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Über susimtsch

Tja, über mich gibt es mehr zu sagen, als hier hinpassen würde, deshalb lass ich es lieber weg. Auf meinem Blog landet alles übers Essen und Trinken und artverwandte Themen, Ausflüge die man machen sollte oder besser nicht, und ab und zu landet auch mal irgendwas anderes dazwischen.

Meine Kochbücher…Nr. 80

Irgendwie hab ich´s grade mit Pizza….
Heute gibt es „Nudeln und Pizza“ von 1993 aus dem International Book Sales Establishment Verlag (uff – was für ein Name!):
Nudeln und Pizza

Der Untertitel hier sagt: …“das mögen auch Kinder“. Hm, ja, das mag generell auf die beiden Nahrungsmittel tatsächlich zutreffen. Allerdings habe ich noch nie ein Kind sagen hören: „Mami, machst Du heute wieder Nudeln mit frischen Pflaumen und Sauerrahm?“ Oder, auch gut: „Mami, gibt´s heute endlich Pizza „norddeutsch“ mit Backobst?“ „Darf ich heute Glasnudelsuppe mit Huhn haben“ ist da schon etwas wahrscheinlicher. Man sieht, die Rezepte der 111 Seiten hier sind, zumindest aus meiner Sicht, nicht unbedingt Kindertauglich. Was ja nicht heißen muß, daß es solche Kinder nicht auch gibt.

Ansonsten kann man sagen, daß zumindest die Mengenangaben für 4 Personen hinkommen. Was Positiveres fällt mir nicht ein. Geschmacklich ist die Mehrzahl der Rezepte ok, der Rest etwas merkwürdig auf Grund der Zusammenstellungen, sogar in den Makkaroni mit Fleischklößchen sind Korinthen drin. Vielleicht ist das Werk für Norddeutsche eher geeignet? Jedenfalls finde ich hier sogar die Bilder sehr seltsam und nicht unbedingt Appetit anregend.

Ok, fassen wir mal zusammen: ein Buch mit merkwürdigen Bildern zu merkwürdigen Rezepten aus einem Verlag mit einem merkwürdigen Namen… Tja, was soll man da noch sagen…

Wirsing, Sususi

 

Meine Kochbücher…Nr. 79

So, nachdem ich mich von meinen Zähnen wieder erholt habe, stellte sich mir natürlich die Frage, was beißen? Also, vorausgesetzt, daß der Kaumuskelkater endlich aufhört *g*. Hm, ich bin natürlich gleich mal alles durchgegangen und dachte mir zuerst: Burger. Aber dann, dann dachte ich: Pizza! Saftig, knusprig, käsig, salzig und hmmmm…..

Könnte man natürlich vom Pizzaservice bekommen. Oder so: „Pizza und Pasta Variationen“ von 1983 aus dem GU Verlag.
Pizza und Pasta Variationen

Ein wenig schade, daß es nur 95 Seiten stark ist, aber das reicht dicke, um alle Klassiker abzudecken: Pizza mit Gemüse, Pizza quattro stagioni, Spaghetti alle vongole oder Trenette al pesto. Alles hinlänglich bekannte Rezepte, die jeder im Repertoire haben sollte. Deshalb und auch wegen den guten Rezeptbeschreibungen kann sich hier auch ein Anfänger mal rantrauen.

Mengenmäßig sind die Angaben hier gut gewählt, damit kommt man prima aus. Bei den Pizza-Teigen finde ich allerdings etwas schade, daß es sich allesamt um ziemlich dicke Hefeteige handelt, aber das kann man ja im Zweifelsfall noch selber etwas variieren bzw. dünner ausrollen. Ich bin halt ein Fan des richtig dünnen Bodens!

Wenn man jetzt mal wieder davon absieht, daß die Blätter sich schon wieder selbstständig machen – dann kann man hier glatt von einer Empfehlung sprechen. Oh, und die Gnocchi alla romana mit Grieß statt Kartoffeln – ausprobieren!

Wirsing, Sususi

Weisheit ade…

so, die weißehtiszähene sind seit heute alle fünf/vier ruas.. (Übers: So, die Weisheitszähne sind seit heute alle vier raus)

Nee, keine Sorge, auch die Entfernung meiner Weisheitszähne solle an meiner Weisheit an sich (hoffentlich) nichts ändern.

Ich werde jetzt erst mal vor mich hin-genesen.

Wirsing, Sususi

 

 

Aiuto! Le zanzare! (oder: was 12 € für Dich tun können!)

Heute gibt es ausnahmsweise mal auch kein Kochbuch. Eigentlich war eins geplant, aber dann habe ich irgendwo wieder mal die Frage gelesen: „Was würden Sie auf eine einsame Insel mitnehmen?“ Hm, mal sehen: tropisches Klima, eventuell irgendwo ein See oder Bach und…. ich? Mit meinem Blut? Ich bin immer noch davon überzeugt, daß manchen Kindern von Geburt an ein GPS-Sender eingepflanzt wird, welcher es Stechmücken ermöglicht, zielsicherer als eine M600 meinen Abwehrschirm zu durchfliegen und mich zwischen 34.772 anderen Leuten ausfindig zu machen. Und trotz Autan buchstäblich bis aufs Blut auszusaugen. Deshalb gibt es tatsächlich etwas, was ich unbedingt auf besagte Insel mitnehmen würde: den Stichheiler. Hier das Modell von wellango für ca. 12 €:
Stichheiler

Dieses kleine niedliche Gerät ist batteriebetrieben und erreicht an einer kleinen Metallplatte an der Vorderseite knapp über 50°C. Man presst das Gerät auf den Stich und drückt den blauen Knopf. Solange man diesen hält, heizt das Gerät. Bis es Endtemperatur erreicht hat, dauert es in etwa 25 Sekunden. Es gibt aber anscheinend auch Geräte, die erreichen die Endtemperatur schon nach wenigen Sekunden. Dann hält man das Gerät noch etwas 30 Sekunden länger auf die Stelle und – fertig! Jucken weg, Stich weg. Na ja, so einfach ist es dann doch nicht. Bei mir haben alle Stiche die Angewohnheit, zu riesigen angeschwollenen Auswüchsen von gut 6 Quadratzentimetern Durchmesser zu werden. Der Stichheiler reduziert das auf einen kleinen roten Fleck, zumindest bei frischen Stichen. Bei älteren Exemplaren kann schon mal ein Mini-Hubbel nach der ersten Anwendung bleiben und auch um das Jucken wegzukriegen muß ich ab und zu noch zwei oder drei mal nachbehandeln. Ich liebe dieses Gerät! Seit ich den Stichheiler habe, habe ich kein einziges Mal mehr Systral oder Fenistil oder sonst was kaufen müssen. Ich hatte nicht mehr den Drang, mich am liebsten mit einem Messer kratzen zu wollen. Und die Stiche sind nach spätestens einer Woche vollständig unsichtbar!
Stichheiler (2)

Natürlich will ich nicht verschweigen, daß es auch einen klitzekleinen Nachteil gibt. Und der hat was mit Relativität zu tun. Wenn man in eine 50°C heiße Sauna gehen soll, lacht einen jeder aus. Wenn man in 50°C heißes Badewasser steigen soll, zeigt einem jeder einen Vogel. Mit anderen Worten: die 50°C, die das Gerät warm/heiß wird, reichen nicht aus, um die Haut oder das Gewebe zu schädigen. Es gibt weder Brandblasen noch Narben noch sonstwas. Aber: die Haut an sich ist, was Wärme angeht, etwas empfindlich. Die Nervenenden fangen sofort an zu schreien: „heiß, heiß, heiß“ sobald die 50°C erreicht werden. Hier muß man sich einfach mental ein wenig anstrengen und die Nerven dieses Mal ignorieren. Einfach dran denken: „es hört auf zu jucken, es hört auf zu jucken“ und schon klappt das!

Es gibt von verschiedenen Herstellern verschiedene Modelle in unterschiedlichen Preisklassen. Dieses von wellango ist sogar mit eines der Günstigsten, aber aus meiner Sicht absolut empfehlenswert (Und nein, ich kriege kein Geld für Schleichwerbung. Ich sage nur, was ich denke! Falls ein Hersteller jetzt trotzdem was überweisen möchte…*g*)

Dumm ist jetzt bloß, daß ich auf meiner Insel auch dran denken sollte, Akkus reinzulegen und ein Solar-Akku-Ladegerät mit einzupacken….

Wirsing, Sususi

Meine Kochbücher…Nr. 78

Kennt Ihr Gilroy? Gilroy ist eine Stadt in den USA, genauer in Kalifornien. Und wie das mit den Amerikanern so ist, sie werden manchmal ein bisserle megalomaniac, wie es so schön neudeutsch heißt. Deshalb hat sich Gilroy 1979 ganz einfach mal schnell zur Welthauptstadt des Knoblauchs erklärt. Seit damals findet dort jedes Jahr das Garlic-Festival statt. Dort werden von Anwohnern leckere Gerichte mit Knoblauch gekocht und serviert, es wird eine „Miss Garlic“ gekürt und vermutlich sollte jemand, der keinen Knoblauch mag, an diesem Tag spätestens in San Francisco wieder umkehren. Jedenfalls gab 1980 der Papyrus-Verlag eine Sammlung von auf diesem Fest gekochten Speisen heraus. Unten seht Ihr die Ausgabe von 1984.

Garlic

Dieses Buch kommt zwar optisch schlicht daher – es enthält auch keine Bilder. Aber: wer Knoblauch mag, der kann hier auf 143 Seiten richtig schwelgen! Ob die Croissants D´Ail, wo die Knoblauchbutter gleich unter den Hörnchen-Teig geknetet wird oder Reis a la Najar  oder Onkel Hugos Huhn – alles sehr ungewöhnliche und ausgefallene Rezepte, die sich aber wirklich gut umsetzen lassen. Sie kommen mit ganz herkömmlichen Zutaten aus, was zum Teil auch der deutschen Bearbeitung geschuldet ist: hierzulande nicht zu bekommende Zutaten wurden den Gegebenheiten des deutschen Marktes angepaßt. Zum Beispiel war es Anfang der 80er noch etwas schwierig, hierzulande Venusmuscheln zu bekommen – die sind nämlich meistens gemeint, wenn hier von „clams“ die Rede ist (mercenaria mercenaria). So wird hier im Deutschen einfach „Muscheln“ draus, und jeder kann selber sehen, was er bekommt.

Ansonsten gibt es hier drin sowohl Rezepte, die auch einfach für 2-4 Personen zu machen sind, aber auch genau so viele, die für 4 bis ziemlich viel mehr Personen gut zu kochen sind.

Jedes Rezept enthält natürlich auch Knoblauch – mal mehr, mal weniger: das Huhn Filice enthält ganze 40 Knoblauchzehen. Wem das jetzt viel erscheint – der hat unrecht. Die Zehen kommen nämlich im ungeschälten und unzerteilten Zustand in das Gericht und geben deshalb nur einen dezenten Knoblauchgeschmack an das Huhn ab. Der Clou an der Geschichte ist, daß man hinterher. nach dem Kochen, die ganz weichen Knoblauchzehen aus der Schale aufs Brot streicht und zum Huhn ist.

Ein Muß jedenfalls für alle Knoblauch-Fans und solche, die es werden wollen!

Wirsing, Sususi

Insel Reichenau mit Eberhardt

Es ist ein übles Gerücht, daß bei Busreisen mindestens eine Person im Bus Zitronenmelissebonbons verteilt. Stimmt nicht! Es waren Eukalyptus und Joghurt-Bonbons. Nein, mal im Ernst: ich bin ein wirklich großer Fan von Busreisen. Wo sonst kann man den Homo Touristii besser studieren, als in seinem natürlichen Habitat, dem Reisebus. So gesehen war der Ausflug an den Bodensee zur Insel Reichenau mit Eberhardt Reisen nahezu eine Studienreise.

Los ging es in Pforzheim um 11 Uhr vormittags. Da der Bus bereits in Karlsruhe war, war er schon zur Hälfte besetzt. Und hier gab es auch schon die ersten Schwierigkeiten: ein Herr mit Platznummer 9 A wollte unbedingt neben seiner Frau mit Platznummer 14 D sitzen. Da die Dame auf 14 C so nett war, zu tauschen, konnten wir sogar pünktlich abfahren.

Die Fahrt an sich war sehr entspannend, es war schön, endlich mal nicht selber auf den Verkehr aufpassen zu müssen!
Vorne hinter dem Fahrer war eine kleine Digitalanzeige angebracht, die abwechselnd die Uhrzeit bzw. die Innentemperatur anzeigte. Kurz nach Fahrtantritt holte jemand seinen Rucksack aus dem Gepäckfach und kam dabei auf diesen kleinen „Stop“-Knopf. Jetzt zeigte die Anzeige natürlich nur noch „Stop“ und keine Temperatur mehr an. Nach zehn Minuten begann nervöses Geflüster. Offensichtlich waren sich die Reisenden nicht mehr sicher, ob sie noch schwitzen oder schon frieren sollten. Das zweiköpfige Abgesandten-Team konnte vom Busfahrer allerdings beruhigt werden: beim Raststätten-Halt geht das „Stop“ wieder weg!

Diesen Halt machten wir dann am Rasthaus Im Hegau. Von dort hat man eine schöne Aussicht, z. B. auf das Franzosenwäldchen oder den Berg Hohenhewen. Und ab da kann man schon sagen, wie das Wetter wird. Wie wir losgefahren sind, hat es, wie auch im Tagesverlauf, mal kurz getröpfelt, aber sonst war es heiß und sonnig.

Gegen halb zwei/zwei waren wir dann auf der Insel. Der erste Abstecher ging hinunter zum Yachthafen, wo auch noch das Wein-u. Fischerfest 2013 stattfand.
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Dies war allerdings eher enttäuschend. Anscheinend war das Fischerfest tatsächlich mal ein Fest, an dem frischer Bodensee-Fisch serviert wurde. Das sich der Fisch in den letzten Jahren in 1/2 Hähnchen, Thüringer Bratwurst und Zwiebelkuchen verwandelt hatte, das war Eberhardt Reisen wohl ebenfalls unbekannt, wie aus der Reaktion des Busfahrers zu schließen. Er gibt es aber so an den Veranstalter der Fahrt weiter. Alles, was jetzt noch an Fisch zu finden war, war dies:
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Ok, dann halt ein Felchenfilet. Schmeckt ja auch. Aber wenn es nicht so heiß gewesen wäre, und ich Hunger gehabt hätte, dann wäre ich ziemlich enttäuscht gewesen.
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Hm, also, wenn es schon keinen Teller als Unterlage gibt, dann hätte ich wenigstens gerne ein Messer gehabt, denn mit einem Büschel Petersilie verstreicht sich der Meerrettich so blöde!

Ein Glas Wein gab es auch, für mehr war es eindeutig zu heiß:
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Also gut, ein Trip an den Bodensee lohnt sich ja auch ohne Fisch, deshalb habe ich einen schönen Spaziergang unternommen: zum Seebad, zu Peter und Paul, zum Kräutergarten, und natürlich so viel wie möglich in Wassernähe. Sogar bis zu den Schenkeln im Wasser war ich, was bei meinem Temperaturempfinden wirklich was heißen will!
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Fällt jemandem an diesem Bild was auf? Kleiner Tip: es ist ein Schild an diesem Baum angebracht!

Auf der anderen Bodensee-Seite war Allensbach schön zu sehen:
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Wem es zu heiß ist, der kann sich ja das Marienmünster anschauen, dort im Klosterkeller ist auch ein Weinverkauf untergebracht:
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Da der Busfahrer bereits auf der Hinfahrt angedroht hatte, wer zur spät zur Abfahrt kommt, muß im Bus singen und tanzen, waren alle sehr pünktlich wieder um 18:30 Uhr am Bus, alle mehr oder weniger k.o. Die Heimfahrt verlief dann dementsprechend ruhig, trotz der Vollsperrung der A8. Aber unser (wirklich sehr netter und) souveräner Fahrer bog einfach vorher schon von der Autobahn ab, und so bekamen wir noch eine kleine Rundfahrt mit dazu. Pünktlichst um Schlag 21:00 Uhr waren wir dann wieder am ZOB Nord.

Das war ein sehr schöner Ausflug, jederzeit gerne wieder mit diesem Unternehmen, wenn dort alle Fahrten so sind. Bequemer kann man ja eigentlich auch gar keinen Ausflug unternehmen: man muß nicht selber fahren und sich mit anderen Verkehrsteilnehmern rumärgern. Man muß keinen Parkplatz suchen; man muß sich um nichts kümmern, außer daß man pünktlich ist. Und für 36 € kann man nicht meckern, wenn man sich hier die Benzin-Preise mal anschaut! Also, mal sehen, wohin der nächste Ausflug geht…

Wirsing, Sususi

Meine Kochbücher…Nr. 77

Heute gibt es wieder etwas von Dr. Oetker, aus einer Reihe, aus der wir schon zwei Werke hatten. Diesmal mit dem verheißungsvollen Titel: „So kocht die Hausfrau“ aus dem Moewig-Verlag von 1985.
So kocht die Hausfrau

 

Los gehen die 192 Seiten mit einem kleinen „Grundkurs“: Rührei, Spätzle, Brühreis, ect, gefolgt von 10 weiteren Kategorien, die alles abdecken von „Deftiges für kalte Tage“ bis „Imbiß um Mitternacht“. Also alles, was die Hausfrau und die nicht-ganz-so-hausfräuliche-moderne Familienmanagerin ihren Lieben auftischen könnte. Mal ernsthaft: die Rezepte hier drin sind wirklich gut Familien-u-.Alltagstauglich.

Ein wenig Erfahrung im Kochen kann auch hier trotz dem Grundkurs nicht schaden. Manche Rezepte sind einfach von der Koordination etwas ungünstig aufgebaut. So werden die Möhren beim Möhren-Champignon-Gemüse erst geputzt und geschnitten, wenn der Speck schon in der Pfanne brutzelt. Nichtsdestotrotz kann sich auch ein Anfänger hier ran wagen, die Rezepte sind relativ einfach und verzeihen auch die ein oder andere vergessene Zutat, veränderte Reihenfolge oder überschrittene Garzeit ohne große Probleme. Schade, daß bloß so wenig Farbtafeln drin sind, dann könnte man sich sicher besser vorstellen, wie die fertige Speise aussehen sollte.

Wirsing, Sususi

Hier geht es übrigens zu einem weiteren Werk aus der Reihe:
<a href=“http://sususi.meinblog.de/2013/05/29/meine-kochbucher-nr-67/“ title=“Meine Kochbücher…Nr. 67″></a>

Schneiden, oder wie?!?

Am Wochenende waren wir Pizza essen. Der Bericht folgt natürlich auch noch. Aber vorher möchte ich noch etwas anderes unter die Leute bringen. Den meisten Leuten ist es völlig wurscht, womit sie ihre Speisen mundgerecht bearbeiten und vielen Restaurants ist es ebenso wurscht, womit ihre Gäste dies tun müssen. Hier bekamen wir aber wirklich ungewöhnliche Pizzamesser serviert:

Pizza Messer Montego, Stahlheftmesser, nahtlos 18/10, 230 mm

Dies ist das Modell Montego von Picard und Wielpütz. Es hat zwar eine Schneide, diese ist aber sehr gebogen, fast schon wie ein Wiegemesser. Und das ist auch der Trick an der Sache! Ein paar Mal mußte ich schon verzweifelt an meiner Pizza „sägen“, bis ich herausfand, daß man gleichzeitig wie mit einem Wiegemesser wiegen muß. Also eine gleichzeitige Bewegung aus vorwärts wiegen und schneiden. Dann funktioniert das Messer bei Pizza allerdings viel besser als normale Messer.

Ich muß mir unbedingt ein paar von diesen Messern zulegen. Und das schöne daran ist: sie sind noch nicht mal unheimlich teuer, so um die 5 Euro pro Messer.

Wirsing, Sususi

Meine Kochbücher…Nr. 76

Endlich, endlich ist der Sommer da! So viele Tage schön war es schon seit ewiger Zeit nicht mehr hintereinander. Obwohl es für mich gar nicht heiß genug sein kann, kann es sein, daß sich einige Leute fühlen, wie eine Zutat aus meinem nächsten Buch: Ziemlich gedörrt!
Haltbar machen durch Trocknen und Dörren

„Haltbar machen durch Trocknen und Dörren – Obst, Gemüse, Pilze und Kräuter“ so der Titel der Broschüre (Buch kann man das nicht nennen) von 1984 aus dem Falken-Verlag. Obwohl das Werk nur mickerige 32 Seiten „dünn“ ist, hat es damals sage und schreibe 7,80 DM gekostet. Für das, was geboten wird, ein mehr als stolzer Preis. Rezepte sind nämlich nicht all zu viele drinnen und die meisten ziehen bereits getrocknete oder haltbar gemachte Ausgangsprodukte hinzu. Hauptthema ist ansonsten eher, welche Unterschiede zwischen Dörrapparaten, Ofentrocknung und einfach trocknen lassen besteht.

Na ja, so kurz wie das Buch ist, brauchen wir die Beschreibung nicht unnötig in die Länge ziehen. Ganz einfach zusammengefasst: kann man sich sparen, steht in jedem Kochbuch, welches ein Kapitel zum Haltbar machen hat, genau so ausführlich beschrieben drin.

Wirsing, Sususi

Artischocke

Artie, choke! Please. Ok, der Witz ist mindestens so alt, wie die Artischocke selbst. Die Geschichte der Artischocke ist eine Geschichte voller Mißverständnisse. Seit Urzeiten hält man Artischocken für das komische, glitschige, ekelige Zeugs unter dem Schinken auf der Pizza. Das Artischocken kulinarisch auch eher so aussehen können, das wissen viele nicht.
Artischocke

Eine Artischocke ist sozusagen das Überraschungsei unter den Gemüsen. Sie bietet Spiel, Spaß (Blätter zupfen, dippen, zuzeln und Heu mähen) und schmeckt mit dem richtigen Dip erstaunlich lecker. Und ist unglaublich einfach zuzubereiten: Zuerst kauft man natürlich pro Person eine Artischocke. Das Schöne an Artischocken ist, mit wachsender Anzahl ändert sich absolut nichts an der Zubereitung. Ob ich eine, vier oder zehn Stück zubereite – alles ganz einfach.
Artischocke

Artischocken haben einen Stiel. Der muß weg. Bei kleinen Exemplaren kann man ihn dranlassen und die ganze Artischocke essen – bei größeren einfach den Stiel abschneiden. Es kann sein, daß Eure Finger und die Arbeitsplatte dann etwas kleben – roher Artischockensaft ist ein wenig klebrig, das ist aber normal.
Artischocken kochen

Viele schneiden auch noch die oberen Blattspitzen ab. Sieht mitunter hübscher aus, macht aber nur mehr unnötige Arbeit. Ich lasse sie dran. Einen großen Topf mit Wasser und einem Schuß Zitronensaft zum Kochen bringen. Der Zitronensaft sorgt bloß dafür, daß die Artischocken nicht unansehnlich grau werden. Sobald das Wasser kocht, die Artischocken reingeben. Und jetzt einfach nur je nach Größe ca. 15 – 45 min. lang kochen lassen. Die Artischocken sind gar, wenn man an einem Blatt zieht und es leicht raus geht. Immer mal wieder probieren (Vorsicht, heiß!) und sobald das Blatt rausgeht, mit einem Dip nach Wahl servieren.
Artischocke mit Dip

Da kann man sehr viel dazu servieren, eigentlich alles, was man so Dippen kann. Ich halte mich da lieber an die klassische Vinaigrette mit grobem Senf, die schmeckt mir am Besten dazu.

Artischocken essen ist ein klein wenig Spielerei: man zupft sich von außen nach innen Blatt für Blatt ab, taucht das Blatt am unteren Ende in den Dip und zuzelt dann den fleischigen unteren Blattteil mit den Zähnen ab. Nach dem zwoten Blatt hat auch der Artischocken-Neuling raus, wo er die Zähne ansetzen muß. So arbeitet man sich vor, bis man zum Boden kommt, der aussieht, wie eine Wiese mit Gras drauf. Das ist das sogenannte „Heu“. Das muß kurz gemäht werden, sprich abgekratzt werden, dann kann der Boden in Stücke geschnitten und ebenfalls gedippt gegessen werden.

Paßt perfekt zum Sommer, finde ich.

Wirsing, Sususi