Archiv für den Monat August 2012

Körperwelten

Wer es noch nicht mitgekriegt hat: momentan kann man in Ludwigsburg in der Arena noch bis zum 20. September die Körperwelten-Ausstellung von Gunther von Hagen besuchen.

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Trotz vieler negativer Meinungen waren eine Kollegin und ich am Freitgag entschlossen, auf keine anderen Meinungen zu vertrauen als auf unsere eignen und uns deshalb unvoreingenommen diese Ausstellung anzusehen.

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Der Eintritt beträgt 18 €; wer ADAC-Mitglied ist, kann gratis einen Audio-Guide dazu bekommen, über den man zu den einzelnen Exponaten noch weitere Informationen erhält.

Ich nehme es gleich mal vorweg: Es hat sich aus meiner Sicht absolut gelohnt!

Wenn man nicht wüßte, daß die Plastinate aus „echten“ Menschen bestehen…man könnte es glatt vergessen, weil man es einfach nicht mehr sieht. Sie sehen nicht anders aus als Repliken aus Plastik, wenn man von der Detailgenauigkeit mal absieht.

Wenn man sich diese Ausstellung ansieht bekommt man einen ganz neuen Respekt vor dem Beruf des Arztes, der sich alles, was der Laie hier zu sehen bekommt, merken muß und wissen muß, wie das alles zusammenspielt. Man bekommt einen ganz neuen Respekt vor der Natur, wenn man die winzigen, zarten Blutgefäße sieht, die um ein Herz herum liegen. Wenn man ein Kunstherz in seiner ganzen Plumpheit trotz der allermodernsten Technik im direkten Vergleich mit einem echten Herz in all seiner Feinheit  sieht, dann bekommt man einen ganz neuen Respekt vor dem Leben. Und wenn man eine richtige Raucherlunge sieht, die tatsächlich mal in jemanden drin war…dann bekommt man eine ganz neue Sicht auf alles, was man seinem Körper tagtäglich antun kann.

Es war beeindruckend, nicht nur Abbildungen zu sehen oder Animationen sondern zu sehen, was für eine geniale Konstruktion ein Lebewesen ist und es war ein merkwürdiges Gefühl, wenn man sich in Erinnerung ruft, daß alles in dieser Ausstellung auch in einem selbst vorhanden ist.

Über die Art der Positionierung der einzelnen Exponate kann man sagen, daß sie in keiner Weise respektlos rüberkommt – jede Pose unterstreicht die jeweils gezeigten Körperteile, . B. die Muskeln in einer Pose der Bewegung wie beim Basketballspielen.

Ich fand es eine ausgesprochen interessante Erfahrung, die einem sehr viel zum Nachdenken mitgibt. Ich kann diese Ausstellung ausdrücklich empfehlen. Auf der Homepage steht, daß man 1-2 Stunden einplanen sollte, meine Kollegin und ich haben allerdings fast 3 Stunden gebraucht, bis wir durch waren, obwohl nicht viel Betrieb war.

Wirsing, Sususi

Föhr kulinarisch…10

Heute gibt es was richtig feines: Fisch. Ebenfalls nicht weit von der Strandpromenade findet man das dritte Fischgeschäft: Andresen. Dort gibt es zwar keinen rohen Fisch, dafür aber sehr gute Fischsalate zum mitnehmen und verschiedene Fischgerichte.

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Obwohl die selbstgemachte Fischsuppe auf dem Teller neben mir sehr lecker aussah, entschied ich mich doch für eine Ofenkartoffel mit rotem Heringssalat (7,95 €). Und da es zwar grade mal nicht regnete, aber ich nicht sicher war, wie lange dies anhält, wollte ich keinen von den äußeren Plätzen sondern einen von den zwei Tischchen drinnen.

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Sieht das nicht richtig appetitlich angerichtet aus? Zusätzlich zu der angenehmen Atmosphäre dort drinnen (ich könnte jetzt nicht mal sagen, woran das liegt; es sieht einfach edel aus; die Mitarbeiter sind freundlich; schnell, aber nicht hektisch – angenehm einfach) sind auch alle Gerichte ein Augenschmaus.

Das grüne Zeugs vor der Kartoffel ist übrigens Algensalat aus Grün-u. Braunalgen mit Sesam-Chili-Marinade. Sehr spannend das Ganze. Wer noch nie Algensalat probiert hat: es schmeckt anders als die eher bekannten Nori-Algen-Blätter (das sind die um die Sushi). Von der Konsistenz her ähnelt das Ganze den schwarzen chinesischen Mu-Err-Pilzen, wenn man ein besonders fleischiges Exemplar erwischt. Eigengeschmack hat der Algensalat nicht gehabt, wenn ich die Augen zugemacht hätte, hätte ich nicht gewußt, was ich esse. Es hat eher nur nach Sesam geschmeckt mit einem Hauch Schärfe im Abgang vom Chili. Hat prima dazu gepaßt.

Die Kartoffel mit dem Salat, ja, was soll ich sagen, die war perfekt. Der Hering war sehr zart und die Kombination zwischen Fisch, Soße und Kartoffel war eine absolut perfekt abgeschmeckte runde Sache. Ich hätte die ganze Zeit „hmmmm“ murmeln können. *g*

Hier werde ich auf alle Fälle beim nächsten Mal wieder vorbeischauen; absolut empfehlenswert!

Wirsing, Sususi

Stadtgarten Karlsruhe

Endlich mal so schönes, beständiges Wetter, daß man einen kleinen Ausflug wagen kann.  Diesmal nach Karlsruhe in den Stadtgarten/Zoo.

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Für 6,50 € Eintritt kann man sich den Zoo und die dazugehörige weitläufige Gartenanlage ansehen; Gondelfahrten über die Seen kosten extra (3,50 p. P.).

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Wirklich schön ist das im Jahr 2000 neu gestaltete Eisbärengehege. Dort kann man die Tiere nicht nur auf der großen Außenanlage sehen sondern dank Glasfenstern auch unter Wasser beim Schwimmen beobachten. Das gleiche übrigens auch bei den Pinguinen; dieser Anblick ist wirklich etwas Besonderes.

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Unter den rund 150 beherbergten Tierarten sind auch Flamingos und Zwergflamingos. Bei diesen ist es momentan anscheinend In, von einem Bein nur die Hälfte hochzuklappen und den Fuß lässig nach unten baumeln zu lassen. Das hat die ganze Schar so gemacht.

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Irgendwann bekommt man von der ganzen frischen Luft Hunger. Deshalb kurzer Zwischenstopp bei der Cafeteria Schuler. Das hätte ich mal besser gelassen! Wirklich, bitte meiden! Richtig unfreundliche Bedienungen, beide haben sich bei meinem Eintritt erst mal von der Theke weggedreht und sind, mich nicht beachtend ein paar Mal hin und her gelaufen, haben in der Gegend rumgeschaut, dann hat sich erst jemand herabgelassen, mich nach meinen Wünschen zu fragen. Ich habe ein Paar Wiener mit Kartoffelsalat bestellt (4,40 €, daß ist ok für Zoo).

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So sieht das Ganze aus, die Farbe liegt an dem Sonnenschirm, nicht am Essen. Ich hatte also endlich meine Bestellung (beide Bedienungen waren dermaßen lahmarschig!), gehe zur Kasse. Es befand sich genau 1 Person vor mir, die einen Kaffee bestellt hat. Als ich wieder raus war, hatten die Würstchen Kartoffelsalat-Temperatur, sprich: sie waren bereits kalt! Geschmacklich war das jetzt auch nicht wirklich lecker; der Kartoffelsalat (die vier Streifen geraspelte Karotte war offenbar der Deko-Versuch) hat so offensichtlich nach industrieller Produktion geschmeckt: zu sauer, zu viel Süßstoff, zu wenig Salz, brrrr! A propos Salz: Ich konnte nirgends Salz oder Pfeffer (auch nicht in diesen kleinen Tütchen finden). Die anderen rumliegenden Speisen sahen auch nicht wirklich appetitlich aus und die Pommes fielen augenscheinlich genau in die vor ein paar Post beschriebene Kategorie: echt frittiert, aber labbrig.

Stadtgarten lohnt sich auf alle Fälle, mit dem Essen aber lieber warten, bis man wieder draußen ist, auch der Blick auf die Teller an den anderen Essensgelegenheiten war nicht so berauschend (Pommes bleich wie Geister, labbriges und geschmackloses Aussehen und Geruch nach altem Frittierfett).

Wirsing, Sususi