Archiv der Kategorie: Allgemein

Meine Kochbücher…Nr. 105

Kennt noch jemand die Knorr Gretchen-Suppenwürfel? Ich kenne sie jedenfalls nicht und deshalb war leider jeder Versuch zum Scheitern verurteilt, herauszufinden, von wann dieses Kochbuch stammt: direkt von Mondamin herausgegeben und 48 Seiten dünn. Da zwischendurch noch Passagen in Sütterlin drin stehen und das ganze Werk in Fraktur gedruckt wurde, kann man jedoch vermuten, daß wir von einem Erscheinungsdatum zwischen 1920 und 1945 reden. Zwar wurden auch nach 1945 noch Bücher in Fraktur gedruckt, aber doch eher seltener.
Mondamin Kochbuch

Zum Verstehen der Rezepte ist es natürlich nicht nötig, Sütterlin lesen zu können, und Fraktur sollte eigentlich jeder entziffern können. Zumal ein Rezept für “Streufelkuchen” weniger Sinn macht als für “Streuselkuchen”; eventuell ungeübten Leser sollte dies auch auffallen.

Was jetzt die Rezepte angeht: viele davon sind einfach nicht mehr aktuell. Keine Mutter wird ihrem Kind heute noch Zweidrittel-Flaschenbrei aus 30 g Mondamin mit 1/3 Liter Wasser, Milch und Zucker füttern. Allerdings spannend, zu sehen, womit man früher groß und stark geworden ist…

Die enthaltenen Kuchenrezepte allerdings sind prima umsetzbar, schmecken und verwenden Zutaten, die jeder hat bzw. leicht beschaffen kann. Das Selbe gilt für die herzhaften Sachen und die Süßspeisen wie den roten Igel (Fruchtgrütze mit Johannisbeeren in Igelform mit Mandelstiften als Stacheln), den Apfelauflauf oder den Zwiebackpudding.

Absolut nicht geeignet für jemanden, der gerne bunte Bildchen anschaut, nicht geeignet für jemanden, der nur nach tollen Rezepten sucht; aber für jemanden wie mich, der immer wissen will, wie es früher so zuging immer wieder spannend, wenn man so ein Werk in die Finger kriegt.

Wirsing, Sususi

Meine Kochbücher…Nr. 104

Auf Platz eins der umstrittensten Küchengeräte steht ganz sicher der Thermomix. Direkt dahinter kommt dann auch schon der Römertopf. Für die einen nur ein unnützer Platzverschwender, von dem man auch noch mehrere Ausführungen braucht (einen für Fisch, einen für Süßes, einen für den Rest) – für die anderen ein unverzichtbares Utensil auf dem Weg zum lukullischen Mahl. Kein Wunder, daß ich auch einen habe. Da ein Römertopf allerdings ohne Rezepte auf buchstäblich sehr tönernen Füßen steht, gab es 1970 zum original Bay Römertopf auch das passende Rezeptwerk von Bay: “Braten und Schmoren im Römertopf”
Braten und Schmoren im Römertopf
Es beginnt mit einer kleinen Einführung zum Benutzen des Römertopfs (wer einen hat, der weiß, das man dabei allerhand falsch machen kann), deshalb ist es gut, daß es hier noch mal erwähnt wird.

Was dann folgt ist auf 160 Seiten eine der besten Rezeptsammlungen für den Römertopf. Zwar zu 90 % unbebildert bis auf ein paar Farbtafeln, aber egal, ob Fleisch, Gemüse, Suppen, Aufläufe oder Süßspeisen – wer hätte schon gedacht, daß man im Römertopf auch Marmelade kochen kann – hier ist wirklich alles abgedeckt, was man mit einem solchen Topf machen kann.

Klar, man kann die Poularde “Tokio” oder die gefüllte Kalbsbrust oder die Pfirsich-Melonen-Marmelade auch auf herkömmliche Art und Weise zubereiten – wer allerdings einmal einen Römertopf ausprobiert hat, der kommt nur leider oft nicht mehr davon weg. Die Einfachkeit der Zubereitung und die fast garantierte Gelingsicherheit machen es nicht nur Anfängern extrem einfach, ein schmackhaftes Essen auf den Tisch zu bringen.

Zusätzlich zu den Rezepten sind immer auch Abwandlungen der Gerichte angegeben und empfohlene Beilagen. Sofern man einen Römertopf besitzt und ihn zu benutzen weiß, ist dies hier eines der einfachsten Kochbücher, die in meinem Besitz sind und absolut uneingeschränkt zu empfehlen.

Wirsing, Sususi

Meine Kochbücher…Nr. 103

“Backe, backe, Kuchen; der Bäcker hat gerufen…” *sing* “…wer will guten Kuchen backen, der muß haben sieben Sachen….” Eigentlich ja acht, denn ohne gutes Rezept wird der Kuchen auch mit doppelt soviel Safran nix. 1988 erschien dazu im Gräfe und Unzer Verlag dies: “Backen nach Großmutters Art”
Backen nach Großmutters Art

Freilich, es gibt umfangreichere Werke als dieses mit 55 Seiten. Die meisten davon sind auch noch ansprechender gestaltet und haben zu jedem Rezept ein Bild. Nun ja. Äußerlichkeiten. Zwar gibt es hier nicht soooo viele Rezepte, aber die haben es in sich: Marillenringe, Bernerischer Zuckerbrodkuchen oder Cognac-Sahne-Torte – wem läuft da nicht schon das Wasser im Mund zusammen?

Wer dem Rezept folgt, der landet auch da, wo er hin will, obwohl man schon ein wenig Übung im Backen haben sollte. Vielleicht wäre es praktischer gewesen, die Zutaten nicht als kursiven Fließtext sondern als Liste zu präsentieren – auch die Trennpunkte machen das nicht mehr wett. Das war´s aber auch schon mit der Kritik. Alles andere paßt, und obwohl es ja heißt: “nach Großmutters Art”, sind die Ei-mengen wohl schon den modernen Hühnern angepaßt und verzeihen auch mal das ein oder andere kleinere Gaggerl. Die Zuckermenge ist hier auch erfreulich: definitiv nicht zu süß und wie das mit den Gasherdangaben halt so ist: mein Herd hat wohl seinen eigenen Kopf (spirch: danach würde ich nicht unbedingt gehen beim nachbacken).

Wirsing, Sususi

Schon wieder Sennfeld…

Tja, was soll ich sagen? Ich hatte ja versprochen, wieder etwas mehr Zeit mit Euch zu verbringen, weil doch jetzt die erste Prüfung vorbei ist. Geht bloß grad schlecht, ich bin nämlich schon wieder nicht zu Hause sondern in Sennfeld. Wunderschönes äh, Örtchen, mit vielen Wiesen und Kühen und BG´lern aber sonst nicht viel. Deshalb gibt es von hier auch leider nicht so all zu viel zu erzählen, außer, daß die Linzer Torte heute nachmittag etwas trocken war….

Na ja, ich bin ja am Wochenende dann wieder daheim und so lange haltet Ihr es bestimmt noch aus.

Wirsing, Sususi

Meine Kochbücher…Nr. 102

Ich glaube es gibt nichts, was ein Gericht so sehr verhunzen kann, wie eine schlechte Sauce. (Erinnert mich daran, daß ich noch ein Wort zu einer besonders schlechten Currywurst verlieren muß…) Ich will jetzt nicht gegen Fertigsaucen wettern, aaaaaber eine gute selbstgemachte Sauce schmeckt halt leider mal um Klassen besser. Und zwar egal, ob zu Salat, Fondue, Grillen oder Braten. Leider ist es nicht ganz einfach, eine gute Sauce zu machen, wenn man keine Ahnung hat, was man da tut. Hilfreich könnte hierbei dieses sein: “Köstliche Saucen selbst gemacht” aus dem GU Verlag von 1989.
Köstliche Saucen selbst gemacht
54 Seiten mögen sich dünn anhören, aber für Saucen bietet das ganz schön viel Platz. Dazu gibt es noch eine Übersicht, welche Sauce zu welchem Gericht paßt, denn während Fondue-Senfsauce die Verwendung ja geradezu im Namen trägt, steht man bei Istanbul-Sauce oder Sauce Bastard auf den ersten Blick schon etwas verloren da.

Wer also bisher nicht über Ketchup hinauskam – ruhig mal etwas ausprobieren, hier sind zwar die Rezeptanleitungen recht knapp gehalten, aber wie man eine Schalotte schält und würfelt oder wie man eine Paprikaschote enthäutet sollte etwas geübteren Kochern schon vertraut sein. Kleine Tipps zur Zubereitung erleichtern das Gelingen noch zusätzlich.

Ich finde, Saucen kann man immer mal brauchen, so auch dieses Buch. Oh, und die englische Orangensauce ist hier drin mein unbestrittener Favorit…

Wirsing, Sususi

Milka TUC

Wenn es etwas gibt, auf das ich in meinem Leben gut verzichten kann, dann sind das Süßigkeiten. Brauch ich nicht, will ich nicht und sowohl mein Magen als auch mein Gehirn sind da mit mir einer Meinung… zumindest, wenn es sich nicht um Schokolade handelt. Obwohl ich nicht sehr oft den Drang verspüre, Schokolade zu kaufen, hat sie, wenn sie sich einmal bei mir in der Wohnung befindet, keine großen Überlebenschancen. Wenn es sich dann auch noch um die Variante Vollmilchschokolade + Keks handelt, dann beträgt die durchschnittliche Aufenthaltsdauer einer Tafel ungefähr 7,9 Sekunden. Als ich deshalb gesten im Kaufland war, konnte ich deshalb nicht hier dran vorbeigehen: Milka + TUC!
Milka Tuc Verpackung
Haha! Hat man also endlich eine Verwendung für diese merkwürdigen Cracker-Dinger gefunden, mit denen seit dem Ende der Cocktail-Parties niemand mehr so richtig was anfangen kann. Denn, mal ehrlich, geschmacklich sind die nicht grade der Renner. Gut, sie helfen bei Reiseübelkeit und Bauchschmerzen, aber so eine salzige, krümelige Platte, die beim Kauen auch noch fürchterlich in den Zahnzwischenräumen hängen bleibt, nein, nicht für mich. (Sagt jemand, der Reiswaffeln mag, oy vey!)

Jedenfalls, Milka. Und Keks. Vollmilchschoko und Keks. Vollmilchschokolade und salziger Keks. Wer kann da schon dran vorbeigehen? 87 gr. für 89 cent. So weit, so gut. Sah lecker auf der Verpackung aus. Hörte sich lecker beim auseinanderbrechen an. War lecker beim reinbeißen und…war leider viel zu schnell alle!
Milka Tuc innen
Durch den salzigen Cracker bekam die Schokolade einen schönen Kontrapunkt. Leider war es bloß oben und unten auf der Schokolade ein sehr dünnes Cracker-Blättchen, welches gerne hätte größer sein dürfen. So halb Schoko, halb Cracker, das wäre perfekt gewesen. Und da die Cracker auch bloß drauf lagen, fielen sie beim Durchbeißen der Stücke einem schon entgegen. Trotzdem eine Sorte, die wohl mit zu meinen neuen Lieblingssorten gehören wird. Hoffentlich ist das keine Saison-Sache.

Wirsing, Sususi

Meine Kochbücher…Nr. 101

Glaubt man den Umfragen, dann steht die “asiatische” Küche mit auf den vordersten Plätzen. Dabei ist allerdings zu beachten, daß “asiatische Küche” für viele einfach der China-Schnellimbiß um die Ecke ist. Wobei ich zugeben muß, daß ich dort auch ab und an mal anzutreffen bin, obwohl das dort servierte Essen nicht unbedingt tatsächlich mit chinesischem Essen zu tun hat. (Ausnahmen gibt es natürlich auch hier). Noch dazu, wo es gerade in China so viele unterschiedliche Regionalküchen gibt, daß man eigentlich von “dem chinesischen Essen an sich” gar nicht reden kann. Für jeden, der der chinesischen Schriftzeichen nicht mächtig ist, dem bleibt bloß ein Buch wie “Chinesisch kochen” aus dem Gräfe und Unzer Verlag von 1994 um sich an originalen Rezepten zu versuchen.
Chinesisch kochen
Schon mal frittierte Milch gegessen? Oder gebratene Tintenfische in Bohnensauce oder gedämpftes Senfgrün mit Sojabohnen-Sauce? Nicht? Kein Problem, hier sind auf 64 Seiten die originalen Rezepte dazu zu finden. Man sieht, mit dem gewohnten Imbiß-Essen hat dies hier nichts zu tun.

Wer allerdings noch nie mit asiatischer Küche zu tun hatte, der wird hier über Zutaten stolpern, die zwar in einem kleinen Glossar erklärt werden, die aber nicht im normalen Supermarkt zu finden sein werden. Trotzdem sind diese Zutaten für die Gerichte essentiell und leider meistens bloß in geringen Mengen pro Gericht verarbeitet. Wer also nicht weiß, was er mit Hoisin-Sauce, Misopaste oder Lilienknospen sonst noch so anfangen kann, der sollte besser hier drauf verzichten und sich lieber an der italienischen Küche versuchen. Jeder, der sich allerdings rantraut, der wird erleben, wie sich teilweise ungewohnte Geschmäcker auf dem Teller entfalten; einerseits durch viele bekannte Grundzutaten dem Gaumen etwas vertraut, andererseits exotisch durch die unbekannte Würze.

Die Anleitungen sind zwar nicht besonders ausführliche, aber man kommt damit zurecht und immerhin gibt es ein Bild, mit dem man hinterher vergleichen kann, was rauskommen hätte sollen. Das klappt aber erst nach viel Übung.

Wirsing, Sususi

P.S.: Dies war übrigens mein allererstes eigenes Kochbuch; ich habe es mal zum Geburtstag bekommen.

Meine Kochbücher…Nr. 100

Uff. Ich mache ja seit letztem Oktober zusätzlich die Ausbildung zur Fachkraft für Arbeitssicherheit, weil mir meine Firma ein Angebot gemacht hat, welches ich unmöglich ablehnen konnte. Deshalb habe ich mein Blog hier auch ab und an etwas vernachlässigt, und nicht so häufig gebloggt, wie ich eigentlich was zu sagen gehabt hätte. Freut Euch! Das ist jetzt vorbei! Gestern war die erste Prüfung und da ich diese glänzend bestanden habe, ist das Lernen vorerst mal vorbei. Oder zumindest nicht mehr so zeitintensiv. Deshalb: *räusper* Tatatataaaaa: Die ersten 100 sind voll! Jetzt hätte ich natürlich etwas Besonderes für diesen Anlaß heraussuchen können, aber das hätte ich den anderen Büchern gegenüber unfair gefunden und so gibt es heute Panem, allerdings, anders als bei Juvenal, ohne circenses.
“Selber Brot backen” heißt das Motto bzw. das Buch und stammt von 1984 aus dem Gräfe und Unzer Verlag.
Selber Brot backen

Was wäre Deutschland ohne Brot? Immerhin gibt es rund 300 verschiedene Sorten. Diese werden zwar nicht alle hier behandelt, aber auf 71 Seiten bringt man schon eine Menge unter. Warum aber nun Brot selber backen, wo man doch alle paar Meter über eine dieser Selbstbedienungsschnellbackwarenketten stolpert? Nun, zum einen macht es mal Spaß. Dann schmeckt es auch noch gut. Und man kann Varianten ausprobieren, die man sonst nirgends kriegt. Und teuerer ist es eh nicht.

Zunächst bekommt man in diesem Buch eine kleine Einführung in die drei verschiedenen Grundteige und jede Menge Tipps und Erläuterungen zum Backen. Zwischen den Rezepten sind auch noch mal viele nützliche Tipps versteckt. Die Rezepte kommen übrigens ohne Brotbackautomat aus – in wie weit sich die hier angegebenen Rezepte mit einem solchen Gerät umsetzen lassen, weiß ich leider nicht. Jedenfalls findet man hier alles von einfachen Rezepten wie dem Grahambrot bis hin zu St. Gallener Landbrot oder Sesamknäcke.

Die Rezepte sind vielfältig und bringen zum Großteil Brotsorten hervor, von denen auch mein Bäcker noch nichts gehört hat, von dieser Seite her auf alle Fälle lohnenswert. Allerdings gibt es hier eine Diskrepanz zwischen Temperaturangabe und Gasstufe, zu meinem Herd paßt auch noch weder das eine noch das andere. Brot ist eben manchmal eigenwillig. Das war´s eigentlich auch schon, mehr braucht man hierzu nicht zu sagen. Wer gerne Brot backt, der dürfte hiermit jedenfalls keine Schwierigkeiten haben.

Wirsing, Sususi

Meine Kochbücher…Nr. 99

Wie sagt man doch in Ungarn so schön? “Der eine wünscht sich Ruhm, der andere Reichtum, aber alle wünschen sich Paprikagulasch”. Mit anderen Worten, Paprika ist so unglaublich toll, daß man gar nicht ohne kann. Wobei hier allerdings von der Gemüsepaprika die Rede ist, die Gewürzpaprika kriegen wir ein anderes Mal. Jedenfalls ist das “Paprika Kochbuch” von 1990 aus dem Richter Verlag ganz diesem lateinamerikanischen, äußerst farbenprächtigen Gemüse gewidmet.
Paprika Kochbuch

Paprika gibt es nicht nur in rot, gelb oder grün sondern auch zum Beispiel in violett oder braun. Die Rezepte auf den 72 Seiten hier geben immer an, welche Farbe sich für welches Rezept eignet. Die Farben unterscheiden sich nämlich nicht nur im Geschmack (gelb am mildesten, grün meistens etwas bitterer als die anderen Farben und läßt sich nicht gut schälen): violette oder braune Sorten verlieren ihre schöne Farbe beim Erhitzen, sollten also nur kalt verwendet werden.

Obwohl nicht jedes Rezept ein Bild dabei hat. dürften sich hier vorstellungstechnisch keine großen Herausforderungen ergeben. Der Großteil der Rezepte ist relativ simpel und die meisten davon kennt man eigentlich schon: Paprika-Schafskäse-Salat, marinierte Paprika, Paprika-Zucchini-Gemüse mit Fisch oder Paprikaschoten mit Reisfüllung. Deshalb ist das Buch diesmal auch für erfahrene Kocher eigentlich weniger geeignet, denn diese dürften hier weder etwas Neues noch Spannendes finden. Anfänger dürften hier eher etwas davon haben, obwohl einige Beschreibungen nicht grade anfängertauglich sind (“Lammkeule mit Baumwollfaden binden,…”).

Trotzdem ein schönes Basiswerk, durchaus familienfreundlich, aber man sollte sich nicht zu viel versprechen.

Wirsing, Sususi

Stadtmuseum Miltenberg

Miltenberg. Ein charmantes Städtchen zwischen Spessart und Odenwald, direkt am Main. Auch wenn wir keine herkömmlichen Touristen sind, kennen wir Miltenberg schon seit Jahren. Und sind jedes Jahr wieder angetan von der wunderschönen Altstadt, der Mildenburg und: vom Stadtmuseum Miltenberg. Dieses Museum (es befindet sich am Schnatterloch, also dem historischen Marktplatz) ist jedes Jahr fester Bestandteil unserer To-Do-Liste und hat sogar am 01.01. auf. Warum wir dort jedes Jahr hingehen? Ganz einfach: Es ist ein Museum, welches auf über 1400 qm jedes Mal aufs Neue fasziniert. Zum einen hat es immer wieder wechselnde Ausstellungen. Dieses Jahr war das Thema „Weihnachtspost“.
Stadtmuseum Miltenberg Postbote
Zu sehen waren unter anderem ein Postamtsschalter, Postwertzeichen und alte Wunschzettel, Weihnachtswünsche und Feldpostbriefe.
Stadtmuseum Miltenberg Postwertzeichenautomat
Diese kleinen Sonderausstellungen sind auch immer spannend. Zum anderen ist jedoch auch noch die Dauerausstellung zu besichtigen. Diese führt in einem Rundgang durch sieben Schwerpunktthemen zum Thema Miltenberg und Region.
Stadtmuseum Miltenberg Schrank
Stücke zur Entstehungsgeschichte, zum Alltag in und um Miltenberg …
Stadtmuseum Miltenberg Eisfink
… und zum Leben und Arbeiten (z. B. Blaudruckmodel, Waschzuber, Fischernetze)…
Stadtmuseum Miltenberg Waschzuber
sind bloß einige wenige Beispiele. Immer, wenn wir da sind, hat das Museum bis 16:00 Uhr geöffnet. Trotzdem brauchen wir immer bis kurz vor Schluß, bis wir wieder draußen sind, weil es einfach so viel zu entdecken gibt. Denn das Haus selber ist ebenfalls ein Museumsstück, überall wird an freigelegten Wandstellen oder Türbögen deutlich, wie alt das Gebäude bereits ist. Nicht nur das, nicht alle Ausstellungsstücke sind für den touristischen Konsumenten vorbereitet in Vitrinen präsentiert – nein, hier muß man selber auf Entdeckungsreise gehen und schon mal die ein oder andere Schublade aufziehen, um Spannendes zu finden. So findet man zum Beispiel späte Werke von Ernst von Zschock.
Ein weiterer wirklich sehr sehenswerter Ausstellungsteil ist die beeindruckende Spielzeugsammlung des Museums:
Stadtmuseum Miltenberg Schienenzeppelin
Eisenbahnen, Blechspielzeug, Metallbaukästen und sogar ein Chemiebaukasten lassen die Herzen höher schlagen. Außerhalb von Nürnberg ist es schwierig, wirklich gute Sammlungen dazu zu finden, und die Miltenberger Sammlung ist wirklich sehr schön.
Stadtmuseum Miltenberg Oblatenkapseln
Ein Besuch des Museums ist absolut zu empfehlen, und für 4 € Eintritt, da kann man wirklich nicht meckern! Die oberen Etagen des Museums sind auf Grund der historischen Gebäudesubstanz nur per Treppe zu erreichen, die mitunter ein wenig schief und abgelaufen ist – also aufpassen, wer schon einen Stock benötigt und große Menschen: Bitte bei den Durchgängen aufpassen und den Kopf einziehen! Ansonsten bietet das Museum auch Führungen und Workshops, stellt die Räumlichkeiten für Kindergeburtstage und die historische Kulisse für Hochzeitsfotos zur Verfügung. Also, wer sich zufällig in der Nähe von Miltenberg rumtreibt – vorbeischauen.

Wirsing, Sususi