Juchu, endlich Sommerurlaub. Zwei ganze Wochen, also 14 Tage, 336 Stunden, 20160 Minuten oder 1209600 Sekunden. Wow, so klingt das nach richtig viel.
Also, bis die Tage, Wirsing
Sususi
Juchu, endlich Sommerurlaub. Zwei ganze Wochen, also 14 Tage, 336 Stunden, 20160 Minuten oder 1209600 Sekunden. Wow, so klingt das nach richtig viel.
Also, bis die Tage, Wirsing
Sususi
… man kann aber auch Pflaumen nehmen. Oder sonstwelches Obst. Ich hatte in meiner letzten Bio-Abo-Kiste Zwetschgen. Und da ist mir nichts Unkreativeres eingefallen, als einen Zwetschgenkuchen zu backen. Dabei dachte ich allerdings an eine Bekannte, die keinen Hefeteig mag. Soll es ja geben. Es gibt ja auch Leute, die keine rohen Tomaten mögen. Jedem also das Seine und hier eine Variante des Zwetschgenkuchens für alle Hefeteig-Nichtmöger oder Nichtkönner: bei dem Kuchen kann so gut wie gar nichts schiefgehen. Gut, man könnte vergessen, einkaufen zu gehen. Das liegt dann aber nicht am Rezept. Jetzt geht es los:
Im Idealfall solltet Ihr alles auf dem Bild hier daheim haben: Ei, Margarine, Milch, Mehl, Backpulver, Vanillezucker und normalen Zucker und Zwetschgen. Zusätzlich noch eine Prise Salz und Puderzucker oder Zucker/Zimt-Mischung.

Ihr fangt damit an, daß Ihr die Zwetschgen entsteint. Dann sollte es ungefähr ein Teller voll sein. Es macht aber auch nichts, wenn es mehr oder weniger Zwetschgen sind. Probiert die Zwetschgen. Wenn sie sehr sauer sind, dann könnt Ihr sie noch etwas zuckern, denn der Teig an sich ist nicht soooo süß. Dann werden 200 gr. Mehl zusammen mit 1 Päckchen Backpulver, 1 Päckchen Vanillezucker und 3 Eßlöffel Zucker in eine Schüssel gesiebt.

Als nächstes werden in einem kleinen Topf 50 gr. Margarine + 1 extra Eßlöffel Margarine geschmolzen. Der extra Eßlöffel ist zum Ausfetten der Springform gedacht, Wenn also die Margarine geschmolzen ist, gleich die Springform einfetten und bemehlen und den Rest der Margarine zum Mehl gießen.

Jetzt kommen noch 200 ml Milch dazu, eine Prise Salz und 1 Ei. Wenn Ihr schon am Milch einschenken seid, gießt noch mal eine halbe Tasse Milch separat ein und stellt sie beiseite.
Was jetzt kommt, ist unheimlich wichtig. Ihr wollt schließlich Kuchen produzieren und keine Ziegelsteine: jetzt wird das Ganze kurz (!) mit dem Rührgerät verrührt. Wirklich nur solange, bis kein Mehl mehr zu sehen ist. Je länge man Rührteige mit dem Mehl rührt, desto schlechter geht der Kuchen später auf und desto fester wird er.
Sobald alles verrührt ist, in die gefettete und bemehlte Springform gießen. Nicht vergessen, die Schüssel jetzt nicht zu intensiv auszukratzen, sonst entgeht Euch das Beste: hinterher die Teigreste aus der Schüssel schlecken.
Dann die Zwetschgen dekorativ, kreativ oder so chaotisch wie Ihr mögt auf den Teig legen, am Besten mit der Schnittfläche nach oben oder leicht schräg. Wie gesagt, es ist egal, wie viele Zwetschgen da drauf landen. Gut, mit einer Zwetschge wäre es etwas albern, aber nehmt einfach so viel Ihr habt oder wollt. Oder Pflaumen. Oder Kirschen. Oder Mirabellen….

Ok, jetzt kommt das Ganze bei 180°C für ca. 40 – 50 min in den Ofen. Das kann je nach Ofen auch länger dauern, das muß man ausprobieren. Bei mir war er nach 45 min durch (Stäbchenprobe). Oh, und backt den Kuchen bitte nicht bei Umluft, sonst wird er etwas trocken. Und jetzt kommt die halbe Tasse Milch zum Einsatz, die wir vorhin auf die Seite gestellt haben: ca. 5 Minuten bevor Ihr den Kuchen rausholt fangt Ihr an, ihn mit Milch zu bepinseln. Sobald die erste Runde eingezogen ist, noch mal pinseln, so lange, bis er rausgeholt wird. Dann noch ein letztes Mal einpinseln. Das sorgt dafür, daß der Kuchen richtig schön saftig wird.

Keine Sorge, wenn jetzt in den Zwetschgen kleine Milchseen stehen, die saugt gleich der Puderzucker auf.

Jetzt wird der Kuchen einfach mit Puderzucker oder mit Zucker/Zimt oder, wie bei mir, mit Mohn/Puderzucker bestreut. Abkühlen lassen, dann anschneiden und auffuttern.
Am Besten noch mit Sahne, aber die war grade aus. So, wie man sieht, kann man Zwetschgenkuchen tatsächlich ohne Hefeteig backen. Und war doch wirklich gar nicht so schwer, oder?
So, ich hatte ja gesagt, eine Chance hat IBSE noch: „Schnell und Gut gekocht – unwiderstehliche Zaubereien“ von 1993.
Und diesmal hat es der Verlag geschafft, nicht nur einigermaßen essbare sondern auch noch gar nicht mal sooo schlechte Rezepte auf 111 Seiten zu Papier zu bringen.
Die Rezepte sind für 4 Personen (außer anders angegebene) und reichen von Räucheraal mit Eiersalat bis Blaubeer-Creme. Diesmal sind sogar die Bilder nicht ganz so komisch wie in den vorangegangenen Werken. Und sind es bis auf wenige Ausnahmen brauchbare Rezepte, die ziemlich einfach sind und tatsächlich schnell umzusetzen sind. Ein wenig schade ist hier, daß keine Zeitangaben zu den Rezepten vorhanden sind, an Hand derer man abschätzen könnte, wie schnell sich ein Gericht tatsächlich machen läßt.
Oh, das hier kommt uns aber doch bekannt vor: das Rezept für Fleischklößchen mit Makkaroni hieß bei dem Nudel-Kochbuch noch „Makkaroni mit Fleischklößchen“. Wenigstens haben sie sich die Mühe gemacht, das Bild zu spiegeln und den Ausschnitt etwas zu verkleinern. *g*
Alles in allem ist das Werk hier ok – nicht mehr aber auch nicht weniger. Unwiderstehlich finde ich es zwar gar nicht, aber na ja…
Ob wir dem komischen Verlag mit dem komischen Namen und den komischen Rezepten noch mal eine Chance geben sollen?
Gelegenheit hätten wir ja, hier ist die „Single Küche – praktisch, schnell und schmackhaft“ von 1991 aus dem selben Verlag wie das vorherige Werk. Und nein, ich schreibe ihn nicht noch mal aus!
Ebenfalls recht dünn mit 108 Seiten gefällt mir dieses hier allerdings ein klein wenig besser als das letzte. Es ist immer noch kein Knaller – aber die Rezepte sind diesmal zumindest essbar und das macht es schon wieder akzeptabel. Eine weitere Chance hat der Verlag übrigens noch.
Viele der Rezepte hier sind nicht nur für Singles sonders für zwei Personen berechnet – ist mir ehrlich gesagt manchmal lieber, sonst bleibt man wieder auf 1/2 Becher saurer Sahne oder ähnlichem sitzen. Ansonsten funktionieren die Rezepte – ob Risi Bisi, Tomatensuppe Adelheid oder Heilbutt gebraten – eben die typischen Single-Rezepte, die sich ohne viel Aufwand, Zeit oder Mühe erledigen lassen.
Ok, der allseits bekannte Sermon über die Blätter hört sich schon an, wie eine Schallplatte mit Sprung – es ist halt mal wieder Herbst im Kochbuchland….
Wirsing, Sususi
Irgendwie hab ich´s grade mit Pizza….
Heute gibt es „Nudeln und Pizza“ von 1993 aus dem International Book Sales Establishment Verlag (uff – was für ein Name!):

Der Untertitel hier sagt: …“das mögen auch Kinder“. Hm, ja, das mag generell auf die beiden Nahrungsmittel tatsächlich zutreffen. Allerdings habe ich noch nie ein Kind sagen hören: „Mami, machst Du heute wieder Nudeln mit frischen Pflaumen und Sauerrahm?“ Oder, auch gut: „Mami, gibt´s heute endlich Pizza „norddeutsch“ mit Backobst?“ „Darf ich heute Glasnudelsuppe mit Huhn haben“ ist da schon etwas wahrscheinlicher. Man sieht, die Rezepte der 111 Seiten hier sind, zumindest aus meiner Sicht, nicht unbedingt Kindertauglich. Was ja nicht heißen muß, daß es solche Kinder nicht auch gibt.
Ansonsten kann man sagen, daß zumindest die Mengenangaben für 4 Personen hinkommen. Was Positiveres fällt mir nicht ein. Geschmacklich ist die Mehrzahl der Rezepte ok, der Rest etwas merkwürdig auf Grund der Zusammenstellungen, sogar in den Makkaroni mit Fleischklößchen sind Korinthen drin. Vielleicht ist das Werk für Norddeutsche eher geeignet? Jedenfalls finde ich hier sogar die Bilder sehr seltsam und nicht unbedingt Appetit anregend.
Ok, fassen wir mal zusammen: ein Buch mit merkwürdigen Bildern zu merkwürdigen Rezepten aus einem Verlag mit einem merkwürdigen Namen… Tja, was soll man da noch sagen…
Wirsing, Sususi
So, nachdem ich mich von meinen Zähnen wieder erholt habe, stellte sich mir natürlich die Frage, was beißen? Also, vorausgesetzt, daß der Kaumuskelkater endlich aufhört *g*. Hm, ich bin natürlich gleich mal alles durchgegangen und dachte mir zuerst: Burger. Aber dann, dann dachte ich: Pizza! Saftig, knusprig, käsig, salzig und hmmmm…..
Könnte man natürlich vom Pizzaservice bekommen. Oder so: „Pizza und Pasta Variationen“ von 1983 aus dem GU Verlag.

Ein wenig schade, daß es nur 95 Seiten stark ist, aber das reicht dicke, um alle Klassiker abzudecken: Pizza mit Gemüse, Pizza quattro stagioni, Spaghetti alle vongole oder Trenette al pesto. Alles hinlänglich bekannte Rezepte, die jeder im Repertoire haben sollte. Deshalb und auch wegen den guten Rezeptbeschreibungen kann sich hier auch ein Anfänger mal rantrauen.
Mengenmäßig sind die Angaben hier gut gewählt, damit kommt man prima aus. Bei den Pizza-Teigen finde ich allerdings etwas schade, daß es sich allesamt um ziemlich dicke Hefeteige handelt, aber das kann man ja im Zweifelsfall noch selber etwas variieren bzw. dünner ausrollen. Ich bin halt ein Fan des richtig dünnen Bodens!
Wenn man jetzt mal wieder davon absieht, daß die Blätter sich schon wieder selbstständig machen – dann kann man hier glatt von einer Empfehlung sprechen. Oh, und die Gnocchi alla romana mit Grieß statt Kartoffeln – ausprobieren!
Wirsing, Sususi
so, die weißehtiszähene sind seit heute alle fünf/vier ruas.. (Übers: So, die Weisheitszähne sind seit heute alle vier raus)
Nee, keine Sorge, auch die Entfernung meiner Weisheitszähne solle an meiner Weisheit an sich (hoffentlich) nichts ändern.
Ich werde jetzt erst mal vor mich hin-genesen.
Wirsing, Sususi
Heute gibt es ausnahmsweise mal auch kein Kochbuch. Eigentlich war eins geplant, aber dann habe ich irgendwo wieder mal die Frage gelesen: „Was würden Sie auf eine einsame Insel mitnehmen?“ Hm, mal sehen: tropisches Klima, eventuell irgendwo ein See oder Bach und…. ich? Mit meinem Blut? Ich bin immer noch davon überzeugt, daß manchen Kindern von Geburt an ein GPS-Sender eingepflanzt wird, welcher es Stechmücken ermöglicht, zielsicherer als eine M600 meinen Abwehrschirm zu durchfliegen und mich zwischen 34.772 anderen Leuten ausfindig zu machen. Und trotz Autan buchstäblich bis aufs Blut auszusaugen. Deshalb gibt es tatsächlich etwas, was ich unbedingt auf besagte Insel mitnehmen würde: den Stichheiler. Hier das Modell von wellango für ca. 12 €:

Dieses kleine niedliche Gerät ist batteriebetrieben und erreicht an einer kleinen Metallplatte an der Vorderseite knapp über 50°C. Man presst das Gerät auf den Stich und drückt den blauen Knopf. Solange man diesen hält, heizt das Gerät. Bis es Endtemperatur erreicht hat, dauert es in etwa 25 Sekunden. Es gibt aber anscheinend auch Geräte, die erreichen die Endtemperatur schon nach wenigen Sekunden. Dann hält man das Gerät noch etwas 30 Sekunden länger auf die Stelle und – fertig! Jucken weg, Stich weg. Na ja, so einfach ist es dann doch nicht. Bei mir haben alle Stiche die Angewohnheit, zu riesigen angeschwollenen Auswüchsen von gut 6 Quadratzentimetern Durchmesser zu werden. Der Stichheiler reduziert das auf einen kleinen roten Fleck, zumindest bei frischen Stichen. Bei älteren Exemplaren kann schon mal ein Mini-Hubbel nach der ersten Anwendung bleiben und auch um das Jucken wegzukriegen muß ich ab und zu noch zwei oder drei mal nachbehandeln. Ich liebe dieses Gerät! Seit ich den Stichheiler habe, habe ich kein einziges Mal mehr Systral oder Fenistil oder sonst was kaufen müssen. Ich hatte nicht mehr den Drang, mich am liebsten mit einem Messer kratzen zu wollen. Und die Stiche sind nach spätestens einer Woche vollständig unsichtbar!

Natürlich will ich nicht verschweigen, daß es auch einen klitzekleinen Nachteil gibt. Und der hat was mit Relativität zu tun. Wenn man in eine 50°C heiße Sauna gehen soll, lacht einen jeder aus. Wenn man in 50°C heißes Badewasser steigen soll, zeigt einem jeder einen Vogel. Mit anderen Worten: die 50°C, die das Gerät warm/heiß wird, reichen nicht aus, um die Haut oder das Gewebe zu schädigen. Es gibt weder Brandblasen noch Narben noch sonstwas. Aber: die Haut an sich ist, was Wärme angeht, etwas empfindlich. Die Nervenenden fangen sofort an zu schreien: „heiß, heiß, heiß“ sobald die 50°C erreicht werden. Hier muß man sich einfach mental ein wenig anstrengen und die Nerven dieses Mal ignorieren. Einfach dran denken: „es hört auf zu jucken, es hört auf zu jucken“ und schon klappt das!
Es gibt von verschiedenen Herstellern verschiedene Modelle in unterschiedlichen Preisklassen. Dieses von wellango ist sogar mit eines der Günstigsten, aber aus meiner Sicht absolut empfehlenswert (Und nein, ich kriege kein Geld für Schleichwerbung. Ich sage nur, was ich denke! Falls ein Hersteller jetzt trotzdem was überweisen möchte…*g*)
Dumm ist jetzt bloß, daß ich auf meiner Insel auch dran denken sollte, Akkus reinzulegen und ein Solar-Akku-Ladegerät mit einzupacken….
Wirsing, Sususi
Kennt Ihr Gilroy? Gilroy ist eine Stadt in den USA, genauer in Kalifornien. Und wie das mit den Amerikanern so ist, sie werden manchmal ein bisserle megalomaniac, wie es so schön neudeutsch heißt. Deshalb hat sich Gilroy 1979 ganz einfach mal schnell zur Welthauptstadt des Knoblauchs erklärt. Seit damals findet dort jedes Jahr das Garlic-Festival statt. Dort werden von Anwohnern leckere Gerichte mit Knoblauch gekocht und serviert, es wird eine „Miss Garlic“ gekürt und vermutlich sollte jemand, der keinen Knoblauch mag, an diesem Tag spätestens in San Francisco wieder umkehren. Jedenfalls gab 1980 der Papyrus-Verlag eine Sammlung von auf diesem Fest gekochten Speisen heraus. Unten seht Ihr die Ausgabe von 1984.
Dieses Buch kommt zwar optisch schlicht daher – es enthält auch keine Bilder. Aber: wer Knoblauch mag, der kann hier auf 143 Seiten richtig schwelgen! Ob die Croissants D´Ail, wo die Knoblauchbutter gleich unter den Hörnchen-Teig geknetet wird oder Reis a la Najar oder Onkel Hugos Huhn – alles sehr ungewöhnliche und ausgefallene Rezepte, die sich aber wirklich gut umsetzen lassen. Sie kommen mit ganz herkömmlichen Zutaten aus, was zum Teil auch der deutschen Bearbeitung geschuldet ist: hierzulande nicht zu bekommende Zutaten wurden den Gegebenheiten des deutschen Marktes angepaßt. Zum Beispiel war es Anfang der 80er noch etwas schwierig, hierzulande Venusmuscheln zu bekommen – die sind nämlich meistens gemeint, wenn hier von „clams“ die Rede ist (mercenaria mercenaria). So wird hier im Deutschen einfach „Muscheln“ draus, und jeder kann selber sehen, was er bekommt.
Ansonsten gibt es hier drin sowohl Rezepte, die auch einfach für 2-4 Personen zu machen sind, aber auch genau so viele, die für 4 bis ziemlich viel mehr Personen gut zu kochen sind.
Jedes Rezept enthält natürlich auch Knoblauch – mal mehr, mal weniger: das Huhn Filice enthält ganze 40 Knoblauchzehen. Wem das jetzt viel erscheint – der hat unrecht. Die Zehen kommen nämlich im ungeschälten und unzerteilten Zustand in das Gericht und geben deshalb nur einen dezenten Knoblauchgeschmack an das Huhn ab. Der Clou an der Geschichte ist, daß man hinterher. nach dem Kochen, die ganz weichen Knoblauchzehen aus der Schale aufs Brot streicht und zum Huhn ist.
Ein Muß jedenfalls für alle Knoblauch-Fans und solche, die es werden wollen!
Wirsing, Sususi
Es ist ein übles Gerücht, daß bei Busreisen mindestens eine Person im Bus Zitronenmelissebonbons verteilt. Stimmt nicht! Es waren Eukalyptus und Joghurt-Bonbons. Nein, mal im Ernst: ich bin ein wirklich großer Fan von Busreisen. Wo sonst kann man den Homo Touristii besser studieren, als in seinem natürlichen Habitat, dem Reisebus. So gesehen war der Ausflug an den Bodensee zur Insel Reichenau mit Eberhardt Reisen nahezu eine Studienreise.
Los ging es in Pforzheim um 11 Uhr vormittags. Da der Bus bereits in Karlsruhe war, war er schon zur Hälfte besetzt. Und hier gab es auch schon die ersten Schwierigkeiten: ein Herr mit Platznummer 9 A wollte unbedingt neben seiner Frau mit Platznummer 14 D sitzen. Da die Dame auf 14 C so nett war, zu tauschen, konnten wir sogar pünktlich abfahren.
Die Fahrt an sich war sehr entspannend, es war schön, endlich mal nicht selber auf den Verkehr aufpassen zu müssen!
Vorne hinter dem Fahrer war eine kleine Digitalanzeige angebracht, die abwechselnd die Uhrzeit bzw. die Innentemperatur anzeigte. Kurz nach Fahrtantritt holte jemand seinen Rucksack aus dem Gepäckfach und kam dabei auf diesen kleinen „Stop“-Knopf. Jetzt zeigte die Anzeige natürlich nur noch „Stop“ und keine Temperatur mehr an. Nach zehn Minuten begann nervöses Geflüster. Offensichtlich waren sich die Reisenden nicht mehr sicher, ob sie noch schwitzen oder schon frieren sollten. Das zweiköpfige Abgesandten-Team konnte vom Busfahrer allerdings beruhigt werden: beim Raststätten-Halt geht das „Stop“ wieder weg!
Diesen Halt machten wir dann am Rasthaus Im Hegau. Von dort hat man eine schöne Aussicht, z. B. auf das Franzosenwäldchen oder den Berg Hohenhewen. Und ab da kann man schon sagen, wie das Wetter wird. Wie wir losgefahren sind, hat es, wie auch im Tagesverlauf, mal kurz getröpfelt, aber sonst war es heiß und sonnig.
Gegen halb zwei/zwei waren wir dann auf der Insel. Der erste Abstecher ging hinunter zum Yachthafen, wo auch noch das Wein-u. Fischerfest 2013 stattfand.

Dies war allerdings eher enttäuschend. Anscheinend war das Fischerfest tatsächlich mal ein Fest, an dem frischer Bodensee-Fisch serviert wurde. Das sich der Fisch in den letzten Jahren in 1/2 Hähnchen, Thüringer Bratwurst und Zwiebelkuchen verwandelt hatte, das war Eberhardt Reisen wohl ebenfalls unbekannt, wie aus der Reaktion des Busfahrers zu schließen. Er gibt es aber so an den Veranstalter der Fahrt weiter. Alles, was jetzt noch an Fisch zu finden war, war dies:

Ok, dann halt ein Felchenfilet. Schmeckt ja auch. Aber wenn es nicht so heiß gewesen wäre, und ich Hunger gehabt hätte, dann wäre ich ziemlich enttäuscht gewesen.

Hm, also, wenn es schon keinen Teller als Unterlage gibt, dann hätte ich wenigstens gerne ein Messer gehabt, denn mit einem Büschel Petersilie verstreicht sich der Meerrettich so blöde!
Ein Glas Wein gab es auch, für mehr war es eindeutig zu heiß:

Also gut, ein Trip an den Bodensee lohnt sich ja auch ohne Fisch, deshalb habe ich einen schönen Spaziergang unternommen: zum Seebad, zu Peter und Paul, zum Kräutergarten, und natürlich so viel wie möglich in Wassernähe. Sogar bis zu den Schenkeln im Wasser war ich, was bei meinem Temperaturempfinden wirklich was heißen will!


Fällt jemandem an diesem Bild was auf? Kleiner Tip: es ist ein Schild an diesem Baum angebracht!
Auf der anderen Bodensee-Seite war Allensbach schön zu sehen:

Wem es zu heiß ist, der kann sich ja das Marienmünster anschauen, dort im Klosterkeller ist auch ein Weinverkauf untergebracht:

Da der Busfahrer bereits auf der Hinfahrt angedroht hatte, wer zur spät zur Abfahrt kommt, muß im Bus singen und tanzen, waren alle sehr pünktlich wieder um 18:30 Uhr am Bus, alle mehr oder weniger k.o. Die Heimfahrt verlief dann dementsprechend ruhig, trotz der Vollsperrung der A8. Aber unser (wirklich sehr netter und) souveräner Fahrer bog einfach vorher schon von der Autobahn ab, und so bekamen wir noch eine kleine Rundfahrt mit dazu. Pünktlichst um Schlag 21:00 Uhr waren wir dann wieder am ZOB Nord.
Das war ein sehr schöner Ausflug, jederzeit gerne wieder mit diesem Unternehmen, wenn dort alle Fahrten so sind. Bequemer kann man ja eigentlich auch gar keinen Ausflug unternehmen: man muß nicht selber fahren und sich mit anderen Verkehrsteilnehmern rumärgern. Man muß keinen Parkplatz suchen; man muß sich um nichts kümmern, außer daß man pünktlich ist. Und für 36 € kann man nicht meckern, wenn man sich hier die Benzin-Preise mal anschaut! Also, mal sehen, wohin der nächste Ausflug geht…
Wirsing, Sususi