Eichenrinde

Moment mal. Das sieht ja aus… wie… Holz? Stimmt, ist es auch. Genauer gesagt, es ist Eichenrinde. Und außnahmsweise will ich nicht, daß Ihr das esst. Eichenrinde Nicht, daß Eiche generell un-essbar wäre. Man denke nur daran, daß aus Eicheln eine Art „Kaffee-Ersatz“ hergestellt werden kann oder daß Eichelmehl auch verbacken werden kann (aber bitte nie rohe Eicheln essen!).

Hier geht es aber diesmal um die Rinde des Baumes. Eichenrinde enthält sehr viele Gerbstoffe und diese wirken adstringierend auf die Blutgefäße. Das heißt, sie ziehen sich zusammen. Diese Eigenschaft ist sehr nützlich, denn so ergibt sich ein blutstillender Effekt. Darüber hinaus sind diese Gerbstoffe für die Haut juckreizstillend. Man kann Eichenrinde also zum Beispiel einsetzen bei Neurodermitis oder anderen juckenden Hautausschlägen. Entweder als Vollbad (nicht bei Fieber oder Bluthochdruck!) oder als aufgekochter Sud, um die juckenden Stellen zu behandeln. Das gleiche gilt auf Grund der adstringierenden Wirkung bei Hämorrhoiden. Dazu nimmt man entweder 1/2 Tl für ca. 150 ml Wasser für eine Tasse bzw. für ein Bad ca. 500 – 600 gr., die man vorher mit Wasser aufkocht, 10-15 min ziehen läßt und dann den Sud (ohne die Rinde) ins Badewasser gibt.

Dieser blutstillende Effekt kann auch nützlich sein für Menschen, die gerade Blutverdünner nehmen müssen: Blutungen können so viel schneller wieder zum Stillstand gebracht werden.

Als Sud eignet sie sich auch bei Zahnfleischbluten, Zahnfleischentzündung oder anderen kleineren Wunden, um die Wunde schneller heilen zu lassen. Hier sollte man jedoch berücksichtigen, daß gerade bei frisch aufgebrühtem Sud immer kleine Schwebeteilchen im Sud sein werden, die man absetzten lassen sollte. Sonst kann es passieren, daß diese die Wundheilung eher verzögern als beschleunigen. Deshalb sollte der Sud niemals bei sehr frischen Wunden wie direkt nach einer Zahn-Extraktion zum Beispiel angewendet werden. Ist der Zahn aber schon ein paar Stunden draußen, dann kann man damit den Mund spülen, so für eine bessere Heilung sorgen und dafür sorgen, daß die Wunde nicht wieder anfängt zu bluten. (Für Weißheitszähne: einfrieren und als Eislutscher lutschen… klappt wunderbar und kühlt noch dazu…).

Alles in allem also durchaus ein kleiner nützlicher Helfer für daheim. Durch die Gerbstoffe kann Eichenrindensud auch bei Durchfall helfen, aber das ist nur etwas für hartgesottene Mägen bzw. intensive Fälle, da Eichenrinde schon sehr viel Gerbstoffe enthält – das schlägt unter normalen Umständen viel zu sehr auf den Magen. Theoretisch wirkt der Sud auch bei inneren Blutungen, aber da wird wohl keiner hier so blöd sein, damit rumzuexperimentieren – damit bitte sofort zum Arzt! Für Risiken und Nebenwirkungen fragen Sie… na ja, Ihr kennt den Spruch ja!

Wirsing, Sususi

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