Archiv für den Monat Januar 2024

Schmuckkästchen Miltenberg

Wer beim Anschauen des Filmes „Das Wirtshaus im Spessart“ genau hinschaut, kann es sehen. Das „Schmuckkästchen“, ein Hotel und eine Weinstube in einem der historischen Häuschen in der Miltenberger Altstadt.

Schmuckkästchen

Bis vor kurzem war das Haus nur als Hotel geöffnet; jetzt ist dort auch wieder eine Weinstube geöffnet! Haben wir natürlich unbedingt ausprobieren müssen. Die Öffnungszeiten sind hier Mittwoch bis Samstag ab 17:00 Uhr, das passt für ein gemütliches Glas Wein im Winter sehr gut.
Drinnen sitzt man rustikal und gemütlich; es herrscht eine angenehme Atmosphäre und eine gute Akustik, die es einem ermöglicht, trotz vollen Lokals eine Unterhaltung ohne Schreien führen zu können. Man fühlt sich wohl.

Wie es sich für ein Weinlokal in Mainfranken gehört, die Weinkarte ist sehr ausgiebig und regional gehalten. Eigentlich hat sie alles, was zu einem gemütlichen Glas Wein gehört: ca. 3 Seiten offene Weine (rot, weiß, rosé) und genügend Flaschenweine zum teilen:

Offene Rotweine

Da ich schon öfter in Miltenberg unterwegs war, wusste ich eigentlich schon, welchen Wein ich gerne wollte: nämlich einen Großheubacher Bischofsberg

Großheubacher Bischofsberg

Vom Weingut Kremer; ein Spätburgunder angebaut auf Bundsandstein und daher kräftig, nicht zu viel Tannine; leicht rauchig-würzig und etwas Säure.
Von daher für mich wunderbar passend, daß es auf der Speisekarte eine große Käseplatte gab:

Käseplatte groß

Nicht nur hübsch angerichtet sondern auch DIE perfekte Ergänzung zu einem kleinen Schluck Wein. Erstmal bin ich etwas erschrocken (jaja, die Gefahr ist bei einer nicht näher definierten Käseplatte halt immer gegeben…) – aber zwei der Käse auf der Käseplatte waren Blauschimmelkäse. Eigentlich bin ich da gar kein Freund von.. (ok, ich kann sie nicht runterkriegen…). Aber diese hier waren aus der süßlich-milden Richtung, kein scharfer Gorgonzola (der für mich auch gar nicht zum Wein gepasst hätte) sondern sehr cremig-süßlich-mild. Zwei dezente weitere Weichkäse waren noch dabei und ein würzigerer Hartkäse. Alles nicht übertrieben würzig und daher den Wein deutlich im Vordergrund stehen lassend. Es gab noch einen selber gemachten Dip dazu: ein Pflaumensenf. Passte für mich auch sehr gut, denn er war nicht zu süß. Olivenöl zum dippen und etwas Brot und eine kleine Salatgarnitur rundeten die Sache ab, waren aber nichts besonderes. Für mich eine stimmige Sache.

Es gibt aber auch noch andere Speisen auf der Karte, die je nach Hunger zum Wein genossen werden können. Zum Beispiel Fränkische Bratwürste, Schweinebraten oder: Flammkuchen! In verschiedenen Varianten. Deshalb entschied ich mich beim zweiten Besuch für die Mediterrane Variante: (mit Feta und Tomaten):

Flammkuchen Mediterran

Ich wurde nicht enttäuscht. Im Gegenteil, ich sage es ungern, aber ich habe selten so einen guten Flammkuchen gegessen! (und ich habe ca. 10 Jahre meines Lebens sozusagen im Epizentrum des Flammkuchens verbracht). Ich muß sogar leider zugeben, daß meiner lange nicht sooo gut ist. Dünn, knusprig, heiß, gut belegt, gschmackig. Alleine davon werde ich jetzt wahrscheinlich bis nächstes Silvester träumen.

Ein schöner Abschluss nach dem Wein durfte auch nicht fehlen (Doppelbockbrand hätten sie eh nicht gehabt…), ein Grappa stand zur Auswahl nebst diversen anderen Bränden.

Grappa

Auch dieser spricht für die Qualität des ganzen Abends.

Für mich: jeder Zeit gerne wieder und ich freue mich auf den nächsten Besuch. Man sollte unbedingt reservieren, es ist dort immer sehr gut besucht gewesen.

In diesem Sinne: Prost, Servus und Adeela
Wirsing; Sususi