Archiv der Kategorie: Allgemein

Meine Kochbücher…Nr. 139 A + B

Warum heute im Titel A und B steht? Weil das heutige Kochbuch eigentlich aus zwei Teilen besteht. Einem großen Hardcover und einem kleinen Ringbuch. Beide bilden zusammen eine Einheit, nur leider wissen das viele Leute nicht oder haben nur den einen Teil (…“Nein, das kann gar nicht sein, da gab es immer schon nur ein Buch von…“ – leidvolle Flohmarkterfahrungen…)

Es ist ein Werk aus einer Serie von Time Life, die uns um die ganze Welt führt: „Die Küche aus Frankreichs Provinzen“ von 1970.
Die Küche in Frankreichs Provinzen
Diese Serie gehört zu meinen absoluten Lieblingen und ich lese sie immer wieder und wieder gerne.
Denn, blättert man hier durch die 208 Seiten, dann wird einem auffallen, daß sich das große Werk neben einigen Rezepten sehr mit dem jeweiligen Land beschäftigt. Es ist fast wie „No reservations“ ohne Anthony Bourdain… eben Land und Leute und Essen und Trinken und Lebensmittel. Die Bilder die hier zwischendurch verteilt sind, sind typisch 70er Jahre… hier sind nämlich nicht nur Speisen drauf sondern auch die Leute, die Landschaft und vieles mehr.

Ein Teil der Rezepte ist schon im großen Hauptwerk. Der weitaus ausführlichere Teil ist aber das kleine Ringbuch dazu, welches auf 112 Seiten zusätzlich noch eine Fülle weiterer Rezepte neben den im großen Buch schon erklärten enthält. Die Rezepte sind sehr ausführlich erklärt und gut beschrieben und wären damit auch Anfängertauglich. So wird das Wasser nicht einfach nur zum kochen gebracht sondern muß „sprudeln“ oder man macht nicht nur die Pfanne heiß sondern man erhitzt sie, „bis ein hineingespritzer Wassertropfen sofort verdampft„. Nur, durch die erwähnte Ausfürhlichkeit kann sich so ein Rezept in Times New Roman Schriftgröße 10 schon mal auf 1 1/2 Seiten Fließtext erstrecken! Deshalb: immer sehr genau durchlesen und zwar vor dem Anfangen.

Beginnern sei empfohlen, sich alles in größer und in einzelnen Schritten rauszuschreiben. Dann allerdings glänzt man mit „Darnes de Saumon Grillées au Beurre d`Escargots“ (enthält keine Schnecken, heißt aber so, weil man die Würzbutter eben auch für Schnecken hernehmen kann – übersetzt heißt das Gericht einfach gegrillte Lachssteaks mit Kräuterbutter), „Tomates à la Provencale“ oder „Diplomate“ (garnierte Eiercreme mit glasierten Früchten).

Wer auch immer das Glück hat, eines der Werke in die Finger zu kriegen: zugreifen! Egal ob Frankreich, Spanien, Vorderer Orient… jedes einzelne Buch ist eine Fülle an Informationen, authentischen Rezepten und Lebensart. Eigentlich viel zu schade, um als reines Kochbuch gesehen zu werden…

Wirsing, Sususi

Eat & Style Messe Stuttgart 2014

Dieses Wochenende war fest für einen Termin eingeplant, den ich auf gar keinen Fall verpassen wollte: die Eat & Style Messe in Stuttgart. Diesmal parallel zur Heim&Familie, Hobby&Elektronik und ein paar anderen Hallen.

Auch dieses Jahr konnte man an einigen interessanten Workshops teilnehmen, die natürlich alle mit Voranmeldung funktionieren. Bei Lucki Maurer in der Perfect Meat Academy konnte man(n) sich für 29 € vom Strip Loin vom Bison bis zum Wagyu Ribeye probieren und bekam noch zusätzlich Tipps zum richtigen Zubereiten von Steak.
Maurer + Schneider
Kostenlose Workshops wurden wieder von der Miele Backstube angeboten:
Programm BackstubeFinanciers
Hier wurden gerade die Financiers & Cakes hergestellt und verziert.
Wer nicht mitmachen konnte oder wollte, der konnte immerhin noch viel sehen und probieren. Auf der Kochbühne fanden den ganzen Tag spannende Shows statt, z. B. zeigte Wolfgang Müller die relativ einfache und fixe Herstellung frischer Rehbratwurst mit Cranberry-Chutney. Das ganze durfte natürlich vom Publikum wieder verkostet werden.
Wolfgang MüllerRehbratwürste mit Cranberry Chutney

 

 

Aber auch sonst gab es viel zu entdecken. (Viele interessante Stände finden sich übrigens auch immer in einer Halle der Heim&Familie… also, da auch mal vorbeischauen). beanarella zum Beispiel trumpft mit einer kompostierbaren Kaffekapsel auf, die auch noch mit Fair Trade Kaffee gefüllt ist! Wer sich jetzt fragt, warum beanarella das kann und die anderen Hersteller nicht – beanarella hat das Pferd bzw. die Kapsel sozusagen von hinten aufgezäumt. Da das kompostierbare Material etwas störrisch zu verarbeiten ist, haben sie zuerst die Kapsel entwickelt und dann die Maschine drumgebaut. Jetzt kann man Espresso, Kaffee und entkoffeinierten Kaffee bekommen. Möglicherweise paßt die Kapsel auch in andere Maschinen (nicht Nespresso), da laufen noch Versuche…
beanarella

Ebenfalls interessant war der Aussteller von http://www.mychipsbox.de
Dieser bietet Chipsboxen zum Versand an, die natürlich in allen herkömmlichen Geschmacksrichtungen auftauchen – aber eben auch in Ingwer-Paprika, Wasabi oder, tatsächlich, Joghurt-Heidelbeere. Wer sich noch an die WM erinnert, kennt vielleicht mit Grausen an die Caipirinha-Chips, die es eine zeitlang im Angebot gab und die wirklich, wirklich, wirklich widerlich waren! Nicht so diese hier. Warum auch immer, hier wirkt die Balance zwischen Süße und Kartoffeln wirklich gut umgesetzt. Ausprobieren empfohlen.
mychipbox

Es gab natürlich noch viel mehr zu probieren und zu entdecken: Vodrock (Bayerischer Vodka), Tosca in feui (sehr flache Aioli), Himbeer-Aperitiv auf Weißweinessigbasis, Lavendelkäse, ect…
OlivenScharfe Saucen
Gewürze aus aller WeltFiensmecker Met Sauce

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Sollte man vom Essen selbst erst mal genug haben, dann kann man sich durch die ganzen Küchengeräte inkl. Zubehör gucken. Der neue Thermomix, die KitchenAid, Backformen, Microplane, Reinold, und so weiter. Zwischendurch findet man sogar amüsante Teile, die ungefähr so nützlich sind wie ein Popcornmaker, ein Schokobrunnen oder eine Heim-Zuckerwatte-Analge. Dieses mal war das eindeutig der Kikeriki (der übrigens verdächtig wie der Rollie Eggmaster aussieht):
Kikeriki
Für ca. 30 Euro bekommt man ein Leuchtturmähnliches Gerät, in welches man dann Pfannkuchenteig gießen kann, oder Frühlingsrollen friemeln oder Rührei machen kann. Einfach oben einfüllen; warten, bis es hochkommt (alles mit Ei geht auf, deshalb kommt es automatisch oben raus) und fertig ist der Pancake am Spieß. Geschätzte Nutzungsdauer: maximal zwei Taga nach Kauf – dann steht es im Keller… Aber lustig sieht es aus.

Sollte man spätestens nach der Probierportion geräuchertem Lachs mit Parmesanschaumsauce noch nicht satt sein, dann hat man definitiv was falschgemacht – und kann sich an den diversen Ständen auch noch eine Spanferkelsemmel, eine Riesencurrywurst, Eis oder sonstiges gönnen.
geräucherter Lachs mit Parmesanschaum

Und so sieht die diesjährige Ausbeute aus:
Ausbeute
Zu sehen ist wieder eine Flasche Rapsöl (die alte war eh schon leer..), eine Microplane-Reibe (endlich; war schon lange nötig), eine sehr leckere Knoblauchsauce von Fiensmecker (richtig ordentlich Knoblauch-Geschmack, ohne den künstlich-süßlichen Nachgeschmack aus dem Supermarkt – und mit 3,50 auch nicht teuer), Marie Sharp´s Habanero Sauce mit Grapefruit (dadurch ist sie schön scharf, aber ohne diesen widerlichen Nachgeschmack, den scharfe Habanero-Saucen oft haben), der Safti (das Ding, was man in die Orange reinschraubt, damit der Saft rauskommt) und die allererste Flasche Amato Wiesbaden Dry Gin.
Amato Dry Gin
Nicht ganz günstig (25 € für 500 ml) ist der Amato Dry Gin ein sehr neuer Gin (erst seit Mai produziert). Nicht ganz so gut wie feel!, aber auch sehr unkonventionell. Auch hier kommt der Wacholder erst sehr spät hinten raus. Davor kommt diesmal Thymian und irgendwas frisches, was ich nicht ganz zuordnen kann. Im Gegensatz zu anderen deutschen Gins, z. B. Senft Bodensee, ist er auch sehr wenig scharf. Ich denke, daß das Rezept noch nicht komplett ausgereift ist, da wird bestimmt in den nächsten Jahren noch etwas gebastelt. Meiner Meinung nach sehr schön für Cocktails geeignet, ich würde den Hersteller sicher im Auge behalten.

So, das war es von der diesjährigen Eat & Syle,

Wirsing, Sususi

Brownies

Heute gibt es ein Rezept für Brownies. Leckere Brownies. Leckere, saftige, schokoladige, einfache, 5-Minuten-Brownies. Das Rezept ist so einfach, daß könnt ihr Eurem Mann und den Kindern in die Hand drücken, und es kommen tatsächlich immer noch Brownies bei raus. Liegt vielleicht auch daran, daß ich das Rezept aus einem Kinder-Bastel-Buch von 1985 habe. Dann habe ich noch ein wenig dran rumgebastelt (Nüsse reingekippt) und, voila!

Also, Ihr braucht: eine Tasse. Völlig egal, ob 100 ml reingehen oder ob es ein großer Pott mit 250 ml ist. Bei dem Rezept sind die Verhältnisse der Zutaten zueinander entscheidend, nicht die tatsächliche Menge.
Dann schüttet ihr der Reihe nach in eine Schüssel:
Brownies Zutaten
2 Tassen Mehl, 1 Tasse gemahlene Nüsse (Haselnüsse oder Mandeln), 1 gut gehäufte Tasse Zucker, 2 Tassen Wasser, 3/4 Tasse Öl (neutral), 6 El Backkakao (kein Kaba!), 3 El Essig, 1/4 Tl Salz, 1 Päckchen Vanillezucker und 1 Päckchen Backpulver. 2-3 Tropfen Rumaroma oder Zitronenaroma können auch nicht schaden. Das sollte dann mehr oder weniger dem hier ähnlich sehen:
Brownies Schüssel
Jetzt mit einem Schneebesen alles gut verrühren, bis die einzigen Klümpchen Nußstückchen sind. Das war es übrigens schon. Ihr seit fast fertig.
Brownies Teig
Jetzt legt Ihr eine Auflaufform oder eine Springform mit Backpapier aus und schüttet den Teig dazu. Schüssel auslecken, aber Vorsicht: der Essiggeschmack verschwindet im gebackenen Teig vollständig. Im rohen Teig schmeckt er noch durch.
Brownies Form
Das Ganze bei 175°C ca. 50 Minuten in den Ofen. Stäbchenprobe nicht vergessen, oder einfach oben drauf fühlen, ob er fertig ist. Dann rausholen, abkühlen lassen und stürzen. Backpapier abziehen.
Brownies gebacken
Jetzt einfach nur noch nach Belieben verzieren. Die Zuckerguß und das-muß-weg-Variante seht Ihr hier. Ich liebe diese Brownies aber auch mit Nougatcreme oben drauf und dann noch Vollmilchschokoladenguß.
Brownies verziert
Dann in Quadrate, Rauten oder Recktecke schneiden.
Brownies fertig
Das ist ausnahmsweise mal etwas, wozu ich keine Sahne essen würde. Vanilleeis ist aber sehr schön dazu und als halbgefrorene Brownies schmeckt das Ganze auch lecker.

Na dann, eigentlich hat man bei dem Kuchen doch alle Zutaten daheim, oder? Worauf wartet Ihr dann noch?

Wirsing, Sususi

Vernel Soft & Oils Weichspüler

„So weich, so frisch, Vernel.“ Hm. „Traumhaft weich. Traumhaft frisch.“ Ok, Slogans liegen Henkel offenbar nicht so sehr. Trotzdem, die gefürchtete Trockenstarre bekämpft man heute auch ohne peppigen Zweizeiler: nämlich mit Vernel Soft & Oils. Das ist der neueste Weichspüler-Spross der Kette und verspricht Weichheit und faszinierende Pflege.
Vernel Soft & Oils
Ein wenig sperrig finde ich die 750 ml schon verteilt – zwar erkennt man die Flasche ohne weiteres sofort im Regal (gut für den Hersteller…), aber daheim im Wäscheeck nimmt sie doch viel Platz weg (schlecht für den Verbraucher…). Ansonsten ganz wie sonst auch. Informationen vorne und hinten alle drauf, Dosieranleitung und Dosierkappe auch da.

Schnuppert man zur Probe mal Probe, dann riecht der Weichspüler süßlich-mild, aber undefinierbar. Dieser Duft bleibt auch sehr lange in der Wäsche erhalten. Auch nach ein paar Tagen Balkon-Trocknung (habe keinen Trockner) und mehreren Tagen Schrank ist in der Wäsche noch ein deutlicher „frisch-gewaschen-Duft“ zu riechen.
Vernel Soft & Oils Incis
Weicher als andere Markenweichspüler macht er meiner Ansicht nach aber nicht. Statt 750 ml (reicht für ungefähr 21 Anwendungen) ist auch die 1,5 Liter Version zu haben; beide Größen in den varianten Gold, Blau und Violett. Wobei ich noch nicht rausgekriegt habe, was da der Unterschied ist.

Die angegebene Dosierung habe ich nicht ganz eingehalten, ich habe immer etwas weniger Weichspüler genommen als empfohlen. Trotzdem war die Wäsche noch sehr schön weich. Ob sich durch Soft & Oils die Reibung der Wäsche am Körper tatsächlich verringert – das weiß ich noch nicht. Dazu verwende ich ihn noch nicht lang genug.

Schöner Weichspüler, der landet bestimmt mal wieder in meiner Wäsche.

Wirsing, Sususi

Meine Kochbücher…Nr. 138

Beim Blick in den Schrank ist mir aufgefallen, daß wir schon lange kein Schulkochbuch mehr hatten. Bitte schön, dem kann man abhelfen: „Hauswirtschaft in der Hauptschule“ aus dem Auer Verlag von 1986, hier die Ausgabe für die 7. Jahrgangsstufe. Was ich von Schulkochbüchern im Allgemeinen halte, daß habe ich ja schon kund getan. Auch hier gilt natürlich wieder, daß die allgemeinen Regeln für Hygiene in der Küche, Arbeitsplatzgestaltung oder Einkaufsplanung heute noch genau so gelten wie vor 28 Jahren…

Hauswirtschaft in der Hauptschule
Die in den 131 Seiten zwischen all den anderen Informationen versteckten Rezepte sind einfach (das ist ein weiterer Vorteil, warum Kochanfänger, bevor sie sich an Johann Lafer wagen, lieber mal mit einem Schulkochbuch anfangen sollten…), aber schmackhaft (was allerdings das Ketchup im Fleischsalat soll… muß wohl eine merkwürdige Variante sein).

Linker Hand die Zutatenliste in der Reihenfolge ihres Gebrauchs, rechts die passende Anleitung dazu. Da mehrere Rezepte auf einer Seite stehen, sind sie gelblich hinterlegt – man sieht also sofort, wo ein Rezept aufhört. Jetzt haben die wenigsten Siebtklässler Probleme mit altersbedingter Sehschwäche… aber auch unter ihnen gibt es kurzsichtige Exemplare! Die Rezepte hätten ruhig eine Schriftgröße größer sein dürfen. Hoffen wir, daß die Neuauflagen das berücksichtigt haben.

Basics wie Obstsalat, Salatsoße für rohe Salate oder Blumenkohlcremesuppe, solche Sachen findet man hier. Dabei kann man die Mengenangaben ohne Änderung so verwenden, wie sie da stehen.

Tja, aller Anfang ist schwer, also sollte man ihn sich ein wenig einfacher machen. Es gibt noch eine ganze Reihe Schulkochbücher für alle möglichen Klassenstufen aus sämtlichen Jahren…. irgend eines wird einem schon über den Weg laufen.

Wirsing, Sususi

Baldrian

„Doch, doch, Herr Professor. Mein Onkel, mein Onkel sagte immer, Baldrian,Baldrian gehört in jede Familie.“

Ja, da stimme ich Heinz Rühmann alias Hans Pfeiffer absolut zu. Zwar entfaltet sich die volle Wirkung des Baldrians erst nach Einnahme von zwei bis vier Wochen… was nicht heißt, daß die Wirkung bei spontaner Einnahme komplett ausbleibt.

Baldrianwurzel
Grade bei einem Schnupfen oder einer fiesen Erkältung kommt eines oft zu kurz: erholsamer Schlaf. Hier kann der Baldrian in unserer Erkältungsteemischung zum Einsatz kommen: er hilft nicht nur gegen Unruhe und Nervosität sondern wirkt auch einschlaffördernd und hilft beim Durchschlafen. Alternativ zum Tee kann auch ein Aufguß aus 100 gr auf 2 Liter Wasser 10 Minuten gekocht werden. Diese Mischung dann zum Erkältungsbad dazugeben. Im übrigen wird hier nur die Wurzel verwendet, die restlichen Pflanzenteile haben einen viel geringeren Wirkstoffgehalt.

Für den Tee reicht 1 Tl auf 1 Tasse. Dann wie gewohnt mit heißem Wasser aufgießen und 10 Minuten ziehen lassen. Wenn man Baldrian schon im Tee hat, dann bitte auf sonstige Beruhigungsmittel verzichten, da Baldrian deren Wirkung verstärken kann.

Nebenwirkungen sind diesmal kaum welche bekannt, und die bekannten beziehen sich alle auf längerfristige Einnahmen über mehrere Monate hintereinander. Ein paar Tassen sind also sicher nicht schädlich.

Eines aber noch zur Warnung: Baldrianwurzel riecht sehr, äh, eigen. Persönlich würde ich sagen, sie stinkt. Deshalb in einer separaten verschlossenen Dose aufbewaren!  Falls die Katze plötzlich in Küchenschranknähe durchdreht, dann war die Dose übrigens nicht dicht. Für Katzen ist die enthaltene Isovaleriansäure ein Sexuallockstoff.

Wirsing, Sususi

Umzug…

Nein, ich ziehe nicht um. Mein Blog ist umgezogen. Nachdem der Betreiber von meinblog.de ohne Vorwarnung von heute auf morgen einfach komplett dicht gemacht hat stand ich buchstäblich auf der Straße und habe die glücklicherweise immer wieder gesicherten Inhalte zusammengekratzt und bin hierher gewandert. Nicht nur, daß ich mir dieses Jahr dann schon zum 4. Mal neue Visitenkarten drucken lassen darf, nein, ich habe auch leider feststellen müssen, daß Sicherungskopien manchmal einfach nicht das tun, was sie sollen: sichern! Deshalb fehlen jetzt leider noch Beiträge von Anfang 2014 und ein paar zwischendurch.

Aber, auch die werden sich wieder einfinden (irgendwie) und falls jemand auf noch tote Links in meinen Beiträgen stößt, dann, weil ich noch nicht dazugekommen bin, diese alle auf die neuen Beitragsorte zu verlinken.

So, das war es fürs erste. Wirsing, Sususi

 

Birkensaft

Erinnert Ihr Euch an die Folge von „Gilmore Girls“ wo Lorelai mit dem Weihnachten feiern wartet, bis Rory zu Besuch kommt? Natürlich ist Weihnachten dann auch schon vorbei und leider gibt es deshalb keinen Candy Cane Coffee mehr. Tja, eigentlich wollte ich erzählen, wo ich bei uns dieses wirklich widerliche Zeug gefunden habe… aber dann war ich einkaufen.
Und, ihr kennt mich ja, ich habe mal wieder etwas aufgegabelt. Birkensaft. Ja, richtig gelesen. Saft aus diesen merkwürdigen Bäumen mit der schwarz-weißen Rinde (aus denen man, wie jeder Survivalist seit Helmut Fuchs weiß, auch Birkenspaghetti und Birkenzucker machen kann… oder, ein Rezept von 1834 berichtet von Birkenwein bzw. der vergorenen Sektvariante… ja, in meinem Hirn spuckt eine Menge sekundärrelevanter Informationen rum…)

Jedenfalls gibt es von Dovgan 1,5 Liter des Saftes im Tetra-Pak bei City-Spar (gehört zu Edeka, oder?) für rund 2,29 €. Allerdings nicht pur sondern mit Minze-Geschmack. *neugierig-hippelig*
Dovgan Birkensaft
Lange hält er sich ja nicht, nur zwei Tage nach dem Öffnen im Kühlschrank… Laut Zutatenliste auch nicht ungesünder als anderes Zeug im Tetra-Pak.
Birkensaft Incis
Im Glas eher sehr unspektakulär durchsichtig; leicht getrübt. Konsistenz wie Wasser und der Geschmack… *hmm*. Das ist ja tatsächlich lecker! *huch* Es schmeckt so ähnlich wie, ja was eigentlich? Eine Mischung aus Holunderblüten, Lindenblüten, marokkanischer Minze und Zitronenmelisse.
Birkensaft Glas
Das muß ich mir für den Sommer merken, mit Zitronenlimo aufgießen und Eiswürfel rein. Noch ein Minzblatt und ein wenig Zitronenmelisse. Oder einfach mit Mineralwasser für ein wenig Blubber. Ob das mit Sekt schmeckt?

Also, ich empfehle: ausprobieren! Hat sicher nicht jeder, ist mal ein wenig etwas Außergewöhnliches in Westeuropa, im Osten ist das wohl weiter verbreitet. Die Birke hat nicht nur in der Heilkunde sondern auch in der Küche durchaus ihre Berechtigung und wenn man an Ahornsirup denkt, dann ist es zu den anderen Bäumen nicht weit.

Wirsing, Sususi

Meine Kochbücher…Nr. 137

Es gibt ein dänisches Sprichwort, das heißt übersetzt so viel wie: „Beurteile das Mädchen beim Backtrog und nicht beim Tanze“. Wer das nachfolgende Werk im Schrank hat, der dürfte sich absolut keine Sorgen darüber machen müssen: es heißt: „DIe süße Küche“ und stammt aus dem NP Buchverlag von 2003. Der Untertitel „Das Österreichische Mehlspeisenkochbuch“, das sagt ja wohl schon alles.
Die süße Küche
Während der Rest der Welt zwar auch leidlich gut backen und Süßspeisen herstellen kann, haben es die Österreicher zumindest auf diesem Gebiet zur absoluten Meisterschaft gebracht. Auf 477 Seiten tummeln sich hier: Kardinalschnitten, Topfenstrudel, Nektarinen-Krokant-Timbale mit Ribiseln, Kardamombeerenschokolademinzespumamarillenkuchenapfelkuchen….*lufthol*.

Nicht nur Kuchen, nicht nur Gebäck, auch Marmelade, Pfannkuchen, Strudel, Muse, und vieles mehr steckt hier drin; leider davon viel ohne Bild, aber das Wasser läuft einem ja eh schon beim Lesen aus den Mundwinkeln.

Ein wenig mit österreichischen Ausdrücken sollte man sich auskennen, aber die sind ja heutzutage schon fast so gängig, daß man dafür nicht mal mehr Google bemühen muß. Wenn doch, dann hat man die Einkaufsliste trotzdem schnell abgearbeitet. Ich persönlich komme mit den Anleitungen übrigens sehr sehr gut zurecht, egal worum es sich handelt. Grundkenntnisse wie „Teig abschlagen“ oder „Eier schaumig schlagen“ sollten einem aber schon geläufig sein.

Zwischendurch werden immer wieder kleine Geschichten zur Herkunft oder der vermeindlichen Herkunft verschiedener Rezepte erzählt (hättet Ihr gewußt, wo der Name „Rhabarber“ herkommt? Oder wie die Dobostorte erfunden wurde?) und Tipps und Tricks zum Gelingen gibt es auch. Zudem ist dies eines der wenigen Werke, die nahezu alle Massen, die man zum Süßspeisenherstellen so braucht abhandelt: von der warmen Biskuitmasse bis zur Panamamasse ist alles vertreten und verständlich erklärt.

Eigentlich weiß ich gar nicht, was man dazu noch groß sagen soll, außer noch mehr der enthaltenen Rezepte aufzuzählen, denn das spricht sozusagen für sich selbst. Hat man dieses Buch, dann kann man sich fast alle anderen Bücher über Süßspeisen sparen, denn bis man sich hier durchgearbeitet hat, das dauert…

Absolut uneingeschränkt zu empfehlen, die Rezepte hier drin haben mich noch nie im Stich gelassen. Wer Süßes mag, der wird hiermit wirklich seine Freude haben.

Wirsing, Sususi

Cantina Stuttgart

Schon wieder ein Restaurant y Cocktailbar… wenn man sich so umschaut, könnte man glatt meinen, in Stuttgart gibt es nur Mexikaner… Dieser spezielle befindet sich praktischerweise nur eine U-Bahn-Station vom Hauptbahnhof weg (Haltestelle Friedrichsbau) – aus der U-Bahn raus und halbrechts abbiegen… schon steht man drin. Im Sommer kann man übrigens auch schön draußen sitzen.

Drinnen findet man das typische Cocktail-Bar/TexMex-Interieur, bestehend aus pseudo-mexikanisch/südamerikanischer Deko gepaart mit unbequemen Sitzgelegenheiten und notorisch zu kleinen Tischen… warum man hier trotzdem unbedingt hergehen muß, das folgt gleich. (Auch wenn es hier sehr leer aussieht… Reservieren sollte man.)
Cantina Stuttgart
Nun, nachdem man sich einigermaßen eingerichtet hat, dann ist man mit Glück (also zwischen 17 – 21 Uhr mitten in der Blue Hour. D. H. jeder Cocktail kostet nur 5 Euro. Ordentlich groß sind sie ja, wie man hier am Beispiel Paradise Pussy sehen kann… geschmacklich hat sich auch keiner beschwert. Die Cocktailkarte ist umfangreich und wer sich nicht sicher ist, der kann sich von der sehr nette Kellnerin fachmännisch beraten lassen.
Paradise Pussy Cantina
Dem Service kann ich übrigens ein großes Lob aussprechen. Erst mal war unsere Bedienung den ganzen Abend sehr freundlich; hat gut beraten, ging auf Sonderwünsche ein und war fix zur Stelle. Alle Hauptgerichte kamen mit nur kleinsten zeitlichen Unterschieden, alleine das ist für eine Cocktailbar schon bemerkenswert. Abgesehen von einem etwas verwirrten Kellner, der sich ein paar Mal im Tisch irrte (und dabei immer freundlich blieb…) war der Service sehr gut.

Was das Essen angeht, tja, da kann ich mich gar nicht beschweren! Diese wunderbar angerichtete Riesenportion Chili con Carne gab es für 8.90 €! Und die Nachos waren eindeutig selbst gemacht. Einzig auf die Schnittlauchfühler (was ist das neuerdings für ein merkwürdiger Trend???) und das Lorbeerblatt hätte ich verzichten können. Unter dem Chili war eine Weizentortilla, schön soft und lecker. Das Chili selber war saftig ohne flüssig zu sein, ohne Mais mit ordentlich Kidneybohnen, die erfreulicherweise nicht matschig und zerkocht waren. Zwar ohne Knoblauch aber mit einem Hauch Kreuzkümmel perfekt abgeschmeckt. Das Chili selber war gar nicht scharf, wer Schärfe wollte, konnte die Jalapenos mitessen, die andere können sie einfach aussortieren. (Wobei „scharf“ auf die auch nicht zutraf… jedenfalls nach meiner Skala.) Ein wenig Frischkäse rundete das ganze geschmacklich ab. Die Portion war wirklich riesig; ein paar Löffelchen gingen dann auch leider nicht mehr in den Magen.
Chili con Carne Cantina
Ein Löffelchen Guacamole wurde probiert – und für gut befunden. Diesmal mit ordentlich Knoblauch und schön cremig, fand man hier, wie es sich gehört, kleingeschnittene Zwiebelchen und Tomaten in der Avocadocreme. *lecker*

Der Knaller waren für mich aber die Nachos. Eindeutig geschmacklich selber gemacht! Selber gemachte Nachos ziehen immer sehr schnell Feuchtigkeit, deshalb sind die überbackenen Nachos wahrscheinlich etwas weicher als mit gekauften. Aber pur waren sie wunderbar splittrig und mit einer Gewürzmischung bestreut, die sich… ach ne, das verrate ich euch nicht direkt. Lasst den Restaurants ihre kleinen Geheimnisse! Jedenfalls gibt es da Gewürz von La Costena und würde übersetzt so viel wie „Zitronengewürz“ heißen. Tolle Sache diese Nachos, da können sich viele Restaurant ein Dreieck von abschneiden!

Zu späterere Stunde steigt der Lautstärkenpegel sehr extrem, da ist die Hintergrundmusik (lateinamerikanisches) schon fast leise dagegen. (Ob da der untere Auslösewert wohl überschritten wird… ? Ok, da kommt die SiFa durch…). Trotzdem ist es nicht so unangenehm wie z. B. im Hacienda (Hacienda Stuttgart – zwischen den beiden Locations liegen nicht nur Welten – da liegt ein ganzes Universum dazwischen!)

Sollte man doch das ein oder andere Cocktail zu viel für seinen Geldbeutel erwischen, dann kann man dort auch mit EC-Karte zahlen.

Der Vollständigkeit halber muß ich noch erwähnen, daß der Angusburger mit Pommes nicht so gut ankam – die Pommes waren etwas lätschert und der Burger wohl trocken – obwohl ich persönlich eh nicht auf die Idee gekommen wäre, aus Angus Rind unbedingt Hackfleisch machen zu wollen… die anderen Burger hatten nichts auszusetzen.

Gerne wieder, dann probiere ich mal was anderes. Hier lohnt sich ein Besuch und ich kann die Location wärmstens empfehlen.

Wirsing, Sususi