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Veda, Bad Liebenzell

Ich glaube, ich hatte es schon einmal erwähnt: mein Lieblingsinder befindet sich in Bad Liebenzell. Nämlich das „Veda“. Und ich kenne das Restaurant schon, seit sie vor 9 Jahren dort aufgemacht haben. Was heißt: nächstes Jahr haben sie 10-jähriges Jubiläum und wir hoffen, daß der Betrieb nicht nur bis dahin sondern auch weit darüber hinaus erhalten bleibt.

Indisches Retaurant "Veda"

Warum ist es nun mein absoluter Lieblings-Inder zwischen Bad Liebenzell und Graz? Einfach, das Essen ist jedes Mal sehr gut. Seit 9 Jahren. Liegt zum einen daran, daß das „Veda“ ein absoluter Familienbetrieb ist und deshalb schon seit Jahren immer der selbe Koch hinter den leckeren Sachen steckt und zum anderen daran, daß man hier wirklich mit Leib und Seele hinter dem Restaurant und der verkauften Qualität steht. Das merkt man nicht nur am netten Umgang sondern auch an den Speisen selbst.

Schild

Schauen wir doch einmal ein wenig näher hin. Die Familie stammt aus Nordindien und damit aus einer Region, die gerne cremige Curries, Paneer und Joghurt isst, ebenso gerne wie Fleischgerichte und Tandoori-Gerichte. Sie ist normalerweise weniger scharf als die Südindische Variante. Das spiegelt sich hier auch in der Karte wieder. Nichtsdestotrotz findet man auch hier vegetarische Gerichte. Auf der Wochenkarte gibt es jeweils zwei Gerichte zur Auswahl, von denen eines mindestens vegetarisch ist, oft auch vegan. Die normalen Gerichte der Karte können auf Wunsch auch veganisiert werden.

Innen

Bei den Currys hier ist es so, daß man sich zuerst das Fleisch (also die Hauptzutat) raussucht, und danach noch die Sauce, die man gerne hätte. Man kann also Hähnchen bestellen mit Khorma. Oder lieber doch Garnelen mit Butter-Currysauce? Bei 4 Hauptzutaten und 7 Saucen sollte eigentlich jeder fündig werden. Biryanis, Tikka Masalas und Vegetarische Gerichte sind ebenfalls ausreichend vorhanden. Vorspeisen, Suppen, Salate und Desserts bieten eigentlich mehr, als man essen kann, aber genau so viel, wie man gerne essen möchte…

Essen

Wie gesagt, wir sind in Nordindien unterwegs, also ist die Frage, ob man das Gericht scharf möchte, ohne weiteres ungefährlich mit „ja“ zu beantworten. Mehr als pikant wird es trotzdem nicht, aber man bekommt dann ein Döschen Chilipulver zum selber nachwürzen.

Der Reis ist fluffig und als Beilage zum Essen perfekt gekocht.

Reis

Hier merkt man, daß man als Gast geschätzt wird. Die Portionen sind groß, aber man hat hier nie das Gefühl, daß einem die Speisen schwer im Magen lägen – nein, man fühlt sich nach dem Essen einfach nur sehr zufrieden. Gesättigt, aber nicht voll. Einfach glücklich. Deshalb gehe ich dort so gerne essen, denn das Rundum-Paket ist einfach unschlagbar und ich lege das Restaurant wirklich jedem ans Herz, der sich in der Gegend aufhält.

Namaste und Wirsing,
Sususi

P.S.: Wenn sich jetzt jemand über die fehlende Farbe im Mango-Lassi aufregt oder am Tandoori-Chicken – hier wird eben keine Lebensmittelfarbe ist Essen gekippt, indisch typisch hin oder her. Gefällt mir, denn hier sind die Lebensmittel frisch, ohne zusätzliche Geschmacksverstärker und die Qualität stimmt einfach.
P.P.S.: Das Restaurant hat übrigens sogar einen eigenen Tandoor-Ofen!

Ganesha Graz

Bisher mussten wir für gutes indisches Essen gut 650 km weit fahren. Nach Bad Liebenzell. Dort ist das „Veda“ und es ist in der Region Stuttgart/Pforzheim/Karlsruhe für mich das beste indische Restaurant. Jetzt kann man sich ja denken, daß ich dort nicht mehr so oft essen gehe, seit ich in Graz bin. Glücklicherweise durfte ich am Freitag feststellen, daß auch Graz in dieser Hinsicht sehr gut ausgestattet ist. Da die beiden anderen ausgesuchten Inder spontan nicht auf hatten, folgten wir dem Wink des Universums und begaben uns statt dessen in die Pestalozzi-Straße ins Ganesha.
Wenn man nicht weiß, wo es ist, man muß schon drüber stolpern, sonst findet man es nicht. Einfach rein, die Stufen runter und links…. schon steht man drin…
Ganesha Eingang
…in einem Restaurant mit typisch „indischem“ Dekor und Flair: viel Gold, roter Samt, diverse Wandbilder. Ziemlich gemütlich drinnen und bequem wenn man sitzt. Die Stühle sind doppelt so schwer, wie sie aussehen.Wir wurden mega freundlich empfangen und die ganze Zeit betreut und bedient!

Getränkemäßig kriegt man hier natürlich auch einen Mango-Lassi
Mango Lassi
aber auch zur Abwechslung mal indisches Bier. Cobra oder Kingfischer steht zur Auswahl, beides passt einfach gut zum Essen, da es schöne leichte Biere sind, die die Gewürze im Essen gut auffangen.
Cobra Bier
Ein Blick in die Speisekarte verrät noch mehr Interessantes: zum einen steht hier eine Mulligatawny-Suppe auf der Karte.
Mulligattani Soup
Wer sie nicht kennt, die „Mulligattani“: es ist sozusagen ein Überbleibsel der britischen Kolonialzeit in Indien. Sozusagen ein Zugeständnis der Inder an die britische Menüfolge (eine Vorsuppe) und ein Zugeständnis der Engländer an die würzige indische Küche (mit viel Curry). Im Laufe der Zeit wanderte die Suppe dann auch mit nach England und ist dort heute noch sehr beliebt. Nur außerhalb von England findet man sie eigentlich so gut wie gar nicht. Im Ganesha kann man sie probieren. Dort ist sie sehr heiß, mit ordentlich Einlage, sehr gut und nicht scharf.
Scharf waren dafür diese hier: die Chili Pakoras mit Tamarinden-Dip:
Chili Pakoras
Der Pakora-Teig war ziemlich dick, aber vom Geschmack her gut. Die kleinen grünen Chilis da drin sind schön scharf, nicht ganz Buldak Ramen Niveau aber schön scharf, was heißt, man kann sie gut essen, der Tamarinden-Dip war lecker dazu (ich hätte ihn nicht gebraucht) und alles in allem machen sie ein klein wenig süchtig….

Als Hauptgerichte stehen viele Gerichte auf der Karte, die man woanders auch findet, z. B. das Lamm Khorma (mild):
Lamm Khorma
Aber auch wieder Gerichte, die man sonst nicht findet, zum Beispiel den Kerala Dream, ein Fisch-Curry:
Kerala Dream Fischgericht
Auch wenn hier keine Makrelen-Art für das Curry verwendet wurde (ein typischer Fisch für Kerala Fish Curry ist King Mackerel), war es ein schöner fester Fisch, der zart und nicht trocken war. Er ist nicht zerfallen und er war vorher schön angebraten worden, bevor er in die Soße kam. Diese war würzig (ich wurde zwar gefragt, ob ich es „spicy“ möchte…. da geht noch was! Wahrscheinlich muß sich auch das Restaurant erst an die Kunden rantasten, wenn man bekannter ist, wird es bestimmt auch schärfer…), cremig, rund und einfach zum reinlegen!

Als Beilage kann man diverse Brote auswählen oder Reis. Wir entschieden uns diesmal für Garlic Naan – und das war eine sehr gute Entscheidung!
Garlic Naan
Außen knusprig und splittrig, innen weich und warm und das Ganze mit einem kleinen Hauch Knoblauch. Die perfekte Ergänzung, um die ganze Sauce aufzutunken.

Das Ganze war ein rundum Wohlfühl-Paket, bei dem alles stimmte. Ambiente, Service, Essen… ein kleiner Kokosschnaps am Ende rundet die ganze Sache ab, besonders bei so netten Gastgebern. Wir waren satt und zufrieden und diesmal muß ich dem Schild am Eingang recht geben:
Ganesha Schild

Namaste und Wirsing,
Sususi