Archiv der Kategorie: Rezepte

Meine Kochbücher…Nr. 59

So, nachdem Ihr jetzt seit zwei Tagen vor der Schüssel mit Lemon Curd sitzt…heute sag ich Euch, wie es weitergeht. Vorab aber das Buch, was alles ausgelöst hat: „Glück ist backbar“ von Marian Keyes aus dem Heyne Verlag von 2012.
Glück ist backbar

Hier bekommt man auf ca. 230 Seiten Backrezepte mit einer gehörigen Portion Witz und Humor serviert. Marian Keyes hat eine sehr charmante Art und Weise, herkömmliche und außergewöhnliche Rezepte wie den Kokosmilchkuchen, Grüntee-Pannacotta oder Lavendel-Käsekuchen mit weißer Schokolade an den Mann oder die Frau zu bringen. Zwischendurch hat sie immer mal wieder kleine Tipps oder Tricks versteckt, damit auch Backanfängern Mürbteig o. ä. gelingt. Der wohl wichtigste Tipp steht übrigens schon ziemlich am Anfang: „Hab keine Angst. Glaub mir. Es ist nur Kuchen. Auch wenn er katastrophal geworden ist – und das wird von Zeit zu Zeit passieren, selbst wenn Du alles richtig gemacht hast, – ist das kein Weltuntergang“

Einzig ein paar unglücklich gewählte Ausdrücke der Übersetzung könnten Probleme bereiten. Wenn dort nämlich „gesüßte Kondensmilch“ steht, dann greift der erfahrene Bäcker automatisch schon zu Milchmädchen, Unerfahrene könnte hier drüber stolpern.

So, jetzt aber zu den Pistazienschnecken mit Lemon Curd (so heißt das ausprobierte Rezept):

1 Rolle Blätterteig mit Lemon Curd bestreichen, mit gehackten Pistazien bestreuen, aufrollen und in Schnecken schneiden. Ob man längs oder quer rollt – von der kurzen Seite aufgerollt ergibt weniger, aber größere Schnecken. Von der langen Seite her aufgerollt ergibt mehr, aber kleinere Schnecken. Dies hier ist die mehr kleinere Schnecken Variante:
Pistazienschnecken mit Lemon Curd

Das übrige Lemon Curd dazu servieren. Oder, auch lecker, zu Croissants.

Wirsing, Sususi

Lemon Curd

Also, eigentlich habe ich seit gestern ein neues Kochbuch (bzw. Backbuch). Und eigentlich wollte ich heute grade da drüber etwas schreiben. Das war, bevor ich beschlossen habe, zur Untermalung ein Rezept aus diesem Buch auszuprobieren, welches so blödsinnig einfach ist, daß man sich fragt, wieso man da selber noch nicht draufgekommen ist. Das war, bevor ich festgestellt habe, daß ich das dafür benötigte Lemon Curd gar nicht daheim habe. Und mir ziemlich sicher war, das Famila kein Lemon Curd verkauft. Deshalb, und weil ich schließlich erst kürzlich geschrieben habe, daß man auch wissen sollte, wie man manche Dinge selber macht, gibt es heute erst das Rezept für Lemon Curd.

Was ist Lemon Curd? Lemon Curd ist das, was Leute immer geschenkt bekommen, die sich mit einem freudigen Lächeln überschwänglich bedanken und zwei Tage später bei Chefkoch nachfragen, was zum Henker sie denn bloß mit Lemon Curd machen sollen. Grob gesagt ist es ein englischer Aufstrich für Scones aus Zitronen(saft), Zucker, Butter und Eiern. Das sind auch die benötigten Zutaten: 4 Eier, 160 gr. Zucker, 200 ml Zitronensaft (Direktsaft, kein Konzentrat) und 100 gr. Butter. Zusätzlich noch ca. 1 El Speisestärke.
Lemon Curd

Die Eier in eine Schüssel schlagen und gut miteinander verquirlen. Saft, Zucker und Stärke in einen Topf geben und aufkochen lassen. Die Prise Salz für Süßspeisen nicht vergessen. Am Besten gleich einen zweiten Topf mit Wasser aufsetzen, der wird gleich fürs Wasserbad benötigt. Im Idealfall kocht das Wasser, wenn die Zitronenmischung fertig ist.
Lemon Curd

Die Hitze unter der Zitronenmischung zurückdrehen, so daß sie beim Zugeben der Butter nicht mehr kocht. Die Butter reingeben und unterrühren.
Lemon Curd

Die Butter schmilzt vollständig und die Mischung wird gleichmäßig trüb. Warten, bis alle Butter sich gleichmäßig mit der Zitronenmischung verbunden hat. Zwischendurch mal den Finger reintauchen. Hat zwei Vorteile: erstens kann man so überprüfen, ob die Sache nicht zu heiß wird (wenn man reinlangen kann, ohne sich den Finger zu verbrennen, das ist die richtige Temperatur) und zweitens kann man den Finger danach abschlecken. *jetztschonlecker*
Lemon Curd

Jetzt eine Schüssel auf den Topf mit dem heißen Wasser geben. Dort rein zuerst die Zitronenmischung geben. Ab jetzt: rühren. RÜHREN! Egal, was passiert: rühren! Jetzt werden die verquirlten Eier langsam dazugegeben, dabei dauernd rühren. Die Hitze zurückschalten, so daß das Wasser noch heiß ist, aber nicht sprudelnd kocht.
Lemon Curd

Weiterrühren. Wenn der Arm halb abfällt, Arm wechseln, bis auch dieser abfällt. Trotzdem nicht aufhören zu rühren! Wenn der zweite Arm auch abgefallen ist, dauert es noch ca. 10 min. Dann sollte die Masse anfangen einzudicken, in etwa so, als würde Pudding draus. Spätestens jetzt kann man den Topf vom Feuer nehmen, die Resthitze reicht locker aus, um die Masse fertig zu kriegen.
Lemon Curd

Auch wenn es hier durch das Licht etwas aussieht, als wäre die Masse griesselig, das ist sie nicht, sie ist schön glatt, gelb und von dicklicher Konsistenz.

Das war es eigentlich auch schon, jetzt einfach noch in Schraubgläser füllen, kalt werden lassen und dann auffuttern. Entweder zu Scones oder zu Pistazienschnecken mit Lemon Curd oder wie Marmelade aufs Brot essen. Supereinfach, viel billiger als gekauftes Lemon Curd und die Zuckermenge läßt sich nach Belieben steigern oder senken.

Wirsing, Sususi

 

Gemüseblech aus dem Ofen

So, aus dem Osterurlaub bin ich sogar schneefrei wieder nach Hause gekommen. Das heißt, eigentlich hätten wir es uns sparen können, die Ostereier weiß anzumalen (man braucht eine Meeenge Deckweiß, das kann ich euch sagen! Was legen die dusseligen Hühner auch braune Eier?)

Jedenfalls schrie mein Körper heute nach Gemüse, nach dem die letzten Tage ernährungstechnisch doch eher einseitig (btw: ein frittierter Marsriegel schmeckt tatsächlich so lecker wie er aussieht. Hätte ich nie gedacht!) waren. Halt, stimmt nicht ganz, ich glaube, ich hatte auf einem meiner Burger ein Gürkchen.

Also, mein Gehirn schrie nach frischem, knackigen Gemüse und mein Magen schrie mit und wer bin ich, daß ich mich gegen die beiden stellen könnte?
Gemüse aus dem Ofen

So sah dann die zu verwertende Ausbeute aus Kühlschrank und Kaufland aus: Aubergine, Zucchini, Zwiebel, Fenchel, Süßkartoffeln, Knoblauch, Champignons und eine irgendwie übrig gebliebene Tomate. Das ganze Gemüse putzen und in grobe Stücke teilen. Eine Knolle Knoblauch entknollen (also, in einzelne Zehen teilen), aber nicht schälen. Der Knoblauch gart in der Schale und wird ganz weich und lecker. Wenn das Gemüse fertig ist, kann man den Knoblauch auf dem Teller ganz einfach mit dem Messer aus der Schale streichen.

Alles zusammen in eine große Schüssel geben und mit Olivenöl, Salz und Kräutern (was gerade da ist: Rosmarin, Oregano, Salbei, ect. Frisch ist natürlich am Besten, da hatte ich aber nur noch Minze übrig, und die paßt nicht dazu) vermischen.

Gemüse aus dem Ofen 2

Das Gemüse auf einem Blech verteilen (die Portion in der großen Schüssel reicht bei mir für zwei Bleche voll) und für ca. 30 min (+/- 10 min) ab in den Ofen. Temperatur war bei mir ca. 200 – 220 Grad, obwohl man das bei meinem Gasherd nie so genau weiß. *g*
Gemüse aus dem Ofen 3

Nach der Hälfte der Garzeit, also nach ca. 15 – 20 min mal umwenden.
Gemüse aus dem Ofen 4

Sobald das Gemüse durch ist und eventuell leicht gebräunt ist: ab auf einen Teller. Dazu gab es bei mir einen Schafskäse-Dip aus Schafskäse und Frischkäse mit Paprika.
Gemüse aus dem Ofen 5

 

Wer will, kann auch noch Baguette dazu essen.

Und jetzt: Guten Appetit und

Wirsing, Sususi

Aal oder Kann man das essen ?!?

Heute gab es bei mir dies:
Aal

Richtig, das ist ein frischer Aal. Wie kam ich da drauf? Das letzte Mal, als ich in einem alten Kochbuch blätterte (wo drin auch sonst? *g*), stieß ich auf diverse Rezepte mit Aal und  da stellte sich mir natürlich die Frage: „Aal, huhm? Warum gibt´s den eigentlich so selten?“

Hm, ein Grund dürfte wohl sein, daß Aal nicht gerade billig ist – 4,50 € kann man schon pro 100 gr. rechnen. Zum anderen ist Aal ein Fisch, der in den heutigen Geschäften hauptsächlich in geräuchertem Zustand auftritt – Vorbestellen ist also fast unumgänglich. In der TK-Abteilung braucht man übrigens nicht zu suchen: Aal eignet sich ganz schlecht zum Einfrieren. Da es ein sehr fettiger Fisch ist, schmeckt man schon nach knapp 6 Wochen deutliche Veränderungen – also bitte frisch holen. Hat man es also geschafft, ein frisches Exemplar an Land zu ziehen, hat man das Schwierigste schon fast hinter sich.

Was jetzt noch zwischen mir und dem Aal stand, war die Haut. Fast überall hört man Horrorstories, wie schwierig es angeblich sei, einen Aal auszuziehen.

Aalhaut

Dabei ist es wirklich einfacher, als man denkt. Erst mal den Kopf abschneiden. Dann am Rand die Haut etwas vom Fleisch abschaben und wie eine Lasche rundherum auf einer Länge von ca 3 cm vom Fleisch ablösen ungefähr so, als würde man einen Aufkleber vom Trägermaterial abziehen. Jetzt hat man ein Stück, an dem man den Aal buchstäblich schälen kann – einfach mit einem Handtuch packen (ist zwar nicht richtig glitschig, aber schon rutschig) und kräftig (!) nach unten zum Schwanz hin ziehen.
gehäuteter Aal

Ok, wenn der Aal jetzt so aussieht, dann hat alles geklappt, wer jetzt irgend etwas anderes vor sich liegen hat, der sollte sich eine bebilderte Anleitung suchen und es einfach noch mal versuchen. *g*

Den gehäuteten Aal in Stücke schneiden.
Aal in Stücken

DIese werden in einer Pfanne mit Olivenöl, Salbei und zwei zerdrückten Knoblauchzehen angebraten, bis sie leicht gebräunt sind.
Aal anbraten

Die Aalstücke herausnehmen und in Semmelbröseln wenden.
Aal panieren

Den Bratensatz mit 1 Glas Wein ablöschen und in einen Bräter geben. Die Aalstücke obendrauf setzen. Bei 200 °C in den Ofen stellen (nicht zudecken) und ca. eine halbe Stunde backen. Dabei sollte der Wein zu einer sirupartigen Konsistenz einkochen.
Aal alla fioentina

Das sieht dann so aus – zumindest, wenn man sich einbildet, daß man noch Weißwein daheim hat, der sich dann als Rotwein entpuppt. Hat mir aber fast besser geschmeckt.
Gebratener Aal

 

Dazu gab es bei mir heute Pellkartoffeln. War richtig lecker, ist wirklich nur zu empfehlen! Vor allem ist es ein schön einfaches Rezept und wer Räucheraal nicht mag, der sollte ihn unbedingt mal so probieren.

Guten Appetit und Wirsing, Sususi

 

Ein Wort zum Kartoffelsalat…

…war ja schon länger versprochen. Da es morgen zu Weihnachten Kartoffelsalat mit Schnitzel gibt, ist jetzt die passende Gelegenheit. Was es zu Kartoffelsalat sagen gibt, ist recht kurz: dies ist kein Kartoffelsalat: (das ist wohl das einzige Mal, daß sich Franken und Bayern einig sind!)
Kartoffelsalat Mayonnaise
Es handelt sich hierbei um eine merkwürdige Art Kartoffelzubereitung mit Mayonnaise, die im allerschlimmsten Fall auch noch mit Fleischsalat verpampt wird. Jaja, es gibt Leute, die tun Kartoffeln so was an. Grauenvoll! Je weiter nördlich man in Deutschland kommt, desto verbreiteter ist diese fehlgeleitete Variante, bis man schließlich als Beilage gar nichts mehr anderes bekommt. Deshalb Achtung! Nicht überall, wo Kartoffelsalat auf der Karte steht, bekommt man diesen auch. *g*

Was ist denn dann ein Kartoffelsalat? Es geht ganz einfach los mit… Kartoffeln:
Kartoffeln
Am Besten ca. 1 kg vorwiegend festkochende nehmen, die fallen nicht so auseinander wie mehlig kochende, nehmen aber mehr „Soße“ auf als reine festkochende. Diese schon mal als Pellkartoffeln aufsetzen (bitte keine Salzkartoffeln machen).

In der Zwischenzeit alles weitere holen:
Zutaten Kartoffelsalat
Essig, Salz, Pfeffer, 1 große Zwiebel, Senf, Brühe (ruhig halb Fette Brühe, halb normale Brühe nehmen) und Öl.

Einen Sud aufsetzen aus 1 Zwiebel, 4-8 Eß Essig, 1/2 Liter Wasser, 1 Eß Senf und mindestens 2 Brühwürfeln (1 Fette Brühe + 1 normal):
Kartoffelsalat Brühe
Ich mag es nicht, wenn man im Kartoffelsalat auf Zwiebeln beißt, deshalb koche ich sie nur grob gestückelt im Sud mit und gieße sie nachher nicht mit auf die Kartoffeln. Wen die Zwiebeln im Salat nicht stören, der bringt die Zwiebel hier in die später angenehme Form und läßt sie einfach drin. Wichtig hier ist: der Sud muß hoffnungslos überwürzt sein. Kartoffeln schlucken unheimlich viel Gewürze, also darf der Sud viel zu scharf, zu sauer und zu salzig sein.

Wenn die Kartoffeln fertig sind, noch heiß pellen:
Pellkartoffeln
Es ist unheimlich wichtig, daß der heiße Sud über die noch heißen Kartoffeln kommt – sonst saugen sich die Kartoffeln nicht so richtig voll und werden nicht schön „schlotzig“.

Gepellt und gescheibselt, dann sofort die heiße Brühe drüber:
Kartoffelsalat mit Brühe
Keine Angst, auch wenn es erst mal so aussieht, als hätten wir eher Kartoffelsuppe fabriziert – die Kartoffeln werden das alles schön aufsaugen.

Was jetzt kommt, ist eigentlich der schwerste Teil: stehen lassen! Mindestens mal einen halben Tag, besser noch über Nacht. Ab und zu vorsichtig umwenden (und den Löffel abschlecken). Die Kartoffeln saugen sich richtig schön mit Brühe voll. Wenn er gut durchgezogen ist: abschmecken mit Salz und Pfeffer; wenn nötig, noch etwas Essig dazugeben.

Und nein, das Öl von vorhin auf dem Bild habe ich nicht vergessen. Aber das darf erst rein, wenn er schon so richtig durchgezogen ist. Dann einfach 2-4 Eß Öl dazugeben. Wenn man das Öl schon vorher reingibt, saugen die Kartoffeln die Brühe auch nicht so gut auf.

So, war doch ganz einfach, oder? Ich muß jetzt mal probieren gehen… also:

Wirsing und Schöne Weihnachten,

Sususi

Rotkohl, Blaukraut oder Beilage für Farbenblinde?

Zuerst mal können alle beruhigt sein, denn sowohl Rotkohl wie auch Blaukraut bezeichnen ein und das selbe. Daß sich regionale Farbunterschiede im zubereiteten Produkt zeigen, das liegt daran, daß die Säuremenge in Form von Essig oder Rotwein und die Zuckermenge sich je nach Region unterscheiden: wird mehr Säure verwendet, wird das Kraut rötlicher, wird weniger genommen bleibt es mehr lila-bläulich. Wie kommt man jetzt vom Kopf zum Kohl? Nein, ausnahmsweise heute mal nicht so…

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sondern so: es beginnt damit, daß man versucht, einen handelsüblichen Rotkohlkopf in handlichere Stücke zu zerlegen, die sich dann entweder per Hand oder Hobel in feine Streifen schneiden lassen.

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Das ganze kommt in eine große (GROßE!!) Schüssel (wirklich, große Schüssel nehmen!)

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1-2 Äpfel (oder Birnen, Dosenbirnen, Orangenfilets, ect) und 1 schöne große Zwiebel ebenfalls in Scheiben schneiden. Man kann sich die Mühe machen, den Apfel zu schälen, aber das halte ich persönlich für überflüssig.
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Als nächstes nimmt man einen schönen Batzen Gänseschmalz (oder Schweineschmalz oder anderes, je nachdem, wozu das Kraut als Beilage gedacht ist. Hier sollte es Gänsebrust begleiten also: Gänseschmalz)
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In diesem werden dann die Zwiebeln und die Äpfel angedünstet und das ganze bitte in einem großen Topf. Einem wirklich großen Topf!
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Jetzt kommt Zucker dazu, das braune krümelige Zeug ist übrigens wieder der Glühweinzauberzucker.  Für den Anfang mal so 2 Eß zum karamelisieren.
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Mit ca. 2 Eß Rotweinessig ablöschen und den gehobelten Kohl dazugeben. Eventuell geht nicht alles gleich in den Topf, dann den Kohl erst etwas zusammenfallen lassen, dann den Rest reingeben.
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Durch den Essig sieht man auch schon, wie sich das Kraut gleich rötlich verfärbt. Jetzt mit einem Schluck Rotwein und Wasser aufgießen, so ca. 1/2 Liter insgesamt. Da ich ja Geflügel dazu essen wollte, habe ich gleich die Hälfte des Wassers mit Gänsefond ersetzt. Das geht natürlich auch mit jedem anderen Fond. Wenn später zuviel verkocht, dann gieße ich noch Wasser nach. Noch schnell 1 Lorbeerblatt und 1 Nelke dazu (normalerweise nehm ich zwei, aber der Glühweinzucker war ja schon mit Nelkenaroma). Jetzt muß man nur noch 30-90 Minuten warten; je nachdem, wie „hart“ man das Kraut noch haben möchte. Kurz nochmal abgeschmeckt und fertig. Ob man das Kraut beim Köcheln zudeckt oder nicht – sagen wir einfach, ich mach einen Deckel drauf, aber es gibt auch strikte Deckel-Gegner.
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So, hat jetzt auch nicht viel länger gedauert, als ein Glas aufzumachen. Natürlich gibt es mindestens 243.844 Abwandlungen und Familienrezepte, was man daran alles anders machen kann, bzw. „muß“, aber das ist meine Lieblingsvariante.

Also, einfach mal ausprobieren, geht ganz einfach. Die Konserve lieber aufheben, bis man mal grade nicht zu einkaufen kommt. Das Kraut läßt sich übrigens prima aufwärmen, einmachen oder einfrieren.

Wirsing, Sususi

Gorgonzolakürbis

Heute gab es Gorgonzolakürbis. „Klar“, werden jetzt viele sagen, „Kürbisgnocchi mit Gorgonzola-Sauce wahrscheinlich; kenn ich, hatte ich auch schon öfters“. Nö. Ist aber nicht gemeint. Auch wenn die Kombination Gorgonzola + Kürbis gar nicht so schlecht schmeckt, gemeint ist aber der Kürbis mit eben diesem Namen: Gorgonzolakürbis. Das ist er:

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Manchmal auch unter dem Namen Chamäleon-Kürbis zu finden, ist dieser Kürbis (der, glaube ich, zu den Acorn-Sorten gehört) meist so um die 1 kg schwer und nicht allzu groß.    Dadurch läßt er sich auch noch relativ leicht verarbeiten. Teilen, auskratzen und schälen (die Schale kann nicht mitgegessen werden) ist mit einem scharfen Messer leicht zu bewerkstelligen.

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Er eignet sich hervorragend dazu, einfach nur den Deckel abzuschneiden, die Kerne rauszukratzen und dann Sahne, Lachs und Gemüsebrühe reinzufüllen. Das Ganze im Ofen backen, bis das Kürbisfleisch schön weich ist und dann über Bandnudeln zu geben.

Aber auch alle anderen Zubereitungsarten für Kürbis sind machbar, wenn man alles richtig gemacht hat, dann könnte das Ganze hinterher so aussehen:
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Das ist der besagte Kürbis, Kartoffeln und Hähnchen. Hm, braucht aber noch 5 Minütchen.

Nach Gorgonzola schmeckt der Kürbis übrigens nicht, nicht, daß da falsche Vorstellungen aufkommen. Er sieht halt nur so schimmelig aus. Geschmacklich ist er eher nussig-cremig.

Wirsing, Sususi