Archiv der Kategorie: Ausflüge/Urlaub

Veda, Bad Liebenzell

Ich glaube, ich hatte es schon einmal erwähnt: mein Lieblingsinder befindet sich in Bad Liebenzell. Nämlich das „Veda“. Und ich kenne das Restaurant schon, seit sie vor 9 Jahren dort aufgemacht haben. Was heißt: nächstes Jahr haben sie 10-jähriges Jubiläum und wir hoffen, daß der Betrieb nicht nur bis dahin sondern auch weit darüber hinaus erhalten bleibt.

Indisches Retaurant "Veda"

Warum ist es nun mein absoluter Lieblings-Inder zwischen Bad Liebenzell und Graz? Einfach, das Essen ist jedes Mal sehr gut. Seit 9 Jahren. Liegt zum einen daran, daß das „Veda“ ein absoluter Familienbetrieb ist und deshalb schon seit Jahren immer der selbe Koch hinter den leckeren Sachen steckt und zum anderen daran, daß man hier wirklich mit Leib und Seele hinter dem Restaurant und der verkauften Qualität steht. Das merkt man nicht nur am netten Umgang sondern auch an den Speisen selbst.

Schild

Schauen wir doch einmal ein wenig näher hin. Die Familie stammt aus Nordindien und damit aus einer Region, die gerne cremige Curries, Paneer und Joghurt isst, ebenso gerne wie Fleischgerichte und Tandoori-Gerichte. Sie ist normalerweise weniger scharf als die Südindische Variante. Das spiegelt sich hier auch in der Karte wieder. Nichtsdestotrotz findet man auch hier vegetarische Gerichte. Auf der Wochenkarte gibt es jeweils zwei Gerichte zur Auswahl, von denen eines mindestens vegetarisch ist, oft auch vegan. Die normalen Gerichte der Karte können auf Wunsch auch veganisiert werden.

Innen

Bei den Currys hier ist es so, daß man sich zuerst das Fleisch (also die Hauptzutat) raussucht, und danach noch die Sauce, die man gerne hätte. Man kann also Hähnchen bestellen mit Khorma. Oder lieber doch Garnelen mit Butter-Currysauce? Bei 4 Hauptzutaten und 7 Saucen sollte eigentlich jeder fündig werden. Biryanis, Tikka Masalas und Vegetarische Gerichte sind ebenfalls ausreichend vorhanden. Vorspeisen, Suppen, Salate und Desserts bieten eigentlich mehr, als man essen kann, aber genau so viel, wie man gerne essen möchte…

Essen

Wie gesagt, wir sind in Nordindien unterwegs, also ist die Frage, ob man das Gericht scharf möchte, ohne weiteres ungefährlich mit „ja“ zu beantworten. Mehr als pikant wird es trotzdem nicht, aber man bekommt dann ein Döschen Chilipulver zum selber nachwürzen.

Der Reis ist fluffig und als Beilage zum Essen perfekt gekocht.

Reis

Hier merkt man, daß man als Gast geschätzt wird. Die Portionen sind groß, aber man hat hier nie das Gefühl, daß einem die Speisen schwer im Magen lägen – nein, man fühlt sich nach dem Essen einfach nur sehr zufrieden. Gesättigt, aber nicht voll. Einfach glücklich. Deshalb gehe ich dort so gerne essen, denn das Rundum-Paket ist einfach unschlagbar und ich lege das Restaurant wirklich jedem ans Herz, der sich in der Gegend aufhält.

Namaste und Wirsing,
Sususi

P.S.: Wenn sich jetzt jemand über die fehlende Farbe im Mango-Lassi aufregt oder am Tandoori-Chicken – hier wird eben keine Lebensmittelfarbe ist Essen gekippt, indisch typisch hin oder her. Gefällt mir, denn hier sind die Lebensmittel frisch, ohne zusätzliche Geschmacksverstärker und die Qualität stimmt einfach.
P.P.S.: Das Restaurant hat übrigens sogar einen eigenen Tandoor-Ofen!

Gasthof „Zum Baum“, Weil der Stadt

Bei unserem letzten Besuch im „Ländle“ hatten wir das Glück, daß unser Stamm-Gasthof auf dem Weg Betriebsurlaub hatte. Also suchten wir nach einer Alternative und wurden in Weil der Stadt fündig. Wir fanden nämlich den Baum, genauer gesagt den Gasthof „Zum Baum“. Daß es hier kein Außenfoto gibt, liegt an der einfachen Tatsache, daß sich meine Synapsen nach dem Essen im gemeinschaftlichen Food-Koma verzückt zuckend auf dem Boden meines Gehirns wälzten und an nichts mehr denken konnten!

Eher am Stadtrand gelegen, ein wenig in einer Seitenstraße versteckt und daher ohne viel Durchgangsverkehr, sitzt man in dem kleinen Außengarten von einer Kastanie beschattet durchaus gemütlich, es gibt nämlich Sitzkissen für den empfindlichen Po. Drinnen ist es ein typisch rustikales Gasthaus, aber bei den Temperaturen war uns außen lieber.

Gastgarten

Ein Blick auf die Speisekarte lässt das Herz jeden Freundes der schwäbischen Küche ein wenig schneller schlagen; die Auswahl ist typisch und sozusagen für äll ebbes.

Karte Auszug

Schön ist, daß die Portionen in „klein“ und „groß“ zu haben sind. (Wobei das in Baden-Württemberg eher auf dem Papier so ist, denn die Portionen bewegen sich normalerweise zwischen riesig und noch riesiger). Bei mir fiel die Auswahl auf eine kleine (!) Portion Heckengäulinsen* mit ger. Bauch, Saiten und Spätzle. Für 10,50 € möchte ich hinzufügen, die anderen Preise sind ebenfalls für die heutige Zeit äußerst moderat.
Wie man sieht, ist die kleine Protion ganz schön groß!

Heckengäulinsen

Als Beilage gab es einen kleinen Salat, der für mich schon die erste positive Überraschung war, die Salate waren nämlich selber alle separat angemacht und hatten alle einen sehr guten Geschmack. Insbesondere der Karottensalat, der eine Spur Curry und Orangesaft enthielt.

Beilagensalat

Die Linsen, die waren einfach nur perfekt. Sie hatten einen ganz leichten Biss, waren sehr gut abgeschmeckt und hatten das perfekte Linsen-zu-Sauce-Verhältnis. Der Bauch war würzig und zart, die Saiten mit dem typischen „Snap“ ebenfalls ein Genuß. Wenn man auf gaaaaanz hohem Niveau jammern möchte, hätte es für mich noch ein kleiner Schuß Essig sein dürfen. Aber eben nicht müssen. Die Spätzle waren hier sehr dünn, geschmacklich aber einwandfrei.

Spätzle

Wie in Baden-Württemberg öfter üblich, bekamen wir eine Schale Spätzle für den ganzen Tisch, als Beilage einmal zu den Linsen und einmal zu den Schweinelendchen.

Schweinelendchen

Die Sauce hier war sehr gut abgeschmeckt, das Fleisch hätte meiner Begleitung gerne noch zarter sein können.
Alles in allem ein sehr schmackhafter Abend!

Bedient wurden wir sehr freundlich und schnell, und deshalb kommen wir auch gerne wieder einmal vorbei, wenn wir in der Gegend sind. Um die anderen verlockenden Sachen auf der Karte auszuprobieren.
Man kann dort wohl auch übernachten, das haben wir aber noch nicht ausprobiert.

Also, hauad nei und Wirsing,
Sususi

*Heckengäulinsen: Das Heckengäu ist eine Landschaft geprägt durch Jurakalkböden, also eher nährstoffarm, kalkhaltig und trocken. Das ist ideal für den Anbau von Linsen, die in den 50ern komplett von den Äckern im Heckengäu verschwanden und seit einigen Jahren ein ordentliches Revival erleben. Wenn es auch keine „echten“ Le Puy Linsen sind (der Name ist geschützt…) stammen die meisten Heckengäulinsen aus Saatgut eben dieser Linse.

Zum glücklichen Matthias (Wyk)

Letzten Sommer waren wir im Urlaub endlich wieder in Wyk auf Föhr. Die Insel kenne ich seit grob 40 Jahren…. und die meisten Lokale dort auch. Ein paar haben sich verändert, andere… nicht. Oder nicht viel. Eines der Restaurants, in dem man seit Jahrzehnten wirklich gut essen gehen kann, ist „Zum glücklichen Matthias“.
Zum glücklichen Matthias

2023 hat der Chef von dort auch noch ein weiteres Restaurant auf Föhr übernommen, ebenfalls ein altes Traditionslokal, nämlich „Bi de Pump“. Dort waren wir aber dieses Mal nicht.
Landkarte

Wir waren im „Matthias“, und wer dort hin möchte, der sollte unbedingt (unbedingt, unbedingt) reservieren. Ein paar Tage im Vorraus. Wenn ihr euch auch noch die Uhrzeit raussuchen wollt, ein paar Wochen im Vorraus. Es ist dort nämlich voll (zumindest in der Hauptsaison), und es gibt nicht viel Platz. Drinnen erwartet einen ein sehr interessanter Mix aus allen möglichen maritimen Deko-Stücken… Schiffe, Anker, Glocken, Landkarten, Leuchten etc. Lasst euch überraschen, man hat viel zu gucken, bis das Essen kommt.

Die Karte ist klein, aber fein, mit ein wenig Fleisch und vor allem frischem Fisch! Wir entschieden uns einmal für die Matjesfilets mit Apfel-Zwiebelsoße und Bratkartoffeln.
Matjesfilet

Das war lecker, aber für mich gab es hier eigentlich gar keine Auswahl – „Zum glücklichen Matthias“ hat nicht nur gerüchteweise sondern tatsächlich das beste Labskaus der Insel“ In „lütt“ (absolut ausreichend für mich) oder „grot“.
Labskaus
Wie man sehen kann, ist der Labskaus* hier eher von der weniger stückigen Sorte, aber nicht so fein, daß nur noch Brei übrig ist. Geschmacklich ist er hier perfekt abgeschmeckt – nicht zu salzig, nicht zu fest, nicht zu flüssig, die rote Beete kommt schön raus, die Kartoffeln auch, das gepökelte Fleisch schmeckt man auch noch, pikant abgeschmeckt. Alles eine runde Sache und der Hering, das gut gebratene Spiegelei und die rote Beete dazu – einfach mega! Die Sprossen hätte ich nicht gebraucht, gestört haben sie aber auch nicht. Es gibt auf der Insel noch mehrere Lokale, die Labskaus servieren, mal etwas rustikaler, mal etwas feiner, aber das hier ist mein absoluter Favorit!

Als Nachtisch gab es für uns dann noch einen Föhrer Manhatten (die Kirsche hat es leider nicht mehr aufs Bild geschafft), das ist sozusagen das Nationalgetränk von Föhr; Whiskey mit Wermut, und ist eigentlich einen eigenen Beitrag Wert, nicht nur, weil Föhr jetzt auch eine Whiskeybrennerei hat. Schmeckt jedenfalls und ist ein schöner Abschluss für ein gutes Essen in Wyk, also unbedingt probieren.
Föhrer Manhatten

Wenn ich wieder in Wyk bin – ein Besuch bei Matthias sollte auf alle Fälle drin sein! Zum Service im Lokal – zu uns waren sie immer freundlich. Friesisch, aber freundlich. Sie verzweifeln aber schon ein wenig, wenn Touristen nicht verstehen wollen, daß eben genau jetzt ohne Reservierung kein Platz mehr ist, aber sie verzweifeln freundlich und mir würde es da ehrlich gesagt nicht anders gehen…

Adjis und Wirsing,
Sususi

*Labskaus: ein Gericht, das aus Pökelfleisch, Kartoffeln, Zwiebeln, Roter Beete, Matjes und Gewürzgurken besteht. Meist wird ein Spiegelei dazu serviert. Ob und in welchen Mengenanteilen die Zutaten gestampft werden (und zu welcher Konsistenz) ist abhängig vom jeweiligen Koch…. meistens ist der Matjes nicht mitvermengt sondern als Beilage dabei. Es ist gar nicht so schwer zu machen, man kann als Fleisch z.b. auch Corned Beef verwenden. Und es schmeckt tausend mal besser, als es aussieht.

Schmuckkästchen Miltenberg

Wer beim Anschauen des Filmes „Das Wirtshaus im Spessart“ genau hinschaut, kann es sehen. Das „Schmuckkästchen“, ein Hotel und eine Weinstube in einem der historischen Häuschen in der Miltenberger Altstadt.

Schmuckkästchen

Bis vor kurzem war das Haus nur als Hotel geöffnet; jetzt ist dort auch wieder eine Weinstube geöffnet! Haben wir natürlich unbedingt ausprobieren müssen. Die Öffnungszeiten sind hier Mittwoch bis Samstag ab 17:00 Uhr, das passt für ein gemütliches Glas Wein im Winter sehr gut.
Drinnen sitzt man rustikal und gemütlich; es herrscht eine angenehme Atmosphäre und eine gute Akustik, die es einem ermöglicht, trotz vollen Lokals eine Unterhaltung ohne Schreien führen zu können. Man fühlt sich wohl.

Wie es sich für ein Weinlokal in Mainfranken gehört, die Weinkarte ist sehr ausgiebig und regional gehalten. Eigentlich hat sie alles, was zu einem gemütlichen Glas Wein gehört: ca. 3 Seiten offene Weine (rot, weiß, rosé) und genügend Flaschenweine zum teilen:

Offene Rotweine

Da ich schon öfter in Miltenberg unterwegs war, wusste ich eigentlich schon, welchen Wein ich gerne wollte: nämlich einen Großheubacher Bischofsberg

Großheubacher Bischofsberg

Vom Weingut Kremer; ein Spätburgunder angebaut auf Bundsandstein und daher kräftig, nicht zu viel Tannine; leicht rauchig-würzig und etwas Säure.
Von daher für mich wunderbar passend, daß es auf der Speisekarte eine große Käseplatte gab:

Käseplatte groß

Nicht nur hübsch angerichtet sondern auch DIE perfekte Ergänzung zu einem kleinen Schluck Wein. Erstmal bin ich etwas erschrocken (jaja, die Gefahr ist bei einer nicht näher definierten Käseplatte halt immer gegeben…) – aber zwei der Käse auf der Käseplatte waren Blauschimmelkäse. Eigentlich bin ich da gar kein Freund von.. (ok, ich kann sie nicht runterkriegen…). Aber diese hier waren aus der süßlich-milden Richtung, kein scharfer Gorgonzola (der für mich auch gar nicht zum Wein gepasst hätte) sondern sehr cremig-süßlich-mild. Zwei dezente weitere Weichkäse waren noch dabei und ein würzigerer Hartkäse. Alles nicht übertrieben würzig und daher den Wein deutlich im Vordergrund stehen lassend. Es gab noch einen selber gemachten Dip dazu: ein Pflaumensenf. Passte für mich auch sehr gut, denn er war nicht zu süß. Olivenöl zum dippen und etwas Brot und eine kleine Salatgarnitur rundeten die Sache ab, waren aber nichts besonderes. Für mich eine stimmige Sache.

Es gibt aber auch noch andere Speisen auf der Karte, die je nach Hunger zum Wein genossen werden können. Zum Beispiel Fränkische Bratwürste, Schweinebraten oder: Flammkuchen! In verschiedenen Varianten. Deshalb entschied ich mich beim zweiten Besuch für die Mediterrane Variante: (mit Feta und Tomaten):

Flammkuchen Mediterran

Ich wurde nicht enttäuscht. Im Gegenteil, ich sage es ungern, aber ich habe selten so einen guten Flammkuchen gegessen! (und ich habe ca. 10 Jahre meines Lebens sozusagen im Epizentrum des Flammkuchens verbracht). Ich muß sogar leider zugeben, daß meiner lange nicht sooo gut ist. Dünn, knusprig, heiß, gut belegt, gschmackig. Alleine davon werde ich jetzt wahrscheinlich bis nächstes Silvester träumen.

Ein schöner Abschluss nach dem Wein durfte auch nicht fehlen (Doppelbockbrand hätten sie eh nicht gehabt…), ein Grappa stand zur Auswahl nebst diversen anderen Bränden.

Grappa

Auch dieser spricht für die Qualität des ganzen Abends.

Für mich: jeder Zeit gerne wieder und ich freue mich auf den nächsten Besuch. Man sollte unbedingt reservieren, es ist dort immer sehr gut besucht gewesen.

In diesem Sinne: Prost, Servus und Adeela
Wirsing; Sususi

Space Expo Noordwijk; NL

Welches Land fällt Euch als erstes ein, wenn man nach Raumfahrnationen fragt? Oder als Zweites? Drittes? Niederlande wäre da an wievielter Stelle? Wusstet Ihr, daß man in Delft Aerospace Engineering studieren kann, also Luft-u. Raumfahrttechnik? Und daß es in Noordwijk eine ESA-Niederlassung gibt, das ESTEC (Europäisches Weltraumforschungs-u. Technologiezentrum)? Und: dort gibt neben dem ESA-Gelände auch ein kleines Museum, die Space Expo. (Leider fährt momentan der „Space Train“ nicht, mit dem Besucher auch auf das ESA-Gelände geführt werden; ob oder wann er wieder fährt ist momentan unklar).

Nur, um mal schnell die Größenverhältnisse klar zu machen…das Besucherzentrum mit Museum sind die kleinen Hallen rechts neben dem Fußballplatz…der Rest ist ESA…
ESA Gelände

Die Anreise ist eigentlich recht gut ausgeschildert und nicht zu übersehen.
Space Expo
Vor dem Eingang gibt es noch einen Kinderspielplatz, der auch gut besucht war.
Innen gibt es ein kleines Cafe und einen kleinen Souvenier-Shop mit T-Shirts, Puzzeln, Käppis und diversen Spielzeugen. Die Größen der Kleidungsstücke sind allerdings Glückssache, es sind nicht unbedingt von allen Sachen alle Größen vorhanden.

Wer es noch nicht weiß, die Niederlande hatten sogar schon Astronauten im All und einen davon auf der ISS: André Kuipers
André Kuipers
Im Museum gibt es alles mögliche von ihm zu sehen; Autogramme, Fotos, sein Raumanzug… und die Soyuz-Raumkapsel, mit der er dort oben war:
Sojoez TMA-03M
(Wer die Falcon-9 mit der Dragon hat starten sehen…wahnsinn, was für ein Unterschied das ist! Und wie viel Platz die heutigen Astronauten haben… )

Es gibt eine Menge mehr zu sehen (obwohl die Ausstellung nicht besonders groß ist; in so 2 Stunden max. ist man eigentlich fertig).
Prototypen verschiedenster Satelliten…
Olympus
… die Mondlandung…
Mondlandung
… ein echtes Stück Mond…
Mond
… einen Eisenmeteoriten aus Argentinien (den man hier sogar anfassen darf)…
Argentinischer Eisenmeteorit
… und jede Menge Memorabilia
Raumanzug Kuipers
Es gibt sehr viele Infotafeln und ein paar interaktive Konsolen, auf denen man seinen eigenen Satelliten bauen kann, ausprobieren kann wie man aussähe wenn man schwerelos auf dem Mond springt, oder einen Tropomi-Filter ausprobieren kann. Der Haken an der Sache? So gut wie alles ist nur auf Niederländisch oder Englisch. Besucher mit Kindern sollten sich darauf einsellen. Man kann zwar einen Guide buchen ab 1 Person, aber auch nur auf Niederländisch oder Englisch.

Cool ist allerdings, daß es ein Modell eines Moduls der ISS gibt, durch das man hindurchgehen kann, mit einem Ausflug in die Cupola: (wenn dort grade Nacht wird, einfach ein bisserle warten, bis es wieder Tag wird)
ISS To Cupola
Ein alter russischer Spionagesatellit liegt dort auch noch rum:
Russischer Spionagesatellit
Alles in allem hat sich der Besuch für mich gelohnt, es gab eine Menge zu lesen und eine Menge zu erfahren. Ob man dafür unbedingt quer durch die Niederlande fahren muß, sei dahingestellt. Aber wenn man eh in der Gegend ist, sollte man es nicht verpassen, wenn man sich ein wenig für Raumfahrt interessiert.
Oh, und wer wissen will, wie das mit dem Klo, den Astronauten und der ISS ist… der muß dort einen Abstecher auf das Klo machen, da steht es nämlich erklärt:
Klo-Frage
Wirsing und tot ziens,
Sususi

Lu&Na Woodstone BBQ; Kelpen-Oler (NL)

2021 waren wir zum ersten Mal in den Niederlanden im Urlaub…abgesehen davon, daß wir eine super Zeit hatten, hatten wir auch noch super Essen zum Futtern. Und ich rede jetzt nicht von Frikandeln (brrr….), Bitterballen (mehr brrrr) und Fritten (Dicke. Dicke Pommes. Wer tut denn so was und warum?). Freunde sind nämlich über ein Steakhaus gestolpert und da wir auch gerne Steaks essen, mussten wir das natürlich auch ausprobieren. Und fanden es so gut, daß wir in der einen Woche Urlaub sogar noch ein zweites Mal dort waren! Jetzt ist ein gutes Steak nie zu verachten. Und wenn es aussieht, wie hier, ein Genuß:

Ribeye Steak
Aber: es ist heute nicht mehr sehr schwierig, ein gutes Steak zu bekommen und deshalb habe ich etwas anderes bestellt. Es stand nämlich auf der Empfehlungskarte ein Gericht, welches nicht sehr oft zu finden ist: Pluma vom Iberico-Schwein*
Pluma vom Iberico
Es war sooo schweinisch, so zart und sooooo saftig zubereitet, daß ich ein ganzes Jahr lang nur von diesem Schwein geträumt habe! Die Tomatensalsa als Beilage war nichts besonderes, die hätte ich gar nicht gebraucht. Aber die Fleischqualität und die perfekte Zubereitung – das mußten wir einfach wiederholen.
Wie schon gesagt, ein Steak kriege ich auch Zuhause und deshalb landeten diesmal die Schweinerippchen auf dem einen Teller: (die, laut dem Verspeiser „sehr, sehr lecker“ waren)
Armenian Ribs
Mich aber hatte das Versprechen von frischer, neapolitanischer Pasta auf der Karte fast schon genötigt, „Tagliatelle mit Scampi“ zu bestellen.
Pasta mit Meeresfrüchten
Der Teller war übrigens absurd groß/tief, deshalb sieht die Portion hier so klein aus… sie war ausreichend, um mit einem Nachtisch zusammen satt zu werden. Was soll ich sagen? Geschmacklich wirklich her-vor-ra-gend!

Nun, irgendwann ist der Urlaub leider vorbei… man träumt immer noch schweinisches…und dann hat man das Glück und kommt im nächsten Jahr wieder in die Gegend! Und stellt fest: das Restaurant ist umgezogen! Großer Schock auf den ersten Blick, Erleichterung auf den zweiten: es ist immer noch in der näheren Umgebung geblieben (jetzt in Kelpen-Oler), hat den holzbefeuerten Pizzaofen mitgenommen und serviert immer noch „Armenian Woodstone Barbeque“.
Lu&Na BBQ
Jetzt ist es direkt an einer gut erreichbaren Straße mit einem großen Außenbereich…
…einem Innenbereich mit Blick auf den riesigen Pizzaofen…
Pizzaofen + Grill
…und man kann dort schön gemütlich sitzen:
Innen2
Also, das Innen-u. Außenleben hat sich geändert, die Belegschaft auch. Und das Essen?
Ist glücklicherweise immer noch köstlich! Diesmal fingen wir mit ein paar Vorspeisen an: hier die „Soep von de Dag“, eine kalte Tomatensuppe mit Olivenöl und Paprika.
Soep van de dag
Es waren noch Stückchen in der Suppe vorhanden, sie war nicht glatt passiert, aber es waren nirgends Schalenstückchen zu finden. Es hätte allerdings ein wenig mehr Salz haben können. Ansonsten eine gute, leichte Vorspeise; bei den folgenden Portionen auch eine wirklich gute Idee… alternativ ist auch ein Tuna Tartar zu haben:
Tuna Tartar
..oder die Bruschetta LuNa nach „Art des Chefs“
Bruschetta Lu&Na
Die haben mir extrem gut gefallen: auf dem einen war eine Oliven-Tapenade mit eingelegten Tomaten, auf dem anderen eine Avocadocreme, Käse, Parmaschinken und eingelegte Paprika. Geschmacklich einfach Bombe!
Steak gibt es immer noch vom offenen Grill: (als Beilage gab es gegrilltes Gemüse und eine scharfes Kräuteröl)
Ribeye steak
Man sieht, das mit den Gargraden funktioniert hier auch; wer englisch will, der bekommt auch englisch!
Ribeye2
Was ist jetzt aber mit meinem Schwein? Gibt es auch noch! Entweder als Steak oder als…Burger:
Iberico Pork Burger
Das ist der „Iberico Pork Burger“. Ich dachte eigentlich, es ist ein normaler Burger. Halt mit einem Patty aus Iberico-Hackfleisch. Nein, sie grillen das Iberico am Spieß, wenn es fertig ist, kommt es auf das Bun. Auf welches ich tatsächlich hätte verzichten können. Die Sauce ist auch immer noch die gleiche Tomatensalsa. Aber das Fleisch! Ein außen knuspriger, innen saftiger, zartschmelzender Traum!

Die Qualität des Fleisches und der anderen Zutaten ist immer noch richtig gut! Und, nachdem der Pizza-„Koch“ krankheitsbedingt am ersten Abend nicht da war, hatten wir Glück, und beim zweiten Besuch konnten wir diese doch auch noch probieren.
Dies hier ist die Pizza Mediterana:
Pizza Mediterana
Und dies hier ist die Pizza…die Pizza…ja, hm, welche denn nun?
Pizza what
Unschwer zu erkennen ist, daß auf der Pizza Burrata Cream befindet. Theoretisch sollte es sich auch laut Bestellung um die Margherita 2.0 handeln. Witzigerweise ist sie auf der gedruckten Menükarte im Restaurant aber als vegetarisch ausgewiesen. Dem würde allerdings die Wurst auf der Pizza widersprechen. Das würde wieder besser zu der Pizza Diavola passen, diese hätte Spianata Calabrese drauf….egal wie, geschmeckt hat sie. Der Teig war geschmackvoll (das muß eine Pizza wirklich können!) und obwohl er außen so dick war, war er so fluffig, daß das nicht auffiel. Es hätte jedoch ein wenig weniger Belag bei mir sein können, durch das Pesto, die Gemüse und ja, auch das Fett vom Käse wurde der Boden dann doch weich. Nicht suppig, aber sehr weich. Geschmacklich fand ich sie jedenfalls auch gut, aber der Fokus liegt hier eindeutig auf dem Barbeque!

Leider gibt es am neuen Standort keine Pasta mehr; liegt vielleicht daran, daß es einen Wechsel am Küchenchef gab (jetzt eine Chefin; die ist aber wirklich auf Zack! Sie ist mit eingesprungen, als coronabedingt die Bedienungen ausgefallen sind…)

Dessert haben wir am neuen Standort noch keines ausprobiert, liegt vielleicht daran, daß uns das beim letzten Mal nicht so wirklich überzeugt hat:
Dessert
Dessert
Sprühsahne und Hagelslag… nicht wirklich meins.

Aber sollten wir mal wieder dort hinkommen…dann muß es diesmal ein Steak bei mir werden…außer, es gibt wieder Iberico *sabber*

Das war es für heute,

Wirsing, Sususi

Pluma: das ist das sogenannte Federstück; die Spitze vom Rücken sozusagen.

Iberico: die geilste Schweinerasse überhaupt! Da kann das schäbisch-hällische Eichelmastschwein seinen Rüssel packen und heimgehen. Keine andere Rasse schmeckt so nach Schwein. Iberico-Schweine fressen als Hauptbestandteil ihrer Nahrung Korkeicheln und sind besonders verbreitet in Spanien und Portugal. Aus ihnen kann man auch geilen Schinken machen, den Jamón Ibérico de Bellota. Solltet Ihr je die Wahl haben zwischen Duroc, Iberico oder dem Schwäbisch-Hällischem… ich wüsste, was ich nehmen würde!

Ganesha Graz

Bisher mussten wir für gutes indisches Essen gut 650 km weit fahren. Nach Bad Liebenzell. Dort ist das „Veda“ und es ist in der Region Stuttgart/Pforzheim/Karlsruhe für mich das beste indische Restaurant. Jetzt kann man sich ja denken, daß ich dort nicht mehr so oft essen gehe, seit ich in Graz bin. Glücklicherweise durfte ich am Freitag feststellen, daß auch Graz in dieser Hinsicht sehr gut ausgestattet ist. Da die beiden anderen ausgesuchten Inder spontan nicht auf hatten, folgten wir dem Wink des Universums und begaben uns statt dessen in die Pestalozzi-Straße ins Ganesha.
Wenn man nicht weiß, wo es ist, man muß schon drüber stolpern, sonst findet man es nicht. Einfach rein, die Stufen runter und links…. schon steht man drin…
Ganesha Eingang
…in einem Restaurant mit typisch „indischem“ Dekor und Flair: viel Gold, roter Samt, diverse Wandbilder. Ziemlich gemütlich drinnen und bequem wenn man sitzt. Die Stühle sind doppelt so schwer, wie sie aussehen.Wir wurden mega freundlich empfangen und die ganze Zeit betreut und bedient!

Getränkemäßig kriegt man hier natürlich auch einen Mango-Lassi
Mango Lassi
aber auch zur Abwechslung mal indisches Bier. Cobra oder Kingfischer steht zur Auswahl, beides passt einfach gut zum Essen, da es schöne leichte Biere sind, die die Gewürze im Essen gut auffangen.
Cobra Bier
Ein Blick in die Speisekarte verrät noch mehr Interessantes: zum einen steht hier eine Mulligatawny-Suppe auf der Karte.
Mulligattani Soup
Wer sie nicht kennt, die „Mulligattani“: es ist sozusagen ein Überbleibsel der britischen Kolonialzeit in Indien. Sozusagen ein Zugeständnis der Inder an die britische Menüfolge (eine Vorsuppe) und ein Zugeständnis der Engländer an die würzige indische Küche (mit viel Curry). Im Laufe der Zeit wanderte die Suppe dann auch mit nach England und ist dort heute noch sehr beliebt. Nur außerhalb von England findet man sie eigentlich so gut wie gar nicht. Im Ganesha kann man sie probieren. Dort ist sie sehr heiß, mit ordentlich Einlage, sehr gut und nicht scharf.
Scharf waren dafür diese hier: die Chili Pakoras mit Tamarinden-Dip:
Chili Pakoras
Der Pakora-Teig war ziemlich dick, aber vom Geschmack her gut. Die kleinen grünen Chilis da drin sind schön scharf, nicht ganz Buldak Ramen Niveau aber schön scharf, was heißt, man kann sie gut essen, der Tamarinden-Dip war lecker dazu (ich hätte ihn nicht gebraucht) und alles in allem machen sie ein klein wenig süchtig….

Als Hauptgerichte stehen viele Gerichte auf der Karte, die man woanders auch findet, z. B. das Lamm Khorma (mild):
Lamm Khorma
Aber auch wieder Gerichte, die man sonst nicht findet, zum Beispiel den Kerala Dream, ein Fisch-Curry:
Kerala Dream Fischgericht
Auch wenn hier keine Makrelen-Art für das Curry verwendet wurde (ein typischer Fisch für Kerala Fish Curry ist King Mackerel), war es ein schöner fester Fisch, der zart und nicht trocken war. Er ist nicht zerfallen und er war vorher schön angebraten worden, bevor er in die Soße kam. Diese war würzig (ich wurde zwar gefragt, ob ich es „spicy“ möchte…. da geht noch was! Wahrscheinlich muß sich auch das Restaurant erst an die Kunden rantasten, wenn man bekannter ist, wird es bestimmt auch schärfer…), cremig, rund und einfach zum reinlegen!

Als Beilage kann man diverse Brote auswählen oder Reis. Wir entschieden uns diesmal für Garlic Naan – und das war eine sehr gute Entscheidung!
Garlic Naan
Außen knusprig und splittrig, innen weich und warm und das Ganze mit einem kleinen Hauch Knoblauch. Die perfekte Ergänzung, um die ganze Sauce aufzutunken.

Das Ganze war ein rundum Wohlfühl-Paket, bei dem alles stimmte. Ambiente, Service, Essen… ein kleiner Kokosschnaps am Ende rundet die ganze Sache ab, besonders bei so netten Gastgebern. Wir waren satt und zufrieden und diesmal muß ich dem Schild am Eingang recht geben:
Ganesha Schild

Namaste und Wirsing,
Sususi

Gasthaus zum Riesen Miltenberg

Dieses Mal dreht sich alles um das älteste Gasthaus Deutschlands. Nach eigenen Angaben. Historisch belegt ist tatsächlich eine urkundliche Erwähnung aus dem Jahr 1411. Allerdings streitet sich das Gasthaus zum Riesen in Miltenberg mit der „Herberge zum Löwen“ (1231) und „Zum roten Bären“ (1311) um den Titel. Die Gaststätte Röhrl von 1658 ist damit schon eher abgeschlagen, aber diese kann wenigstens von sich behaupten, seit damals durchgängig als Gasthaus geöffnet gewesen zu sein (Dafür gab es einen Guinnes Buch Titel). Wie dem auch sei, der „Riese“ ist sicher das bestaussehende Gasthaus aus dieser Auswahl.

Gasthaus zum Riesen

Wir kennen den „Riesen“ jetzt schon seit fast 25 Jahren… und man könnte sagen, die Beziehung ist kompliziert. Gab es zwischendurch eine Phase, in der ein Besuch gar nicht empfehlenswert war (und zwar was das Essen, die Bedienung und die Rechnung anging), sind wir seit etwa 10 Jahren wieder sehr regelmäßig dort.

Das liegt zum einen am Miltenberger Brauhaus Faust (das einen eigenen Artikel wert ist und erklärt, warum die Biersteuer verhindert, daß wir in Österreich dort bestellen können…) und an den daher stammenden Bieren (und einem Doppelbockbrand, der ebenfalls einen Artikel wert ist…).
Zum anderen liegt es an der „gutbürgerlichen fränkischen Küche“, die dort serviert wird.
In all den Jahren haben wir es geschafft, uns wirklich fast durch die ganze Karte zu futtern.

Diese hat sich in den letzten Jahren vermutlich Corona-bedingt etwas verändert: früher gab es das „Riesen-Journal“ im Zeitungsformat, zweisprachig und mit ein paar mehr Gerichten als momentan. Vielleicht kommt man irgendwann zu dieser Variante wieder zurück. Im Laufe der Zeit ändern sich auch schon mal die Beilagen, aber im wesentlichen sind die meisten der Gerichte auch heute noch zu finden.

Die Miltenberger Rossäpfel zum Beispiel, wenn sie auch momentan mit Brot statt Kartoffelpüree auf der Karte stehen:
Original "Miltenberger Rossäpfel"
Das sind riesige Leberknödel (schön feine Masse, nicht gummiartig sondern schön fest-fluffig) mit Dunkelbiersoße.
Die sind soooo lecker, daß ich sie schon selber nachgekocht habe!
Die Veränderung der Karte bringt aber auch noch andere Fragen mit sich.
Kräftige Rinderbrühe mit Leberknodel
Das hier ist die Kräftige Rinderbrühe mit Leberknödel. Der Leberknödel war super, geschmacklich gut, Konstistenz super. Aber: die „kräftige Rinderbühe“. Kräftig war die nicht. Eher ziemlich fade. Kaum Geschmack und Salz hätte auch noch rangedurft. Wer die Karte liest, dem wird folgendes auffallen: Es gibt keinerlei Gericht, aus dem eine kräftige Rinderbrühe hätte entstehen können! Das war allerdings nicht immer so, 2019 stand noch das „Miltenberger Suppenfleisch“ auf der Karte. Da hätte man sicher die Basis für eine Rinderbrühe bekommen… jetzt habe ich blöderweise die Leberknödelsuppe nie vor 2022 probiert und deshalb kann ich leider auch nicht sagen, wie sie früher war. Ich hätte da lieber die „Meerrettichcremesuppe mir Schwarzbrotcroutons“ wieder, die grade leider nicht mehr auf der Karte steht:
Cremige Meerrettichsuppe

Vorspeisen sind aber auf Grund der Portionsgröße dort eh schon eher sportlich…
Die Haxe beispielsweise:
Gegrillter Haxen
Super knusprig außen, super zart und saftig innen. Und eigentlich hatten wir zu zweit noch genug für eine dritte Person übrig… Ich habe allerdings auch schon Leute diese Portion alleine essen sehen. Aufessen. Immer wieder erstaunlich!
Und es ist egal, was man bestellt, man hat ordentlich auf dem Teller.
Die Käsespätzle sollten mit Salatgarnitur kommen. Ich habe kurz überlegt, ob ich nicht lieber noch einen Beilagensalat bestellen soll, ich habe glücklicherweise drauf verzichtet:
Käsespätzle
An Käsespätzle kann man nicht viel falschmachen, aber jede Menge richtig: sie waren würzig und das Verhältnis Röstzwiebeln zu Spätzle war endlich auch mal richtig gut! Ich hätte vielleicht den Salat gerne auf einem extra Teller gehabt, die Salatsoße suppt halt ein bisserle in die Spätzle.

Zustätzlich zur normalen Karte gibt es grade immer eine Wochenkarte, von dieser stammt das Hirschragout hier: (nicht täuschen lassen, das ist ein tiefer Teller!)
Hirschgulasch mit Semmelknödel
Das ließ sich bequem mit dem Löffel essen, es war sehr zart. Ich hatte keine Flachsen oder durchwachsenen Stücke dabei, keine Schrotkugel (warum eigentlich immer ich? Ich hab schon zweimal auf so ein Ding gebissen…Nicht lustig!) und genügend Preiselbeeren. Die Semmelknödel finde ich beim Riesen immer lecker und ich hatte so viel Soße, daß es bis zum letzten Bissen Knödel gereicht hat. A propos draufbeißen: weder beim Sauerkraut dort noch beim Rotkohl hatte ich je das Missvergnügen, auf eine Nelke oder eine Wacholderbeere zu treffen. Nicht mal ein Stück Lorbeerblatt, obwohl geschmacklich alles da ist.

Momentan gibt es aber nicht nur die Aktionskarte und die normale Speisekarte sondern auch eine „To Go Karte“. Das ist super, kurz bestellt, entweder direkt dort oder telefonisch, dann bereiten sie es zu und verpacken es transportsicher.
So kamen wir in den Genuß des Bayerischen Schweinebratens mit Dunkelbiersoße, Semmelknödeln und Rotkohl. Beides echt super verpackt und die Box kann man wieder befüllen lassen.
Bayerischer Schweinebraten mit Dunkelbiersoße
und den hausgemachten fränkischen Kochkäse mit Schwarzviertlerbrot, Zwiebeln und Butter
Hausgemachter fränkischer Kochkäse
Das steht eigentlich als kleinerer Snack auf der Karte, aber nach der Portion fühlte ich mich gut satt. Der Kochkäse war mild und cremig, mit Kümmel obendrauf und die Menge der Zwiebeln (die es in einem extra Töpfchen dazu gab) war schon fast etwas übertrieben.

Zum Trinken sollte man eines der 19 Biere der Brauerei Faust versuchen, wobei hier das Schwarzviertler und das Auswandererbier meine absoluten Favoriten sind. Zu einem guten Kräusen sag ich aber auch nicht nein.

Sollte man dann aus unerfindlichen Gründen noch nicht satt sein, dann kann man am Wochenende einen Apfelstrudel haben (den wir leider verpasst haben, am Montag war nix mehr übrig…)
oder eine Zartbitter-Schoko-Tarte mit hausgemachter Vanillesoße:
Zartbitter-Schokotarte
Die war…ok. Keine kulinarische Offenbarung, einfach eine Schokotarte, die ich an anderer Stelle schon besser hatte und auch selber besser hinkriege.
Es gibt noch gebackene Apfelringe, die hatten aber beim Essen einen merkwürdigen Nachgeschmack, vielleicht war das Fett noch nicht ganz heiß gewesen, vielleicht gebe ich denen noch mal eine zweite Chance. Aber eigentlich bin ich mit den Nachspeisen durch, man braucht sie dort nicht, und sie sind nicht grade die Stärke des „Riesen“.

Was man noch wissen sollte, man sitzt dort drinnen mitunter eng. Und es ist warm, nicht nur, wenn es technische Probleme gibt wie dieses Jahr… Dafür kriegen sie inzwischen sogar größere Gruppen (so um die 20) wieder ganz gut hin, wenn auch die optimale Personenanzahl so um die 6 Personen oder weniger liegt.
Wir sehen uns garantiert wieder, hoffentlich schon dieses Jahr, wie immer, meistens so zwischen Weihnachten und Silvester. Ich freu mich jedenfalls wieder drauf!

Wirsing, Sususi

Die Brizza!

„Sie können sich heute über mich lustig machen, denn heute bin ich ein Gott!“ Dachte sich Jackson, als er in „Gilmore Girls“ die Himquat erfand. So oder so ähnlich haben sich bestimmt auch die Aschaffenburger Erfinder dieser Kreation hier gefühlt: der Brizza!

Brizza

Dies ist übrigends genau das, wonach es aussieht: ein Brezel-Pizza-Hybrid. Mit Weißwurst. Dieser hier stammt aus Miltenberg vom Brezel-Wirt, offenbar werden die Laugenböden in einer Art Franchise-Verfahren an Gastronomen verkauft, die sie dann belegen und backen.

Es handelt sich also um einen Laugenboden mit diversen Belägen, typisch bayerisch kommt sie mit Obazter daher, als Münchner mit Weißwurst, süßer-Senf-Schmand-Creme und Zwiebeln (die obrige Variante) oder sogar exotisch als „der Grieche“. Das klang pervers genug, um es zu probieren!

Witzigerweise schmeckt es nur halb so pervers, wie es aussieht. Der Laugenboden war schön kross, oder besser, resch. Die Weißwurst, na, da kann man eh nix verkehrt machen. Die unterlegte Schmand-Creme mit süßem Senf passte gut. Nur, die Zwiebeln, die roten, die waren absolut verkehrt hier drauf! Da hat man eine angenehm milde Komposition, und plötzlich puncht einem da so eine Zwiebel in die Geschmacksknospen. Auf der Brizza mit Obatzer, da passt sie bestimmt gut. Aber doch bitte nicht zur Weißwurst!

Das war aber schon der einzige Kritikpunkt, es ist ein guter Zwischendurch-Snack, ein Weißbier passt bestimmt auch super (das dürfte grade in Miltenberg biertechnisch kein Problem sein, da was passendes zu finden – Faust läßt grüßen).

Ob mein fränkisches Herz allerding die Variante mit Sauerkraut und Nürnbergern verträgt, das weiß ich noch nicht….

In diesem Sinne,

An Guadn und Wirsing,

Sususi

PS: man kann die rohen, belegten Böden auch mitnehmen zum selber backen. Das ist auch eine nette Idee!

Österreichischer Skulpturenpark bei Graz

Wer schon mal mit dem Auto zum Schwarzlsee gefahren ist, (und das ist vermutlich jeder Grazer schon mal…), der kennt sicher auch den Österreichischen Skulpturenpark. Denn der ist sozusagen mit der selben Ausfahrt zu erreichen, kostet aber weder zum Parken noch zum Benutzen Eintritt. Hat den Vorteil, daß man vom Skulpturenpark mitunter einen sehr schönen Ausblick hat. (Und den Nachteil, daß man von dort nicht ins Wasser kann, aber das ist je nach Wetterlage ja nicht schlimm…)
Ausblick Schwarzlsee
Jedenfalls dachte ich immer beim Vorbeifahren, ja, gut, ist halt ein Park. Steht ein wenig Kunst rum. Muß man nicht sehen. Doch! Muß man!
Erstens ist es eine wirklich schön angelegte Parkanlage, in der man wunderbar bummeln, schlendern, wandern und spazieren gehen kann. Bei ca. 7 Hektar kann man das auch ausgiebig.
Alleine schon wegen der schön angelegten Landschaft lohnt sich ein Besuch:
Lotosteich
Mit Glück kommt man zur richtigen Jahreszeit und kann die Lotosblüten blühend bewundern:
Lotosblüten
Zweitens steht da Kunst rum, die tatsächlich mitunter echt sehenswert ist. Oder zumindest interessant. Kontrovers. Lustig. Beunruhigend. Seltsam. Kunst halt!
Wie dieses -3m Brett von Markus Wilfling:
-3m Brett
Oder die wild zusammengewürfelten Airplane Parts & Hills von Nancy Rubins:
Air Plane Parts & Hills
Ok, der Perambulator (Karin Hazelwander) gibt da schon mehr Raum für Diskussionen:
Perambulator
Eine Horde Wale trifft es vielleicht eher? Man sieht, es bietet sich eine tolle Gelegenheit, zu lachen, zu diskutieren und einfach einen schönen Tag zu haben.
Ein Besuch lohnt sich also tatsächlich, und da aktuell der Ansturm noch nicht so groß ist, kann man ganz in Ruhe die Gelegenheit nutzen.
In diesem Sinne: (I. Strobl, o.T.)
Skulptur ohne Titel
Wirsing, Sususi