Archiv für den Monat Februar 2015

Meine Kochbücher… Nr. 144

Heute mal wat os Oma freher kochde…
Vielleicht hat es der ein oder andere schon erkannt, wir sind in NRW im Kreis Siegen-Wittgenstein, genauer in Wilnsdorf. Dort erschien 1993 von der ev. Frauenhilfe und der Kath. Frauengemeinschaft herausgegeben ein Kochbuch, dessen Verkaufserlöse karitativen Zwecken zuflossen.
Wilnsdorfer Kochbuch
Wie schon beim Thiersheimer Kochbuch (hiersollteeigentlicheinlinkstehenaberderartikelistbeimumzugverlorengegangen…)
ist hier drin auf 310 Seiten eine riesige Sammlung an regionalen und weniger regionalen (aber an den Hausgebrauch angepassten) Rezepten zu finden. Da alle Rezepte von Privatpersonen stammen sind natürlich auch die Anleitungen mal mehr oder weniger ausführlich oder gut erklärt. Das trifft ebenso auf die Zutatenangaben zu, die manchmal etwas wage werden, denn wenn man selber kocht, weiß man, wie groß das „Glas Sellerie“ immer ist. Das es das in verschiedenen Einwaagegrößen gibt, wird eben als Privatperson oft vergessen… aber mit etwas Nachdenken kann man die Lösung meistens selber finden (und sich denken, daß zwei mal 720 ml auf 6 Pellkartoffeln doch etwas viel Sellerie wäre).  Grießmealkliase, Irish Stew nach Wilnsdorfer Art oder Kiwi-Torte… eben eine bunte Mischung von allem, was man so kochen könnte.

Gerade bei Desserts und Kuchnrezepte findet man in solchen Sammlungen immer noch den ein oder anderen „Geheimtipp“. Viel mehr gibt es eigentlich dazu gar nicht zu sagen, denn solche Bücher lohnen sich immer. Dabei darf man natürlich nichts Hochtrabendes erwarten sondern eben einfach Alltagstaugliches bis Partytaugliches in erprobten Gerichten.

Wirsing, Sususi

Minze

Schokominze, Orangenminze, Erdbeerminze… obwohl es inzwischen so viele verschiedene Minz-Arten gibt (die sich daheim übrigens hervorragend im Blumentopf ziehen lassen…), sind die bekannstesten wohl immer noch Pfefferminze, Nana-Minze und die Marokkanische Minze.  Hier auf dem Bild ist marokkanische Minze zu sehen, leider gekauft, da mir Blattläuse letztes Jahr meine komplett zerfressen haben *grummel*

Wer Minze-Tee sehr häufig als Erfrischungsgetränk zu sich nimmt (kann man keinem verübeln, ist ja auch lecker und durstlöschend), der kann eigentlich aufhören zu lesen, denn der Körper gewöhnt sich schon nach drei bis vier Wochen so daran, daß eine Heilwirkung danach ausbleibt.
Marokkanische Minze
Wer das nicht tut, der hat mit Minze in jeder Art eine sehr gute Ergänzung zum Erkältungstee. Das in allen Minz-Arten in mehr oder weniger hohen Konzentration (marokkanische Minze z. B. hat bloß einen geringen Anteil) enthaltene Menthol macht die Atemwege bei verstopfter Nase wunderbar frei. Zusätzlich wirkt auch Minze leich schmerzstillend und entspannend auf die Atemwege. Zusätzlich hilft es natürlich, wenn man die heißen Tee-Dämpfe auch gut einatmet – dadurch werden die Schleimhäute nicht nur gut befeuchtet sondern zusätzlich befreit.

Obwohl ich nicht der große Freund von Minz-Öl bin (ein Alkoholauszug ist mir hier lieber – meine Haut reagiert da nicht so empfindlich drauf: einfach in Korn mit mind. 45 % im Verhältnis 10:1 mit Minze mischen, zwei bis drei Wochen stehen lassen, abfiltrieren und dunkel aufbewahren), wirkt Minz-Öl (und die Tinktur) bei Spannungskopfschmerzen lindernd: das Menthol bewirkt über einen TRP-Nerven-Kanal zwar ein Kühlungsgefühl (was bei der Tinktur noch durch das Verdunsten des Alkohols verstäkt wird), erweitert aber die Blutgefäße und steigert somit die Durchblutung und Entspannung der Nackenmuskulatur. Auch auf die Stirn und die Schläfen gestrichen, ergibt sich ein ähnlicher Effekt. Durch diese Durchblutungsförderung kann es auch bei müden Muskeln und rheumatischen Erkrankungen eingesetzt werden.

Als Tee wirkt Pfefferminze ebenfalls gegen Übelkeit, also eine Alternative für alle, die keinen Ingwer mögen/vertragen. Stillende Frauen sollten wissen, daß Pfefferminztee den Milchfluß hemmt.

Aber, wie überall: Nebenwirkungsfrei ist Minze nicht. Zum einen können empfindliche Menschen nicht nur hautmäßig auf das Öl allergisch reagieren sondern auch auf das Kraut direkt. Insbesondere bei hohen Dosen oder bei Kindern kann dann der sogenannte Menthol-Krampf auftreten, der besonders bei Kindern unter 6 Jahren zu Atemstillstand führen kann. Hier sollte man auf Minzöl ganz verzichten und Pfefferminztee auch nur sehr vorsichtig geben. Bei einigen Menschen kommt es auf Grund des Menthols zu Magenbeschwerden, obwohl Minze andererseits grade bei Gastritis als Heilkraut empfohlen wird. Bei Gallensteinen aber bitte auf Minze verzichten.

Auch hier gilt: Im Zweifelsfall lieber den Arzt fragen – der kennt nämlich auch die jeweilige persönliche Situation und kann deshalb etwas mehr als allgemein beraten.

Wirsing, Sususi

Fertig… und Fix!

Gerade habe ich meine letzte Prüfung bestanden – und bin somit fertige Fachkraft für Arbeitssicherheit. Aus diesem Grund müßt ihr jetzt noch dieses Wochenende auf Beiträge verzichten bevor es dann endlich weitergeht. Erst mal ist nämlich feiern angesagt!

Wirsing, Sususi

Meine Kochbücher… Nr. 143

Wer kennt sie nicht, die „Brigitte“? Seit Jahrzehnten unermüdlich um Mode, Kultur und Wohnen der Haus-u. aller anderen Frauen bemüht… Natürlich dürfen Rezepte nicht fehlen. Wem das dauerende Ausschneiden eben dieser zu doof ist, der findet ab und an Sammelbände in Buchform. So auch diesen hier: „Die schnellsten Rezepte aus der Brigitte-Küche“, 2009 im Bassermann-Verlag erschienen und ursprünglich von 2006. Die schnellsten Rezepte aus der Brigitte-Küche
96 Seiten und auf den ersten wird bereits versprochen, daß „Rezepte auch für Anfänger leicht und schnell nachzukochen sind und dabei so schmecken, als hätten Sie heimlich das goldene Kochabzeichen erworben“.

Also schnell zubereitet sollen sie sein, die Rezepte? Na, ich weiß ja nicht. 20 Minuten, ok, das ist schnell. 30 Minuten laß ich mir auch noch eingehen, aber alles drüber ist bei mir nicht mehr wirklich schnell. Muß jeder selber wissen. Außerdem sind die Zeitangaben wirklich zum Teil sehr willkürlich oder ich bin schon zu geübt in manchen Sachen. Aber das Linguine mit Knoblauch und Rauke unter die Kategorie „40-Minuten-Küche“ fallen, das erschließt sich mir nicht ganz…

Ein paar der Rezepte sind wirklich ganz normal und sollten eigentlich auch jedem schmecken. Und dann gibt es noch die anderen. So wie den Mozzarella mit Mango und Rauke. Oder die Kritharaki mit Kohlrabi und Feta. Oder den Schafskäse-Endivien-Salat mit Wassermelone. Ich weiß nicht, aber dieses Jahrzehnt hat es sich wohl zur Aufgabe gemacht, alles mit allem anderen zu mischen und zu servieren.

Schön finde ich die Informationen und Tipps, die man neben den Rezepten bekommt, z. B. Infos über bestimmte nicht allen unbedingt immer bekannte Zutaten wie Bresàola oder Surimi. Oder welche Küchenutensilien für die nachfolgenden Rezepte daheim im Schrank vorhanden sein sollten. Den Rezepten selbst kann man gut folgen und zumindest das Versprechen, daß Anfänger gut damit zurechtkommen, wurde offenbar gehalten.

Es ist ein für mich sehr nichtssagendes Werk; kein einheitliches Thema; kein roter Faden; nicht alle Kategorien der 20-Minuten-Küche (wie Suppen, Vegetarisch, Kinder, ect.) finden sich bei der 30-Minuten-Küche; und irgendwie ist nicht ganz klar, wie die wenigen ausgewählten Rezepte es geschafft haben, ausgewählt zu werden. Das ist eines der Werke, worauf man auch gut verzichten kann, denn soooo toll sind die Rezepte nun auch wieder nicht.

Wirsing, Sususi

Burhans Murrhardter Hof Stuttgart

Da ich bei meinem letzten Besuch in Stuttgart Abends den Rüssel voll hatte vor lauter Schweinen, war ich froh, daß wir ein Restaurant besuchten, welches auch andere Speisen auf der Karte hatte: nämlich den „Murrhardter Hof“. Ein Blick online auf die Speiekarte brachte zwei Erkenntnisse: erstens, die Speisekarte ist nicht ganz aktuell, was Preise und Speisen betrifft. Da ich sie heute aber nicht erreichen konnte, wird sie vielleicht grade überarbeitet. Und zweitens, alle kennzeichnungspflichtigen Zusatzstoffe waren brav aufgelistet. Dabei fiehl mir ins Auge, daß z. B. bei dem Gericht „Leberwurst mit Bratkartoffeln“ E220-228 angegeben war (geschwefelt.). Autsch, das kann eigentlich nur eines heißen: Fertigkartoffeln! Jetzt gibt es aber auch hier verschiedene Möglichkeiten, von Kartoffeln aus dem Glas (geht als Restaurant gar nicht) bis hin zur Variante nur geschält und vorgeschnitten (geht, wenn man einen guten Lieferanten hat, und damit ordentlich umgehen kann). Ich war also gespannt. Und wurde tatsächlich etwas überrascht.

Betritt man den Gastraum, dann hat man den Eindruck, daß das hier herrschende Ambiente unter die Kategorie „schlicht und edel“ zu fallen versucht. Unterstützt wird das ganze durch den Parkettboden, die dunklen Holzmöbel und die ansonsten schlichte weiße Wand ohne viel Deko. Hier rutscht das Ganze aber, bedingt durch die Höhe der Decke fast schon in die Kategorie „Wartehalle“ ab. Unterstützt wird das noch durch die Deckenstrahler, die allerdings so weit unten angebracht sind, daß Licht schon sehr gedämpft am Teller ankommt.

Trotzdem nicht ungemütlich. Leider wird der Platz hier gnadenlos ausgenutzt – wie man hier sehen kann, werden die Tische sehr eng eingedeckt. Wir haben an unserer langen Tafel im Nebenraum sogar ein Gedeck übersprungen und saßen immer noch sehr eng.
Murrhardter Hof Stuttgart
Bedient wurden wir freundlich (wenn auch nicht herzlich-überschwenglich) von einer Dame aus Österreich (?) und einem älteren Herren mit erstaunlichem Gedächtnis (er konnte sich beim Rechnung schreiben an fast alle Gerichte und Personen noch ohne Hilfe erinnern…). Bestellen konnte man allerlei Schwäbisches. Und, da man es sonst auf keiner Karte mehr so einfach findet und es nicht ganz einfach ist, es lecker zuzubereiten, mußte ich natürlich die „Rieslingkutteln mit Bratkartoffeln“ bestellen!

Alle Gerichte, die als Beilage einen Salat hatten, bekamen diesen vor dem Hauptgericht. Dazu wurden für den Tisch jeweils eine große Schüssel mit Kartoffelsalat gebracht. Dieser war wirklich sehr gut. (Wer mich kennt, der weiß, daß mir ein Kartoffelsalat-Lob gar nicht so einfach aus den Rippen zu leiern ist). Selbstgemacht, noch lauwarm, gut abgeschmeckt (nachsalzen und pfeffern steht jedem frei). Dann kamen auch schon recht schnell die Hauptgerichte (auch fast alle zusammen bzw. so viel, wie ein Ober eben tragen kann).

Und jetzt war ich sogar doppelt überrascht. Zunächst einmal die Kuttel. Rieslingkutteln sollten es ja sein. Ich bezweifle jedoch, daß diese Sauce jemals viel Riesling gesehen hat. Es war mehr eine Knoblauch-Sahne-Sauce. Ein leicht säuerlicher Einschlag, wie von sauren Kutteln oder Rieslingkutteln bekannt, fehlte völlig. Die Kutteln hätten teilweise auch etwas feiner geschnitten sein können. Außerdem waren sie von der Konsistenz her gut hingekriegt (also ohne den „Gummibandfaktor“). Geschmacklich war es zwar nicht das Erwartete, aber es war auch ok. Und dann die Bratkartoffeln. Diese waren wohl tatsächlich aus bloß vorgeschälten Kartoffeln gemacht: schön knusprig, nicht in Öl schwimmend, gut abgeschmeckt und noch angenehm bißfest. Darüber hinaus alles schön angerichtet.
Teller Rieslingkutteln
Ich gebe zu, das hätte ich nicht erwartet aber ich war tatsächlich mit meinem Hauptgericht zufrieden. Preislich gibt es hier übrigens alles zwischen 10 € (wie der Teller Kutteln) und 30 Euro. Bei den Hauptgerichten bis 15 Euro kann ich guten Gewissens sagen, hier kann man nichts verkehrt machen. Ob die Gerichte mit den höheren Preisen diese rechtfertigen – das kann ich noch nicht sagen. Es würde mich aber schon interessieren, denn auch was einige andere am Teller hatten, sah ziemlich lecker aus. Ich werde es bei Zeiten mal ausprobieren.

Bei der Rechnung wurde übrigens nicht wie oft üblich alles auf einen Bon geschrieben und dann auseinanderdividiert sondern jeder bekam seinen eigenen Bon fertig gemacht. Fand ich persönlich jetzt viel besser. Die ganze Sache schreit förmlich nach einem Revisited denn so ganz sicher bin ich noch nicht, was ich von dem Restaurant halten soll. Hintergrundgedudel gab es erfreulicherweise auch nicht…

Wirsing, Sususi

Schweinemuseum Stuttgart

Große Schweine, kleine Schweine, Seifenschweine, Spardosenschweine, PlüschschweineKinderbücherPorzellanfigürchenschweinevornehintenobenrechtslinksüberallschweine….“Aaaaargh“

So oder so ähnlich könnte man sich fühlen, wenn man durch die inzwischen fast 50.000 Ausstellungsstücke im Schweinemuseum in Stuttgart durch ist. Passenderweise im alten Schlachthof-Verwaltungsgebäude untergebracht, beherrbergt das Museum seit 2010 Schweine in alle Formen, Farben, Größen und Materialien.
Trämli Bahn
Zwar erfährt der Besucher in drei Stockwerken ein paar Fakten zur Herkunft des Schweines und der verschiedenen Rassen, der Hauptaugenmerk der in 25 Themenzimmer gegliederten Ausstellung ist aber dennoch das Schwein in all seinen Dekorations-Formen.
China Schwein
Exotisches…
Chinesisches Porzellanschwein
…bis Erotisches…
Sexy Schweine
..verteilt sich auf knapp 1000 Quadratmetern – und es ist nicht immer hilfreich, daß man zumindest bis in den ersten Stock immer den Duft der anschließenden Gaststätte in der Nase hat (und die Schweine vor der Nase…).
Kinderreime
Allerdings muß ich zugeben, daß man sich relativ schnell ob der ganzen schweinischen Masse etwas erschlagen fühlt… spätestens im Raum mit den ganzen Setzkästen stellt sich so eine Art Schweine-Overkill-Gefühl ein:
Setzkästen Schweine
In verschiedenen Räumen hat man als Erwachsener allergings Schwierigkeiten mit den ganz untersten Ausstellungskästen, während andere sogar als Giraffenmensch ebenfalls schwer einzusehen wären… aber es gibt hier so viel zu sehen, daß es darauf letztendlich nicht wirklich ankommt. Wer kann schon sagen, er hätte alle 50.000 Exponate ausgiebig betrachtet…

Am Ende kann man nur sagen, Schwein gehabt! Es geht nämlich auch wieder raus, eventuell noch an einer Sonderausstellung vorbei (diesmal Nußknacker aus dem Erzgebirge…sogar da waren vier Schweine dabei!)
Spardose Schwein 2
Bereut habe ich den Besuch hier definitiv nicht, es ist ein wirklich humorvolles Museum. Und wer den Besuch gleich mit einem Essen im Restaurant nebenan abschließen möchte, der hat sicher einen schönen Ausflug gemacht.

Der Eintritt kostet für den normalen Erwachsenen 5,90 € (ist eine Sonderausstellung, dann einen Euro mehr) und man sollte so etwa eine Stunde einplanen. Das Museum ist übrigens bequem mit der U9 (Richtung Hedelfingen) Haltestelle Schlachthof zu erreichen.

Na, denn Prost! So viel Schwein muß man erst mal verdauen…
Rüssel-Putzer

Wirsing, Sususi

PS: Ach ja, wer sich fragt, ob man dort mit seinen Kinder hingehen soll:
Eine Mutter mit ihren zwei Kindern ist vielleicht ein gutes Beispiel. Nach dem zweiten Raum fragte das Mädchen (so um die 6 Jahre geschätzt): „Mama, was kann man denn hier machen?“ Leider antwortete die Mutter strategisch ungeschickt mit „Nichts, hier kann man nur schauen…“ Den Rest der Ausstellung verbrachte das Mädchen damit, mit seinem Bruder zwischen den Schaukästen fangen zu spielen, während die Mutter verzweifelt versuchte, die beiden für Spardose Nummer 819 zu begeistern…
Ich find Dich Saustark