Archiv für den Monat Juli 2013

Schneiden, oder wie?!?

Am Wochenende waren wir Pizza essen. Der Bericht folgt natürlich auch noch. Aber vorher möchte ich noch etwas anderes unter die Leute bringen. Den meisten Leuten ist es völlig wurscht, womit sie ihre Speisen mundgerecht bearbeiten und vielen Restaurants ist es ebenso wurscht, womit ihre Gäste dies tun müssen. Hier bekamen wir aber wirklich ungewöhnliche Pizzamesser serviert:

Pizza Messer Montego, Stahlheftmesser, nahtlos 18/10, 230 mm

Dies ist das Modell Montego von Picard und Wielpütz. Es hat zwar eine Schneide, diese ist aber sehr gebogen, fast schon wie ein Wiegemesser. Und das ist auch der Trick an der Sache! Ein paar Mal mußte ich schon verzweifelt an meiner Pizza „sägen“, bis ich herausfand, daß man gleichzeitig wie mit einem Wiegemesser wiegen muß. Also eine gleichzeitige Bewegung aus vorwärts wiegen und schneiden. Dann funktioniert das Messer bei Pizza allerdings viel besser als normale Messer.

Ich muß mir unbedingt ein paar von diesen Messern zulegen. Und das schöne daran ist: sie sind noch nicht mal unheimlich teuer, so um die 5 Euro pro Messer.

Wirsing, Sususi

Meine Kochbücher…Nr. 76

Endlich, endlich ist der Sommer da! So viele Tage schön war es schon seit ewiger Zeit nicht mehr hintereinander. Obwohl es für mich gar nicht heiß genug sein kann, kann es sein, daß sich einige Leute fühlen, wie eine Zutat aus meinem nächsten Buch: Ziemlich gedörrt!
Haltbar machen durch Trocknen und Dörren

„Haltbar machen durch Trocknen und Dörren – Obst, Gemüse, Pilze und Kräuter“ so der Titel der Broschüre (Buch kann man das nicht nennen) von 1984 aus dem Falken-Verlag. Obwohl das Werk nur mickerige 32 Seiten „dünn“ ist, hat es damals sage und schreibe 7,80 DM gekostet. Für das, was geboten wird, ein mehr als stolzer Preis. Rezepte sind nämlich nicht all zu viele drinnen und die meisten ziehen bereits getrocknete oder haltbar gemachte Ausgangsprodukte hinzu. Hauptthema ist ansonsten eher, welche Unterschiede zwischen Dörrapparaten, Ofentrocknung und einfach trocknen lassen besteht.

Na ja, so kurz wie das Buch ist, brauchen wir die Beschreibung nicht unnötig in die Länge ziehen. Ganz einfach zusammengefasst: kann man sich sparen, steht in jedem Kochbuch, welches ein Kapitel zum Haltbar machen hat, genau so ausführlich beschrieben drin.

Wirsing, Sususi

Artischocke

Artie, choke! Please. Ok, der Witz ist mindestens so alt, wie die Artischocke selbst. Die Geschichte der Artischocke ist eine Geschichte voller Mißverständnisse. Seit Urzeiten hält man Artischocken für das komische, glitschige, ekelige Zeugs unter dem Schinken auf der Pizza. Das Artischocken kulinarisch auch eher so aussehen können, das wissen viele nicht.
Artischocke

Eine Artischocke ist sozusagen das Überraschungsei unter den Gemüsen. Sie bietet Spiel, Spaß (Blätter zupfen, dippen, zuzeln und Heu mähen) und schmeckt mit dem richtigen Dip erstaunlich lecker. Und ist unglaublich einfach zuzubereiten: Zuerst kauft man natürlich pro Person eine Artischocke. Das Schöne an Artischocken ist, mit wachsender Anzahl ändert sich absolut nichts an der Zubereitung. Ob ich eine, vier oder zehn Stück zubereite – alles ganz einfach.
Artischocke

Artischocken haben einen Stiel. Der muß weg. Bei kleinen Exemplaren kann man ihn dranlassen und die ganze Artischocke essen – bei größeren einfach den Stiel abschneiden. Es kann sein, daß Eure Finger und die Arbeitsplatte dann etwas kleben – roher Artischockensaft ist ein wenig klebrig, das ist aber normal.
Artischocken kochen

Viele schneiden auch noch die oberen Blattspitzen ab. Sieht mitunter hübscher aus, macht aber nur mehr unnötige Arbeit. Ich lasse sie dran. Einen großen Topf mit Wasser und einem Schuß Zitronensaft zum Kochen bringen. Der Zitronensaft sorgt bloß dafür, daß die Artischocken nicht unansehnlich grau werden. Sobald das Wasser kocht, die Artischocken reingeben. Und jetzt einfach nur je nach Größe ca. 15 – 45 min. lang kochen lassen. Die Artischocken sind gar, wenn man an einem Blatt zieht und es leicht raus geht. Immer mal wieder probieren (Vorsicht, heiß!) und sobald das Blatt rausgeht, mit einem Dip nach Wahl servieren.
Artischocke mit Dip

Da kann man sehr viel dazu servieren, eigentlich alles, was man so Dippen kann. Ich halte mich da lieber an die klassische Vinaigrette mit grobem Senf, die schmeckt mir am Besten dazu.

Artischocken essen ist ein klein wenig Spielerei: man zupft sich von außen nach innen Blatt für Blatt ab, taucht das Blatt am unteren Ende in den Dip und zuzelt dann den fleischigen unteren Blattteil mit den Zähnen ab. Nach dem zwoten Blatt hat auch der Artischocken-Neuling raus, wo er die Zähne ansetzen muß. So arbeitet man sich vor, bis man zum Boden kommt, der aussieht, wie eine Wiese mit Gras drauf. Das ist das sogenannte „Heu“. Das muß kurz gemäht werden, sprich abgekratzt werden, dann kann der Boden in Stücke geschnitten und ebenfalls gedippt gegessen werden.

Paßt perfekt zum Sommer, finde ich.

Wirsing, Sususi

Sommerpause…

1 Woche Urlaub…. 1 Woche Schlafen, Relaxen, Sonnen (hoffentlich), Genießen, und was man  sonst noch so im Urlaub alles macht. Deshalb: Schöne Ferien (wer schon hat) und bis in einer Woche!

Wirsing, Sususi

Meine Kochbücher…Nr. 75

Woran denkt man, wenn man „Miele“ hört? Klar, erst mal an Waschmaschinen. Dann vielleicht noch an Staubsauger. Möglicherweise auch noch an Dampfgarer. 1993 dachte man allerdings auch noch „Backofen“. Und da Miele ja eine höfliche Firma ist, mußte sich der Miele-Kunde nicht mit einem kleinen Beilagenheftchen zu seinem Backofen begnügen sondern konnte sich auf 264 Seiten an diesem Werk hier delektieren:

Backen, Braten und Grillen

Miele „Backen, Braten und Grillen“ liefert zwar nur vereinzelt ein paar Bilder, aber dafür bekommt man allerhand leckere Gerichte auf vereinfachte Art nähergebracht. Will sagen, zu 80 Prozent sind die Zutatenlisten überschaubar und kommen ohne ungewöhnliche Sachen aus.

Dabei sind bei den Rezepten nicht nur der deutsche Name angegeben sondern auch das jeweilige Ursprungsland bzw. der Ursprungsname: so gibt es zum Beispiel Flakesteg med sprod svar (Schweinebraten mit Kruste; Dänemark), Oatmeal-Raisin-Cookies (Haferflocken-Küchlein, USA) oder Sacher-Torte (ähhh, braucht glaub ich keine Übersetzung; Österreich).

Die Anleitungen sind etwas spärlich gehalten, auch wenn zwischendurch ein paar hilfreiche Tipp stehen (z. B. daß Yorkshire-Pudding in einer Metallform besser gelingt als in einer Glas/Porzellanform). So steht in der Zutatenliste vielleicht ein Eiweiß, im Text ist dann aber schon von steifgeschlagenem Eiweiß die Rede. Ist für geübte Kocher natürlich kein Problem, für aber gerne zum Stolpern bei Anfängern. Der nächste Punkt, der das Werk für Anfänger absolut ungeeignet macht ist, daß wohl kaum noch jemand einen Miele Backofen von 1993 daheim hat, d. h. alle Zeit-, Einschub-u. Temperaturangaben hier drinnen kann man eigentlich glatt ignorieren.

Ansonsten findet man hier viele geschmacklich gute Rezepte, die ich auch immer wieder gerne koche und auch recht viele Rezepte die nicht nur für 2-4 Personen sondern für 6-8 Personen sind. Und fast die Hälfte des Werks beschäftigt sich mit Backrezepten, süß oder herzhaft.

Wirsing, Sususi

Meine Kochbücher…Nr. 74

Da der Sommer doch noch eingetroffen ist, kann man den Bikini wieder aus dem Versteck holen, obwohl es jetzt wohl ein wenig zu spät ist, wenn man die Figur dafür noch nicht auf Vordermann gebracht hat. Hilfreich könnte dafür aber dieses kleine Werk sein: „Fitnessküche“ aus dem Naumann & Göbel Verlag. Fitnessküche

Die Aufteilung dieses doch immerhin 240 Seiten starken Werkes ist etwas ungewöhnlich: statt Vorspeisen, Hauptspeise, Desserts sind die Rezepte hier in Frühstück; Snacks, Salate, Suppen oder Vegetarische Gerichte unterteilt. Eine Unterteilung, die ich in diesem Fall sehr gut finde. Zu jedem Rezept gibt es auch ein leckeres Bild.

Die Gerichte bestehen zum Großteil aus einfachen, leicht zu bekommenden Zutatenlisten, die sich auch einfach in das beschriebene Essen verwandeln lassen. Erfreulich ist auch, daß sich nahezu alle Gerichte in einem Zeitrahmen deutlich unter 45 min zubereiten lassen – also nicht nur Fitnessküche sondern auch noch schnelle Fitnessküche.

Obwohl die Rezepte so einfach sind, daß man meint, man hätte sie schon tausendmal gesehen, sind sie auf keinen Fall langweilig: Himbeeren mit Buttermilchgelee, Vollkorncrêpes mit Fruchtpüree und Kokos oder Gemüsereis mit Radieschen und Gurke – leichte Abwandlungen der allseits bekannten Rezepte bringen hier ein wenig Pfiff mit rein.

Seite um Seite kann man sich so bequem durchs Buch kochen – ich bin noch auf kein Rezept gestoßen, welches nicht geschmeckt hat. Schön fand ich übrigens auch, daß bei den Kuchen Weinstein verwendet wurde statt Backpulver.

Wirsing, Sususi

Sil Spezial Deo & Schweiß Fleckenspray

Wer in einem chemischen Labor arbeitet, der weiß es. Den anderen sei es hiermit gesagt: Laborkittel sind immer weiß. Das hat damit zu tun, daß man sofort sehen soll, daß man sich mit irgend was eingesaut hat und den Kittel noch rechtzeitig ausziehen kann, bevor sich was-auch-immer durch die Kleidung frisst. (Wobei, eigentlich macht das meiste, was sich irgendwo durchfrisst, erst mal farblose Flecken *wunder*). Das ist schon mal die Grundvoraussetzung für ein großes Problem: Schweißflecken. Diese sieht man ja besonders auf weißer Kleidung. Nicht alle Labore sind beklimaanlagt und wir haben sogar noch 1300 °C heiße Schmelzöfen. Wie das im Sommer bei 38 Grad im Schatten aussieht, kann sich wohl jeder vorstellen.

Jetzt gibt es aber etwas Neues von Sil: das Sil Spezial Deo & Schweiß Fleckenspray. Zur Entfernung von vorhandenen Deo/Schweißflecken und zu Vorbeugung und on top auch noch gegen Rotwein-, Tee-, Kirschsaft- und Rostflecken.
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Bei dem zugesendeten Testpaket eines Test bei der tnd-Community machte sich aber schon Stirnrunzeln breit: Eine der Flaschen war wohl nicht richtig zugedreht gewesen und hat sich munter im Paket verteilt. Glücklicherweise waren die Flaschen noch mal in einer Plastiktüte, sonst hätte ich wohl eine Tropfenspur von der Post bis nach Hause hinterlassen. So sah nur mein T-Shirt vom Heimtragen etwas angenässt aus.GEDC0605

Im Test standen diverse Arbeits-T-Shirts, Laborkittel, Unterhemden, 8-Stunden-in-Arbeitschuhen-Socken und Baumwollhandschuhe, die ich immer unter den Einweg-Handschuhen anhabe.

Anwendung ist ganz einfach: einfach Fleck gut durchnässen, nicht eintrocknen lassen, 10-30 min einwirken lassen (bei eingetrockneten Flecken 1-3 Stunden) und dann ganz normal waschen. Normalerweise wasche ich die Weißwäsche immer mit Vanish Oxi und damit geht alles raus. Diesmal habe ich normales Waschmittel genommen (Spee) um die Ergebnisse nicht zu verfälschen.

Als erstes ein T-Shirt, das nicht nur Schweißflecken hat, sondern auch noch einen doofen Deofleck. Das Resultat ist rechts zu sehen: es hat sich nicht besonders viel verändert. Die Schweißflecken sind nicht rausgegangen und der Deofleck ist auch noch da.Kombi Shirt

Auch wenn Socken-Flecken nicht auf der Liste der Anwendungen standen: sauber geworden sind die auch nicht.Kombi Socken

Auch die versprochene Wirkung bei Rostflecken blieb aus. Hier eine Bluse, die mit dem verrosteten Gestell eines Rotationsverdampfers Kontakt hatte. Die Flecken sind zwar verblaßt, aber immer noch da. Kombi Ärmel

Egal, wie man es dreht und wendet: erstens ist das Spray in der Anwendung nicht gerade sparsam; die Flasche (250 ml) ist bei ca. 11 behandelten Wäschestücken schon mehr als halb leer. Zweitens sollte das Spray nur in einem gut gelüfteten Raum angewendet werden. Ich habe ein kleines Bad ohne Fenster und sagen wir es mal so: es ist für Asthmatiker nicht gerade zu empfehlen. Und drittens hat mich die Wirkung überhaupt nicht überzeugt. 3,99 € sollen die 250 ml kosten, das kann man sich getrost sparen. Lieber Vanish kaufen, das wirkt nämlich tatsächlich!

Schade, Sil, damit nehmt Ihr bestimmt nicht mehr „Flecken den Schrecken“

Wirsing, Sususi