Archiv für den Tag 16. Juni 2024

Zum glücklichen Matthias (Wyk)

Letzten Sommer waren wir im Urlaub endlich wieder in Wyk auf Föhr. Die Insel kenne ich seit grob 40 Jahren…. und die meisten Lokale dort auch. Ein paar haben sich verändert, andere… nicht. Oder nicht viel. Eines der Restaurants, in dem man seit Jahrzehnten wirklich gut essen gehen kann, ist „Zum glücklichen Matthias“.
Zum glücklichen Matthias

2023 hat der Chef von dort auch noch ein weiteres Restaurant auf Föhr übernommen, ebenfalls ein altes Traditionslokal, nämlich „Bi de Pump“. Dort waren wir aber dieses Mal nicht.
Landkarte

Wir waren im „Matthias“, und wer dort hin möchte, der sollte unbedingt (unbedingt, unbedingt) reservieren. Ein paar Tage im Vorraus. Wenn ihr euch auch noch die Uhrzeit raussuchen wollt, ein paar Wochen im Vorraus. Es ist dort nämlich voll (zumindest in der Hauptsaison), und es gibt nicht viel Platz. Drinnen erwartet einen ein sehr interessanter Mix aus allen möglichen maritimen Deko-Stücken… Schiffe, Anker, Glocken, Landkarten, Leuchten etc. Lasst euch überraschen, man hat viel zu gucken, bis das Essen kommt.

Die Karte ist klein, aber fein, mit ein wenig Fleisch und vor allem frischem Fisch! Wir entschieden uns einmal für die Matjesfilets mit Apfel-Zwiebelsoße und Bratkartoffeln.
Matjesfilet

Das war lecker, aber für mich gab es hier eigentlich gar keine Auswahl – „Zum glücklichen Matthias“ hat nicht nur gerüchteweise sondern tatsächlich das beste Labskaus der Insel“ In „lütt“ (absolut ausreichend für mich) oder „grot“.
Labskaus
Wie man sehen kann, ist der Labskaus* hier eher von der weniger stückigen Sorte, aber nicht so fein, daß nur noch Brei übrig ist. Geschmacklich ist er hier perfekt abgeschmeckt – nicht zu salzig, nicht zu fest, nicht zu flüssig, die rote Beete kommt schön raus, die Kartoffeln auch, das gepökelte Fleisch schmeckt man auch noch, pikant abgeschmeckt. Alles eine runde Sache und der Hering, das gut gebratene Spiegelei und die rote Beete dazu – einfach mega! Die Sprossen hätte ich nicht gebraucht, gestört haben sie aber auch nicht. Es gibt auf der Insel noch mehrere Lokale, die Labskaus servieren, mal etwas rustikaler, mal etwas feiner, aber das hier ist mein absoluter Favorit!

Als Nachtisch gab es für uns dann noch einen Föhrer Manhatten (die Kirsche hat es leider nicht mehr aufs Bild geschafft), das ist sozusagen das Nationalgetränk von Föhr; Whiskey mit Wermut, und ist eigentlich einen eigenen Beitrag Wert, nicht nur, weil Föhr jetzt auch eine Whiskeybrennerei hat. Schmeckt jedenfalls und ist ein schöner Abschluss für ein gutes Essen in Wyk, also unbedingt probieren.
Föhrer Manhatten

Wenn ich wieder in Wyk bin – ein Besuch bei Matthias sollte auf alle Fälle drin sein! Zum Service im Lokal – zu uns waren sie immer freundlich. Friesisch, aber freundlich. Sie verzweifeln aber schon ein wenig, wenn Touristen nicht verstehen wollen, daß eben genau jetzt ohne Reservierung kein Platz mehr ist, aber sie verzweifeln freundlich und mir würde es da ehrlich gesagt nicht anders gehen…

Adjis und Wirsing,
Sususi

*Labskaus: ein Gericht, das aus Pökelfleisch, Kartoffeln, Zwiebeln, Roter Beete, Matjes und Gewürzgurken besteht. Meist wird ein Spiegelei dazu serviert. Ob und in welchen Mengenanteilen die Zutaten gestampft werden (und zu welcher Konsistenz) ist abhängig vom jeweiligen Koch…. meistens ist der Matjes nicht mitvermengt sondern als Beilage dabei. Es ist gar nicht so schwer zu machen, man kann als Fleisch z.b. auch Corned Beef verwenden. Und es schmeckt tausend mal besser, als es aussieht.