Kräutern gehört, die eine abortive Wirkung haben können. Deshalb bitte besonders in der Schwangerschaft sehr aufpassen, d. h. im ersten Trimester komplett darauf verzichten und später sehr sparsam. Sind die Wehen allerdings bereits im Gange kann Thymian durchaus ebenfalls schmerzlindernd und beruhigend wirken. Auch hier gilt: im Zweifelsfall lieber einen Arzt fragen. Das gilt auch für Allergien. Thymian gehört neben Lavendel zu den zwei Dingen, die in Erkältungsbädern sehr häufig Ursache für darauf folgenden Nesselausschlag sind.

Aber keine Sorge, sparsam im Essen verwendet sollten Nebenwirkungen eigentlich nicht auftreten. Im Gegenteil, Salmonellen, Listerien und Coli-Bakterien haben so sogar noch weniger Chancen…

Wirsing, Sususi

Meine Kochbücher… Nr. 146

In Zeiten von Lieferservice und Co an jeder Ecke… wer sorgt denn da noch selber fürs Buffet? Eigentlich wenn man sich umhört ganz schön viele. Obwohl es ganz schön aus der Mode gekommen ist, die Schnittchen selber zu belegen. Trotzdem hat das „kleine Buffet“ grade unter Freunden noch viele Anhänger und ein Buch wie das nachfolgende darf dann natürlich nicht fehlen: „Kalte Küche“ aus dem Gruner & Jahr Verlag von 1981.
Kalte Küche
Die meisten Rezepte hier sind für ein Buffet mit 12 Leuten ausgerichtet – hat man mehr oder weniger muß man eben ein wenig rechnen.

Schön finde ich die Buffet-Tipps, die man hier bekommt. Zwar sind sie nur ein kleiner Teil der 288 Seiten, aber Rezeptempfehlungen helfen einem, zum Beispiel ein Mittelmeer-Buffet zusammenzustellen oder einen russischen Sakuska-Tisch. Natürlich sind die vorgeschlagenen Rezepte auch mit hier drin. Angefangen bei Canapés mit Kasseler über Spareribs mit Honig und Rosmarin bis hin zur Rhabarbergrütze mit Erdbeeren… in 16 Kategorien findet man alles – wirklich – alles, was man so aufs Buffet stellen kann. Und Tipps zum garnieren gibt es obendrein (schön farblich geordnet – so sind in der Kategorie Garnieren in Orange hübsche Möhrenschnitzereien oder Orangenkörbchen zu finden…).

Die Rezepte selber reichen von ultra-einfach und schnell bis zu kompliziert und braucht viel Vorbereitungszeit; man hat also die Auswahl, wie schwierig man es sich machen möchte. Die Anleitungen sind ausführlich und verständlich und in der Zutatenliste sind weiter hilfreiche Hinweise wie Einwaage, Erklärungen ect. angegeben. Also haben auch Kochanfänger hiermit eine reelle Chance, ein schönes Buffet (oder Picknick – manche Rezepte eignen sich auch hierfür) auf die Füße zu stellen – wenn man sich an die 20 einfachen Grundregeln hält, die am Anfang des Rezeptteils auf einen warten.

Ich mag dieses Buch sehr. Auch wenn ich bisher nicht Gelegenheit hatte, mich durchs ganze Buch zu kochen – soooo oft gibt es nun auch kein Buffet hier – bin ich davon überzeugt, daß die noch nicht ausprobierten Sachen genau so lecker sind wie die bisherigen. Oh, und die Preiselbeer-Cognac-Sauce hier drin? Der Renner letztes Thanksgiving zu unserer Pute…

Also, ruhig öfter mal selber was zum Buffet beisteuern, ruhig auch mal an Fisch rantrauen… und unbedingt nach diesem Buch Ausschau halten!

Wirsing, Sususi