Archiv der Kategorie: Rezepte

Vanille-Eis

Ha, habt Ihr es gesehen? Der Sommer ist noch einmal zurück! Da kann man doch glatt das Eis wieder aus der Gefriertruhe holen… Nun ist die Auswahl an der Tiefkühltheke noch nicht so weit, uns die exotische Welt der Eisdielenauslagen bequem für den Hausgebrauch zu liefern. Aber glaubt man den alljährlich stattfindenden Umfragen, dann ist die beliebteste Sorte eh immer noch Vanilleeis. Sowieso.

Wenn man mich fragt, dann ist Vanille eine ziemlich langweilige Sorte. Das ist auf der einen Seite schlecht, wenn man einfach Eis essen will. Auf der anderen Seite ist es dadurch ein seeeehr vielseitiges Eis. Ob als sanfter Engel, Schlammbowle oder Eiskaffee…Vanilleeis passt eigentlich zu allem. Deshalb wundert es mich, daß man bei uns eine Variante vermisst, die, zumindest ich, ziemlich lecker finde.

Zunächst stellt ihr ein Glas in einer euch genehmen Größe bereit. Dazu stellt ihr eine Flasche Milch.
Milch
Dann stopft ihr so viel Vanilleeis wie möglich in das Glas.
Vanilleeis Glas
Dann noch mit der Milch aufgießen, Strohalm und Löffel dazu und loslöffeln.
Vanille-Shake
Das ist sozusagen die warmduscherweicheimixerfreie Milchshake-Variante. Was ich aber besser finde als bei Milchshakes ist: die Milch, besonders wenn sie kalt ist, friert außen am Eis fest und bildet eine dünne Schicht leichter Eiskristalle…hmmmm.

So, und jetzt entschuldigt mich bitte, eine Portion Eis ist noch da….

Wirsing, Sususi

Russischer Apfelkuchen

Tja, warum der Kuchen so heißt? Wer weiß. Jedenfalls hat das Rezept diesen Namen und ich finde es erstens sehr lecker und zweitens genau passend zum Wetter. Eigentlich ist es eher ein winterliches Rezept mit Zimt und Schokolade.

Bevor ihr anfangt, solltet ihr euch gut überlegen, ob ihr folgende Zutaten mögt, denn beide schmecken deutlich im Kuchen durch: Zimt und Kaffee. Man benötigt 4 gr. Zimt und 6 gr. lösliches Kaffeepulver, also doch schon ganz schön viel. Welches ihr da nehmt, ist egal, aber man kann dem Kuchen jedesmal eine leicht andere Note geben, wenn man z. B. mal Cappuccino nimmt oder Latte.

Und ihr solltet euch überlegen, ob ihr drei Tage Zeit habt. Ihr braucht einen Tag, um die Äpfel einzulegen, die sollten schon mindestens über Nacht durchziehen. Am anderen Tag backt ihr den Kuchen und am dritten Tag schmeckt er besser, als wenn man ihn frisch isst.

Ihr braucht also zusätzlich zu den 4 gr. Zimt, 6 gr. lösliches Kaffeepulver noch: 500 gr. Apfelwürfel, 30 gr. Rum, 30 gr. Weinbrand, 200 gr. Margarine, 240 gr. Zucker (200 gr. für den Teig, 40 gr. für die Äpfel), 4 Eigelb und 6 Eiweiß (do the Math!), 200 gr. Mehl, 10 gr. Backpulver (1 ganzes Päckchen ist aber auch ok), 125 gr. Haselnüsse gemahlen, 125 gr. Kuvertüre und eventuell nach Belieben Kuchenglasur.
Russischer Apfelkuchen Zutaten

Also, es geht damit los, daß ihr 500 gr. Apfelwürfel (die Größe der Würfel ist schnurz – kleiner finde ich aber besser) in 40 gr. Zucker, 30 gr. Rum und 30 gr. Weinbrand einlegt und über Nacht durchziehen lasst. Nehmt wirklich Rum und Weinbrand, der Geschmack ist anders als bloß mit einem. Als nächstes raspelt ihr 125 gr. Kuvertüre. Dann geht ihr ins Bett und schlaft euch aus.
Russischer Apfelkuchen Äpfel
Am nächsten Tag fangt ihr am Besten damit an, die 6 Eiweiß zu Eischnee zu schlagen. Wenn der fertig ist, einfach im Kühlschrank zwischenlagern. Damit fangt ihr an, da das Eiweiß nicht steif wird, wenn an der Schüssel oder am Rührer noch irgendwo Fettspuren sind. So könnt ihr nach dem Eischnee schlagen gleich mit dem Teig weitermachen ohne das Rührgerät erst richtig sauber spülen zu müssen.
Eine Springform könnt ihr auch gleich einfetten und mehlen und beiseite stellen.
Dann rührt ihr 200 gr. Margarine mit 200 gr. Zucker schön schaumig. Da kann gar nichts passieren, wenn ihr zu lange rührt, also lieber etwas länger rühren. Die 4 Eigelb dazugeben und weiter schaumig rühren. Wenn das ganze ungefähr so aussieht, ist das ok.
Russischer Apfelkuchen Margarine
Dann siebt ihr 200 gr. Mehl und das Backpulver in eure Schüssel. Die Haselnüsse, die Kuvertüre, den Zimt und das Kaffeepulver dazugeben. Und alles möglichst gleichmäßig vermanschen (schon wieder dieses Wort…). Das ist der Punkt, an dem ihr mich verfluchen wollt, denn was ihr jetzt in der Schüssel haben dürftet, hat Ähnlichkeit mit etwas, das in seinem früheren Leben benutzt wurde, um Schlaglöcher auszuspachteln. Auch wenn ihr es nicht glaubt, aus dieser zähen, störrischen Pampe wird tatsächlich später ein Kuchen! Nehmt eventuell die Knethaken zu Hilfe, wenn ihr per Hand nicht weiterkommt.
Russischer Apfelkuchen trockener Teig
Jetzt hebt ihr das steif geschlagene Eiweiß unter den Teig und schon sieht die Sache etwas vielversprechender aus. Jetzt kommen noch die Apfelwürfel komplett mit der ganzen Einlegeflüssigkeit mit rein. Wenn ihr die jetzt unterrührt, dann sieht der Teig schon eher nach Kuchen aus, oder?
Russischer Apfelkuchen Teig fertig
Den Teig in die vorher gefettete und bemehlte Springform geben und glattstreichen. Welche Größe die Form hat, ob 24 cm oder 26 oder 28 ist völlig egal. Bei der einen wird der Kuchen halt etwas höher, bei der anderen etwas niedriger. Hängt euch da dran nicht auf. Ihr müßt vielleicht bloß an der Backzeit etwas probieren. Original Rezeptangabe möchte den Kuchen bei 150 °C Umluft 60 min. gebacken haben. Da ich Gasherd habe, blieb er bei mir auf Stufe 5 ca. 75 min. im Ofen. Stäbchenprobe klappt hier wieder gut um zu prüfen, ob der Kuchen fertig ist.
Russischer Apfelkuchen
Der Kuchen sieht pur etwas unspektakulär aus, deshalb kann man ihn noch mit Glasur überziehen. Wie man hier sieht, wurde er allerdings schon angeknabbert, bevor ich dazu gekommen bin. Warmer Kuchen ist halt auch mal lecker. Normalerweise aber lieber bis zum nächsten Tag warten, dann schmeckt er noch besser. Im Winter noch eine heiße Schokolade dazu…. oder jetzt einfach hoffen, daß das Wetter wieder sommerlicher wird!

Wirsing, Sususi

Bertolli Pesto Verde

Nun, hier also das letzte der vier Bertolli Pestos: Bertolli Pesto Verde. Ehrlich gesagt, war es das, welches mir pur am wenigsten geschmeckt hat. Irgendwie hatte es einen komischen Nachgeschmack, war sehr salzig und schmeckte eher weniger nach Basilikum, als ich es mir gewünscht hatte. Mit Nudeln fand ich es ganz ok, aber es war nicht so der Brüller.
Bertolli Pesto Verde
Tja, was macht man jetzt mit Pesto, das einem nicht sooooo schmeckt? Man versteckt es! Am Besten in einer Pesto-Quiche. Dafür brauchen wir zwei Eier, 1 Becher Creme Fraiche, 200 gr. Camembert (hier in der ziegigen Variante, die normale ist für Ziegen-Nichtmöger problemlos möglich), 1 Pck. Mürbteig, ca. 200 gr. Cocktailtomaten und drei Tl. Bertolli Pesto Verde. Salz und Pfeffer zum Abschmecken, klar. Zur Deko gibt es bei mir karamellisierte Pekannüsse, die sind aber optional.
Bertolli Pesto Quiche Zutaten
Eine Springform mit dem Mürbteig auslegen, eventuelle Risse und Löcher mit Teigflicken stopfen und die Form 10 min. bei 180 °C vorbacken. Dabei kann es sein, daß Euch der Teigrand wieder etwas zusammenrutscht, das macht aber nichts, die Quiche wird nicht besonders hoch.
In der Zwischenzeit den Käse würfeln. Je reifer Euer Käse ist, desto schwieriger wird das wohl werden, aber die Würfel zerlaufen später eh und daher müssen sie nur klein und nicht schön aussehen. Ihr könnt sie so klein machen, wie Ihr wollt.
Pesto Quiche Käse
Jetzt das Pesto mit der Creme Fraiche und den Eiern vermanschenmischen und den Käse unterheben. Die Cocktail-Tomaten halbieren und auf dem vorgebackenen Teig verteilen. Ist übrigens völlig egal, wie rum, sie werden so oder so saften. Es sei denn, Ihr macht Euch die Mühe und entkernt alle Tomaten.
Pesto Quiche Tomaten
Jetzt den Guß drübergießen und bei 200 °C ca. 45 min. in den Ofen schieben.
Pesto Quiche Guß
Die Stäbchen-Probe funktioniert auch hier um zu prüfen, ob sie fertiggebacken ist. Profis drücken oben auf die Oberfläche und fühlen, ob er fest zurückfedert.
Pesto Quiche fertig
Was auch immer Ihr jetzt tut, schneidet die Quiche auf gar keinen Fall an, bevor sie kalt geworden ist! Finger weg! Sonst wird sie Euch nämlich davonlaufen. Der Käse ist noch geschmolzen, der Tomatensaft saftet noch mitten drin rum und die Füllung wird im Leben nicht zusammenhalten, wenn Ihr ihr jetzt schon zu Leibe rückt.

Aber es gibt etwas, mit dem Ihr Euch die Zeit vertreiben könnt. Eigentlich ist die Quiche ja jetzt schon fix und fertig. Allerdings sieht sie etwas nackig aus. Deshalb habe ich diesmal noch ein paar Pekannüsse karamellisiert und oben drauf verteilt.
Pesto Quiche mit Ziegenkäse
So, fertig. Nun werd´ schon kalt, ich hab Hunger! Am Besten schmeckt sie, wenn sie Zimmertemperatur hat oder leicht lauwarm ist, auf jeden Fall nicht direkt aus dem Kühlschrank. Der Boden wird natürlich nicht mehr knusprig sein (Tomaten!), aber der Rand wird es bleiben. Guten Appetit!

Wirsing, Sususi

PS: Hier geht es zu den anderen Pestos:

Bertolli Pesto Ricotta

Bertolli Pesto Rosso

Bertolli Pesto alla Calabrese

Bertolli Pesto Ricotta

Und schon ist das dritte Bertolli Pesto dran: Pesto Ricotta. Hier steht es.
Bertolli Pesto Ricotta
Es ist ebenfalls schön cremig. Aber beim probieren bin ich erst mal erschrocken: Ich hatte nämlich plötzlich Hustenbonbons im Mund! Also, suggerierte mir mein Gehirn. Ich schmeckte nämlich Thymian. Noch dazu ist es leicht süßlich. Ein Blick aufs Glas verriet: tatsächlich, hier ist Thymian und Rosmarin drin. Auf den zweiten Bissen vorbereitet, verdrängte ich die Hustenbonbon-Assoziation und dann war es wirklich lecker. Aber, für meine Begriffe sticht der Thymian so vor, daß ich es mir pur zu Nudeln gar nicht vorstellen kann. Vielleicht als Füllung mit Lammhack zusammen in Ravioli. Oder mit Hähnchen und Kürbis zu Gnocchi. Oder zu allem mit Kartoffeln.
Bertolli Pesto Ricotta offen
Genau das habe ich auch gemacht: Ich habe zwei von den fertigen Ofenkartoffeln genommen (manchmal darf man faul sein, besonders, wenn man sonst nur mickerige Kartoffeln kriegt…). Die sind nämlich schon vorgekocht und kommen praktischerweise auch schon gleich mit Sauerrahm. Dazu noch 1 Ei und 3 Tl des Bertolli Pesto Ricotta.
gefüllte Ofenkartoffel mit Pesto
Jetzt einfach die Kartoffeln aushöhlen und das Kartoffel-Innere in eine Schüssel geben.
ausgehöhlte Kartoffeln
Mit Ei und Pesto vermanschen (ja, man merkt es, ich liebe dieses Wort. Es ist einfach meistens so treffend!)
Füllung Ofenkartoffel
Für die Kartoffeln aus Alu-Folie kleine Stütz-Schiffchen knüllen. So fallen sie nicht um und brennen nicht an. Dann die Füllung in die Kartoffeln dressieren oder löffeln oder sonst wie reinfüllen.
gefüllte Ofenkartoffel vorbereitet
Nur noch ab in den Ofen bei 220°C (oder schaut nach, was auf Eurer Kartoffel-Packung steht) und warten, bis sich oben drauf erste braune Spitzen zeigen. Zusammen mit dem Sauerrahm servieren.
gefüllte Ofenkartoffel fertig
Wem jetzt das Fleisch fehlt: gegrillte Lammkoteletts und Gurkensalat machen sich prima dazu, ebenso geht statt Sauerrahm natürlich auch Tsatsiki. Oh, und je nach Hunger kriegt man so 4 Beilagenkartoffeln oder 2 Hauptgerichtskartoffeln hin.

Fröhliches Füllen!

Wirsing, Sususi

Bertolli Pesto Rosso

So, heute wird das zwote Bertolli Pesto geschlachtet: Pesto Rosso! Dieses ist mit getrockneten Tomaten, die nicht nur auf dem Bild drauf sind, sondern zu 7 % sogar im Produkt.
Bertolli Pesto Rosso
Hier bei diesem Pesto setzt sich das Öl immer sehr schnell ab, also vor Verwendung gut durchrühren. Es schmeckt auch sehr ölig für meine Begriffe. Allerdings im Nachgeschmack sogar pikanter als das Pesto alla Calabrese und sehr deutlich käsig. Als Nudeln würde ich Maccheroni dazu machen. Oder Bucatini. Oder Gnocchi. Aber, einfach auf Nudeln essen, das kann ja jeder. Daher gibt es heute: gefüllte Tintenfische!
Bertolli Pesto Rosso offen
Dazu solltet Ihr haben: 1 Glas Weißwein. Trocken, hier geht aber sogar ein fruchtiger Halbtrockener. Olivenöl, 2 Schalotten, Reis, Salz, Pfeffer, Gemüsebrühe, Zitronensaft, eine Handvoll Petersilie (fein hacken), 1 Knoblauchzehe, etwas Tomatensaft, Wasser, Tintenfischtuben und Bertolli Pesto Rosso. Ich hatte 4 Tintenfischtuben der Größe U 10 (d. h. 10 Stück = 1 kg), eingefroren und aufgetaut. Diese gut waschen und trockentupfen. Und, ganz wichtig: manchmal ist auch bei küchenfertigen Tuben außen noch nicht alle Haut weg. Daher gut untersuchen und die restliche Haut abziehen, sonst wird es zäh!
Welchen Reis Ihr nehmt, ist Geschmackssache. Ich habe Pilav-Reis genommen, weil der auch lange Kochzeiten gut verträgt ohne matschig zu werden und einfach für Reisfüllungen eine angenehme Konsistenz hat. Auf gar keinen Fall solltet Ihr jedoch Jasmin-Reis nehmen!
gefüllte Tintenfische Zutaten
Die Schalotten abziehen und würfeln, ebenso den Knoblauch. In Olivenöl glasig anschwitzen.
gefüllte Tintenfische Zwiebeln
Jetzt gleich den Reis dazugeben. Die Menge Reis, die Ihr benötigt, richtet sich nach Euren Tintenfischen. Reis wird auf ungefähr die doppelte Menge aufquellen, deshalb darf der Tubus nicht zu prall gefüllt werden, sonst platzt er auf. Um die richtige Menge Reis rauszufinden, füllt Ihr einfach einen der Tuben mit rohem Reis und schüttet diese Menge dann in die Pfanne. Für 4 Tuben braucht Ihr die Menge ungekochten Reis, der in zwei Tuben reingeht. Wenn Reiskörner im Tubus hängen bleiben, macht nix, die werden ja eh mit Reis gefüllt. Aber so geht Ihr sicher, daß Ihr genau so viel Reis habt, wie Ihr braucht.
gefüllte Tintenfische Pesto
Gleich auch ca. 4 – 5 Tl Bertolli Pesto Rosso mit dazugeben und die feingehackte Petersilie unterrühren. Abschmecken mit Pfeffer, Zitronensaft und, wenn nötig, etwas Salz. Fand ich aber unnötig, da das Pesto schon gut würzig ist.
gefüllte Tintenfische Füllung
Wenn alles gut vermischt ist, in die vier Tuben verteilen. Jetzt werden sie noch etwas schlabbrig aussehen, aber sie werden schön prall, wenn der Reis aufquillt. Mit einer Rouladennadel oder einem Zahnstocher vorne etwas verschließen, aber nicht zu sehr, da ja die Flüssigkeit auch den Reis im Inneren garen soll. Das Zu-Nadeln ist bloß für den Anfang gedacht, wenn die Füllung noch etwas lose sitzt. In eine Auflaufform geben.

Jetzt so viel Flüssigkeit aufgießen, daß die Öffnungen der Tuben sozusagen leicht unter Wasser stehen. Wie viel das ist, daß kommt auf Eure Form an. Bei mir war es ca. 1 Weinglas voller Wein, eines voller Wasser und ein viertel Glas Tomatensaft. Mit 2 Tl Gemüsebrühe würzen. Entweder mit einem Deckel oder mit Alufolie verschließen und für 1 1/2 Stunden bei 190°C in den Ofen.
gefüllte Tintenfische
Nach einer halben Stunde mal rausholen, die Spieße entfernen und wenden. Mit Flüssigkeit belöffeln und probieren. Jetzt habe ich noch einen Tl Pesto Rosso mit in die Sauce gegeben.
gefüllte Tintenfische gar
Nach 1 1/2 Stunden mal den Reis probieren. Wenn dieser jetzt noch nicht gar ist, den Ofen mal hochschalten und für 15 min. gut kochen lassen, so wird der restliche Reis gar. Sobald dieser gar ist sollte der Tintenfisch ebenfalls schön zart sein. Nur noch servieren.
gefüllte Tintenfische fertig
Am Besten mit Baguette und Salat dazu und die leckere Sauce auftunken….

Frohe Ostern!

Wirsing, Sususi

Bertolli Pesto alla Calabrese

Juchu, ich darf für Bertolli 4 Pesto-Sorten testen! “Pesto” heißt ja eigentlich nichts anderes, als “ich zerstampfe”. Was ich zerstampfe, wird erstmal damit noch nicht gesagt, obwohl es sich eingebürgert hat, automatisch Basilikum anzunehmen, wenn jemand Pesto sagt. Meint man andere Zutaten, folgt dem Pesto noch ein Zusatz, wie zum Beispiel “alla Calabrese”. So wie hier: die Bertolli-Variante mit Peperoncino und Ricotta.
Bertolli Pesto alla Calabrese
Natürlich folgt unweigerlich die Assoziattion Pesto + Pasta. Kann man damit hier auch machen. Dennoch verspreche ich Euch hier ein kleines Rezept für Schlemmerfilet alla Calabrese, welches nur ungefähr 3 Minuten länger dauert, als die bekannte Fertigvariante.

Aber zuerst ein wenig zum Bertolli Pesto. Es ist sehr cremig durch den Ricotta und enthält noch kleine Paprika-Stückchen. Geschmacklich ist es schön würzig und pikant (scharf möchte ich nicht sagen) mit einer leicht tomatigen Note. Sollte man Nudel dazu wollen, würde ich Rigatoni nehmen. Oder Tortellini. Irgendwas großes.
Bertollo Pesto alla Calabrese 2
Jetzt aber zu dem, was man mit Pesto noch alles machen kann. Diese hier würde ich noch für Nudelsalat nehmen, oder für Gemüsesticks oder Tacos zum Dippen. Oder eben, wie passend zum Karfreitag, für Schlemmerfilet alla Calabrese.

Ihr braucht dafür: ca. 3-4 Eß Semmelbrösel, Fischfilet, Butter, Salz, Pfeffer, Zitronensaft und Bertolli Pesto alla Calabrese. Das war´s schon. Halt, etwas Wasser oder Wein kann auch nicht schaden. Die Menge reicht für 2 kleine Fischfilets aus, die Menge ist ungefähr wie die des Fertiggerichts (etwas größer). Mit Beilage kann man also zwei Portionen draus machen.
Schlemmerfilet Zutaten
Dann manscht Ihr in einer Schüssel ca. 3-4 Eß Semmelbrösel mit 4 Tl Pesto und einen ca. 1 cm Streifen Butter zusammen.
Schlemmerfilet Kruste
Ja, manche sagen “verkneten”. Sorgt einfach dafür, daß alles gut miteinander vermischt ist und nirgend wo mehr Butterstückchen übrig sind.
Schlemmerfilet Belag
Dann gebt Ihr auf das Fischfilet ein wenig Zitronensaft und Pfeffer. Wenn Euch der Belag noch nicht würzig genug wäre, einfach etwas salzen. Und dann ca. 1/2 cm dick auf den Fisch bringen. Möglichst gleichmäßig und auch bis an die Ränder bedeckt. Dann einfach ab in den Ofen bei ca. 200 °C (nagelt mich da nicht fest, der Ofen tut, was er will!) ungefähr 40 Minuten bei gefrorenem Fisch. Wer aufgetauten nimmt, braucht bloß 20 Minuten zu warten. Gießt ungefähr eine Tasse Wasser o. Wein nach der Hälfte der Zeit dazu, dann trocknet der Fisch nicht aus und brennt nicht an.
Schlemmerfilet vorbereitet
Wenn die Kruste nach 40 min. noch nicht knusprig genug ist, dann einfach Oberhitze oder den Grill dazu bemühen. Das war´s eigentlich schon. Rausholen und genießen!
Schlemmerfilet fertig
Diese Zubereitung läßt sich mit allen weißfleischigen Fischsorten machen oder auch mit Lachsfilet.

Na, dann guten Appetit und schönen Karfreitag!

Wirsing, Sususi

Gekochter Kuchen

… der eigentlich ein Pudding ist. Verwirrt? Ist doch ganz klar: was wir heute Pudding nennen, war früher ein Flammeri. Und damals war ein Pudding etwas, was in einer Puddingform im Wasserbad gekocht wurde und zwar sowohl herzhaft wie auch süß. Aus meinem nächsten Kochbuch, daß ich Euch vorstellen werde stammt das heutige Rezept von 1937 für “gekochten Kuchen”. Er sieht zwar aus wie ein Napfkuchen, (der Teig könnte auch gebacken werden) ist aber ein Pudding.
Beginnen wir einfach mit den Zutaten: 250 gr. Mehl, 150 gr. Zucker, 125 gr. geriebene Nüsse, 1/2 Tütchen Backpulver, 4 Tropfen Bittermandelaroma, 1 Ei, 1/8 l. Milch und etwas Margarine und Semmelbrösel für die Puddingform.
Zutaten gekochter Kuchen
Am besten gleich mal einen großen Topf mit Wasser aufsetzten und während des Teigvorbereitens zum Kochen bringen.

Den Zucker mit dem Aroma und dem Ei schaumig schlagen.
Ei mit Zucker aufschlagen

Dann das Mehl dazusieben (Achtung, bitte langsamer rühren, sonst verteilt sich eine Mehlstaubwolke über die Küche!), die Milch und die Nüsse dazurühren. Das Resultat sollte dann in etwa so aussehen. Der Teig ist ziemlich fest.
fertiger Teig

Eine Puddingform mit Margarine (oder weicher Butter) gut einschmieren. Wirklich, manscht da ruhig mit vollem Einsatz der Finger (Nägel schön kurz schneiden…) da drin rum, die Schicht sollte wirklich nicht zu dünn sein! Mit einem Backpinsel kommt man hier nicht weit, das wird, zumindest bei meiner Form, zu dünn. Gut mit Semmelbröseln ausstreuen. Dann den Teig einfüllen, möglichst gleichmäßig um die Mitte herum verteilt, sonst geht er später auf einer Seite stärker hoch.
Teig in der Puddingform

Jetzt die Form verschließen und in den Topf mit heißem Wasser stellen. Das Wasser sollte ca. 3 cm unter dem Rand aufhören, sonst könnte es beim Blubbern reinlaufen. Sollte der Pudding/Kuchen doch mal schief hochgehen, kriegt die Form leicht Schlagseite. Dann einfach einen Kochlöffel quer über die Form und den Topf legen und mit dem Topfdeckel festklemmen. Deckel drauf und 1 1/2 Stunden kochen lassen. Nicht auf voller Pulle kochen lassen, sondern mehr so grade am sprudeln. Immer wieder mal nachschauen, ob man Wasser nachgießen muß (so alle 30 min sollte reichen).
Form im Wasserbad

Nach der Kochzeit aus dem Wasserbad nehmen, Deckel aufmachen und ein nasses Handtuch um oder unter die Form legen. So löst sich der Pudding/Kuchen dann leichter.
fertiger Pudding

Ca. 10 Minuten abkühlen lassen, dann auf einen Teller stürzen. Jetzt noch mit Schokoladenglasur oder Zuckerguß überziehen, oder mit Puderzucker bestäuben; was Euch so gefällt.
gestürzter Pudding

Bei mir wurde es diesmal gelber Zuckerguß.
Puddingstück

Und? Sieht essbar aus, oder? Schmeckt sogar. Wer hätte das gedacht? Also, auf dem nächsten Flohmarkt mal schnell nach einer Puddingform suchen, jetzt wisst Ihr ja, was man damit machen kann…

Wirsing, Sususi

Hand aufs Herz…

…habe ich gestern gelegt. Besser gesagt, physisch korrekter: Ich legte Hand ans Herz. Begonnen hat das Ganze natürlich wieder einmal mit einem Kochbuch. Diesmal einem, welches eine recht große Sammlung an Innereien-Rezepten enthielt. Zartbesaitete sollten deshalb besser jetzt aufhören zu lesen.

Zugegeben, Innereien sind nicht jedermanns Sache. Außerdem haben sie sich in den letzten Jahren einen (nicht immer zu Unrecht) schlechten Ruf eingehandelt von wegen hohen Cholesterinwerten bis hin zu Schwermetallbelastungen. Deshalb sollte man sie ja auch nicht dauernd essen. Trotzdem schmecken Innereien, richtig zubereitet, sehr sehr lecker! Deshalb habe ich mich kürzlich an Rinderherz versucht.

Die Zutaten sind alle relativ einfach zu beschaffen. Natürlich braucht man ein Rinderherz. Weiterhin 1 gelbe Rübe, 1 kleine Zwiebel, Olivenöl, 1 Eß Mehl, 1/2 – 1 Glas Rotwein, 1 Eß Cognac, Salz, Pfeffer, Piment, 3 Wacholderbeeren, 2 Nelken, 1 Lorbeerblatt, 1/2 Brühwürfel, ca. 1/8 Liter Wasser und ca. 1 Teelöffel Zucker. Am besten auch noch ca. 1 Handvoll Selleriewürfel. Das ist die komplizierte Variante. Die einfache Variante läßt alles Gemüse/alle Gemüseschritte einfach weg. Wer mag, kann auch noch saure Sahne kaufen.
Zutaten
Wer sich für die Variante mit Gemüse entscheidet, der kriegt hinterher eine Soße, die etwas vollmundiger schmeckt als ohne. Allerdings muß er dann später das Fleisch noch mal rausfischen und die Soße durchpassieren, sonst hat man ausgezuzeltes Gemüse hinterher drin. Wen das nicht stört, bzw. wer sich die etwas Mehr-Arbeit machen möchte, der schneidet als erstes das Gemüse in grobe Würfel.

Dann beschäftigen wir uns mit dem Herz. Das ist einfacher als es zuerst aussieht. Zuerst logischerweise waschen und trockentupfen. Und dann einfach alles wegschneiden, was irgendwie ominös aussieht. Besser etwas zu viel weg, als hinterher auf zähen Sehnen rumzukauen. Also, alles weiße weg, alle Äderchen weg, alle sehnigen Teile weg. Alles, was schön gleichmäßig rot aussieht dranlassen.
Herz säubern

Dann in grobe Stücke schneiden, wie Gulasch. Dabei kann man noch auf das ein oder andere sehnige oder harte Stück treffen: einfach weg damit.
Herz geschnitten

Jetzt das gewürfelte Gemüse mit einem Teelöffel Zucker in Olivenöl scharf anbraten. Das heißt, das Gemüse darf stellenweise schon mal braun werden. Nur schwarz sollte es nicht werden, das wäre angebrannt.
Gemüse anbraten

Das Gemüse aus dem Topf nehmen und jetzt das Herz ebenfalls in Olivenöl scharf anbraten. Sobald sich rings rum eine Kruste gebildet hat, einen Eßlöffel Mehl unter Rühren darübergeben und weiterrühren, bis das Mehl ebenfalls leicht gebräunt ist. Dann sofort mit Wein ablöschen. Jetzt das Gemüse wieder mit in den Topf geben.
Herz anbraten

1/8 – 1/2 Liter Wasser dazugießen. Die Gewürze (Lorbeer, Nelken, Wacholder) reingeben, ebenso den halben Brühwürfel und 1 Eß Cognac.
Herz aufgegossen

Rinderherz muß ziemlich lange kochen, bis es fertig ist, mind. 1 1/2 Stunden. Besser eher 2 Stunden. Nach 1 1/2 Stunden mal nachschauen, ob das Herz schon weich ist, bzw. ob noch Flüssigkeit nötig ist. Wenn das Herz weich ist, abschmecken mit Piment, Salz und Pfeffer. Jetzt nimmt man das Fleisch heraus und passiert die Soße durch. Dann gibt man das Fleisch wieder zurück in die Soße. Dieser Schritt ist natürlich nur nötig, wenn man die Soße mit Gemüse angesetzt hat.
Herz fertig 1

Dazu passen ganz hervorragend Preiselbeeren und Spätzle. Oder gebratener Semmelkloß. Oder sogar Gnocchi, wie hier. Optional kann man auch einen Klecks saure Sahne dazugeben, aber das ist kein Muß!

Update: Eine Kollegin wollte das Rezept tatsächlich nachkochen. Dabei ist ihr aufgefallen, daß gar nicht angegeben ist, für wie viel Personen so ein Herz reicht. Deshalb hole ich das jetzt nach: ein Rinderherz enthält sehr viel Wasser. Deshalb wird es beim Garen auch etwas einschrumpfen. Das Rezept hier reicht mit Beilage mal locker für zwei Personen, eventuell kann man drei Portionen draus machen, aber dann wird es schon sehr knapp.

Zwetschgenkuchen …

… man kann aber auch Pflaumen nehmen. Oder sonstwelches Obst. Ich hatte in meiner letzten Bio-Abo-Kiste Zwetschgen. Und da ist mir nichts Unkreativeres eingefallen, als einen Zwetschgenkuchen zu backen. Dabei dachte ich allerdings an eine Bekannte, die keinen Hefeteig mag. Soll es ja geben. Es gibt ja auch Leute, die keine rohen Tomaten mögen. Jedem also das Seine und hier eine Variante des Zwetschgenkuchens für alle Hefeteig-Nichtmöger oder Nichtkönner: bei dem Kuchen kann so gut wie gar nichts schiefgehen. Gut, man könnte vergessen, einkaufen zu gehen. Das liegt dann aber nicht am Rezept. Jetzt geht es los:

Im Idealfall solltet Ihr alles auf dem Bild hier daheim haben: Ei, Margarine, Milch, Mehl, Backpulver, Vanillezucker und normalen Zucker und Zwetschgen. Zusätzlich noch eine Prise Salz und Puderzucker oder Zucker/Zimt-Mischung.
DSC00223
Ihr fangt damit an, daß Ihr die Zwetschgen entsteint. Dann sollte es ungefähr ein Teller voll sein. Es macht aber auch nichts, wenn es mehr oder weniger Zwetschgen sind. Probiert die Zwetschgen. Wenn sie sehr sauer sind, dann könnt Ihr sie noch etwas zuckern, denn der Teig an sich ist nicht soooo süß. Dann werden 200 gr. Mehl zusammen mit 1 Päckchen Backpulver, 1 Päckchen Vanillezucker und 3 Eßlöffel Zucker in eine Schüssel gesiebt.

DSC00226
Als nächstes werden in einem kleinen Topf 50 gr. Margarine + 1 extra Eßlöffel Margarine geschmolzen. Der extra Eßlöffel ist zum Ausfetten der Springform gedacht, Wenn also die Margarine geschmolzen ist, gleich die Springform einfetten und bemehlen und den Rest der Margarine zum Mehl gießen.

DSC00228
Jetzt kommen noch 200 ml Milch dazu, eine Prise Salz und 1 Ei. Wenn Ihr schon am Milch einschenken seid, gießt noch mal eine halbe Tasse Milch separat ein und stellt sie beiseite.

Was jetzt kommt, ist unheimlich wichtig. Ihr wollt schließlich Kuchen produzieren und keine Ziegelsteine: jetzt wird das Ganze kurz (!) mit dem Rührgerät verrührt. Wirklich nur solange, bis kein Mehl mehr zu sehen ist. Je länge man Rührteige mit dem Mehl rührt, desto schlechter geht der Kuchen später auf und desto fester wird er.

Sobald alles verrührt ist, in die gefettete und bemehlte Springform gießen. Nicht vergessen, die Schüssel jetzt nicht zu intensiv auszukratzen, sonst entgeht Euch das Beste: hinterher die Teigreste aus der Schüssel schlecken.

Dann die Zwetschgen dekorativ, kreativ oder so chaotisch wie Ihr mögt auf den Teig legen, am Besten mit der Schnittfläche nach oben oder leicht schräg. Wie gesagt, es ist egal, wie viele Zwetschgen da drauf landen. Gut, mit einer Zwetschge wäre es etwas albern, aber nehmt einfach so viel Ihr habt oder wollt. Oder Pflaumen. Oder Kirschen. Oder Mirabellen….
DSC00229
Ok, jetzt kommt das Ganze bei 180°C für ca. 40 – 50 min in den Ofen. Das kann je nach Ofen auch länger dauern, das muß man ausprobieren. Bei mir war er nach 45 min durch (Stäbchenprobe). Oh, und backt den Kuchen bitte nicht bei Umluft, sonst wird er etwas trocken. Und jetzt kommt die halbe Tasse Milch zum Einsatz, die wir vorhin auf die Seite gestellt haben: ca. 5 Minuten bevor Ihr den Kuchen rausholt fangt Ihr an, ihn mit Milch zu bepinseln. Sobald die erste Runde eingezogen ist, noch mal pinseln, so lange, bis er rausgeholt wird. Dann noch ein letztes Mal einpinseln. Das sorgt dafür, daß der Kuchen richtig schön saftig wird.

DSC00232
Keine Sorge, wenn jetzt in den Zwetschgen kleine Milchseen stehen, die saugt gleich der Puderzucker auf.

DSC00237
Jetzt wird der Kuchen einfach mit Puderzucker oder mit Zucker/Zimt oder, wie bei mir, mit Mohn/Puderzucker bestreut.  Abkühlen lassen, dann anschneiden und auffuttern.

DSC00242

Am Besten noch mit Sahne, aber die war grade aus. So, wie man sieht, kann man Zwetschgenkuchen tatsächlich ohne Hefeteig backen. Und war doch wirklich gar nicht so schwer, oder?

Artischocke

Artie, choke! Please. Ok, der Witz ist mindestens so alt, wie die Artischocke selbst. Die Geschichte der Artischocke ist eine Geschichte voller Mißverständnisse. Seit Urzeiten hält man Artischocken für das komische, glitschige, ekelige Zeugs unter dem Schinken auf der Pizza. Das Artischocken kulinarisch auch eher so aussehen können, das wissen viele nicht.
Artischocke

Eine Artischocke ist sozusagen das Überraschungsei unter den Gemüsen. Sie bietet Spiel, Spaß (Blätter zupfen, dippen, zuzeln und Heu mähen) und schmeckt mit dem richtigen Dip erstaunlich lecker. Und ist unglaublich einfach zuzubereiten: Zuerst kauft man natürlich pro Person eine Artischocke. Das Schöne an Artischocken ist, mit wachsender Anzahl ändert sich absolut nichts an der Zubereitung. Ob ich eine, vier oder zehn Stück zubereite – alles ganz einfach.
Artischocke

Artischocken haben einen Stiel. Der muß weg. Bei kleinen Exemplaren kann man ihn dranlassen und die ganze Artischocke essen – bei größeren einfach den Stiel abschneiden. Es kann sein, daß Eure Finger und die Arbeitsplatte dann etwas kleben – roher Artischockensaft ist ein wenig klebrig, das ist aber normal.
Artischocken kochen

Viele schneiden auch noch die oberen Blattspitzen ab. Sieht mitunter hübscher aus, macht aber nur mehr unnötige Arbeit. Ich lasse sie dran. Einen großen Topf mit Wasser und einem Schuß Zitronensaft zum Kochen bringen. Der Zitronensaft sorgt bloß dafür, daß die Artischocken nicht unansehnlich grau werden. Sobald das Wasser kocht, die Artischocken reingeben. Und jetzt einfach nur je nach Größe ca. 15 – 45 min. lang kochen lassen. Die Artischocken sind gar, wenn man an einem Blatt zieht und es leicht raus geht. Immer mal wieder probieren (Vorsicht, heiß!) und sobald das Blatt rausgeht, mit einem Dip nach Wahl servieren.
Artischocke mit Dip

Da kann man sehr viel dazu servieren, eigentlich alles, was man so Dippen kann. Ich halte mich da lieber an die klassische Vinaigrette mit grobem Senf, die schmeckt mir am Besten dazu.

Artischocken essen ist ein klein wenig Spielerei: man zupft sich von außen nach innen Blatt für Blatt ab, taucht das Blatt am unteren Ende in den Dip und zuzelt dann den fleischigen unteren Blattteil mit den Zähnen ab. Nach dem zwoten Blatt hat auch der Artischocken-Neuling raus, wo er die Zähne ansetzen muß. So arbeitet man sich vor, bis man zum Boden kommt, der aussieht, wie eine Wiese mit Gras drauf. Das ist das sogenannte „Heu“. Das muß kurz gemäht werden, sprich abgekratzt werden, dann kann der Boden in Stücke geschnitten und ebenfalls gedippt gegessen werden.

Paßt perfekt zum Sommer, finde ich.

Wirsing, Sususi