Archiv der Kategorie: Bücher

Meine Kochbücher… Nr. 162

Puhh, Urlaub ist anstrengend! Also, wenn ihn jemand anders hat. Zum Beispiel meine Kollegin… Ich kann Euch versichern, ich habe Euch nicht vergessen. Nur ist grade so viel los, und es ist Tour de France (da bin ich eh für außer-TV-liche Aktivitäten nicht zu haben…). Schnell muß es also gehen.
Deshalb nehmen wir einfach die „Schnelle Küche“ aus dem Parragon Verlag.
Schnelle Gerichte
512 Seiten, schöne Bilder, brüchiger Rücken, verliert schnell.. *bla-bla-bla* Kennt Ihr ja von den anderen Parragon Büchern. Muß ich alles nicht noch mal sagen. Und eigentlich ist jedes dieser Rezepte auch in irgend einem der anderen Parragon-Bände auch schon drin. Hier sind halt alle „schnellen“ Gerichte zusammengefaßt. Diesmal stimmt das aber auch wirklich.

Rindfleisch mit Erbsen und Bohnenpaste, Sirup-Sahne-Kuchen oder Orangen-Thymian-Kürbis-Suppe… von gewohnt bis exotisch ist alles dabei, was sich schnell braten, kurz kochen oder fix backen läßt. Von daher hält das Buch, was es verspricht. Und die Rezeptauswahl ist so groß, daß von Suppen, Salaten, Fisch oder Geflügel eigentlich für jeden war dabei sein sollte. Nur „typisch deutsche Hausmannskost“, die wird man hier nicht finden.

Anfänger kriegen die Rezepte mit Hilfe auch hin (stellt jemanden daneben, der sagt, daß man den Staudensellerie erst abfädeln soll, bevor man ihn in dünne Scheiben schneidet… es wäre nicht das erste Mal!) und die wirklich exotischen Zutaten (Rauchmandeln ect.) beschränken sich auch ein paar wenige Rezepte.

Eigentlich ein universell einsetzbares Werk, „moderne“ Rezepte und vor allem leckere Rezepte für Alles-Esser, die keine Berührungsängste haben mit Chorizo, Süßkartoffeln oder Pak Choi. Mir taugt es, ich habe schon sehr viel hier draus ausprobiert und bin noch nie enttäuscht worden. Schön, um sich wirklich der Reihe nach durchzuprobieren und da es ja über 500 Seiten sind, hat man da lange was von.

Wirsing, Sususi

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Meine Kochbücher… Nr. 161

Es ist Sommer, es ist Tour de France… was paßt da besser, als eine kulinarische Reise durch Südfrankreich? „Die Landküche der Provence“ aus dem Kosmos-Verlag von 2013 bietet genau das an.
Die Landküche der Provence
144 Seiten hübsch aufgemacht mit leckeren Fotos und gut gegliederten Rezepten versetzen einen gedanklich in kleine Brasserien nach Montélimar oder Avignon…

Was ist das erste, an das jeder denkt, wenn er „Provence“ hört? Logisch, Lavendel. Weite, im Wind leicht wogende, duftende, lilablaue Lavendelfelder… Wen wundert es, daß deshalb auch hier Rezepte drin sind, die Lavendel verwenden? Die Lauchtarte mit Lavendel (Tarte aux poireaux) oder Feigen mit Lavendel-Sahne (Figues à la Niçoise) zum Beispiel. Aber auch sonst sind die Rezepte hier geeignet, um einem schier das Wasser im Mund zusammenlaufen zu lassen! Olivencreme mit Paprika (Olivade), Oventomaten (Lu Toùrmati où fourn), Rippchen mit Feigen (Travers de Porc) ect… Natürlich kommen auch die Desserts zu ihrem Recht.

Die Rezepte sind übersichtlich gegliedert und lassen sich für mich gut nachvollziehen. Den Umgang mit Kugelausstecher, Mangold oder Tintenfischen sollte man schon mal gesehen haben, also vielleicht nichts für totale Anfänger auf dem Gebiet des Kochens. Aber wer Spaß an Französischer Küche und am Kochen hat, der hat bestimmt auch Spaß an diesem Kochbuch. Die Rezeptauswahl paßt sehr gut und schön finde ich, daß die Zeitangaben gegliedert sind in Zeit, die man zum Vorbereiten braucht und tatsächliche Garzeit. Das macht es übersichtlicher. Bei manchen Rezepten sind auch noch Varianten, Beilagenempfehlungen oder sonstige Tipps vorhanden.

Zu jedem Kapitel wie „aus dem Meer“ oder „Hülsenfrüchte“ gibt es eine kleine Einführungsinformation bezogen auf die in der Provence verwendeten Produkte.

Für mich ein rundherum abgerundetes und gelungenes Werk!

Wirsing, Sususi

Meine Kochbücher… Nr. 160

Hach, endlich ist es mal schön warm! Und während die Kartoffeln am Fensterbrett vor sich hingaren (kein Witz, ging gestern in Alufolie prima!), kann man sich überlegen, was man heute kocht. Äh, außer sich selbst. Da sich die Nahrungsaufnahme der meisten Menschen bei diesen Temperaturen nicht nur bis kurz vor Mitternacht verschiebt und sich dann auf Salat oder Suppe beschränkt… Hier die Anregungen für Ersteres: „Das große Buch der Salate“ aus dem Weltbild-Verlag. Erscheinungsdatum leider unbekannt.
Das große Buch der Salate
Das große Buch hat tatsächlich 320 Seiten und bietet damit Anregungen für wohl fast jeden Geschmack. Ob Fleisch, Geflügel, Fisch, Vegetarisch oder Obstsalate… alles mit dabei.

Dabei sind einige Salate wirklich gut für den Herbst geeignet, der Salat mit Birnen und Knusperspeck z. B., aber grade schön leichte Salate wie der Salat mit Tomaten, Mozzarella und Avocado oder der typische Griechische Salat sind hier ausgiebig vertreten. Ganz besonders schön ist die Sparte mit den Obstsalaten, die sowohl die herzhafte wie auch die süße Variante aufgreifen. (Auf die Idee, Lebkuchengewürz für die Obstsalat-Marinade zu nehmen, bin ich auch noch nicht gekommen…) Das Schöne bei allen Salaten ist, daß die Kombinationen erfreulich wenig „Arbeitsaufwand“ vom Gehirn erfordern… zwar sind auch exotischere Salate vertreten, mit Erdnußbutterdressing oder die Kombination mit Ziegenkäse und Pfirsichen, aber es ist keine einzige Kombination dabei, die schon beim Lesen seltsam klingt. Man kann sich schon vorher vorstellen, daß bei dem jeweiligen Rezept alles zusammenpaßt – und das tut es auch, wenn der Salat fertig ist.

Die meisten Rezepte sind für 4 Personen (Ausnahmen nach oben oder unten sind auch dabei) und das kommt meistens auch so hin. Hängt natürlich davon ab, ob der Salat vorne weg, dazu oder als Einzelnes gegessen werden soll, aber hier sind fast alle Rezepte Hauptgangtauglich.

Das Dressing, daß bei den Salaten dabei ist, paßt zum jeweiligen Gericht und schmeckt auch noch – nachwürzen ist ja immer erlaubt. Die Beschreibungen sind für Salat schon ausführlich, wenn mehr Schritte dabei sind, als „alles in eine Schüssel geben und mischen“. Ansonsten kann man aber ja auch nicht sooo viel falsch machen hierbei.

Wer also keinerlei Talent im Improvisieren von Salat hat, dem sei dieses Werk wärmstens ans Herz gelegt – alle anderen tun auch gut dran, mal einen Blick hier rein zu werfen, denn es ist ein wirklich schönes Salat-Buch.

Wirsing, Sususi

Meine Kochbücher… Nr. 159

Tja, wenn das Wetter diese Woche mitgespielt hätte, dann hättet Ihr jetzt das Rezept für Amarena-Kirsch-Marmelade… die gibt es halt jetzt erst nächste Woche.
In der Zwischenzeit gibt es ein „kleines“ Kochbuch *hüstel*: „Das kleine dicke Kochbuch“ aus dem Naumann und Göbel Verlag. Klein ist es, etwas größer als DIN A 5. Und dick ist es auch: 832 Seiten, um genauer zu sein.
Das kleine dicke Kochbuch
Dies ist ein Kochbuch, welches sich keinem speziellen Thema widmet sondern einfach halt mal alles aufzählt, was den Herausgebern an Rezepten so über den Weg gelaufen ist. Das können die Jakobsmuschelspießchen sein, der Papayasalat à la Mandalay, Papardelle mit Hasenragout oder Entenleberparfait mit Traubenkompott… fällt Euch was auf? Genau, die Rezepte klingen preislich etwas gehobener. Eine auffallend hohe Anzahl an Rezepten bei der Seitenanzahl ist es auch.

Auch wenn es von außen nicht so aussieht, findet man hier wirklich auch Rezepte, mit denen man Eindruck machen kann, die man zu festlichen oder besonderen Gelegenheiten servieren kann, oder wenn man sich etwas Besonderes gönnen möchte. Natürlich sind auch „normalere“ Rezepte drin, Blätterteigschnecken mit Nougat oder Bubespitzle mit Rahmsauce.

Eigentlich ist das ein Werk, wo sicher jeder was mit anfangen kann und wo auch jeder Rezepte findet, die ihm zusagen. Gerade weil es kein Themenkochbuch ist. Von traditionell bis exotisch ist eigentlich alles vertreten.

Bisher hatte ich hier weder etwas auszusetzen, noch irgendwelche seltsamen Kombinationen, die geschmacklich eher fragwürdig waren (gut, den Dattel-Zwiebel-Salat habe ich nicht ausprobiert, aber ich mag halt Datteln nicht so gerne…). Anfängertauglich ist auch vieles… wer nicht 50 einzelne Kochbücher kaufen möchte, für den sind solche Sammelbände immer eine super Idee und dieser hier taugt auch tatsächlich was.

Wirsing, Sususi

Meine Kochbücher… Nr. 158

Kennt Ihr das? Ihr wundert Euch über den komischen Geruch aus der Küche, kriegt auf Nachfrage, was ER denn macht die gefährliche Antwort: „Nichts“ (das ist bei Männern genau so gefährlich wie bei Kindern!) und stellt bei Inaugenscheinnahme fest, daß jemand versucht hat, drei Tassen Reis in einem 250 ml Topf zu kochen…. So oder so ähnlich dachte sich das wohl der Autor des folgenden Werkes: „Heute koche ich! Das Kochbuch für Männer“.
Heute koche ich! Das Kochbuch für Männer
Laut Einleitung sollte hier der Hauptaugenmerk darauf liegen, daß Mann und Sohn schnöde von Mama im Stich gelassen wurden (die derweil Urlaub bei Oma macht….) und nun selber fürs Abendessen sorgen müssen. An sich ja keine schlechte Idee, für solche Fälle ein hilfreiches Werk zu schreiben, daß den Daheimgebliebenen zur Seite steht.

Leider muß man hier jedoch sagen: Ziel verfehlt. Abgesehen davon, daß sich in solch einem Fall kaum ein Mann, der bisher noch keine Ahnung vom Kochen hat, hinstellt und sagt: „Sohn, heute gibt es lecker Apfleküchle im Emmentaler-Mantel auf Rotweinschaum.“ Oder „Klare Gemüsebrühe mit Eierstich“. Oder „Zucchinipuffer mit Haferflocken“. Wenn man wenigstens Fleischküchle statt Zucchinipuffer genommen hätte… Also, die Rezeptauswahl überzeugt gar nicht.

Desweiteren sind von den 100 Seiten, wenn man die nützlichen Tipps abzieht, (die nicht wirklich nützlich sind und zum Teil auch nicht richtig…) noch rund 36 Rezepte übrig – von denen viele Fehler enthalten: bei der Spargelsuppe steht das Ei zum legieren in der Zutatenliste, taucht im Rezept aber nicht mehr auf. Die Mangomousse wird, wenn man der Anleitung so folgt wohl nur klumpige Pampe, denn Gelatine löst sich nicht in kaltem Wasser. Man weicht sie in kaltem Wasser ein und löst sie dann warm auf…. außer man nimmt Sofort-Gelatine, dann muß man das so aber bitte in die Zutatenliste schreiben! Der Puszta-Blechkuchen war geschmacklich eine einzige Katastrophe und alle anderen bisher ausprobierten Rezepte waren fade bis zum geht nicht mehr!

Weder Anfänger noch Fortgeschrittene werden mit den hier beschriebenen Rezepten glücklich – dann doch besser die Nummer vom Pizzaservice an den Kühlschrank hängen.

Nein, hiermit tut sich keiner einen Gefallen (und auch keinem anderen – nicht mal als Gag-Geschenk)! Absolut abzuraten und Finger weg davon!

Wirsing, Sususi

Meine Kochbücher… Nr. 157

Kennt jemand noch diese Elektro-Tisch-Hähnchen-Grills, die etwas größer waren als eine Mikrowelle? Mit Grillspieß, so daß man ein ganzen Hähnchen drin grillen konnte? Nein? Na ja, etwas unhandlich waren sie ja schon. Trotzdem müssen sie irgendwann man unheimlich beliebt gewesen sein, denn Dr. Oetker hat 1985 im Moewig Verlag dies hier rausgebracht: „Die besten Grillrezepte“. Alle Rezepte hier sind auf so ein Tischgerät ausgelegt.
Die besten Grillrezepte
Aber Dr. Oetker meint, man kann auch mit dem Backofengrill die Rezepte aus immerhin 208 Seiten nachkochen bzw. grillen.

„Wieso braucht man für Würstchen vom Grill ein Kochbuch?“, wird sich so mancher fragen. Na ja, für Würstchen vom Grill brauche ich auch keinen Hähnchen-Tischgrill. Aber für die Spanferkelkeule, den Hecht im Speck oder die gefüllte Schweinerippe, da braucht es eben schon eine Nummer größer. Nicht, daß hier nicht auch das übliche Schaschlick oder der grüne Hering vom Rost drin wäre… ganz zu schweigen von ein paar Beilagen wie dem überbackenen Fenchel, der grünen Buttersauce oder den gegrillten Himbeeren als Dessert…

Also, man kann sagen was man will, grillen kann man durch die Bank weg alle Rezepte heute noch genau so wie vor 30 Jahren. Grade das gegrillte Obst als Nachtisch oder die größeren Keulen sind heute schon wieder „in“, insbesondere nachdem schon fast jeder mindestens einen Weber-Grill betreibt, der was auf sich hält. Smoker im amerikanischen Format werden immer häufiger und damit ist wohl auch die passende Größe für alle Rezepte erreicht.

Vieles davon funktioniert aber auch im Backofen (z. B. die Toasts oder die „kleineren“ Sachen) oder tatsächlich auf einem „normalen“ Grill. Aber eben nicht alles.

Wer wirklich einen großen Grill hat, der kann sich hiermit vielleicht noch die ein oder andere Anregung holen, die man sonst nicht findet. Und da grillen ja meistens eh Gefühlssache ist, sollte man mit nicht passenden Zeitangaben auch nicht hadern. Nur mit den Beilagenempfehlungen, die sollte man etwas modernisieren. Kartoffelpüree und Rotkohl schreit für mich eben nicht unbedingt nach „Grill“, obwohl man zugeben muß, daß es als Tischgrillgutbeigabe doch wieder paßt…

Wirsing, Sususi

Meine Kochbücher… Nr. 156

Der Sommer ist da… hur äh, juchu! (Man muß ja nicht alles reimen). Dementsprechend geht jetzt wieder die große Frage um: Was koche ich heute NICHT? Aber immer nur Salat futtern ist auch doof. Also, einfach nachschauen, was „Die kalte Küche“ aus dem Moewig Taschenbuchverlag von Dr. Oetker 1985 so vorschlägt. Denn, wie der Klappentext wohl weiß, sie bereichert eine einfache Mahlzeit ebenso wie ein festliches Buffet.
Die kalte Küche
Hm…. (immer wenn ich so anfange, dann läßt das schon auf nichts gutes schließen…)
Die 160 Seiten bieten wirklich einen wilden Überblick über kalte Gerichte von Vorspeisen wie dem Räucherlachs „Altona“ über Rohkostsalate wie den „Ungarischen Paprikasalat“ bis zu süßen Leckereien wie dem „Melonensalat mit Himbeeren“.

Nur, irgendwie sind die Rezepte hier drin wirklich leicht verstaubt. Es gibt Werke, da fällt einem das gar nicht oder nur sehr wenig auf. Da ist der Name vielleicht ein wenig altmodisch, die Zutaten haben noch alte Markenbezeichnungen, aber was am Ende dabei rauskommt ist lecker. Als ziemlich lecker würde ich das hier drinnen nicht bezeichnen – als ok bis gut schon. Die Rezepte sind in der Anleitung knapp formuliert, aber bei einem Brot mit Kräuterquark kann man halt auch nicht viel falsch machen (dachte ich, wir werden jedoch demnächst noch eine Rezeptbeschreibung für ein Sandwich sehen, da werdet Ihr Euch wundern!).

Das Buch hier ist eher was für Leute, die denken, „Hey, wir haben schon so viel ausprobiert, lass uns doch mal Sülzkotelett machen!“ Nicht wirklich schlecht, nicht wirklich zu empfehlen, nicht wirklich nützlich…. nice to have, wenn man alles andere schon hat.

Wirsing, Sususi