Archiv der Kategorie: Regionales

Sudhaus Graz

Wer aus Graz ist, der kennt sicher die Firma Anton Paar. Und wer Anton Paar kennt, der kennt sicher auch das Sudhaus. Unter der Woche dient das „Sudhaus“ als Firmenkantine; am Nachmittag und Abend dient es als Speiselokal. Zwischendrin wird dort namensecht auch noch Bier gebraut.
Sudhaus 1
Jetzt klingt eine Kantine als Speiselokal erst mal wenig animierend… aber das Sudhaus ist auch keine normale Kantine. Versprochen werden feiner Genuss, gemütliche Atmosphäre und präzise Braukunst.

An der präzisen Braukunst ist erst mal nichts auszusetzen (da die verwendeten Geräte sozusagen im Haus produziert wurden, sollte das auch so sein!), außer, daß das daraus resultierende Bier eben Geschmackssache ist und meinen Geschmack leider nicht wirklich trifft. Wer es selber probieren möchte, es finden dort auch immer wieder Braukurse statt, so daß man sich selber einmal dran versuchen kann.

Zur gemütlichen Atmosphäre sei gesagt, daß der vorherrschende Stil eher skandinavisch-modern anzusiedeln ist, und man dort nicht unbedingt gemütlich sitzt…schick sieht es aber aus, und die (2019 eröffnete) Dachterrasse ist gerade für die dort stattfindenden Veranstaltungen wie Mediterrane Abende, Grillveranstaltungen oder ähnliches schon schön. Sitzt man im Sommer im Erdgeschoss draußen, sitzt man zwar nicht direkt an der Straße, aber quer dazu und muß schon mit Verkehrslärm rechnen. Akustisch ist es innen ok. Man muß bei Veranstaltungen aber damit rechnen, sehr nahe am Lautsprecher oder der Musik selber zu sitzen, was einem das Unterhalten dann sehr schwierig bis unmöglich macht.

So, das war jetzt aber genug Kritik für heute, ab jetzt kommt nur noch Gutes:
nämlich der feine Genuss bzw. das Essen. Das ist nämlich sowohl in der Kantinenvariante als auch in der Restaurantvariante ziemlich lecker!

Meistens geht es mit einem kleinen Gedeck los (ja, das wird berechnet; das finde ich in der heutigen Zeit aber echt nicht „schlimm“; in Italien ist das Coperto schon seit Jahrzehnten üblich…). In diesem Fall war es ein kleiner lauwarmer Rindfleischsalat mit Kartoffelschaum und Zwiebelconfit. Dazu Brot und Aufstrich.
Lauwarmer Rindfleischsalat mit Kartoffelschaum und Zwiebelconfit
Mir persönlich hat es gut geschmeckt; vor allem finde ich es gut, daß man nicht immer nur Brot und Butter oder Brot und Kürbiskernaufstrich etc. bekommt, sondern sich in regelmäßigen Abständen immer etwas Neues ausgedacht wird.
Als Vorspeise hatte ich Beef Tatar:
Beef Tatar
Auch hier: die Qualität der verwendeten Produkte ist sehr gut. Geschmacklich ist das Beef Tatar im Sudhaus eines der besten in Graz (die Konsistenz ist super; nicht breiig sondern durchaus noch mit schönen Stückchen; sehr gut abgeschmeckt, nicht überwürzt)! Auch hier wechselt ab und zu die Dekoration, momentan gibt es dazu Senfkaviar, Kapernapfel, Eigelb; Pfifferlinge, Butter, etwas Kresse und als Beilage ein Bierbrot. Dem leicht getoasteten Bierbrot schmeckt man den Trester noch an, es ist schön knusprig aber nicht bröselig. Ich hatte das Beef Tatar schon mit Kürbiskernmayo dazu, das war auch eine gute Ergänzung.

Als Hauptgericht stehen wechselnde saisonale Gerichte auf der Karte, die im Internet abzurufen ist; die eigentliche Karte ist größer und enthält Gerichte, die sozusagen immer auf der Karte stehen.
Ich entschied mich hier für ein Gericht aus der saisonalen Küche:
Geröstete Lammleber mit Kartoffelpüree
Geröstete Lammleber mit Kartoffelpüree
Das Püree schön fluffig, die Leber gut geröstet, die Zwiebeln knusprig. Wenn es einen kleinen Kritikpunkt gibt, dann folgenden: Es wird im Sudhaus sehr salz-u. würzarm gekocht. Dadurch kommt einerseits der Eigengeschmack der Gerichte schön zur Geltung (so wie hier), andererseits läuft man Gefahr, daß die ganze Geschichte ziemlich fade wird (so z.b. bei den Nudelsaucen im Sudhaus).
Nach Amuse, Vorspeise und Hauptgericht war ich mehr als gut satt. Preislich ist das Sudhaus nicht günstig. Die Qualität der verwendeten Zutaten ist hoch, keine Frage, aber für ein gutes Preis-Leistungverhälnis sollte man eine der dort immer wieder stattfindenden Veranstaltungen wie beispielsweise die Brunch-Veranstaltungen aufsuchen. Und auf Nudeln verzichten. Suppen dort drüben, immer mega-lecker. Saucen dort drüben, ziemlich fade! Ich hatte schon Trüffelsauce, bei der macht man die Augen zu und schmeckt nicht raus, was es sein soll. Alle anderen Gerichte: durchaus lecker, manchmal braucht man noch etwas Salz, ansonsten immer einwandfrei bisher.

Wer noch Inspiration sucht:
Dachterrasse Grill
Mediterraner Abend 1
Dessert
Mediterraner Abend 2
Gansl Brunch Karte
Gans mit Ganslknödel

Wir sehen uns beim nächsten Brunch….
Wirsing; Sususi

Ganesha Graz

Bisher mussten wir für gutes indisches Essen gut 650 km weit fahren. Nach Bad Liebenzell. Dort ist das „Veda“ und es ist in der Region Stuttgart/Pforzheim/Karlsruhe für mich das beste indische Restaurant. Jetzt kann man sich ja denken, daß ich dort nicht mehr so oft essen gehe, seit ich in Graz bin. Glücklicherweise durfte ich am Freitag feststellen, daß auch Graz in dieser Hinsicht sehr gut ausgestattet ist. Da die beiden anderen ausgesuchten Inder spontan nicht auf hatten, folgten wir dem Wink des Universums und begaben uns statt dessen in die Pestalozzi-Straße ins Ganesha.
Wenn man nicht weiß, wo es ist, man muß schon drüber stolpern, sonst findet man es nicht. Einfach rein, die Stufen runter und links…. schon steht man drin…
Ganesha Eingang
…in einem Restaurant mit typisch „indischem“ Dekor und Flair: viel Gold, roter Samt, diverse Wandbilder. Ziemlich gemütlich drinnen und bequem wenn man sitzt. Die Stühle sind doppelt so schwer, wie sie aussehen.Wir wurden mega freundlich empfangen und die ganze Zeit betreut und bedient!

Getränkemäßig kriegt man hier natürlich auch einen Mango-Lassi
Mango Lassi
aber auch zur Abwechslung mal indisches Bier. Cobra oder Kingfischer steht zur Auswahl, beides passt einfach gut zum Essen, da es schöne leichte Biere sind, die die Gewürze im Essen gut auffangen.
Cobra Bier
Ein Blick in die Speisekarte verrät noch mehr Interessantes: zum einen steht hier eine Mulligatawny-Suppe auf der Karte.
Mulligattani Soup
Wer sie nicht kennt, die „Mulligattani“: es ist sozusagen ein Überbleibsel der britischen Kolonialzeit in Indien. Sozusagen ein Zugeständnis der Inder an die britische Menüfolge (eine Vorsuppe) und ein Zugeständnis der Engländer an die würzige indische Küche (mit viel Curry). Im Laufe der Zeit wanderte die Suppe dann auch mit nach England und ist dort heute noch sehr beliebt. Nur außerhalb von England findet man sie eigentlich so gut wie gar nicht. Im Ganesha kann man sie probieren. Dort ist sie sehr heiß, mit ordentlich Einlage, sehr gut und nicht scharf.
Scharf waren dafür diese hier: die Chili Pakoras mit Tamarinden-Dip:
Chili Pakoras
Der Pakora-Teig war ziemlich dick, aber vom Geschmack her gut. Die kleinen grünen Chilis da drin sind schön scharf, nicht ganz Buldak Ramen Niveau aber schön scharf, was heißt, man kann sie gut essen, der Tamarinden-Dip war lecker dazu (ich hätte ihn nicht gebraucht) und alles in allem machen sie ein klein wenig süchtig….

Als Hauptgerichte stehen viele Gerichte auf der Karte, die man woanders auch findet, z. B. das Lamm Khorma (mild):
Lamm Khorma
Aber auch wieder Gerichte, die man sonst nicht findet, zum Beispiel den Kerala Dream, ein Fisch-Curry:
Kerala Dream Fischgericht
Auch wenn hier keine Makrelen-Art für das Curry verwendet wurde (ein typischer Fisch für Kerala Fish Curry ist King Mackerel), war es ein schöner fester Fisch, der zart und nicht trocken war. Er ist nicht zerfallen und er war vorher schön angebraten worden, bevor er in die Soße kam. Diese war würzig (ich wurde zwar gefragt, ob ich es „spicy“ möchte…. da geht noch was! Wahrscheinlich muß sich auch das Restaurant erst an die Kunden rantasten, wenn man bekannter ist, wird es bestimmt auch schärfer…), cremig, rund und einfach zum reinlegen!

Als Beilage kann man diverse Brote auswählen oder Reis. Wir entschieden uns diesmal für Garlic Naan – und das war eine sehr gute Entscheidung!
Garlic Naan
Außen knusprig und splittrig, innen weich und warm und das Ganze mit einem kleinen Hauch Knoblauch. Die perfekte Ergänzung, um die ganze Sauce aufzutunken.

Das Ganze war ein rundum Wohlfühl-Paket, bei dem alles stimmte. Ambiente, Service, Essen… ein kleiner Kokosschnaps am Ende rundet die ganze Sache ab, besonders bei so netten Gastgebern. Wir waren satt und zufrieden und diesmal muß ich dem Schild am Eingang recht geben:
Ganesha Schild

Namaste und Wirsing,
Sususi

Alpaka Expo 2020 Graz

Ok, i have no idea wer oder was Alpakas erfunden hat – aber was auch immer es war, es war definitiv eine fantastische Idee! Alpakas sind so was wie Instant-Happiness…. wer das nicht glaubt, der hat noch nie einem Alpaka in die Augen geschaut. Wer das noch nicht hatte, der konnte es auf der diesjährigen Alpaka Expo in der Grazer Messehalle ausprobieren.

Wir haben davon auch nur durch Zufall einen Tag vorher erfahren – und sobal ich gelesen hatte, daß man dort einen Alpaka-Spaziergang machen kann, war für mich klar, da müssen wir hin.
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Für einen kleinen Spaziergang mit einem Alpaka – alleine dafür hat sich der Weg gelohnt. Abgesehen vom Eintritt der Messe kostete es uns nur eine kleine freiwillige Spende und ein wenig Anstehen. Weil wir früh genug dran waren. Sonst hätten wir schon ganz schön Schlange stehen müssen. So konnten wir relativ schnell mit diesem hübschen Kerl hier eine Runde drehen – Antonio nahm es sehr gelassen. Alpaka eben. Zu knabbern gab es für ihn auch was unterwegs.
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Eine Messehalle plus Außenbereich mit ca. 250 Alpakas und ein paar Lamas konnte man sich anschauen – und eine so relaxte Athmosphäre kriegen wohl nur Alpakas auf Ausstellungen dabei hin. Einzig das Angefingere durch den Preisrichter bei der Show fanden ein paar nicht so lustig. Wobei man dazu sagen muß, daß er schon lange an dem Alpaka zupfen musste, bevor es endgültig genervt war und die Züchterin nebenan anspuckte.

Man konnte auch noch Lamas durch einen Parcour führen, Filzen mit Alpakawolle oder Faser mit dem Spinnrad verspinnen. Eine Modenshow und diverse Produkte aus Alpaka-Wolle und, falls jemand selber in die Zucht einsteigen möchte, Futter und diverses andere Zubehör war zu erwerben.

Am Besten waren aber immer noch die Alpakas selber, die man im Außenbereich sehen konnte. Man glaubt gar nicht, wie unterschiedlich sie alle aussahen. Jedenfalls müssen wir uns diesen Termin auf alle Fälle merken, denn nächstes Jahr findet nicht nur die Alpaka Expo hier statt sondern die World Alpaca Conference. Man darf annehmen, daß dann noch viel mehr der hübschen Tiere hier zu sehen sein werden.

Plus, einige von ihnen sind einfach nur sooooo flauschig!
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Wirsing, Sususi (die ihren Alpaka-Kalender schon in der Küchen hängen hat und jetzt beim Kochen das Alpaka des Monats sieht…)

Stemot 2020

Letztes Wochenende fanden in Wettmannstätten in der Weststeirerhalle die vierten Steirischen Modellbautage kurz: STEMOT statt. Modellbauer aller Art und Alter stellen ihre Modelle aus, kaufen und verkaufen Zubehör, Bausätze, künstlichen Rost, Farben, Klebstoffe und sonstiges.

Zu sehen gibt es alle möglichen unterschiedlichen Modelle aus jedem Genre, wie hier zum Beispiel die CSS Virginia für alle Liebhaber der Sezessions-Kriegs-Modelle…
USS Virginia

Harleys… (nicht Quinn…)Harley

Um auf hoher See zu bleiben… hier die Santa Maria.Santa Maria

Kleine Dioramen setzen die Modelle zusätzlich in Szene wie hier:Camel Trophy 1942

Auch aus Papier kann man erstaunliche Sachen basteln. Vom Kleintier…Hamster

bis zu Science-Fiction.So ein Yoda aus Papier… cool!Yoda

Raumschiffe gab es natürlich auch: Der Maquis Fighter ist gut gelungen.Maquis Fighter

Es lohnt sich, vorbei zu schauen, denn man findet Cooles, Interessantes, handwerklich Beeindruckendes und Skurriles aus der Welt des Modellbaus.

Bananaaaa

In diesem Sinne: Bananaaaaa, äh, Wirsing, Sususi