Archiv für den Monat Juli 2025

Veda, Bad Liebenzell

Ich glaube, ich hatte es schon einmal erwähnt: mein Lieblingsinder befindet sich in Bad Liebenzell. Nämlich das „Veda“. Und ich kenne das Restaurant schon, seit sie vor 9 Jahren dort aufgemacht haben. Was heißt: nächstes Jahr haben sie 10-jähriges Jubiläum und wir hoffen, daß der Betrieb nicht nur bis dahin sondern auch weit darüber hinaus erhalten bleibt.

Indisches Retaurant "Veda"

Warum ist es nun mein absoluter Lieblings-Inder zwischen Bad Liebenzell und Graz? Einfach, das Essen ist jedes Mal sehr gut. Seit 9 Jahren. Liegt zum einen daran, daß das „Veda“ ein absoluter Familienbetrieb ist und deshalb schon seit Jahren immer der selbe Koch hinter den leckeren Sachen steckt und zum anderen daran, daß man hier wirklich mit Leib und Seele hinter dem Restaurant und der verkauften Qualität steht. Das merkt man nicht nur am netten Umgang sondern auch an den Speisen selbst.

Schild

Schauen wir doch einmal ein wenig näher hin. Die Familie stammt aus Nordindien und damit aus einer Region, die gerne cremige Curries, Paneer und Joghurt isst, ebenso gerne wie Fleischgerichte und Tandoori-Gerichte. Sie ist normalerweise weniger scharf als die Südindische Variante. Das spiegelt sich hier auch in der Karte wieder. Nichtsdestotrotz findet man auch hier vegetarische Gerichte. Auf der Wochenkarte gibt es jeweils zwei Gerichte zur Auswahl, von denen eines mindestens vegetarisch ist, oft auch vegan. Die normalen Gerichte der Karte können auf Wunsch auch veganisiert werden.

Innen

Bei den Currys hier ist es so, daß man sich zuerst das Fleisch (also die Hauptzutat) raussucht, und danach noch die Sauce, die man gerne hätte. Man kann also Hähnchen bestellen mit Khorma. Oder lieber doch Garnelen mit Butter-Currysauce? Bei 4 Hauptzutaten und 7 Saucen sollte eigentlich jeder fündig werden. Biryanis, Tikka Masalas und Vegetarische Gerichte sind ebenfalls ausreichend vorhanden. Vorspeisen, Suppen, Salate und Desserts bieten eigentlich mehr, als man essen kann, aber genau so viel, wie man gerne essen möchte…

Essen

Wie gesagt, wir sind in Nordindien unterwegs, also ist die Frage, ob man das Gericht scharf möchte, ohne weiteres ungefährlich mit „ja“ zu beantworten. Mehr als pikant wird es trotzdem nicht, aber man bekommt dann ein Döschen Chilipulver zum selber nachwürzen.

Der Reis ist fluffig und als Beilage zum Essen perfekt gekocht.

Reis

Hier merkt man, daß man als Gast geschätzt wird. Die Portionen sind groß, aber man hat hier nie das Gefühl, daß einem die Speisen schwer im Magen lägen – nein, man fühlt sich nach dem Essen einfach nur sehr zufrieden. Gesättigt, aber nicht voll. Einfach glücklich. Deshalb gehe ich dort so gerne essen, denn das Rundum-Paket ist einfach unschlagbar und ich lege das Restaurant wirklich jedem ans Herz, der sich in der Gegend aufhält.

Namaste und Wirsing,
Sususi

P.S.: Wenn sich jetzt jemand über die fehlende Farbe im Mango-Lassi aufregt oder am Tandoori-Chicken – hier wird eben keine Lebensmittelfarbe ist Essen gekippt, indisch typisch hin oder her. Gefällt mir, denn hier sind die Lebensmittel frisch, ohne zusätzliche Geschmacksverstärker und die Qualität stimmt einfach.
P.P.S.: Das Restaurant hat übrigens sogar einen eigenen Tandoor-Ofen!

Gasthof „Zum Baum“, Weil der Stadt

Bei unserem letzten Besuch im „Ländle“ hatten wir das Glück, daß unser Stamm-Gasthof auf dem Weg Betriebsurlaub hatte. Also suchten wir nach einer Alternative und wurden in Weil der Stadt fündig. Wir fanden nämlich den Baum, genauer gesagt den Gasthof „Zum Baum“. Daß es hier kein Außenfoto gibt, liegt an der einfachen Tatsache, daß sich meine Synapsen nach dem Essen im gemeinschaftlichen Food-Koma verzückt zuckend auf dem Boden meines Gehirns wälzten und an nichts mehr denken konnten!

Eher am Stadtrand gelegen, ein wenig in einer Seitenstraße versteckt und daher ohne viel Durchgangsverkehr, sitzt man in dem kleinen Außengarten von einer Kastanie beschattet durchaus gemütlich, es gibt nämlich Sitzkissen für den empfindlichen Po. Drinnen ist es ein typisch rustikales Gasthaus, aber bei den Temperaturen war uns außen lieber.

Gastgarten

Ein Blick auf die Speisekarte lässt das Herz jeden Freundes der schwäbischen Küche ein wenig schneller schlagen; die Auswahl ist typisch und sozusagen für äll ebbes.

Karte Auszug

Schön ist, daß die Portionen in „klein“ und „groß“ zu haben sind. (Wobei das in Baden-Württemberg eher auf dem Papier so ist, denn die Portionen bewegen sich normalerweise zwischen riesig und noch riesiger). Bei mir fiel die Auswahl auf eine kleine (!) Portion Heckengäulinsen* mit ger. Bauch, Saiten und Spätzle. Für 10,50 € möchte ich hinzufügen, die anderen Preise sind ebenfalls für die heutige Zeit äußerst moderat.
Wie man sieht, ist die kleine Protion ganz schön groß!

Heckengäulinsen

Als Beilage gab es einen kleinen Salat, der für mich schon die erste positive Überraschung war, die Salate waren nämlich selber alle separat angemacht und hatten alle einen sehr guten Geschmack. Insbesondere der Karottensalat, der eine Spur Curry und Orangesaft enthielt.

Beilagensalat

Die Linsen, die waren einfach nur perfekt. Sie hatten einen ganz leichten Biss, waren sehr gut abgeschmeckt und hatten das perfekte Linsen-zu-Sauce-Verhältnis. Der Bauch war würzig und zart, die Saiten mit dem typischen „Snap“ ebenfalls ein Genuß. Wenn man auf gaaaaanz hohem Niveau jammern möchte, hätte es für mich noch ein kleiner Schuß Essig sein dürfen. Aber eben nicht müssen. Die Spätzle waren hier sehr dünn, geschmacklich aber einwandfrei.

Spätzle

Wie in Baden-Württemberg öfter üblich, bekamen wir eine Schale Spätzle für den ganzen Tisch, als Beilage einmal zu den Linsen und einmal zu den Schweinelendchen.

Schweinelendchen

Die Sauce hier war sehr gut abgeschmeckt, das Fleisch hätte meiner Begleitung gerne noch zarter sein können.
Alles in allem ein sehr schmackhafter Abend!

Bedient wurden wir sehr freundlich und schnell, und deshalb kommen wir auch gerne wieder einmal vorbei, wenn wir in der Gegend sind. Um die anderen verlockenden Sachen auf der Karte auszuprobieren.
Man kann dort wohl auch übernachten, das haben wir aber noch nicht ausprobiert.

Also, hauad nei und Wirsing,
Sususi

*Heckengäulinsen: Das Heckengäu ist eine Landschaft geprägt durch Jurakalkböden, also eher nährstoffarm, kalkhaltig und trocken. Das ist ideal für den Anbau von Linsen, die in den 50ern komplett von den Äckern im Heckengäu verschwanden und seit einigen Jahren ein ordentliches Revival erleben. Wenn es auch keine „echten“ Le Puy Linsen sind (der Name ist geschützt…) stammen die meisten Heckengäulinsen aus Saatgut eben dieser Linse.