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Über susimtsch

Tja, über mich gibt es mehr zu sagen, als hier hinpassen würde, deshalb lass ich es lieber weg. Auf meinem Blog landet alles übers Essen und Trinken und artverwandte Themen, Ausflüge die man machen sollte oder besser nicht, und ab und zu landet auch mal irgendwas anderes dazwischen.

Meine Kochbücher…Nr. 69

Wer schon immer wissen wollte, wie man Eichhörnchen, Opossum oder Murmeltier essbar kriegt, der muß sich an dieses Werk hier halten:
„Cooking the Wild Harvest“ aus dem Stackpole Books Verlag von 1984. Ob davon eine deutsche Version existiert, weiß ich nicht, meine Ausgabe ist original in Englisch. Es werden übrigens nicht nur die Rezepte zur Zubereitung der Tiere gegeben sondern auch Tipps zum Erlegen, Ausnehmen und Vorbereiten der Selbigen. Nützlich, wenn man bedenkt, daß wohl kaum jemand weiß, wie man einen Waschbären fachgerecht zerlegt.

Cooking the Wild Harvest

Autor des Ganzen ist Wayne Fears; dieser Name dürfte allen bekannt sein, die im Outdoor/Survival Bereich unterwegs sind. Mr. Fears ist immerhin Autor von gut und gerne 30 Büchern und mehreren tausend Artikeln zu diesem Thema.

Diesmal kann ich leider nichts dazu sagen, ob die Rezepte funktionieren oder ob sie schmecken – bei uns laufen so wenig jagbare Gürteltiere durch die Gegend *g* Zugegeben, neben Rezepten wie „Barbecued Beaver in Apple Juice“, „Oven-fried Shark“ oder „Crow and Rice“ gibt es auch durchaus Rezepte, die der gewöhnliche moderne Mitteleuropäer umsetzen kann: „Calamari Siciliano“ oder „Duck a la Bordelaise“ zum Beispiel.

Eine kleine, immerhin 183 Seiten starke, unterhaltsame Lektüre, die zwar kulinarisch nicht viel zu meiner Buchsammlung beiträgt, aber durchaus interessant zu lesen ist.

Wirsing, Sususi

Schneck, Schneck, Schnecken!

Heute wollte ich Euch schon das nächste Kochbuch servieren, aber ich war mal wieder einkaufen. Im Kaufland. Und da war heute irgendwie Sonderangebotstag oder so, jedenfalls habe ich so viel eingekauft, daß ich mindestens 10 Euro gespart habe. *g* Unter anderem war etwas dabei, was ich noch nie gegessen hatte, aber immer schon mal probieren wollte:

Also, natürlich gab es sie bei Kaufland in der praktischen verzehrfertigen Form: 12 Weinbergschnecken nach Elsässer Art von Escal.
Weinbergschnecken

Nur noch auspacken, entfolien und für 10-12 min in den Ofen, bis die Kräuterbutter brodelt:
Weinbergschnecken

Die fertigen Schnecken dann aus den Häusern gabeln (für Leute ohne Schneckenbenbesteck: eine Cocktailgabel tut es auch, nur zum Festhalten der Häuser sollte man eine Zange haben, die sind nämlich noch ziemlich heiß!)
Weinbergschnecken

Dazu gibt es klassisch Weißbrot oder Baguette
Weinbergschnecken

Die Schnecken sind übrigens wirklich annähernd so groß, wie die Häuser vermuten lassen. Also eher nichts für Zartbesaitete *g*

Aber wie sie schmecken … das weiß ich immer noch nicht. Ehrlich gesagt, habe ich bloß Kräuterbutter geschmeckt, die zugegebenerweise so lecker war, daß ich am liebsten in die Häuser gekrochen wäre und diese noch ausgeschleckt hätte. Die Schnecke selbst konnte ich nicht schmecken. Ich kann bloß sagen, daß sie eine sehr angenehm zu essende Konsistenz hatten: gar nicht schleimig oder glibberig; angenehm gleichmäßig bißfest ohne knorpelige oder sehnige Stücke, wie festes Muskelfleisch. Im Prinzip ist eine Schnecke ja auch nichts anderes als ein einziger Muskel!

Von mir aus darf es das gerne wieder geben…mnjammi!

Wirsing, Sususi

Meine Kochbücher…Nr. 68

Da das Wetter bis 2016 leider noch so scheußlich bleiben soll, hab ich gar keine Lust, neue Sommerrezepte auszuprobieren.
Deshalb gibt es heute auch etwas, was man bei dem Wetter wunderbar essen kann: „Pasta – herzhaft und vielfältig“ und garantiert auch regenwettertauglich *g*. Das Buch stammt aus dem Neuer Honos-Verlag und verliert sehr schnell den Zusammenhalt. Mal wieder eins von den schlecht vernähten (noch nicht mal nur geklebten) Werken halt.
Pasta

Dabei wäre es schon schade, wenn eine von den 109 Seiten hier verloren gehen würde. Denn so schlecht wie die Bindung sind die Rezepte hier drinnen nicht. Und sie sind noch dazu lecker und manchmal recht ungewöhnlich.

Bigoli nach Bauernart ist so ein Beispiel oder Vermicelli alla Palermitana oder Spaghetti Pietro. Hm, wenn ich so drüber nachdenke, so außergewöhnlich sind die Rezepte dann doch nicht, aber sie stehen halt bei den meisten Leuten sehr (sehr, sehr, sehr) selten in den jeweiligen Kombinationen auf dem Tisch.

Hm, wie die Mengenangabe „jedes Rezept ist für 4 Personen berechnet“ zustandekommt – das kann ich mir allerdings nicht erklären. Auch wenn in einigen Rezepten die „Füllbeilagen“ (Sahne, Lachs, Gemüse, ect) doch schon ordentlich vorhanden sind und sicher auch satt machen… mit 250 gr. Makkaroni oder 300 gr. Spaghetti komme ich persönlich da nicht sehr weit. Vielleicht kenn ich auch nur vielgefräsige Leute, aber das ist schon etwas knapp berechnet. Zumindest ohne Vorspeise, oder weiter Beilage wie Salat.

Also, die Grundzutaten muß man ganz erheblich den eigenen Mengenverhältnissen anpassen – und wenn man die Grundlage „Nudel“ mengenmäßig anpaßt, dann muß man das logischerweise meistens auch mit dem Rest machen. Trockene Nudeln sind ja nicht so jedermanns Fall. Man könnte das Werk deshalb prima als Ideengeber und Vorlage hernehmen, aber wenn man sich strikt an die Vorlage hält sollte man die Portionen vorsichtshalber nicht für 4 Personen annehmen.

Und auch wenn man meint, Nudeln sind immer nur für Leute, die nicht kochen können – hier sollte man das schon können, denn die Anleitungen sind sehr spärlich und ohne nähere Zeitangaben, von daher sollte man sich zumindest selber so weit organisieren können, daß nicht die Nudeln grade verkochen während man noch gar nicht mit der Sauce fertig ist (oder umgekehrt).

Wirsing, Sususi

Vegan Street Day 2013 Stuttgart – Die Dritte

Eigentlich wollte ich Euch ja schon gestern den Rest geben, äh, vom Vegan Street Day erzählen, aber ich, hm, ich… ach, ich geb es zu, ich hatte einfach keine Lust.

Aufgehört hatten wir ja nach dem komischen Tiramisu. Erst mal grob gesättigt hatte ich nun auch Augen und Ohren für viele andere Stände, Vorträge und Leute. Zwischendurch probierte ich bei Taifun Tofu. Den Mandel-Sesam Tofu kannte ich ja schon (und finde den von all den angebotenen Sorten immer noch am leckersten), aber man konnte auch Curry oder Basilikum oder Pizza-Geschmack probieren.
Tofu von Taifun
Basilikum sagte mir nicht so zu, aber Curry und Pizza kann ich mir auch in verschiedenen Speisen gut vorstellen
Taifun Tofu
Einkaufsmöglichkeiten gab es auch zu Hauf, zum Beispiel war die Kichererbse mit einem Stand vertreten (veganer Laden aus Stuttgart)
Kichererbse
oder alles-vegetarisch:
alles-vegetarisch
Dies nutzten viele auch aus und luden sich die Einkaufskörbe richtig voll. Da konnte man schon ordentlich Geld lassen, wenn man sich die Preise der veganen Alternativ-Produkte näher anschaut.
Einkauf bei alles-vegetarisch
Aber ich war ja nicht zum Einkaufen hier, also schlenderte ich ein wenig durch die Gegend und überlegte mir, was ich als nächstes probieren wollte. *g* Empfohlen wurde mir der Stand von Coox & Candy, aber da war die Warteschlange (wie bei allen anderen Ständen auch) meterlang. Außerdem gab es noch eine Sache, auf die ich schon seit geraumer Zeit furchtbar neugierig war, aber dazu kommen wir gleich. Vorher fand ich heraus, daß ich Tempeh immer noch nicht mag,
Tempeh
und daß Baobab zu einem der gruseligsten Produkte gehört, die der Mensch verarbeiten kann. Kennt jemand, die Szene, wo Spongebob an Garrys Schneckenfutter mit der Zungenspitze probiert? Genau so müßt Ihr Euch die Szene hier vorstellen.
Baobab Produkte
Zwischendurch hörte ich, wie in Teil 1 schon zu lesen, diversen Leuten auf diversen Bühnen zu. Und dann fiel mir etwas ins Auge, für das ich die längere Anstehzeit gerne in Kauf nahm: Veganes Softeis von Coox & Candy. In Vanille, Nougat oder gemischt für 2,50 € – das mußte ich selbstverständlich probieren. In Vanille, zum besseren Vergleich mit dem „echten“ Produkt. Ich liebe Softeis.
Veganes Softeis Vanille
Und dieses hätte man mir ohne Probleme als normal unterjubeln können. Gut, die Farbe war nicht so strahlend weiß, weil Sojamilch, aber geschmacklich top. Etwas wässriger, aber das hätte ich im Zweifelsfall darauf geschoben, daß es ohne Eispulver, also nur mit Milch (Soja), Zucker, Vanille und Öl hergestellt war. *schleck*

Da das Wetter immer schlechter wurde, beschloß ich, zum Abschluß noch etwas zu probieren, was mich schon ganz lange Zeit interessierte. Manch einer wird jetzt schon wissen, um was es sich handelt: analogen Analogkäse. Das ist kein Schreibfehler, da Analogkäse nicht vegan ist, haben es die Veganer geschafft, dazu ein analoges Produkt zu entwickeln (=das Eiweiß weggelassen), also sozusagen analogen Analogkäse. Und da Wilmersburger einen Pizzastand hatte kam ich gar nicht drumrum, davon auch noch ein Stück (3 €) zu probieren!

Pizza Funghi mit Wilmersburger
Optisch hätte ich zuerst gedacht, die Pizza wäre nicht lange genug im Ofen gewesen (war sie übrigens tatsächlich nicht, der Teig war innen noch etwas glitschig), weil der Käse nicht verlaufen war, und nicht braun wurde. Anscheinend ist das aber bei dieser Art „Käse“ so üblich. Hm, beim essen hat man tatsächlich ein Mundgefühl, daß einem suggeriert: „käsig“. Geschmacklich hätte ich ihn zuerst für eine Art billigen Analogkäse gehalten, abgesehen von einem etwas staubigen Nachgeschmack. Aber so nach der Hälfte des Stücks entwickelte sich langsam ein total penetranter Nachgeschmack. Irgendwie nach mit Scheiblettenkäse überbackenem Plexiglas. Das ist ein Produkt, da kann ich gut drauf verzichten! Nein, Käse machen können sie wirklich nicht. Arme Veganer! *g*

So, das soll es erst mal gewesen sein. Halt, ich wollte Euch die Tombola nicht vorenthalten: Hauptpreis war ein Vitamix, 1 Los hat 1 € gekostet und der Erlös wurde verwendet, um den Vegan Street Day zu finanzieren. Und das habe ich mit meinem Los gewonnen:
Tartex Aufstrich Champignon
Den kenn ich zwar schon, aber jetzt hab ich schon einen Blog-Artikel mehr zum schreiben.

Das war es jetzt aber wirklich erst mal.

Wirsing, Sususi

Zu Teil 1: http://sususi.meinblog.de/2013/05/20/vegan-street-day-2013-stuttgart-die-erste/
Zu Teil 2: http://sususi.meinblog.de/2013/05/20/vegan-street-day-2013-stuttgart-die-zweite/

Vegan Street Day 2013 Stuttgart – Die Zweite

So, heute geht es weiter mit dem Bericht vom Vegan Street Day. Dort ging es nämlich kulinarisch schon mal sehr gut los: ich bekam einen Schoko-Muffin mit Frosting in die Hand gedrückt, von dem ich geschmacklich erstens niemals vermutet hätte, daß es kein „normaler“ Muffin ist und der zweitens so lecker war, daß ich davon das Rezept mal ausspionieren muß. *g* Vor allem fand ich gut, daß er eine sehr angenehme Süße hatte (wer mein Blog kennt, der wird schon gemerkt haben, daß ich bei den meisten Rezepten die Zuckermenge reduziere, weil es mir sonst zu süß wird).

Dann war da natürlich noch sooooo viel anderes leckeres: Vegan Indisch (mach ich selber öfter daheim, muß ich also nicht unbedingt probieren)
Vegan Indisch

Oder Falafel in verschiedenen Varianten… (mach ich auch öfter selber)
Falafel

… oder „Steaks“
"Steaks"

… aber ich wollte ja etwas, was ich sonst so nicht esse. Also entschied ich mich hierfür: Bei „Vegifee“ gab es Bagels mit Bärlauchpesto und Grillgemüse und Räuchertofu für 4 €.
Vegifee Bagels

Hmmm, die Bagels waren gut, das Grillgemüse war auch ok (hat Grillgemüse nicht normalerweise Grillstreifen?) und bestand aus Gelbe Rübe, Paprika, Zucchini und als Salat Tomate, Eisbergsalat und Gurke. Das Bärlauchpesto war auch gut und alles zusammen sah dann so aus:
Bagel mit Räuchertofu + Grillgemüse
Alles alleine eher unspektakulär, aber die Kombination zusammen war richtig lecker und wird für später vorgemerkt!

Dann sollte zum Nachtisch mal wieder etwas Süßes her, also ließ ich mich von veganem Tiramisu vom „Allgäuer Vegie-Projekt“ für 2,50 € locken; hier mit Erdbeersauce:
veganes Tiramisu
Sieht lecker aus, oder nicht? Tja, Aussehen ist leider manchmal alles. Bis zu diesem Tiramisu war mir nicht klar, daß man Zutaten miteinander so kombinieren kann, daß sie sich komplett gegenseitig aufheben. Ehrlich, geschmacklich ein schwarzes Loch! Erstaunlich! Die Erdbeersauce war toll, richtig schön nach Erdbeeren, aber das Tiramisu… Konsistenz war tatsächlich wie etwas festeres Tiramisu, aber total geschmacklos. Wobei ich dabei eher vermute, daß das daran liegt, daß nicht alle Veganer auch kochen können. Es muß doch möglich sein, veganes Tiramisu mit Geschmack zu produzieren?!?

So, und morgen erfahrt Ihr dann, ob ich doch noch einen gscheiten Nachtisch bekommen habe und was ich in der Tombola gewonnen habe.

Wirsing, Sususi

 

Zu Teil 1: http://sususi.meinblog.de/?p=855

Vegan Street Day 2013 Stuttgart – Die Erste

Am 19.05 (Pfingstsonntag) fand in Stuttgart der Vegan Street Day statt. Wie man hier sehen kann, ließen sich die Leute durch den Wetterbericht nicht von einem Besuch dort abhalten. Es war voll. Richtig voll. So viele Vegetarier/Veganer auf einem Haufen *staun*
Vegan Street Day
Und nein, ich habe mich nicht über Nacht in einen von denen verwandelt. Aber dort gab es was leckeres zum Essen, und so dachte ich, „schau ich halt mal vorbei, wird mich schon keiner fressen“. *g*

Abgesehen von den ganzen Essen-Möglichkeiten gab es auch noch eine Showbühne auf der fleißig gekocht wurde und eine Info-Bühne mit verschiedenen Vorträgen. Und natürlich waren auch Organisationen wie die „Soko Tierschutz“, „Sea Shepherd“ oder „Ärzte gegen Tierversuche“ dort vertreten ebenso wie diverse „faire“ Textil-Hersteller und (wer´s mag) Lush und diverse andere Kosmetikfirmen.

Vorher allerdings noch ein paar kleine Worte: Liebe Veganer/Vegetarier. Wir haben nichts gegen Euch. Aber versucht doch nicht dauernd, die Leute für dumm zu verkaufen. Wenn ich etwas gar nicht leiden kann, dann die Behauptung, Fleisch hätte keinen Eigengeschmack, Geschmack käme nur von den Gewürzen. (O-Ton Björn Moschinski beim Kochen auf der Showbühne). Ich gebe zu, das mag auf Discounter-Pute und tot gekochtes/gebratenes Fleisch tatsächlich mal zutreffen. Fleisch hat allerdings sehr wohl einen Eigengeschmack. Leicht süßlich, ein bißchen metallisch (logisch, Eisen im Blut), wenn man Glück hat, ein wenig nach dem, mit dem es gefüttert wurde. Wenn ein gutes Steak gut gebraten ist (Roh. Ich liebe rohes Fleisch. Punkt) dann brauch ich dafür nicht einmal Salz.
Ebenfalls nicht einverstanden bin ich mit Karl Ess: Tiere sind fit und schlank, weil sie sich natürlich ernähren (nicht genau die gleichen Worte, aber der Grundtenor). Ähm, so ein Elefant ist nicht grade ein Elfchen und Flußpferde wohl auch nicht. Und beides sind Pflanzenfresser. Auch Schoßhunde sind, wenn sie vernünftig gefüttert werden, normalerweise nicht übergewichtig, auch nicht mit Fertigfutter. Fleisch essen heißt nicht gleich jeden Tag zu McDonalds zu rennen oder dauernd Döner zu kauen. Auch mit Fleisch kann ich mich gesund und fit halten.
Das Argument der fitten Affen mit ihrer Ernährung würde ich auch noch mal überdenken und im nächsten Vortrag weglassen: grade Schimpansen fressen (und jagen) nämlich durchaus auch kleine Wirbeltiere; Mäuse, Vögel ect. Wer jemals in Karlsruher Zoo gesehen hat, was mit unvorsichtigen Spatzen passiert, wenn sie dem Außenkäfig zu nahe kommen – der kann sich den Beweis live anschauen.

Also, sagt doch einfach, „ich bin Vegetarier/Veganer, weil ich es so will und ich mich damit besser fühle“ aber hört auf, uns Omnivoren als die von Natur aus Ungesünderen hinzustellen. Es kommt immer drauf an, was man aus der Nahrung macht, man kann sich so oder so gesund ernähren und Fit halten.
Oh, und die Dame an dem einen Stand, die so etwas sagte wie „…das war eins der wenigen Male, wo ich jemanden, der Pelz getragen hat, nicht bespuckt habe“  – das trägt nicht gerade zu einem friedlichen Miteinander bei und sorgt bei Leuten wie mir für eine erst mal eher mißtrauische Grundeinstellung!

So, das war´s jetzt erstmal zur Einleitung, den Rest gibt es morgen, da erfahrt Ihr dann, was es zu Essen gab.

Wirsing, Sususi

Albrecht-Dürer-Stube Nürnberg

Am Wochenende stand mal wieder ein Ausflug nach Nürnberg auf der Speisekarte…äh…Ihr wisst schon…
Jedenfalls besuchten wir diesmal die Albrecht-Dürer-Stube; ein kleines, schnuckeliges Speiselokal angesiedelt in einem historischen Fachwerkhaus in der Altstadt von Nürnberg.

Albrecht-Dürer-Stuben

Dürer-Stuben

Da Fachwerkhäuser die Angewohnheit haben, nicht gerade ausladend gebaut zu sein, hat das Lokal auch nur knapp 60 Sitzplätze – das heißt, unbedingt einen Tisch reservieren, sonst geht hier gar nichts!

Albrecht Dürer Stuben Gastraum

Im Inneren der Gaststube findet man keinen einzigen Flecken Wand ohne Bilder, Zeichnungen, Drucken oder Stickereien. Hier läuft im übrigen keine Hintergrund-Musik beim Essen. Sehr angenehm!

Speisekarte Albrecht Dürer Stuben
Die Speisekarte ist auf den ersten Blick sehr übersichtlich, fränkische Spezialitäten und regionale Produkte finden sich hier natürlich auch drauf wieder. Zudem hat die Albrecht-Dürer-Stube eine sehr gute Auswahl an fränkischen Weinen zu bieten.

Auf das Essen muß man hier ein wenig warten – dafür hat man aber auch super frische Produkte und Gerichte, die ohne Fertigprodukte auskommen.

Diesmal habe ich mir das Lammrückenfilet mit Saisongemüse und Backers (fränkische Kartoffelpuffer) herausgesucht. Das war definitiv eine sehr gute Wahl! Das Filet war perfekt rosa gebraten und hatte eine schöne und gut gewürzte Kruste. Das Gemüse bestand aus Gelbe Rüben, Lauch, Sellerie, Brokkoli und Romanescu. Hundert prozentig keine fertige Gemüse-Mischung sondern selber gemacht! Bissfest und lecker gegart, dachte ich am Anfang, es wäre etwas schwach gewürzt. Aber die Sauce, das Fleisch und die Backers selber waren so gut gewürzt, daß es das Gemüse prima ergänzt hat.
Lammrückenfilet

Die Backers waren möglicherweise (vermutlich; zu regelmäßig und kreisrund für selbst gemachte) nicht selbst gemacht, aber da bin ich mir überhaupt nicht sicher, denn eigentlich waren sie dünner als normale fertig gekaufte. Und fertig gekaufte haben auch eher die Neigung, zäh zu sein, und das waren diese hier überhaupt nicht. Also vielleicht doch selbst gemacht? Egal, sie waren aber schön knusprig gebraten und überhaupt nicht fettig – lecker! Und die Sauce erst – mnjamnjam.

A propos Sauce: hier ist der Sauerbraten. Zum Sauerbraten wurde ungefragt und von alleine (!) extra Sauerbraten-Sauce in einer Sauciere serviert. Diese habe ich auch probiert – wenn es wert wäre, in einer Sauce zu ertrinken, diese wäre mein absoluter Favorit. Genau so muß eine Sauerbraten-Sauce schmecken.
Sauerbraten

Vom Hirschragout habe ich auch ein Stückchen versucht. Ebenfalls sehr lecker. Ich weiß eigentlich gar nicht, was ich zu dem Essen sonst noch sagen soll, ohne den Bildschirm vollzusabbern, weil das Essen wirklich dermaßen gut war, daß ich einen Besuch hier uneingeschränkt empfehlen würde.

Die Portionen waren übrigens so, daß man davon satt wurde, also, sie hatten eine Vorspeise bzw. Nachspeise nicht nötig, machten sie aber möglich.

Ein besonderes Lob möchte ich noch dem Service aussprechen. Ich bin schon lange nicht mehr so nett und zuvorkommend bedient worden. Und, wie gesagt, extra Sauerbraten-Sauce ohne fragen zu müssen; zum Hirschragout eine gute Portion Preiselbeeren im extra Schälchen; schnell, höflich, freundlich.

Oh, wir haben Cola bestellt – normalerweise bekommt man die 0,2 oder 0,3 Variante, wenn man nichts dazu sagt, hier bekamen wir gleich die große Variante.

Hier kann man getrost wieder hingehen!

Wirsing, Sususi

Bierbörse Pforzheim 2013

Dieses Jahr sollte in Pforzheim zum ersten Mal eine Bierbörse stattfinden. Ja, ich weiß, ich bin verwöhnt. Ich bin das Nürnberger Bierfest im Burggraben gewöhnt, oder die Erlanger Bergkirchweih. Ich bin auch gewöhnt, wie Pforzheim sonstige festliche Aktivitäten begeht. Ich schraubte also meine Erwartungen gaaaaaanz weit runter. Stückchen tiefer noch. Noch etwas. Halt, ja, genau so. Und trotzdem hat Pforzheim es geschafft, diese Erwartungen sogar noch zu unterbieten!

Zum einen fand die ganze Geschichte nicht, wie groß angekündigt, in der Pforzheimer Fußgängerzone statt, sondern quetschte sich mit ein paar Ständen und der Bühne allesamt auf dem Markplatz vor dem Rathaus zusammen.Bierbörse 1

Zum anderen ist für mich eine Bierbörse ein Ort, wo man viele verschiedene Biere/Sorten probieren kann, und damit meine ich verschiedenartig gebraute Biere, nicht Biere mit möglichst viel unterschiedlichen Aroma-Zustätzen. Tut mir leid, aber ich bin der Meinung, kein Mensch braucht Erdbeerbier. Oder Bananenbier. Oder Kirschbier. Oder Erdbeersekt. Schon gar nicht auf einer Bierbörse. Da möchte ich Schwarzbier, Rotbier, Weizen, Ale, Stout, Lager, Rauchbier, Porter, Malz,….

Bierbörse 2

Des weiteren möchte ich auch einer Bierbörse nicht von acht Seiten zwischen Besoffenen (ok, ok, comes with the territory..) eingeklemmt sein. Auf jedem anderen Fest dehnt es sich ein bißchen so aus, daß man Rückzugsmöglichkeiten zum Beispiel am Rand hat. Hier drängen sich auf ca. 250 qm alle Festbesucher, das ist, äh, eng. Leider auf Grund des Veranstaltungortes und der Minderzahl der Buden nicht anders zu machen, als daß alle auf einem Fleck stehen müssen.Bierbörse 3

Geht noch weiter: die Musik. Ja, auf einem Fest ist Musik völlig ok. Aber dann doch bitte so, daß man sich eventuell (wenn auch mit etwas lauteren Stimmen) mit seinem Gegenüber noch unterhalten kann. Das funktioniert überall doch auch wunderbar. Wenn einem auf einem anderen Bierfest die Musik nicht mehr gefällt, dann zieht man etwas weiter und kriegt andere Musik geboten. Auch hier; die Veranstaltung ist logischerweise für mehrere Gruppen zu klein. Aber man kann die Lautstärke ein bisserle dämpfen und es würde dem Fest nicht schaden. Hier gab man jeden Unterhaltungsversuch nach spätestens drei krampfhaften „Häh“-Nachfragen wieder auf.

Bierbörse 4

Ja, natürlich gab es auch etwas zu essen. Das ist in Pforzheim, wie immer und auf jeder Veranstaltung, meistens Langos, Crepes und völlig überteuerter Flammkuchen. Mit Glück findet man irgendwo auch noch Wurst oder Pommes.Bierbörse 5

Nein, Feste veranstalten kann Pforzheim wirklich nicht. Glücklicherweise nehmen das die Pforzheimer nicht allzu schwer und machen wenigstens das Beste draus. Wer es selber ausprobieren will, vom 09.-12. Mai 2013 hat man noch Gelegenheit dazu.

Wirsing, Sususi

Meine Kochbücher…Nr. 62

Heute gibt es, von 2010 und wieder aus dem Bassermann-Verlag, „500 Aufläufe & Co“. Es stammt aus der selben Reihe, wie die „Partycakes“ (siehe hier: http://sususi.meinblog.de/?p=601)

500 Aufläufe & Co

Deshalb auch gleich der selbe Kritikpunkt wie bei den Kuchen: auch hier stehen die Abwandlungen nicht direkt bei dem jeweiligen Rezept sondern immer ein paar Seiten davon weg. Das ist lästig!

Ansonsten gibt es an dem 288 Seiten starken Werk nur Kleinigkeiten auszusetzen, die schon wie verzweifeltes Gemecker klingen, weil man sonst nichts Negatives gefunden hat. Zum Beispiel gefallen mir diesmal die Fotos nicht so besonders gut. Ok, Aufläufe sind jetzt natürlich nicht das optimale Fotomotiv, und selber könnte ich es nicht mal annähernd so gut, aber irgendwie kommen sie diesmal ziemlich lieblos und aus einer merkwürdigen Perspektive daher. Das haben wir von Ian Garlick aber schon mal besser gesehen. Nur bei „Qiunoa mit Gemüse“…da ist er entschuldigt, Quinoa ist nun wirklich nicht gerade fotogen. *g*

Tut aber dem Geschmack ja keinen Abbruch, und hier gibt es nun wirklich nichts zu meckern: Kaninchen in Weißwein, Spinatauflauf mit Champignons oder Kürbis-Lasagne…jetzt nichts übermäßig Originelles, wenig Spannendes, aber eine umfangreiche Sammlung ohne große technische Herausforderungen.

Wirsing, Sususi

Pferdefleisch

Ok, in letzter Zeit war das Thema Pferdefleisch buchstäblich in aller Munde. Fragt sich bloß, warum. Viele der regionalen Spezialitäten wurden ursprünglich aus Pferdefleisch hergestellt – Sauerbraten, Pferdesalami, ect. Urlaubsreisende aus Spanien oder Italien erinnern sich vielleicht an eine besonders quietsch-rosa aussehende Variante der Salami – Esel.
Jemand, der jemals ein derart lecker schmeckendes Baguette mit Pferde-o. Eselssalami gegessen hat, wird sich gerne wieder an den Geschmack erinnern und sich fragen…“Was haben sie bloß alle“? Vielleicht ist es einfach, daß man für Rindfleisch bezahlt hat und dafür nicht geprüftes Pferdefleisch bekommen hat…Oder, daß Pferd doch eher als „Haustier“ gesehen wird. Egal, Pfedefleisch schmeckt richtig gut. Karlsruhe und Stuttgart haben jeweils Pferdemetzger; wer diese Glück nicht hat, der kann ja noch auf das Internet zurückgreifen. Das habe ich diesmal auch getan:
Pferdefleisch

Diesmal sollte es nicht einfach nur Schinken oder Salami oder Sauerbraten sein. Ich bestellte Schinkenknacker (zur Häflte Schwein, zur Hälfte Pferd), Rossfleisch-Schmaus (ähnlich wie Sülze, nur ohne die ganze Gelatine) und Gulasch.

Was soll ich sagen? Alles war genau so, wie erwartet. Die Schinkenwürstchen waren lecker; nicht überwürzt sondern knackig-fleischig. Ein sehr guter Snack zu Bauerbrot. Der Rossfleisch-Schmaus war wie eingemachtes Hackfleisch mit dem gewissen Etwas an zusätzlichem Geschmack. Pferd ist etwas schwer zu beschreiben; irgendwie herzhafter als Schwein, ein wenig „dunkler“ im Geschmack. Von Rind jedenfalls gut zu unterscheiden; ein bißchen wie festes, mildes Wild. *lecker*

Ein guter Pferdemetzger liefert excellent geprüftes Fleisch, es ist eben wie mit allem anderem Fleisch: man muß dem Metzger vertrauen. Pferdefleisch ist für mich nicht anders als Schweinefleisch oder Hirsch oder Rind…. Wer einmal die psychologische Schranke überwunden hat, der kann den Geschmack auch schätzen. Was nicht heißt, daß man nicht auf art-gerechte Haltung und Schlachtung Wert legen kann…Aber dies ist ein völlig anders Thema. Ich finde die entstandene Diskussion jedenfalls in so fern schade, als daß man jetzt Pferdefleisch noch weniger Chance als zu vor gibt.

Wirsing, Sususi