Meine Kochbücher…Nr. 78

Kennt Ihr Gilroy? Gilroy ist eine Stadt in den USA, genauer in Kalifornien. Und wie das mit den Amerikanern so ist, sie werden manchmal ein bisserle megalomaniac, wie es so schön neudeutsch heißt. Deshalb hat sich Gilroy 1979 ganz einfach mal schnell zur Welthauptstadt des Knoblauchs erklärt. Seit damals findet dort jedes Jahr das Garlic-Festival statt. Dort werden von Anwohnern leckere Gerichte mit Knoblauch gekocht und serviert, es wird eine „Miss Garlic“ gekürt und vermutlich sollte jemand, der keinen Knoblauch mag, an diesem Tag spätestens in San Francisco wieder umkehren. Jedenfalls gab 1980 der Papyrus-Verlag eine Sammlung von auf diesem Fest gekochten Speisen heraus. Unten seht Ihr die Ausgabe von 1984.

Garlic

Dieses Buch kommt zwar optisch schlicht daher – es enthält auch keine Bilder. Aber: wer Knoblauch mag, der kann hier auf 143 Seiten richtig schwelgen! Ob die Croissants D´Ail, wo die Knoblauchbutter gleich unter den Hörnchen-Teig geknetet wird oder Reis a la Najar  oder Onkel Hugos Huhn – alles sehr ungewöhnliche und ausgefallene Rezepte, die sich aber wirklich gut umsetzen lassen. Sie kommen mit ganz herkömmlichen Zutaten aus, was zum Teil auch der deutschen Bearbeitung geschuldet ist: hierzulande nicht zu bekommende Zutaten wurden den Gegebenheiten des deutschen Marktes angepaßt. Zum Beispiel war es Anfang der 80er noch etwas schwierig, hierzulande Venusmuscheln zu bekommen – die sind nämlich meistens gemeint, wenn hier von „clams“ die Rede ist (mercenaria mercenaria). So wird hier im Deutschen einfach „Muscheln“ draus, und jeder kann selber sehen, was er bekommt.

Ansonsten gibt es hier drin sowohl Rezepte, die auch einfach für 2-4 Personen zu machen sind, aber auch genau so viele, die für 4 bis ziemlich viel mehr Personen gut zu kochen sind.

Jedes Rezept enthält natürlich auch Knoblauch – mal mehr, mal weniger: das Huhn Filice enthält ganze 40 Knoblauchzehen. Wem das jetzt viel erscheint – der hat unrecht. Die Zehen kommen nämlich im ungeschälten und unzerteilten Zustand in das Gericht und geben deshalb nur einen dezenten Knoblauchgeschmack an das Huhn ab. Der Clou an der Geschichte ist, daß man hinterher. nach dem Kochen, die ganz weichen Knoblauchzehen aus der Schale aufs Brot streicht und zum Huhn ist.

Ein Muß jedenfalls für alle Knoblauch-Fans und solche, die es werden wollen!

Wirsing, Sususi

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